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Communities vs. Netzwerke

Danah Boyd schreibt in Ihrem Blog zum Titel web 1-2-3 was Sie denkt, dass das Web 3.0 sein wird – bzw. was das Web 3.0 ausmachen wird. Während ich Ihren Gedanken zum Web 3.0 nicht so ganz zustimme (Kunde/Nutzer als Zerstörer?), finde ich Ihre Ausführungen zu der Entwicklung vom Web 1.0 zum Web 2.0 sehr interessant.

Sie spricht davon, dass eine der Änderungen zum Web 2.0 und Social Software der Übergang von Communities (of Practice) zur Netzwerken war. Personen arrangieren sich nicht mehr in Communities (auf Community-Plattformen) sondern agieren erst mal sehr egoistisch (ego-centric) – Sie schreiben persönliche Tagebücher, sie taggen Bookmarks für ihre eigene Verwendung. Erst durch die Vernetzung wird das ganze auch für andere wertvoll. Danah Boyd führt aus, dass es früher klarer Gruppen gab, heute aber “nur noch” Netzwerke in denen zwar Cluster exisitieren, aber kaum abgegrenzte Gruppen. Vielleicht ist es das, was Web 2.0 Systeme erfolgreich gemacht hat? Der fehlende Zwang sich in eine Gruppe einzuordnen bzw. zu sagen, welcher Gruppe man angehört. Giorgio de Michelis von der Universität Milano Bicocca hat schon vor zehn Jahren gesagt, dass der Mensch nicht nur Mitglied in einer Community ist, sondern in mehreren, und dass sich Systeme zur Unterstützung danach richten sollten. Vielleicht ist das bei Web 2.0-Systemen nun der Fall?

Bestätigt sehe ich diese Gedanken auch in einem kürzlich gehörten Vergleich zwischen dem Siemens Wissensmanagementprojekt ShareNet und der aktuellen Mitarbeiter-Blog-Initiative von Siemens. Karsten Ehms von Siemens meinte, dass ShareNet vermutlich deshalb nicht übermäßig erfolgreich war, weil es auf der (ein) Community-Idee basierte. Bei den Blogs sehe man zwar weniger Struktur, dafür aber mehr Drive und Motivation bei den Benutzern.

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