Beiträge getagged mit Web 2.0

KnowTech 2008 – Teil 3

Dies ist die Fortsetzung meines Berichts von der KnowTech 2008.

Kay Knoche von Oracle berichtete über die Anforderungen an Wissensmanagement bei Oracle – sehr getrieben von den vielen Firmen-Aquisen, die Oracle betreibt. Die interessanteste Aussage war meiner Meinung nach:

  • “Unstrukturierte Information bleiben unverwaltet” – “stellen aber 80% aller Information dar” …

Das ist schlecht … Oracle hat in dem Bereich schon ein paar technische Lösungen um Datenbanken mit unstrukturierten Dokumenten und Wikis zu verknüpfen (bzw. diese Information bei der Darstellung von Suchergebnissen zu verknüpfen).

Die Herren Sins und Stützel von der Fraport AG berichteten über die Einführung ihres Unternehmenswikis “SkyWiki”. Hier ein paar interessante Aussagen/Gedanken aus dem Beitrag:

  • Neben dem Wiki haben sie auch eine “Goldene Seiten”-Lösung eingeführt (quasi Yellow Pages) – Motivation dazu war, dass immer mehr Fraport-Experten sich nur/hauptsächlich über Xing gefunden haben/vernetzen
  • Technisch wurde beim Wiki zuerst TWiki ausprobiert, das ganze dann aber mit MediaWiki umgesetzt; zu machen war dabei vor allem: neues Skin, Hilfeseiten
  • Jetzt soll von MediaWiki auf Confluence gewechselt werden. Gründe dafür sind:
    • einfachere Verwaltung verschiedener Wiki-Instanzen
    • besseres/mächtigeres Rechtekonzept
    • WYSIWYG-Editor verfügbar (bisher wird mit dem einfachen MediaWiki-Editor gearbeitet)
  • Es wurde sehr viel Werbung gemacht und wird auch kontinuierlich weiter gemacht – u.a. werden neue Azubis immer explizit mit dem Wiki bekannt gemacht
  • Das “Wiki-Board” trifft sich einmal die Woche (Montags) und kümmert sich auch operativ um “Gardening”-Aufgaben

Josef Hofer-Alfais berichtete über das Wissenmanagement / die Unterstützung der elektronischen Kooperation beim WIMIP (Industrie-Arbeitskreis Wissensmanagement in der Praxis)

  • Mitglieder-Management und -Vernetzung mit Xing (Mitgliederliste, Foren)
  • Sharepoint (Teambereiche, Blogs, Umfragen und Abstimmungen, …)

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Triple-I – Praxisforum

Als Teil der Konferenz Triple-I in Graz findet ein Praxisforum statt mit Vorträgen zur Praxis von Web 2.0 (im Unternehmen). Insgesamt natürlich nicht sehr “tiefschürfend” aber mit ein paar interessanten Anregungen. Hier ein paar Ausschnitte aus dem was ich mitbekommen habe.

Vortrag “Virtuelle Welten – Das Medium der Zukunft” von Frank Kappe, TU Graz

Zu dieser sehr anregenden Präsentation (im Part “Professors4Industry”) gäbe es viel zu berichten. Ich selbst bin ja eher skeptisch bezüglich der Nützlichkeit von 3D-Welten. Sehr gut fand ich aber das Beispiel von “Sun MPK20″ – hier werden (u.a.) semiautomatisch und synchron die normalen Arbeitsplätze der Benutzer in die virtuelle Welt projeziert. D.h. wenn jemand an seinem Desktop an einer Powerpoint-Präsentation arbeitet, dann kann dies so in die 3D-Welt projeziert werden, dass an der Wand eines Raumes die Arbeiten am Desktop erscheinen (Screen/Application-Sharing) und der Avatar des Benutzers davor steht. Wenn sich ein anderer Benutzer nähert, dann kann einfach (Audio-)Kontakt aufgenommen werden. Das finde ich eine sehr elegante Möglichkeit Workspace-Awareness zu schaffen.

Vortrag “Web 2.0 und Unternehmen – das passt zusammen” von Werner Schacher, Succon

Merkmale, die eine Web 2.0 Anwendung ausmachen (aus Praxisbeispielen herausgeschält):

  • Das Web als Plattform
  • Beteiligung der User
  • Verteilte Managementfunktionen
  • geteilte Nutzungs- und Verwertungsrechte
  • Nutzung kollektiver Aktivität
  • Gesteigerter Wert von Daten

Dabei ist nur das erste zwingend, die anderen Merkmale sind optional.

“Corporate Web 2.0″ ist … Web 2.0 im Business-Kontext.

Strukturdimensionen:

  • die Motivation für CWeb 2.0 (neue Geschäftsmodelle, bisherige Geschäftsmodelle besser)
  • die Rolle von Web 2.0 (Geschäftscharakter, Erlöskontext)
  • das Anwendungsfeld für Web 2.0 (Primäre/sekundäre Aktivitäten nach Porter in Anwendung und Ergebnisnutzung)
  • die Akteure im CWeb 2.0 (Betreiber, Anwender, Nutzer)

Das Ganze steht auch im neuen Buch “Corporate Web 2.0 Band II” von Schachner und Tochtermann.

Vortrag “Die Innovationsplattform NEUROVATION” von Anna Maria Köck und Oliver Vallant, TU Graz, Bravestone IT GmbH

“Ziel ist es Kreativität an den Wissens/Innovationsarbeitsplatz zu bringen.” – OpenInnovation zu unterstützen – und dabei vor allem die Kreativphasen (mit Input aus der Psychologie)

Die Internet-Lösung ist verfügbar unter:
www.neurovation.net

Daneben gibt es noch eine Lösung für das Intranet eines Unternehmens:

  • Nutzung des Innovationspotentials aller Mitarbeiter innerhalb der Unternehmung
  • Mehr Wissen im Prozess – mehr Sicherheit bei Entscheidungen
  • Aufbau einer nachhaltigen Innovation-/Problemlösungs-Community
  • Belohnungsmodell mittels Ideen-/Problemstellungsauktion
  • Umfangreiche Voting-Möglichkeiten für Teilnehmer und Objekte

Interessant: Eine Idee / Ein Ziel der Gruppe ist es die interne und die externe Plattform zu koppeln – also das interne Ideenmanagement mit dem Crowdsourcing zu verbinden.

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ResearchGATE

Am 23.5. hat ResearchGATE seine Pforten geöffnet.

ResearchGATE is a new free of charge web 2.0 platform designed for the need of researchers. With this new platform we want to change the world of science by providing a global and powerful scientific web-based environment, in which scientists can interact, exchange knowledge and collaborate with researchers of different fields. Sign up and be part of the first scientific network.

  • present yourself and your research projects
  • enroll, expand, and broaden your science network globally
  • exchange know-how and expertise
  • initiate collaboration
  • discuss your research limitation and get positive feedback
  • use our innovative tools and work environments for online collaboration

Echt interessant. Vor gar nicht so langer Zeit haben wir in einem Workshop besprochen, dass man einen Social Networking Service für Forscher / die Wissenschaft bräuchte – und jetzt entsteht einer nach dem anderen. Neben ResearchGATE sind da noch

Und natürlich alle “generischen” Social Network Sites wie ning, mixxt, …

Science 2.0 scheint momentan gerade “abzuheben” – siehe dazu auch meinen Bericht von der Keynote auf der COOP2008 sowie dem Workshop Academia 2.0

Was mir bei ResearchGATE ein bisschen fehlt ist die Integration – Ich will ja nicht wirklich alle meine Veröffentlichungen, Projekte etc neu eintragen. Hier braucht man eine Integration mit bibsonomy oder ähnlichen Diensten – und eine Integration der Daten in verschiedene Portale (damit ich die Daten auf meinen Web-Seiten an der Uni einblenden kann). Naja, ich will nicht ungerecht sein – bei den Publikationen findet sich immerhin schon eine Integration mit der PubMed-Datenbank.

Ich bin gespannt, wie es mit ResearchGATE weiter geht.

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COOP2008 – Web 2.0

Irgendwie hat die 8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008) das implizite Thema “Web 2.0 / Enterprise 2.0″. Schon in den Beiträgen zu den bisherigen Ereignissen habe ich zu Academia 2.0, Science 2.0 und dem Einsatz von Wikis im Unternehmen geschrieben. Heute (Donnerstag) ging es in den Beiträgen weiter hauptsächlich um das Web 2.0 (und die Ideen dahinter).

“Combining Web 2 and Groupware applications”, Carsten Ritterskamp, Michael Prilla

Die Autoren stellen die Frage: “Kann Web 2.0 ein Ersatz für traditionelle CSCW Systeme sein”. Um sich einer Antwort zu nähern haben sie zuerst einmal die drei Bereiche CSCW, Groupware und Web 2.0 abgegrenzt/charakterisiert:

  • CSCW: goal and work orientation
  • Groupware: communication and coordination tasks
  • Web 2.0: playfulness, user experience

Sie argumentieren dann für “meaningful integration” von Web 2.0 und Collaboration Support Systems (CSS). Kommentar: Ich finde ja, dass das nicht zwei verschiedene Bereiche sind, sondern zwei verschiedene Sichten/Foku auf/für das selbe. Web 2.0 schärft den Blick auf Motivation, Spass, Partizipation, CSCW den Blick auf Prozesse, Organisationen. Meiner Meinung nach geht es eher um die Integration von Funktionen, die üblicherweise in Social Software auftauchen (Tagging, …) in klassische CSCW Anwendungen bzw um die Integration von Funktionen, die üblicherweise in CSCW Anwendunen auftauchen in Social Software um sie fit für den Unternehmenseinsatz zu machen.

Diese “meaningful integration/combination” stellen die Autoren schließlich noch an zwei Prototypen (im Rahmen des Systems Kolumbus 2) vor: Online Word Processors in Kolumbus, Tagging Metadata for Collaboration Support.

Das Resumee lautete deshalb auch: “Web 2.0 can enhance Collaborative Apps”. Wie schon geschrieben: Meiner Meinung nach ist Web 2.0 nicht so sehr eine Anwendung/Klasse von Anwendungen, sondern eher eine Menge von Ideen / Blickrichtungen / Foki – und diese können sehr wohl CSCW Anwendungen helfen besser / benutzbarer / nützlicher zu werden.

“Design Issues for Supporting Collaborative Creativity”, Thomas Herrmann

Idea: “CSCW features might help to overcome the obstacles of heterogeneous teams (that are needed to achieve (collaborative) creativity)”

Frage: Welche Anforderungen müssen von Software erfüllt werden um (kollaborative) Kreativität zu unterstützen?

Dazu hat Thomas Herrmann verschiedene Forscher aus dem CSCW Umfeld interviewt (CSCW Forscher deshalb, da wenn die schon nicht mit den Tools zurecht kommen, dann vermutlich auch niemand anderes …). In den Interviews wurden zum Beispiel verschiedene Typen der Ausübung von Kreativität und verschiedene Barrieren zur Unterstützung von Kreativität identifiziert.

Für den speziellen Fall der Unterstützung kollaborativer Gruppen bei der gemeinsamen Erstellung von (SeeMe-)Modellen an großen Wandbildschirmen wurden dann Lösungsmöglichkeiten / Designanforderungen (“design heuristics”) für die Barrieren hergeleitet / aus den Interviews abgeleitet.

“Collective Interaction – Let’s join forces”, Peter Gall Krogh, Marianne Graves Petersen

Collective Interaction …

  • negotiate shared goal
  • instrumentalizes collaboration
  • multiple co-located users engaged in collective action
  • sharing both one logical input channel and one logical output channel

Mit dem iFloor stellt Peter Krogh ein interessantes Werkzeug zur Unterstützung der Kommunikation zwischen Benutzern in einer Bibliothek vor. Mit Squeeze folgt ein weiteres Beispiel aus dem Familienumfeld (“interactive furniture”).

Ein interessanter Kommentar: In Bezug auf effektive Nutzung von Informationssystemen sind die Beispiele “highly inefficient” – aber: Für den effizienten Zugriff auf Informationen haben wir ja (Desktop-)Computer – mit den ubiquitären Lösungen soll mal was anderes versucht werden und nicht der Desktop dupliziert werden.

“People Tagging & Ontology Maturing: Towards Collaborative Competence Management”, Simone Braun

Grundidee: Unterstützung von Kompetenzmanagement in Organisationen durch die kollaborative / bottom-up Erstellung von Kompetenz-Ontologien.

Dazu nannte sie unter anderem den Ansatz des “People Tagging” (am Beispiel von IBM Fringe), d.h. Personen taggen sich gegenseitig (entsprechend der wahrgenommenen Kompetenzen). Simone Braun nannte verschiedene Nachteile des People Tagging: keine Legitimation, keine Garantie, dass das Ergebnis zum Vokabular des Unternehmens passt, … – Meiner Meinung nach sind das alles keine ernsthaften Probleme, sondern eher falsche Erwartungen an das System – Denn die Strukturlosigkeit ist gerade eine Stärke des Systems – und vielleicht genau das, was es funktionieren lässt.

Anforderungen an ein Kompetenzmanagementsystem (nach den Autoren):

  • Bottom-up collection of opinions abut individual competencies
  • freedom to evolve competence vocabulary
  • shared vocabulary for comparability
  • legitimation and commitment by the organization

Die Herausforderungen werden als “collaborative ontology construction problem” angegangen.

In der Lösung existieren verschiedene “formality levels” (Detailierungsgrade, Formalisierungsgrade) im Informationsraum:

  • topic tags
  • competency areas
  • competencies
  • competency relationships

Das finde ich interessant – also nicht ein zwangsweises Einhalten einer Ontologie, sondern die Möglichkeit, Tags hinzuzufügen, die dann vielleicht langsam in die Ontologie reinwandern und vielleicht sogar zu Regeln (relationships) führen. Wobei man dazu natürlich wieder Zugriffsrechte/Zugriffspolitiken braucht – aber dazu gibt es in dem Projekt momentan noch nichts.

Interessante Frage in der Diskussion: “Mitarbeiter finden keine Zeit ihre eigenen Profile in Yellow Pages Anwendungen zu pflegen – warum sollten sie Zeit finden die Profile von anderen zu Taggen?” – Das geht auf den Grund von Web 2.0 – Ich glaube eine Antwort darauf wäre, dass man das Taggen so einfach wie möglich machen muss (deshalb möglichst wenig Struktur) und möglichst viel Wert für den taggenden Benutzer bieten sollte (im Sinne von Social Networking Applications, Netzwerkpflege, …).

Die Idee wurde im Tool SOBOLEO umgesetzt (im Rahmen des Projektes MATURE).

“From the crowd to communities: New interfaces for social tagging”, Chao Zhou

Frage: “Why wikis begin to be widely used, but not social tagging?”

Antwortversuch: Es liegt am (User) Interface!

Deshalb versuchen sie im Projekt die Tag Cloud (als Teil des Interfaces) zu verbessern. Dabei wurde insbesondere die Verbesserung der Sichtbarkeit von Kontexten und Beziehungen verbessert – vor allem zur Unterstützung von “kollaborativem Tagging” (ohne auf die platzverschwendenen Graphen zurückgreifen zu müssen).

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COOP2008 – Workshop Academia 2.0

Es ist mal wieder Zeit für “wissenschaftlichen Austausch” – dieses mal auf der “8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008)”. Die Tagung begann heute (Dienstag, den 20.5.2008) mit einem Workshop zum Thema “Academia 2.0 and beyond”.

Ich habe auf dem Workshop für unsere Gruppe zum Thema Open Research und Medienwahl vorgetragen – d.h. zu unserem (in der Forschungsgruppe Kooperationssysteme) Vorhaben, Anforderungen von Forschung und Lehre an eine Social Software Kooperationsplattform zu erheben und zu befriedigen (siehe auch auf unserem Wiki) sowie zu einem Problem, auf das wir bei den ersten Arbeiten dazu gestossen sind, der Unterstützung der Benutzer bei der Medienwahl.

Feedback dazu von den Workshop-Teilnehmern:

  • Bevor man sich um Tools und Medienwahl kümmert, muss man erst einmal betrachten, welche Probleme durch die Tools angegangen werden – d.h. es ist wichtig Use Cases / Stories zu sammeln.
  • Notwendig ist “orientation”, “conventions” (in Gruppen – d.h. Verhaltensempfehlungen für die ganze Gruppe), “education” – Also wieder: Nicht nur Werkzeuge bereitstellen, sondern (mögliche) Nutzung beschreiben!
  • Dabei sollte immer auch gezeigt werden, wie die (eigenen) Prozesse von dem Einsatz der Technologie profitieren.
  • Das Problem bei der Anwendung von Kommunikationstheorien (media synchronizity, media richness) auf das Medienwahlproblem ist, dass diese Theorien Kommunikation nicht als andauernden Prozess sehen.
  • Eine interessante Frage für Academia 2.0 ist die Frage danach, was (eine Disziplin) als “Kooperation” sieht/wünscht – das ist in unterschiedlichen Disziplinen sicher sehr unterschiedlich.
  • Neben Interoperabilität (zwischen Tools der selben Art, z.B. Teamräumen) ist in Werkzeugen auch die Möglichkeit zum “transfer”/”transition” notwendig, z.B. die Überführung eine Diskussion von einer Mailingliste in einen Blog und schließlich (zur Dokumentation) in einem Wiki.

Andere interessante Präsentationen im Workshop:

Su White von der University of Southampton berichtete über verschiedenste Versuche (Beispiele), die sie zum Einsatz von Social Software zur Unterstützung der Lehre unternommen haben. Die Erfahrungen gehen dabei über viele Jahre zurück. Ausserdem berichtete sie zu einigen Erfahrungen aus dem langen Prozess. Besonders will ich davon folgende wiedergeben:

The world is changing, but beware of

  • being obsessed with the leisure habits of young people
  • generalizing the working habits of early adopters / evangelists

Nick Pearce berichtete von einer sehr interessanten Studie an der Lancaster University, in der er versuchte herauszubekommen, wie unterschiedliche Disziplinen (an der Universität) Web 2.0 Werkzeuge einsetzen. Dabei hat er sich erstens auf die Verwendung von Werkzeugen konzentriert, zweitens aber auch auf die Arbeitsweise/Kooperationsweise in den verschiedenen Disziplinen (z.B. Anzahl gleichzeitig laufender Projekte). Siehe auch http://redress.lancs.ac.uk/survey/.

Marco Loregian von der University Milano Bicocca (http://www.itis.disco.unimib.it) berichtete von den Aktivitäten in deren Gruppe – u.a. dem Einsatz eines Blogs für die Kommunikation mit Studierenden – u.a. auch zur Kommunikation mit Diplomanden. Auch angeregt durch seine Co-Autoren Giorgio de Michelis und Alessandra Agostini stellte er dann einige Fragen dazu, warum wir heute mehr darauf schauen, wie existierende Werkzeuge eingesetzt werden können und nicht, wie zukünftige Werkzeuge aussehen sollten (wie es in der CSCW Community lange üblich war / nach Meinung der Autoren sein sollte).

Die Diskussion über diese und die weiteren Beiträge brachte einige weitere interessante Punkte auf:

  • Rollen sollten in Web 2.0 Anwendungen nicht von oben her vorgeschrieben werden, entstehen aber mehr oder weniger zwangsweise (als “set of behaviour”) – denn: “we need organization – bottom up”
  • “Academia 2.0″ bedeutet für viele Dozenten und viele Fachgebiete eine einschneidende Änderung – “need to rethink the traditional university”. Eine wichtige Entwicklung hier ist der “shift from teaching to learning” – der natürlich nicht von Web 2.0 Werkzeugen abhängt, aber sicher dadurch unterstützt wird.
  • “In the collaborative technologies I am not interested in the technology but in the collaboration (the uses of the technologies)”

Morgen werden wir dann unseren Konferenzbeitrag “Functions of Social Networking Services” vorstellen. Darin schlagen wir verschiedene Funktionen für Social Networking Services vor und belegen diese auch mit einigen Ergebnissen unserer SNS-Umfrage. Der Beitrag ist hier verfügbar.

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Organizing without Organizations

Auf sevenload findet sich ein sehr interessanter Vortrag von Clay Shirky über sein Buch Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations

Link: sevenload.com

Interessant ist, dass Shirky die Nutzung des Web 2.0 an einem einfachen Reifegradmodell festmacht:

  • Sharing
  • Sharing and Conversation
  • (Collaboration – team work)
  • Collective Action

Zu allen drei Bereichen liefert Shirky in dem Vortrag schöne Beispiele und weiterführende Aussagen. So finde ich die Feststellung zu “Sharing” interessant, dass man früher erst eine Gruppe gebildet hat und dann angefangen hat in der Gruppe zu tauschen – heute beginnt man zu tauschen und dann bilden sich daraus Gruppen.

Zu allen drei Reifegraden führt Shirky auch an, dass der Austausch besonders erfolgreich ist, wenn dabei ein unmittelbarer persönlicher Nutzen gegeben ist – also wieder das “Zusammenarbeit als Abfallprodukt”.

Zum Abschluss noch ein nettes Zitat aus dem Vortrag

  • “social tools aren’t interesting until the technology becomes boring”

In einigen Reviews wird das auch als “The Power of boring technology” wiedergegeben – z.B. hier.

via Basic Thinking und via Schaeferblick

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Neue Medien im Change Management

Auf www.change-zweinull.de heisst es:

“Dieser Weblog begleitet unser Forschungsvorhaben, mit dem wir klären wollen, ob und wie erfolgreich web-basierte Medien wie z.B. Weblogs, Social Networking, Wikis und Podcasts die Umsetzung von Change-Vorhaben unterstützen können.”

Es geht also um die Untersuchung, wie Social Software beim Change Management helfen kann. U.a. wurden im neuesten Post die Ergebnisse einer Online-Befragung zu “Neue Medien im Change Management” veröffentlicht.

Warum finde ich das interessant? Nun ja, im Change Management allgemein geht es wie bei der Einführung von neuen Kooperationssystemen (Change Management im Besonderen) um die Beteiligung der Benutzer am (Einführung-)Prozess. Ich hatte bisher immer die Einführung von Social Software als Ziel eines solchen Prozesses gesehen (ist eben mein Blickwinkel), finde es aber interessant die Nutzung von Social Software auch zur Unterstützung des Prozesses einzusetzen. Wobei da natürlich das Henne-Ei-Problem auftaucht: Wie begleitet man die Einführung von Social Software zur Begleitung der Einführung von … ;-)

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Design the time ist online

Anfang des Jahres gab es einige Zeit interessante Berichte über die Idee für einen neuen Web 2.0 Dienst namens “design the time”. Kern der Idee war es, Nutzern die Möglichkeit zu geben, Zeitpunkte und Zeiträume auf einem Zeitstrahl/Kalender mit eigenen Inhalten zu hinterlegen – und so auf für einem persönlich wichti Ereignisse hinzuweisen. Mit Hilfe der Daten aus Microsofts Encarta sollten dann noch die Meilensteine der Weltgeschichte dazu gebracht werden.

Nachdem es ziemlich lange ruhig war um das Projekt ist der Dienst nun als Beta online gegangen – unter dem Namen “Miomi” mit dem Untertitel “User generated history” – siehe http://www.miomi.com/.

Mein erster Eindruck: Die Website ist etwas überladen. Wenn ich nicht vorher gewusst hätte, was das ganze soll, dann hätte ich mich etwas schwer getan dahinter zu kommen. Aber vielleicht wird das noch … Ansonsten auf jeden Fall eine sehr nette Idee mit Potential.

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Web 2.0 und Subkultur in München

Patrick Gruban co-organisiert die nächsten beiden Wochenende Veranstaltungen rund um Web 2.0 und Subkultur in München – klingt ganz interessant – werde mal sehen ob ich da vorbei schauen kann.

Sa 27.11., 21:30
sub-bavaria Lesung
im Carl-Orff-Saal, Gasteig im Rahmen von digitalanalog 6

sub-bavaria ist das Wiki-Lexikon der bayerischen Subkultur (www.sub-bavaria.de), dass Ania Mauruschat, Julian Doepp und ich 2005 gestartet haben. 2 Jahre und 2000 Einträge später lesen wir Highlights vor. Musikalische Begleitung: Aloha Input, Visuals: kon.txt. Um 1 Uhr präsentiert sub-bavaria im Foyer des Gasteigs die Band L’egojazz, die musikalische Einzelbausteine zu tanzbarer Musik kombinieren und mit kon.txt-Visuals und einem Balett-Tänzer daraus ein Multimediales Kunstwerk machen.

Das Ganze ist im Rahmen des Festivals digitalanalog 6 – http://www.digitalanalog.org/

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Sa 3.11., 20 Uhr
Art Stars – New York Underground trifft Web2.0
mit Saint Reverend Jen Miller, New York City

Die Art Stars sind rund 100 Performancekünstler, Musiker, Comedians, Poetry-Artists und Filmemacher, die auf offenen Bühnen und in Hinterzimmern von Bars in New Yorks East Village und Lower East Side auftreten. Erst durch YouTube & Co. schaffen sie es ein großes Publikum zu erreichen.

Saint Reverend Jen Miller leitet seit vielen Jahren den wöchentliche Art Star “Anti-Slam”. Sie trägt ständig Elfenohren, hat ein Troll-Museum und ist zusammen mit ihrem Chihuahua die Hauptdarstellerin der Fernsehserie “Electra Elf”. Der Musiker Moby hat sie letztes Jahr beauftragt ein Video zu einem seiner Songs für YouTube zu produzieren, das über 150.000-mal dort angesehen wurde.

Rev. Jen wird an diesem Abend zum ersten Mal in Europa über die Art Star-Szene und deren Internet-Vernetzung berichten, sowie Videos von sich und anderen Art Stars zeigen.

http://laden.lothringer13.de/program/artstars/

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Visual Tools for the Socio-Semantic Web

Beim Überfliegen verschiedener Blogs, die ich regelmäßig lesen, bin ich heute bei Moderne Unternehmenskommunikation auf einen Hinweis auf Moritz Stefaners Master-Arbeit gestossen. Die Arbeit “Visual Tools for the Socio-Semantic Web” des Design-Absolventen Moritz Stefaner, die inzwischen auch mit dem FHP-Preis für die beste Masterarbeit der Fachhochschule Potsdam ausgezeichnet worden ist, kann ich aus verschiedenen Gründen zum Lesen empfehlen (was jeder machen kann, da sie auf zuvor angegebener Seite als PDF verfügbar ist): Erstens liefert die Arbeit in Kapitel 2 “Analysis: The Emerging Socio-Semantic Web” eine sehr schöne Aufarbeitung der Themen rund um Web 2.0, Social Software etc. mit vielen neuen Einblicken – kurz, knapp, knackig, inspirierend. Und das ganze fast ohne Rückgriff auf die üblichen Buzzwords! Aber damit nicht genug. Zweitens liefert die Arbeit sehr schöne Beispiele/Experimente zur (dynamischen) Visualisierung von Inhalten im neuen Web – insbesondere von TagClouds, TagListen und Web Feeds.

Im Sinne meines eigenen Microcontent-Managements hier noch ein paar meiner Ansicht nach besonders gute Abschnitte/Gedanken aus der Arbeit:

Am Anfang von Kapitel 2 fasst Herr Stefaner sehr schön die Phänomene zusammen, die das “emerging socio-semantic web” kennzeichnen:

  • an acceleration of information diffusion
  • an increasing process of chunking information into small, reusable bits (micro-content)
  • a shift towards a larger population producing and sharing information
  • along with an increasing specialization of topics, interests and the according social niches
  • leading overall to a massive growth of space for action, expression and attention available to every single individual

Mit der “Design-Brille” stellt er weiterhin die Veränderung vom Web 1.0 zum Web 2.0 durch eine Ausweitung der Interaktionsmöglichkeiten im Web dar: Von den drei Basismodi nach Winograd unterstützte das Web 1.0 nur “locomotion (moving from place to place)”, während das Web 2.0 auch “conversation (communication with others)” und “manipulation (using/editing/creating)” unterstützt.

Bezüglich der wichtigsten Konzepte wie Tagging, Microcontent und Feeds betrachtet Herr Stefaner dann die aktuellen Ansätze zur Visualisierung – und findet einige Probleme bei den klassischen Ansätzen – u.a. die fehlende Dynamik oder zu schwache Berücksichtigung des Long Tail. Diese Probleme geht er dann in eigenen Vorschlägen/Experimenten an. Diese konzentrieren sich dabei zuerst auf neue Arten zur (dynamischen) Visualisierung von Tag-Mengen:

Dann geht es um Visualisierungen verschiedener Sammlungen von Microcontent und Metadaten, was schließlich in der Vorstellung des Designs von “Konduit” mündet, “a model for a Web Feed Hub application”.

Neben der Master-Arbeit gibt es zu den Arbeiten auch eine wissenschaftliche Veröffentlichung:

Moritz Stefaner, Boris Müller:
Elastic lists for facet browsers.
Proceedings of DEXA ‘07 18th International Conference on Database and Expert Systems Applications, 2007. FIND07, International Workshop on Dynamic Taxonomies and Faceted Search, Regensburg, Germany. pp. 217-221

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