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Enterprise 2.0 Forum
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Social Software am 18.9.2008
Heute (18.9.2008) bin ich auf dem Enterprise 2.0 Forum in Köln eingeladen.
Das Form begann mit einer Präsentation von Suw Charman-Anderson – vielleicht dem einen oder anderen von ihrem genialen Beitrag “Mollys geheimes Tagebuch” im Buch “Enterprise 2.0 – Die Kunst loszulassen” bekannt – eine sehr schöne Darstellung der Herausforderungen bei der Einführung von Wikis in Unternehmen – in einer ganz unüblichen Form …
Ein paar Gedanken aus Suws Präsentation:
- Schwierigkeit mit Social Media: It is elective software – people do not have to use it – it is replacing other forms – people can easily choose not to use it – so one has to think in some details of how to introduce social media in the enterprise
- Die Einführung ist also immer dann schwierig wenn die Nutzer eine Wahl haben
- Netter Vergleich: Einführung von Social Software wie das Trainieren einer Katze – man braucht Geduld, die richtigen Methoden und muss die Welt aus der Sicht der Katze sehen …
- Wichtig: Nicht die Welt verbessern sondern darüber nachdenken “how to help people getting their jobs done”
- Barrieren
- fear of humilitation
- disconfort with the written word
- need explcit permission
- don’t trust the tools (“people are all scared deleting the Internet / Intranet …”)
- don’t see the point
Es folgten viele gute Tipps und Vorschläge, wie man die Probleme konkret angehen kann.
U.a. zu Training:
- informal
- focused on user’s direct needs – “people are not keen on reading manuals”, training based around the tasks people are doing not around how the software is created
- face-to-face (short, practical sessions)
- online (visual, textual)
… und zu Support:
- ad hoc – when users need it
- syncronous (IM, chat, phone)
- asynchronous (wiki, blog, screencasts, video)
- decentralised and self-supporting
Insgesamt also eine klasse Einführung.
Über die anderen Vorträge in weiteren Beiträgen hier – oder in anderen Blogs, die über die Veranstaltung berichten, z.B. June Brenners Blog – hier der Einstiegsbeitrag zum Forum.
Update: Andere Berichte zum Forum
Ethik und Moral
“Ethik im Unternehmen – erfolgreich durch Denken” war der Titel eines von der Interface AG organisierten Vortrages des Philosophen Klaus-Jürgen Grün, dem ich am 26.6. beiwohnen durfte.
Den ganzen Vortrag wiederzugeben wäre etwas zu viel verlangt – nachdem ich nicht live mitgeschrieben, sondern eher mitgedacht und mitgezweifelt habe … – ausserdem gibt es eine gute Beschreibung zum Vortrag von Herrn Grün auf dem IF-Blog. An dieser Stelle also “nur” für mein “Mikrocontentmanagement” ein paar bedenkenswerte / aufschreibenswerte Schnippsel aus dem Vortrag.
Zuerst hat Herr Grün versucht Moral und Ethik grundsätzlich zu definieren. Dabei habe ich mir gemerkt:
- Moral = Zwänge (etwas zu tun) + Tabus (etwas nicht zu tun)
- Ethik ist die (strukturierte) Beschäftigung mit Moral
Zur Erklärung des Ganzen ist er viel auf Immanuel Kant und dessen kategorischen Imperativ eingegangen. Ich habe mir dabei gemerkt, dass hier eine “moralische Handlung” als eine Handlung definiert wird, die nicht aus irgendwelchen (egoistischen) Beweggründen ausgeführt wird (sicher stark vereinfacht …).
Das Problem an dieser Definition ist aber nun, dass Menschen nach Meinung einiger Soziologen grundsätzlich egoistisch handeln – auch scheinbar “selbstlose” Handlungen haben immer einen “egoistischen Kern” – z.B. den egoistischen Wunsch nach Anerkennung etc.
Mit dem Beispiel des Hippokratischen Eides der Mediziner – als erstes Beispiel einer Unternehmens/Berufsgruppenethik – ist mir aber klar geworden, dass es noch mehr gibt. Berufsgruppen/Unternehmen können sehr wohl gewisse Versuchungen, denen sie unterliegen tabuisieren und damit eine Vorteil für den Berufsstand, das Unternehmen oder die Gesellschaft als ganzes (und damit wieder den Berufsstand und das Unternehmen) erzielen.
Hierzu passt auch die Argumentation Grüns, dass sich Moral aus der Versuchung definiert, in der wir uns befinden/sehen – aber von der wir ahnen, dass es nicht gut ist (für uns, für die Gesellschaft) – von der wir uns schützen wollen.
Interessant war auch die Diskussion darüber, dass viele Aspekte der (Unternehmens-)Moral heute in Gesetzen festgeschrieben werden. Damit werden sie aber zu sehr generalisiert. In jedem Unternehmen sind die zuvor beschriebenen Versuchungen anders – und damit sind auch in jedem Unternehmen andere Zwänge und Tabus notwendig.