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Buchkommentar – How Professors Think
Verfasst von kochm unter Bücher, Universität am 26.7.2009
Das Buch (“How Professors Think – Inside the Curious World of Academic Judgment” von Michele Lamont hat mich gleich vom Titel her sehr angesprochen. Das wollte ich nämlich schon immer wissen ;-)
Michele Lamont ist Soziologin (Ethnographin) an der Harvard University und stellt in diesem Buch ihre Forschung zum Verhalten von Wissenschaftlern beim Peer Review dar. Es geht also um Kulturen, konkret “evaluative cultures”. Dazu studiert Lamont die Mitglieder (bzw. die Entscheidungsprozesse) in interdisziplinären Evaluierungs-Panels (Forschungsförderung).
“(…) criteria for assessing quality or excellence can be differently weighted and are the object of intense conflicts. Making sense of standards and the meanings given to them is the object of this book.” (S. 2)
“Most of all, I want to open the black box of peer review and make the process of evaluation more transparent, especially for younger academics looking in from the outside.” (S. 12)
Das Buch liefert also die Dokumentation einer wissenschaftlichen Arbeit, die aber sehr schön aufbereitet und mit viel Erkenntnis für alle erzählt ist. So finden sich viele aufschlussreiche Einblicke in die Unterschiede der betrachteten Disziplinen (die Kulturen der Disziplinen). Konkret werden betrachtet: philosophy, english literature, history, anthropology, political science und economics.
Bei der Diskussion der Entscheidungsfindung wird auch sehr ehrlich (und ausführlich mit Zitaten belegt) eingegangen auf Machtspiele, Klatsch und Netzwerke.
Nachdem das Hauptziel von Lamont ist darzustellen, was Exzellenz (in den unterschiedlichen Disziplinen) ist – bzw. wie sie von den Panels gefunden wird, darf auch eine Gegenüberstellung der Kriterien für Exzellenz bzw. Qualität in den unterschiedlichen Disziplinen nicht fehlen. So sind die Kriterien clarity, quality, orginality, significance, methods und feasibility unterschiedlich gewichtet in humanities, history und social sciences (S. 167).
Insgesamt liefert das Buch also eine schöne, teilweise etwas zu ausführliche, ethnographisch fundierte Anleitung zum Schreiben von Anträgen und viele interessante, durch Zitate belegte Einblicke in die Welt von Evaluierungspanels.
scholarz.net-Präsentation@UniBwM
Verfasst von kochm unter Science 2.0, Social Software am 9.7.2008
Wie angekündigt war heute Daniel Koch, der Projektleiter von scholarz.net an der UniBwM um die Plattform und die Aktivitäten zu präsentieren.
Ich fand die Präsentation sehr interessant. Vor allem kam für mich dabei heraus, dass der Fokus (und die Herkunft) von scholarz.net eindeutig bei der Unterstützung des Wissensmanagements beim wissenschaftlichen Arbeiten liegt. Deshalb ist der Hauptteil der Plattform auch eine Verwaltung von Notizen zu Projekten, Quellen (sources) und Keywords. Und hier bietet die Plattform einige sehr innovative und nützliche Funktionen.
Der Social-Networking-Service-Aspekt steht eher im Hintergrund. Daniel Koch führte zwar aus, dass ein wichtiger Motivator ihrer Plattform war, dass es keine (zentrale) Stelle gibt, an/auf der man sich als Wissenschaftler präsentieren kann (mit Veröffentlichungen etc) – und dass scholarz.net das leisten will (mit einem auf Wissenschaftler abgestimmten Personenprofil), das ganze ist aber noch sehr “halbherzig”. So stiess mein Einwurf, dass SNS mehr als Finden und Präsentieren leisten, dass nach unserer Studie die meist geschätzte Funktionalität das “in Kontakt bleiben”/”informiert bleiben” sei auf grosses Interesse – und die Anregung eines Awareness-Feeds zu wissenschaftlichen Aktivitäten seines Netzwerkes wurde als tolle (neue) Idee aufgenommen ;-)
Leider ist die SNS-Funktionalität momentan sehr “monolitisch”. Man kann zwar Veröffentlichungen importieren und notfalls auch wieder exportieren, es ist aber (noch) keine Integration in Portale von Universitäten oder mit anderen Social Software Plattformen vorgesehen. Das wäre aber meiner Meinung nach unbedingt notwendig um das Ganze zum Fliegen zu bringen.
Interessant am Rande: Die Plattform ist mit Ruby and Rails entwickelt – von einem Team von vier Personen – im Rahmen eines Forschungsprojektes, das noch bis Ende 2008 läuft. Für die Zeit danach wird momentan ein Weg zur Weiterführung gesucht.
Forschungsanträge und Meteorologie
Verfasst von kochm unter Universität am 2.7.2008
Auf dem Academics-Blog gab es letzte Woche einen spannenden Beitrag zu “Was Forschungsanträge mit Meteorologie zu tun haben”.
Der Beitrag behandelt ein Grundproblem deutscher und europäischer Forschungsförderung: Eine Förderung kann nur dann (Erfolg versprechend) beantragt werden, wenn eine präzise Fragestellung und möglichst auch schon Skizzen der (möglichen/wahrscheinlichen) Ergebnisse und der Verwertung der Ergebnisse vorliegen.
Nun stellt aber die Präzisierung einer Fragestellung allein schon einen erheblichen Teil einer Forschungsarbeit dar! Wenn man voraussagen könnte, was das Ergebnis einer Forschungsarbeit sein wird, dann bräuchte man die Arbeit eigentlich gar nicht mehr. In oben zitiertem Beitrag wird das am Beispiel von Albert Einstein veranschaulicht: “Konnte Albert Einstein vor seinen Forschungen etwas beschreiben wie „Ich plane mit Unterstützung folgender Mitarbeiter … ein dreijähriges Forschungsprojekt, an dessen Ende ich die Formel E=m ∙ c² entdeckt und damit die allgemeine Relativitätstheorie begründet haben werde. Hierzu benötige ich x Schweizer Franken und 3 Vollzeitstellen… “ ?”
Glücklicherweise ist die Welt nicht komplett schwarz …
Einerseits sehen die Projektbetreuer bei den Fördermittelgebern die Situation häufig recht realistisch und erlauben eine flexible “Anpassung” des Forschungsplanes, der Forschungsziele. Warum muss man das dann aber am Anfang überhaupt so ausführlich beschreiben? Das sind ziemlich viel verschwendete Ressourcen. Im Endeffekt beantragt man so Projekte für etwas, das man schon gemacht hat, um im Projekt etwas neues erarbeiten zu können, das man dann wieder als Basis des nächsten Antrages verwenden kann. Schönes System ;-) Es ist nur sehr schwierig da rein zu kommen.
Andererseits gibt es einige (wenige) pragmatische Fördermittelgeber, die auch ohne ausführliche Anträge in denen schon alle Ergebnisse beschrieben werden, für gute Ideen und gute Konsortien Mittel zur Verfügung stellen.
Was hat die Diskussion aber nun mit Meteorologie zu tun? In anfangs zitiertem Beitrag heisst es dazu: “Forschungsergebnisse lassen sich bei guter Forschung zum Glück nicht vorhersagen wie das Wetter und selbst dies – die Meteorologen werden mir verzeihen – klappt ja nur bedingt.”
Vertrauen – Allgemein und bei der Hochschulreform
Verfasst von kochm unter Social Software, Universität am 9.12.2007
Im Dezember-Heft der Zeitschrift Forschung und Lehre sind verschiedene (kurze) Artikel rund um das Thema “Vertrauen” abgedruckt. Nachdem Vertrauen auch in Social Software und speziell in Sozialen Netzwerken immer wieder als zentrale Zutat angesprochen wird, denke ich, dass das Thema auch hier im Blog von Interesse sein könnte und fasse hier einige meiner Meinung nach wichtige Aussagen zusammen.
Zuerst zur allgemeinen Einführung in das Thema:
Guido Möllering: “Meistens gut, manchmal schlecht, immer ambivalent – Vertrauen als Aufheben von Ungewissheit”, S. 716-717
- Positive Effekte (von Vertrauen)
- Wesentlich erweiterter Möglichkeitsraum (Zitat N. Luhmann: “Ohne jedliches Vertrauen könnte man morgens sein Bett nicht verlassen”)
- Einsparung von Kontrollaufwand (Kontrolle als Sand im Getriebe, Vertrauen als Schmirmittel)
- Oportunistisches Verhalten nimmt in vertrauensvollen Beziehung ab und konstruktives Verhallten nimmt zu
- Negative Effekte (von Vertrauen)
- Unbedingte Loyalität schränkt Möglichkeitsraum stark ein
- …
- “Vertrauen braucht Grundlagen, und es ist daher richtig und wichtig, ‘gute Gründe’ für Vertrauen zu identifizieren. (…) Vertrauen muss (aber) stets über gute Gründe hinausgehen. Vertrauen muss enttäuscht werden können (…)”
- Aufhebung von Ungewissheit: “Der Vertrauende überwindet die Ungewissheit, doch er eliminiert sie nicht, denn die Zweifel bleiben latent.”
Peter Gutjahr-Löser geht in “Wir können nicht mehr vertrauen – Der Begriff des öffentlichen Amtes und die Aufgaben der Professoren” (S. 726-727) auf Vertrauen bzw. den Vertrauensverlust an Hochschulen ein.
“Die Hochschulen werden derzeit von einer in ihrer Geschichte fast beispiellosen Fülle von Kontrollverfahren, Evaluationen oder Akkreditierungen überzogen. Es ist der Vertrauensverlust, der auch das Amt des Hochschullehrers unter den Verdacht des Freiheitsmissbrauchs stellt. Aber: Ohne Vertrauen wird es keine Wissenschaft geben.”
- Gutjahr-Löser argumentiert, dass das langwierige Auswahlverfahren für Professoren (und die viele Unsicherheit auf dem Weg, sie hohen “Abbruchquoten”) u.a. damit zu begründen/erklären sind, dass dem Professor nach der Berufung große Freiheiten (Vertrauen) geschenkt wird – Allerdings schlägt heute der Kontroll-Wahn (“wir können nicht mehr vertrauen”) zu um die (wenigen) Fehlberufungen, die es noch gibt, unter Kontrolle zu bringen.
- Problem: “(…) dass die Ablenkung der zu geistigen Leistungen besonders befähigten Mitbürger von ihren wissenschaftlichen Problemen und ihre Hinlenkung auf die Alltagsprobleme der Lebensbewältiung zu einem nicht messbaren Ausfall an Forschungsleistungen führt (…)”
- Interessant: Gerade heute, wo in vielen Bereichen immer mehr Vertrauen in Mitarbeiter gesteckt wird (werden muss), tritt der Staat mit seinen Universitäten/Professoren einen Rückschritt an …
Wissenschafts-Cafe Blog Aggregator
Verfasst von kochm unter Social Software, Web 2.0 am 4.12.2007
Angeregt (oder zumindest erinnert) durch Robert Basics Diskussion zu bloggenden Professoren hat Mark Scheloske einen sehr schönen Blog Aggregator für Wissenschaftler-Blogs aufgesetzt:
Das Wissenschafts-Café ist ein Portal für deutschsprachige Wissenschaftsblogs und bloggende Wissenschaftler.
Eine sehr schöne Sammlung von Blogs zu unterschiedlichsten Wissenschaftsthemen.
Und auch die Plattform selbst ist sehenswert. Es ist einfach immer wieder faszinierend, was man mit WordPress so alles machen kann …
Universitäten
Verfasst von kochm unter Universität am 3.11.2007
In der neuesten Ausgabe von “Forschung und Lehre” (11/2007, S.651) ist in der Kategorie “Fundsachen” ein Zitat abgedruckt, das ich hier wiedergeben will – weil es mir zu denken gegeben hat:
“In den USA diskutieren Kollegen beim Mittagessen über ihre Forschung, in Deutschland über das Programm der nächsten Senatssitzung.” (Der Amerikaner Dennis Snower; zitiert nach Handelblatt.com vom 15. Oktober 2007)
Hmmm. Ganz so extrem ist es natürlich nicht – ich habe tatsächlich schon mal beim Mittagessen mit Kollegen über Forschung und Projekte (inhaltlich) diskutiert ;-) – aber ein bisschen Wahrheit ist schon dran – ein immer wieder kehrendes Thema bei den “freien Gesprächen” sind Hochschulentwicklung, Hochschulpolitik, Wissenschaftspolitik und Forschungspolitik. Eigentlich schade, dass diese Dinge so wichtig geworden sind und inzwischen so viel Platz einnehmen. Ich hoffe nur darauf, dass das nur eine Erscheinung der Übergangsphase ist – des Übergangs von Diplom zu BA/MA, von nachgeordneten Universitäten zu eigenständig handelnden Universitäten, von Zeitbezug zu Leistungsbezug, von passiven Studierenden zu zielgerichteten Studierenden (der Begriffe “Kunde” gefällt mir in Bezug auf Studierende nicht so ganz – irgendwie ist die Beziehung Dozent-Studierender doch noch etwas anderes als eine Kundenbezehung und sollte es auch bleiben), … Ja, es passiert momentan einiges an deutschen Universitäten.
In diesem Kontext ein weiteres Zitat aus der neuesten Forschung und Lehre (11/2007, S.645):
“(…) Als heute nur noch externer Beobachter der deutschen Universitätsszene nehme ich einen sich beschleunigenden Transformationsprozess wahr. Einige Hochschulen verändern sich unterwartet schnell und massiv, das hätte ich noch vor kurzem für unmöglich gehalten. Ich bin sicher, dass diese Universitäten in wenigen Jahren zur Weltspitze aufschließen. Unsere Menschen haben die Potentiale, lediglich die Organisation war ineffizient. (…) Für mich gibt es keinen Zweifel, dass die früheren Strukturen und Entscheidungsprozesse sich radikal verändern werden. Ich würde diese Transformation mit ‘weg von der Mentalität des öffentlichen Dienstes’ hin ‘zur Kultur privater Dienstleistung’ beschreiben. (…)” (Hermann Simon)
Münchner Wissenschaftstage
Im Rahmen der Münchner Wissenschaftstage im Jahr der Geisteswissenschaften 2007 fanden/finden grade an der Ludwig Maximilian Universität München interessante Ausstellungen und Vorträge aus den verschiedensten Bereichen der Geisteswissenschaften statt.
Ich war gestern mal spontan dort und habe mir folgende beiden Vorträge angehört:
- “Sprachen, Götter, Gene: zur Vorgeschichte Europas nördlich der Alpen”, Prof. Theo Vennemann, PhD.; Institut für Deutsche Philologie, LMU München
- “Medien als Schlüssel kultureller Entwicklung”, Prof. Dr. Wolfgang Raible, Romanische Philologie und Allgemeine Sprachwissenschaft, Universität Freiburg
Eigentlich bin ich ja hauptsächlich wegen des zweiten Vortrags hin und wollte den ersten nur so “mitnehmen” – aber im nachhinein (wie so oft) hat mich der unerwartete Beitrag am meisten fasziniert. Die Hauptthese von Vennemann war, dass Nordeuropa nach der letzten Eiszeit aus dem Baskenland besiedelt worden ist und deshalb auch die Sprache (und die Ortsnamen) baskisch geprägt sind. Die indogermanischen Sprachen wären erst später drübergestülpt worden. Interessant ist dabei, dass diese These auch von der Naturwissenschaft durch Analyse der Genwanderung gestützt wird. Vennemann meinte dazu, dass ihn seine Kollegen aus den Geisteswissenschaften erst halbwegs ernst nämen, seit die Naturwissenschaftler diesen Beweis geführt hatten …
Sehr schön fand ich Vennemanns Beweisführung über die Genese der Ortsnamen in Nordeuropa. Diese beinhalten doch noch viele baskische Elemente – die heute teilweise ganz anders (miss-)interpretiert werden. Sogar “Isar” oder “Isere” etc. haben baskische Wurzeln.
Nett auch das Argument mit dem auf 20 basierendem Zahlsystem aus dem Baskischen, das sich in vielen Nordeuropäischen Sprachen noch findet – ganz heftig im Französischen (quatre-vingt …).
Raibles sprach über die Medien (Schrift, Buchdruck, Internet, …) und ihren Einfluss auf die kulturelle Entwicklung. Von seinem Vortrag habe ich hauptsächlich ein paar Thesen in Erinnerung: Jedes neue Medium wird zuerst einmal abgelehnt und reglementiert – da es Einfluss auf die Kultur hat. / Die Möglichkeiten eines Mediums werden erst langsam erschlossen und genutzt.
Zu letzterem (Erschliessen der Möglichkeiten eines Mediums) hat Raible einiges ausgeführt – am Beispiel der Schrift (nicht gedruckte Bücher). So begann das ganze parallel mit Anwendungen in der Buchführung und der 1:1 Wiedergabe gesprochener Sprache. Letzteres führte dazu, dass keine Trennungen zwischen den Worten oder gar Interpunktion genutzt wurden. Das Blatt Papier wurde als eindimensionales Medium genutzt. Erst durch die Erschließung der Zweidimensionalität konnten einige Vorteile des Papiers nutzbar gemacht werden – Übersichtliche Texte, Tabellen, … Interessant fand ich hier auch die Beispiele zu Hypertexten aus der Zeit vor dem Buchdruck: So wurden Bibelkopien mit viel Platz für Kommentare und Kommentare zu Kommentaren ausgestattet.
Bloggende Professoren
Verfasst von kochm unter Social Software, Universität am 12.10.2007
Robert Basic hat im Basic Thinking Blog vor einiger Zeit eine Diskussion dazu losgetreten, warum es so wenig bloggende Professoren gibt. Gestern gab es einen Update zur Diskussion, in der er unter anderem einen längeren Kommentar von Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch zu dem Thema wiedergibt (hier Prof. Stefanowitschs Blog).
Insgesamt erst mal Zustimmung von meiner Seite – aber auch ein paar kleine Kommentare (für die Diskussion).
Prof. Stefanowitsch schreibt, dass seine Kollegen häufig
Probleme damit (hatten), sich konkret vorzustellen, wie das Bloggen so abläuft
Ich glaube, dass das ein sehr wichtiger Punkt ist. Bei mir selbst musste ich beobachten, dass ich selbst erst etwas experimentieren musste (und immer noch dabei bin zu experimentieren), wie ich das Medium für mich nutzen kann und will. Wie Stefanowitsch auch schreibt unterscheidet sich das “Publizieren” in Blogs doch sehr von den “gewohnten” Publikationsmedien. Ich glaube, dass sich viele Kollegen die notwendige Zeit zum Experimentieren (und Reflektieren) nicht nehmen. Hier hilft vielleicht die von Robert Basic angestossene Sammlung von “Best Practices”. Das hat man ja auch schon bei der Einführung von “internen Blogs” in Unternehmen beobachtet – man muss erst mal eine Idee und dann ein Gefühl dafür bekommen, was man damit anfangen kann.
WordPress Multi-User und Alternativen
Verfasst von kochm unter Social Software, Universität am 4.10.2007
Für eine interne Multi-Blog-Plattform (an der Universität) suche ich momentan die “richtige” Open-Source Lösung – Als erstes bin ich dabei auf WordPress mu gestossen und habe es ausprobiert – Grund dafür waren guten Erfahrungen mit WordPress (einfache Installierbarkeit, gute Unterstützung, viele Plugins/Themes, Pages, …). Die Plattform war auch sehr schnell oben und funktionierte bestens.
Auf meiner Liste “unbedingt notwendiger Features” für eine Multi-Blog-Plattform stehen aber einige, die mit WordPress mu scheinbar nicht so leicht umzusetzen sind: vor allem das Tagging der Posts und die Blog-übergreifende Tag-Suche sowie eine Blog-übergreifende TagCloud.
Kennt irgendwer solche Lösungen für WordPress mu? Und wenn nicht, welche Alternativen zu WordPress mu sollte ich mir anschauen? Meine erste Recherche stiess auf die Perl-Lösung Movable Type und einige Java-Lösungen … Aber so richtig überschwenglich hat sich keiner dazu geäussert …
Update: Simple Tagging mit einem zusätzlichen WordPress-mu Plugin scheint zu funktionieren – hier ein Kommentar dazu
Update: Simplet Tagging ab V1.7 unterstützt WordPress-mu direkt … siehe hier … aber ich bekomm es noch nicht so ganz zum Laufen …
Vorlesung zu Web 2.0 und Social Software, Blogs
Verfasst von kochm unter Social Software, Universität am 27.6.2007
Ich war heute an der Universität in Erlangen-Nürnberg und habe den dortigen BWL-Bachelor-Studierenden über “Web 2.0 und Social Software” berichtet (die Präsentation findet sich hier). Der Jahrgang hat etwa 600 Studierende – es waren aber nur 200-300 da … hoffentlich nicht wegen meiner Anwesenheit, sondern eher weil den Verantwortlichen vorher rausgerutscht ist, dass mein Gastvortrag nicht prüfungsrelevant ist :-)
Der Gastvortrag fand im Rahmen des “Internet-Praktikums” für die Bachelor-Studierenden statt, in dem sie die “Handhabung und Anwendung von Softwarewerkzeugen zur Erstellung von Internet-Anwendungen” mitbekommen sollten. Ich habe mich also neben einer allegemeinen Einführung hauptsächlich darauf konzentriert, was man aus dem Social Software Bereich wie nutzen kann – und dabei speziell auf Blogs und RSS.
Meiner Meinung nach ist das nämlich eine Kombination, die in der Team- und Projektkommunikation noch viel zu wenig genutzt wird. Mit Hilfe von Blog-Plattformen wie wordpress.com oder blogger.de kann man sehr leicht dynamische persönliche Web-Seiten aufziehen, über die man persönliches Microcontent-Management betreiben kann und sich anderen – u.a. den Mitgliedern von Teams, in denen man mitarbeitet – mitteilen kann, also Awareness schaffen kann.
Damit das klappt, muss man aber von dem Gedanken weg, dauernd zu entscheiden zu können/müssen, was wer sehen will / kann / soll … das ist zumindest meine Erfahrung. Am besten einfach alles bloggen – die Selektion findet dann auf der Seite der Empfänger statt. Aber geht das wirklich? So könnte es für die Kommunikation mit meinen Mitarbeitern am Lehrstuhl sinnvoll sein über neue Ideen für Klausuraufgaben zu bloggen – diese Einträge sollten aber vielleicht nicht für die Studierenden sichtbar sein, welche die Klausur dann irgendwann mal schreiben sollen ;-). Ist das eine “natürliche Grenze” für Blogging? Oder ein Grund verschiedene Blogs zu pflegen oder doch über Zugriffsrechte nachzudenken? Offen gesagt, ich weiss noch nicht. Aber ich werde weiter experimentieren.