Beiträge getagged mit socialnetwork

ACM DL Author Profile Pages

Die Association for Computing Machinery (ACM) ist u.a. bekannt für ihre vielen Tagungen und Zeitschriften zu allen Aspekten der (auch angewandten) Informatik und für die Digitale Bibliothek (DL) mit allen Veröffentlichungen aus diesen Tagungen und Zeitschriften. Interessant ist, dass es eine (nicht begrüßenswerte) Entwicklung in der amerikanischen Informatik gibt, dass Veröffentlichungen, die nicht in der ACM-DL zu finden sind, nicht existieren/nicht wahrgenommen werden.

Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben – sondern darüber, dass die ACM eine neue Funktionalität in ihre DL eingebaut hat: Author Profile Pages. Das sind Seiten, auf denen Informationen zu den Autoren und deren komplette Veröffentlichungsliste aufgeführt werden. Natürlich nur die bei der ACM erfassten Veröffentlichungen. Das sind natürlich die Veröffentlichungen auf ACM Tagungen und in ACM Zeitschriften – aber auch alle Veröffentlichungen, die in ersteren zitiert werden.

Hier die URL zu einer meiner Author Profile Pages – “einer meiner” bedeutet, dass das System noch nicht perfekt ist – so wurden meine Veröffentlichungen gleich auf mehrere Identitäten (alle mit dem Namen Michael Koch) aufgeteilt. Aber das wird sicher noch – ist ja nur ein erster Prototyp.

Noch interessanter als die Liste der Veröffentlichungen sind die “Bibliometrics” zu den ACM-Veröffentlichungen. Da heisst es dann z.B.

Bibliometrics: Downloads (6 Weeks): 5, Downloads (12 Months): 37, Citation Count: 3

Das Papier ist also in den letzten sechs Wochen fünf mal runtergeladen worden (nicht schlecht für ein Papier von 1999) und wird von drei anderen Papieren in der Datenbank zitiert.

Ich bin gespannt wie ACM das ganze weiterentwickelt. Mit dieser Basis hätten sie auf jeden Fall eine gute Möglichkeit ein Forschungs-Social-Network aufzubauen. Hoffentlich verstärkt sich dadurch aber nicht der am Anfang des Beitrags erwähnte Druck nur noch auf/in ACM-Publikationen zu veröffentlichen – weil man sonst nicht sichtbar ist.

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Six Degrees …

Six Degrees of Separation oder Kleine-Welt-Phänomen – hinter diesem Begriff steckt die von Stanley Milgram in den 1960er Jahren aufgestellte These, dass jeder Mensch mit jedem anderen Menschen über maximal sechs Ecken (oder durchschnittlich?) miteinander in Beziehung steht.

Grundlage der Orginalveröffentlichung war ein sehr kleines Experiment mit “sozialer Briefzustellung” in Amerika.

In den letzten Tagen sind mir gleich zwei interessante neue Ergebnisse/Kommentare dazu in die Hände gefallen. So berichtet Robert Basic über eine Studie, die Daten des Microsoft Messenger auswertet (Juni 2006, 30 Milliarden Konversationen zwischen 240 Millionen Personen) – Hier kam raus, dass die durchschnittliche Entfernung 6,6 beträgt … Finde ich eher eine Bestätigung als eine Widerlegung der Ursprungsthese. Ich muss mir unbedingt die Orginalveröffentlichung dazu anschauen.

Eine ausführlicher neuerer Kommentar zum Thema des Kleine-Welt-Phänomens findet sich in “Die ganze Wahrheit über Social Networks” bei macophilia. Unter anderem wird hier auch betont, dass die Six-Degrees nur auf der Eigenschaft sozialer Netzwerke beruhen skalenfrei zu sein (d.h. es gibt Hubs). Dazu wird auch das Buch “Tipping Point” von Malcom Gladwell zitiert.

Gladwell geht in seinem Buch u.a. auf die Informationsübermittlung und Zusammenarbeit in Communities und Netzwerken ein und nennt drei wichtige Typen von Rollen für Mitglieder: Mavens, Salesmen und Connectors. Die Rollen sind sehr hilfreich, wenn es darum geht zu reflektieren, wie der Wissensaustausch in und zwischen Communities funktioniert und welche Unterstützungsmöglichkeiten dafür angeboten werden könnten und sollten.

  • Mavens: Mit „maven“ (engl. für „Kenner“) sind die Mitglieder einer Community gemeint, die in einem bestimmten Bereich Expertenwissen besitzen. Das sind z.B. die Personen, die man fragt, wenn man eine Kaufentscheidung treffen will.
  • Salesmen: Diese Rolle sorgt dafür, dass die Tipps von Mavens zur Meinung einer größeren Masse von Menschen werden. Salesmen (engl. für „Verkäufer“) besitzen vielleicht kein Expertenwissen, können aber Empfehlungen so begeistert weitergeben, dass sie von den Empfängern gerne aufgenommen werden.
    Im Gegensatz zum Maven weiß der Salesman nicht, welche Produkte wirklich unter bestimmten Kriterien die Besten sind. Wenn er aber von einem Produkt begeistert ist (und dazu muss er es noch nicht einmal gekauft haben), dann wird er dies weiter erzählen und seine Begeisterung weitertragen.

  • Connectoren: Zu guter letzt braucht man noch Personen, die Trends aus einer Community heraus in eine andere tragen. Connectoren sind dazu in verschiedenen Gruppen und wandeln Information aus einer Gruppe in Informationen um, die für die andere Gruppe relevant ist. Das sind also die “Hubs”.
    Den Connector macht nicht nur aus, dass er Mitglied in den verschiedenen Gruppen ist, sondern
    er muss auch die Fähigkeit haben, Leute und Ideen aus den verschiedenen Bereichen zusammen zu bringen.

Gruban (2001) beschreibt in diesem Zusammenhang folgendes Beispiel: Hat sich durch Mavens und Salesmen in einer Gruppe von Technikbegeisterten herumgesprochen, dass ein bestimmtes Mobiltelefon besonders interessante Funktionen hat, so bleibt diese Information zunächst in dieser Gruppe. Bekommt aber der Connector mit, dass sich in der Theatergruppe jemand ein Mobiltelefon kaufen will, so besinnt er sich auf die Gespräche in der Technikgruppe und empfiehlt demjenigen ein Gerät, das auf seine Anforderungen – im Gegensatz zu den Spielereien, die einem Techniker wichtig sind –passt.

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Buchkommentar – The Hidden Power of Social Networks

Das Buch “The Hidden Power of Social Networks – Understanding How Work Really Gets Done in Organizations” von Rob Cross und Andrew Parker ist 2004 in der Harvard Business School Press erschienen. Die beiden Autoren gehen darin auf verschiedene Aspekte aus ihrer Arbeit mit der Analyse Sozialer Netzwerke in Organisationen ein.

In Kapitel 1 wird das bekannte Beispiel präsentiert, das ein Organigramm dem sozialen Netzwerk derselben Organisation gegenüberstellt (siehe Abbildung) – An dieser Gegenüberstellung sieht man, dass

  • Cole zwar in der Hierarchie nicht besondern hoch steht, dass es die Organisation aber sehr im Informationsfluss stören würde wenn er ginge
  • Dagegen würde ein Weggehen einiger der höheren Manager gar nicht so sehr stören – keine große Lücke hinterlassen :-)

Cross und Parker betonen aber schon in Kapitel 1 den Umstand, dass in vielen Netzwerken die Existenz von zentralen Personen (“Hubs”) nicht nur positiv gesehen werden kann. Diese stellen nämlich immer auch einen Flaschenhals für die Arbeit in der Organisation dar. Es wird später im Buch auch ein Beispiel präsentiert, wo der “Hub” seine zentrale Position im Netzwerk bewusst gepflegt hat – und damit dem Unternehmen mehr geschadet als genutzt hat. Eine sinnvolle Reaktion auf die Identifikation von Hubs in der Netzwerkanalyse ist also statt dem Umgarnen der zentralen Positionen eher das bewusste Herstellen weiterer Links um diesen Flaschenhals zu beseitigen.

Die Gliederung des Buches in den Worten der Autoren: Part One of this book (Chapters 1-4) describes how work really gets done in organizations through these informal networks (…). Part Two of this book sets forth practical ways for managers to promote healthy networks after they have identified opportunities for improvement (Chapter 5-8). (S. 12)

Ein kurzer Kommentar dazu: Das Buch liefert im Hauptteil keine direkte Anleitung für die Analyse von sozialen Netzwerken und die Reaktion darauf, sondern schafft mit vielen Beispielen und dem Ansprechen vieler wichtiger Aspekte aus diesem Bereich eher ein Bewusstsein für die Notwendigkeit und die Möglichkeiten. Erst im Anhang werden konkrete Anleitungen zur Durchführung einer Netzwerkanalyse und zur Reaktion darauf gegeben.

In Kapitel 3 sprechen die Autoren den interessanten Aspekt an, dass es nicht nur um de Optimierung des Informationsflusses (Push) in Netzwerken geht, sondern vielfach besonders wichtig ist, dass man dann wenn man sie braucht per Pull an die benötigte Information kommt:

“We definitely need to home in on some of the disconnects you found in the informtion network. At the same time, I think we need to create a broader ability for employees to get information from others when they need it. This is not so much about pushing more information through a group but about developing relationships that can be rapidly sought out when needed. I can get information from others when I want it because I’m the boss. But we need this kind of responsiveness built deeply into networks (…) because the cost of them not getting timely information can be catastrophic. (Senior hospital administrator)” (S. 31)

In diesem Zusammenhang stellen die Autoren verschiedene Arten von Sozialen Netzwerken vor – je nachdem, was genau untersucht werden soll:

  • access networks – who has access to whom (gemeinsamer Kontext, Vertrauen schon aufgebaut)
  • awareness networks (Awareness der Information/Expertise, die bei anderen Vorhanden ist)
  • communication networks (Wer kommuniziert mit wem)
  • information flow networks (Zwischen wem fliesst Information – das kann auch mit speziellem Fokus auf Information, die zu Problemlösungen genutzt wird erhoben werden)

Einen weiteren Aspekt, den man untersuchen kann stellen die Autoren in Kapitel 4 mit “energy networks” vor. Dabei schauen sie sich an, wer wen “energizes” bzw. “de-energizes”. Damit ist gemeint, wer wen inspiriert / motiviert (oder auch anders rum).

Auf Seite 58ff werden fünf Dimensionen von “energizing environments” genannt und diskutiert:

  • A Compelling Vision
  • A Meaningful Contribution
  • Full Engagement
  • A Sense of Progress
  • Belief in the Goal

Im Anhang des Buches (Anleitung zur Durchführung einer SNA) werden die verschiedenen Typen von untersuchbaren Beziehungen nochmal aufgegriffen und dargestellt (S. 147ff):

  • Collaboration in a Network
    • Communication
    • Information
    • Problem solving
    • Innovation
  • Information-Sharing Potential of a Network
    • Knowledge awareness
    • Access
    • Engagement
    • Safety
  • Rigidity in a Network
    • Decision making
    • Communicate more
    • Task flow
    • Power or influence
  • Well-Being and Supportiveness in a Network
    • Liking
    • Friendship
    • Career support
    • Personal support
    • Energy
    • Trust

Im Zusammenhang mit dem Finden von Reaktionsmöglichkeiten auf den in der Analyse gefundenen Zustand gehen die Autoren in Kapitel 5 auf die verschiedenen Typen von Personen im Netzwerk ein:

  • Central Connectors (the unsung hero, the bottleneck)
  • Boundary Spanners
  • Information Brokers
  • Peripheral People (stuck on the periphery, intentionally peripheral)

Das ganze erinnert mit an die etwas übersichtlichere Aufstellung in “The Tipping Point” von Malcolm Gladwell: Meavens, Salesmen, Connectors.

Kapitel 6 geht auf die Entwicklung von Beziehungen ein. Eine interessante Erkenntnis dazu ist, dass die wichtigsten Informationsaustauschbeziehungen immer auch einen privaten Hintergrund haben:

“If anything surprised us from our interviews, it was the importance of relationships developing on a personal front to become effective professionally (in terms of information sharing and collaboration). Almost universally, people reported that their most valued information relationships had connected on issues outside work, and this process was often identified as a major milestone in the development of the relationship.” (S. 95)

Auch bei der Vorstellung von Personen im Intranet (in Social-Networking-Anwendungen) ist deshalb die Erwähnung von persönlichen Interessen wichtig.

In Kapitel 7 gehen die Autoren schließlich auch auf Gestaltungsmöglichkeiten (zur Verbesserung der Vernetzung) ein. Wie zu erwarten finden dabei technische Werkzeuge (IM, Skill-Profiling-Systems, Group-Support-Systems, E-Mail Applications) zwar Erwähnung, werden aber nicht als besonders wichtig eingestuft.

Hierzu noch ein nettes Zitate aus dem Buch:

  • “However, some portion of the millions of dollars most organizations are investing in underutilized technologies can be effectively reallocated to initiatives that promote vibrant employee networks.” (S. 12)

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Context and Social Networks

In einem wissenschaftlichen Seminar an der Technischen Universität München habe ich heute unter anderem einen Bericht von Georg Groh (TUM, Informatik XI) gehört. Er beschäftigt sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit “Context and Social Networks”. Seine Grundmotivation ist, dass noch recht wenig Information und Dienste über die Kanten in sozialen Netzwerken fließt, was sich in Zukunft ändern wird/soll. Seine Vision ist, dass soziale Netzwerke zu einem “zentralen Organisationsprimitiv” werden. Dabei muss unter anderem die Tatsache angegangen werden, dass jeder Benutzer ein eigenes subjektives soziales Netzwerk hat – hier also per se eine Dezentralität vorhanden ist.

Ein sehr interessantes Ergebnis, von dem er im Kontext der Relevanz von sozialen Netzwerken (gegnüber anderen Verfahren) berichtet hat stammt aus einer aktuellen Diplomarbeit von C. Ehmig. Hier ging es darum Social Filtering (d.h. Generierung von Vorschlägen aufgrund von Bewertungen aus dem eigenen Freundeskreis) mit Collaborative Filtering (d.h. Generierung von Vorschlägen aufgrund von Bewertungen von Personen, die eine ähnliche Bewertungshistorie haben) zu vergleichen. Ergebnis war, dass das aufwändigere Collaborative Filtern gegenüber dem Social Filtern keinen Mehrwert hatte. Hier ein Link auf eine Veröffentlichung zu der Arbeit.

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Soziale Belohnung in Wiki Systemen

An der TU Wien ist am Institut für Softwaretechnik und Interaktive System eine sehr interessante Magisterarbeit entstanden: Bernhard Hoisl schreibt über “Motivate Online Community Contributions Using Social Rewarding Techniques – A Focus on Wiki Systems”.

Neben einer guten Abhandlung zu sozialen Netzwerken und Methoden der sozialen Belohnung (zur Erreichung intrinsischer Motivation) bei Community-Systemen entwirft und implementiert Bernhard Hoisl in seiner Arbeit auch eine Extension für das Wiki-System MediaWiki, die folgende neuen Sichten/Funktionalitäten erlaubt:

  • “Amount of References”
  • “Rating of Articles”
  • “Most Viewed Articles”
  • “Recommender System”

Die Orginal-Magisterarbeit ist als PDF in Englisch unter folgender URL zu finden: http://ieg.ifs.tuwien.ac.at/projects/SocialRewarding/MasterThesisSocialRewarding.pdf

Ausserdem gibt es zwei kürzere Veröffentlichungen dazu:

  • Bernhard Hoisl, Wolfgang Aigner, Silvia Miksch: Social Rewarding in Wiki Systems – Motivating the Community. In: Online Communities and Social Computing, pp. 362–371. Springer, Berlin Heidelberg New York, 2007. PDF

  • Bernhard Hoisl, Wolfgang Aigner, Silvia Miksch: Soziale Belohnung in Wiki Systemen. In: Wikis im Social Web – Wikiposium 2005/06, pp. 60–72. OCG – Austrian Computer Society, Vienna, 2007. PDF

Genauere Information zu dem Projekt auch auf der Projektseite.

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ECSCW 2007 – Demos – SONAR

One of the demos here at ECSCW 2007 is “SONAR: Social Networks Architecture” by IBM Haifa Research Lab – Given by Ido Guy:

The application gathers social network information from several providers: email (Lotus Notes), social tagging (Dogear), blogs (comments), social networking services (Fringe), …, allows to weight the links according to source (a nice user interface with sliders for this) and display the result – firstly as a list of your contacts ordered by the aggregated contact strength and secondly as a per-person-view showing how the contact with this person is distributed over all the sources and how this develops in time (per-month bar chart with color coding of sources in the bars). Additionally there are some network visualizations and a list view of the data that went into the calculation of a connection.

The whole application is implemented in Lotus Sametime – just for reference implementation issues.

As you might have guessed from the sources listed above, the application is implemented for the IBM intranet (only). This makes matching identities easy since all the systems are using the same employee email identifier.

Nevertheless, it should be possible to migrate this to the Internet – perhaps using OpenId? However, there are no such plans from IBM Research (yet) – what a pitty …

More information:

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Buchkommentar – Blink

Letzte Woche im Zug bin ich mal wieder zum Lesen gekommen – und ganz oben auf meinem Still-To-Read-Stapel lag “Blink – The Power of Thinking Without Thinking” von Malcolm Gladwell.

Auf das Buch gestossen bin ich durch den Autor. Malcolm Gladwell, ein Columnist beim NewYorker, hat ja vor einigen Jahren das in meinen Augen geniale Buch “The Tipping Point” veröffentlicht. In “The Tipping Point” geht er auf die Bedeutung von sozialen Systemen und Netzwerken ein – und präsentiert sowohl für Spezialisten als auch für Laien lesenswert einen Rundumschlag mit vielen kleinen und großen Geschichten. Das Buch sollte eigentlich jeder, der sich mit Sozialen Netzwerken beschäftigt, gelesen haben.

Aber zurück zu “Blink”. In dem Buch wendet sich Gladwell einem anderen Thema zu: der Fähigkeit des Menschen, unterbewusst, in Sekundenbruchteilen, richtige entscheidungen treffen zu können. Wieder präsentiert er einen mit vielen Geschichten gespickten Rundumschlag mit einigen faszinierenden Aussagen. So haben mich insbesondere die Ausführungen darüber fasziniert, wie man die Fähigkeit, unterbewusst zu entscheiden, durch Platzierung von Eindrücken (Schaffung eines unterbewussten Bias) in bestimmte Richtungen beeinflussen kann.

Insgesamt also mal wieder ein sehr lesbares Buch – wenn auch nicht so nah an meinem Hauptarbeitsgebiet dran – in meiner subjektiven Wertung also eindeutig hinter “The Tipping Point” :-)

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Portable Identity

Heute war ich auf der 1st European Identity Conference 2007 in München – Nicht so sehr wegen meiner eigentlichen Arbeitsgebiete CSCW und Enterprise 2.0 / Social Software, sondern eher weil ich vor einiger Zeit auch im Bereich Identity Management gearbeitet habe.

Und wie erwartet war der Hauptfokus der Konferenz auch auf dem unternehmenszentrierten Identitätsmanagement, d.h. der (zentralen) Zugangsverwaltung in Unternehmen. Dick Hardt bezeichnete das in seiner Keynote als “Identity 1.0″. Dem gegenüber steht seiner Meinung nach mit “Identity 2.0″ die benutzerzentrierte Verwaltung von Identitätsinformation – föderiert und dezentral. Da stimme ich ja zu – nur neu ist das nicht. Das benutzerzentrierte Identitätsmanagement gab es schon immer parallel zum unternehmenszentrierten – wichtig für E-Commerce und Web 2.0 / Social Software. Nur richtig abgehoben hat das ganze noch nicht. Vielleicht klappt es ja jetzt mit dem neuen Schub bei OpenId?

Und bei Enterprise 2.0 Anwendungen kann man sich wie die Vergangenheit gezeigt hat ja auf das unternehmenszentrierte Identitätsmanagement abstützen!

Ein Panel ist noch besonders herauszuheben. Unter dem Titel “Portable Identity” diskutierten Peter Helfenstein (Collanos Software), Paolo Dimas (TimeBI), Dietmar Büto (Viadeo) und Rainer Stecken (Globolog) über “You can’t take it with you: Portable Identity and Social Networks”. Der Moderator Tim Cole motivierte das Thema auch sehr schön mit einer Erkenntnis aus dem letzten DLD-Event in München: Wenn man mit dem Studium fertig ist, dann will man eigentlich von StudiVz zu Xing umziehen – nur das geht heute noch nicht. Eigentlich ein sehr spannendes Thema – Allerdings trugen die Teilnehmer im Panel nicht sehr viel dazu bei – Es dominierte die Ansicht, dass die Daten auf der Plattform nicht unbedingt dem Benutzer frei verfügbar gemacht werden müssen/sollten – Es war keine Problemeinsicht vorhanden. Das Publikum war da um einiges kritischer und fordernder in seinen Fragen und Kommentaren. Tim Cole schloss deshalb auch mit der Erkenntnis, dass es vielleicht noch zu früh für so ein Panel gewesen sein – und dass man sich in einem Jahr wieder treffen sollte.

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