Beiträge getagged mit research

Universitäten

In der neuesten Ausgabe von “Forschung und Lehre” (11/2007, S.651) ist in der Kategorie “Fundsachen” ein Zitat abgedruckt, das ich hier wiedergeben will – weil es mir zu denken gegeben hat:

“In den USA diskutieren Kollegen beim Mittagessen über ihre Forschung, in Deutschland über das Programm der nächsten Senatssitzung.” (Der Amerikaner Dennis Snower; zitiert nach Handelblatt.com vom 15. Oktober 2007)

Hmmm. Ganz so extrem ist es natürlich nicht – ich habe tatsächlich schon mal beim Mittagessen mit Kollegen über Forschung und Projekte (inhaltlich) diskutiert ;-) – aber ein bisschen Wahrheit ist schon dran – ein immer wieder kehrendes Thema bei den “freien Gesprächen” sind Hochschulentwicklung, Hochschulpolitik, Wissenschaftspolitik und Forschungspolitik. Eigentlich schade, dass diese Dinge so wichtig geworden sind und inzwischen so viel Platz einnehmen. Ich hoffe nur darauf, dass das nur eine Erscheinung der Übergangsphase ist – des Übergangs von Diplom zu BA/MA, von nachgeordneten Universitäten zu eigenständig handelnden Universitäten, von Zeitbezug zu Leistungsbezug, von passiven Studierenden zu zielgerichteten Studierenden (der Begriffe “Kunde” gefällt mir in Bezug auf Studierende nicht so ganz – irgendwie ist die Beziehung Dozent-Studierender doch noch etwas anderes als eine Kundenbezehung und sollte es auch bleiben), … Ja, es passiert momentan einiges an deutschen Universitäten.

In diesem Kontext ein weiteres Zitat aus der neuesten Forschung und Lehre (11/2007, S.645):

“(…) Als heute nur noch externer Beobachter der deutschen Universitätsszene nehme ich einen sich beschleunigenden Transformationsprozess wahr. Einige Hochschulen verändern sich unterwartet schnell und massiv, das hätte ich noch vor kurzem für unmöglich gehalten. Ich bin sicher, dass diese Universitäten in wenigen Jahren zur Weltspitze aufschließen. Unsere Menschen haben die Potentiale, lediglich die Organisation war ineffizient. (…) Für mich gibt es keinen Zweifel, dass die früheren Strukturen und Entscheidungsprozesse sich radikal verändern werden. Ich würde diese Transformation mit ‘weg von der Mentalität des öffentlichen Dienstes’ hin ‘zur Kultur privater Dienstleistung’ beschreiben. (…)” (Hermann Simon)

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Rigor vs Relevance at ECIS2007

Die Internationale Tagung ECIS (European Conference on Information Systems) stand unter dem Motto “Relevant Rigor – Rigorous Relevance”. In diesem Kontext wurde die schon lang andauernde Diskussion der Wirtschaftsinformatik “rigor vs. relevance” fortgeführt. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Wirtschaftsinformatik (5/2007) veröffentlicht Robert Winter, einer der Ausrichter der ECIS 2007, sehr lesenswerte Statements verschiedener Aktivisten zu dem Thema. Hier ein paar Gedanken aus diesem Beitrag, die mir aufschreibenswert erschienen.

Ulrich Frank argumentiert, dass Relevanz weniger an den Anwendern in der Praxis gemessen werden sollte, sondern mehr an den Anwendern in der Wissenschaft: “In order to be relevant, research needs to be relevant to researchers”. In diesem Zusammenhang führt er aus, was gute Forschung bzw. wissenschaftliches Wissen auszeichnet: “abstraction, originality and justification” – und daran sollte gemessen werden, ob Forschung “rigorous” ist.

Alan Hevner aus den USA schlägt vor die eindimensionale Unterscheidung zwischen “rigor” und “relevance” auf zwei Dimensionen zu bringen: “2×2 matrix with ‘considerations of use?’ (roughly, relevance) on the x-axis and ‘quest for fundamental understanding?’ (roughly, rigor) on the y-axis”. In dieser Matrix würde der Quadrant oben rechts (hohe Relevanz und hoher “Rigor”) als “Pasteur’s Quadrant” bezeichnet – in Anlehnung an Pasteurs hoch praktisch relevante und allgemein weiterbringende Forschungen -, der Quadrant oben links (high rigor, low relevance) als “Bohr’s Quadrant” und der Quadrant unten rechts (high relevance, low rigor) als “Edison’s Quadrant”. Nur der “low-low”-Quadrant wäre zu vermeiden …

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Context and Social Networks

In einem wissenschaftlichen Seminar an der Technischen Universität München habe ich heute unter anderem einen Bericht von Georg Groh (TUM, Informatik XI) gehört. Er beschäftigt sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit “Context and Social Networks”. Seine Grundmotivation ist, dass noch recht wenig Information und Dienste über die Kanten in sozialen Netzwerken fließt, was sich in Zukunft ändern wird/soll. Seine Vision ist, dass soziale Netzwerke zu einem “zentralen Organisationsprimitiv” werden. Dabei muss unter anderem die Tatsache angegangen werden, dass jeder Benutzer ein eigenes subjektives soziales Netzwerk hat – hier also per se eine Dezentralität vorhanden ist.

Ein sehr interessantes Ergebnis, von dem er im Kontext der Relevanz von sozialen Netzwerken (gegnüber anderen Verfahren) berichtet hat stammt aus einer aktuellen Diplomarbeit von C. Ehmig. Hier ging es darum Social Filtering (d.h. Generierung von Vorschlägen aufgrund von Bewertungen aus dem eigenen Freundeskreis) mit Collaborative Filtering (d.h. Generierung von Vorschlägen aufgrund von Bewertungen von Personen, die eine ähnliche Bewertungshistorie haben) zu vergleichen. Ergebnis war, dass das aufwändigere Collaborative Filtern gegenüber dem Social Filtern keinen Mehrwert hatte. Hier ein Link auf eine Veröffentlichung zu der Arbeit.

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Mensch und Computer 2007

Ich sitze hier gerade auf der Sitzung des Programmkomitees zur Tagung Mensch und Computer 2007, die im September 2007 in Weimar stattfinden wird. Wer die wissenschaftliche Tagung noch nicht kennt: Die Mensch und Computer Tagung ist die Haupttagung des Fachbereichs Mensch Computer Interaktion der Gesellschaft für Informatik und ist 2001 als Verschmelzung der ehemaligen Tagungen Softwareergonomie und Computer-Supported Cooperative Work (Fachgruppe CSCW) entstanden. Hier treffen Designer, Ergonomen, Psychologen und (Angewandte) Informatiker rund um das Thema Mensch und Computer zusammen (Interaktion mit dem Computer, Interaktion zwischen Menschen über Computer). Meiner Meinung nach (und auch von meiner bisherigen Erfahrung auf den Tagungen der Tagungsreihe) eine sehr interessante Mischung. Dazu kommt, dass Weimar und die Bauhausuniversität ein sehr netter Ort für eine Tagung ist :-)

Wir haben heute ein sehr interessantes (breites) Programm guter Beiträge, Systemdemonstrationen, Workshops und Tutorien zusammengestellt – von reinen Ergonomie-Themen über verschiedene Anwendungsbereiche bis hin zu CSCW-Themen wie Awareness in ubiquitären Umgebungen. Unter anderem wird es ein Tutorium und einen Workshop zum Thema Social Software in Unternehmen (Social Software, Enterprise 2.0, Web 2.0, CSCW) geben. Auch ein Doktorandenseminar wird organisiert (mehr dazu sobald es feststeht).

Wer also Anfang September (2.9.-5.9.2007) noch nichts besseres vor hat, der sollte überlegen zu kommen. September wird sowieso ein interessanter Tagungsmonat. Vom 24.9.-28.9.2007 findet nämlich die Europäische CSCW-Konferenz 2007 in Limerick (Irland) statt – eigentlich auch ein Muss – aber dazu später noch mehr.

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