Beiträge getagged mit research
“Biergartenmethode” als effektive Kreativitätstechnik
Verfasst von kochm unter Fundgrube, Universität am 2.10.2008
Im Academics-Blog (übrigens eine sehr empfehlenswerte Quelle für lustige und ernste Themen rund um Universitäten und die “akademische Laufbahn” – kommt zwar nicht an die PhD Comics ran – aber das ist auch schwierig …) war Anfang der Woche ein interessanter Beitrag zu Kreativitätstechniken zu finden – und zwar zur Biergartenmethode.
Allein der Namen liess mich aufhorchen (insbesondere im Kontext des gerade laufenden Oktoberfestes) ;-)
Und nach der Lektüre muss ich sagen: Hier wird lustig verpackt wieder viel Wahrheit kund getan. Auch ich habe es schon mehrfach erlebt, dass das letzte Stück auf dem Weg zu einer guten Idee erst in angenehmer und entspannter Umgebung mit einigen Freunden geschafft werden konnte – das muss kein Biergarten sein, sondern kann auch (und war es tatsächlich schon) ein Strand in Griechenland sein – wobei hier in München die Biergärten sicher leichter zu erreichen sind.
Jetzt müssen wir nur noch untersuchen, ob man nach den zwei Beckstein-Maß neben Autofahren auch noch kreativ sein kann … ich habe da meine Bedenken.
E-Mail-Nutzung und Enterprise 2.0
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Fundgrube, Groupware am 18.9.2008
Im Zusammenhang mit Enterprise 2.0 wird häufig und gerne argumentiert, dass ein wichtiges Potential von Wikis und Blogs darin liegt die Zahl der E-Mails zu reduzieren.
Suw Charman-Anderson hat im Guardian einen sehr interessanten Übersichtsbeitrag zur E-Mail-Nutzung veröffentlicht.
Interessant ist zum Beispiel:
(…) It had been assumed that email doesn’t cause interruptions because the recipient chooses when to check for and respond to email. But Jackson found that people tend to respond to email as it arrives, taking an average of only one minute and 44 seconds to act upon a new email notification; 70% of alerts got a reaction within six seconds. That’s faster than letting the phone ring three times. (…)
Nur gut, dass mein Mail-Client nur alle viertel Stunde beim Server nachfragt ob was Neues da ist ;-)
Bezüglich einer Verbesserung der Situation durch Blogs/Wikis/RSS frage ich mich allerdings ob wir hier nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben – So bieten beispielsweise einige in E-Mail-Clients integrierte RSS-Reader an, neue Einträge in RSS-Feeds in der Inbox darzustellen … Genauso wie bei E-Mail ist also bei der Nutzung anderer Notifikationsmechanismen eine gewisse Selbstdisziplin gefragt.
GI Jahrestagung 2008 – eScience
Verfasst von kochm unter Science 2.0, Universität am 10.9.2008
Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik 2008 fand heute der “Tag der Informatik” statt. Der Tag war angefüllt von vielen hochkarätigen Vorträgen zu verschiedenen Bereichen der Informatik – sehr interessant und inspirieren – und eine eigene Folge von Blog-Beiträgen wert. In diesem Beitrag will ich nur auf den letzten Beitrag eingehen – vor allem weil er mit enger mit meinen aktuellen Forschungsthemen zusammenhängt.
Der letzte Vortrag des Tages war betitelt mit “eScience, Semantic Computing and the Cloud: Towards a Smart Cyberinfrastructure for eScience” und wurde gehalten von Tony Hey, Corporate Vice President for Technical Computing, Microsoft. Tony Hey ist aus England – und vieles in seinen Ausführungen erinnerte mich stark an die Präsentation von Rob Procter auf der COOP 2008.
Was hat Tony Hey nun berichtet …
Hauptaussage war, dass die Wissenschaft heute immer mehr Daten hat – er sprach in diesem Zusammenhang auch von e-Science als “data-centric science”. Die WIssenschaftler sind überlastet und die Technologie soll in Zukunft hauptsächlich dabei helfen mit den vielen Daten umzugehen.
- data today can be easily produced
- data and serices can be easily composed
- data is easily accessible
- data is easily shareable
in the future more help with (automatic) aggregation, analysis, correlation, interpretation, inference is needed
Zur dafür notwendigen Automatisierung ist vor allem “semantic computing” gefragt. An dieser Stelle ging Hey auch darauf ein, wie Communities helfen können die Daten zu erschließen – also Crowdsourcing (Beispiel Galaxy Zoo). Interessant hierbei, dass das Konzept nicht als “Crowdsourcing” bezeichnet wurde, sondern als “Cloud Service”.
Kurz ist der Vortragende dann auch noch darauf eingegangen, dass das nun auch die Art und Weise ändern wird, wie Wissenschaft betrieben wird (“publish data first, then do research on it – distributed”).
Ganz kurz angesprochen hat Hey schließlich noch die “research pipeline” präsentiert um mögliche Einsatzmöglichkeiten von Technologie einzuordnen:
- data acqisition and modeling
- collaboration
- analysis
- disseminate and search
- archiving
Interessant war dabei, dass zum letzten Punkt (archiving) natürlich auch die Langzeitarchivierung gehört.
scholarz.net-Präsentation@UniBwM
Verfasst von kochm unter Science 2.0, Social Software am 9.7.2008
Wie angekündigt war heute Daniel Koch, der Projektleiter von scholarz.net an der UniBwM um die Plattform und die Aktivitäten zu präsentieren.
Ich fand die Präsentation sehr interessant. Vor allem kam für mich dabei heraus, dass der Fokus (und die Herkunft) von scholarz.net eindeutig bei der Unterstützung des Wissensmanagements beim wissenschaftlichen Arbeiten liegt. Deshalb ist der Hauptteil der Plattform auch eine Verwaltung von Notizen zu Projekten, Quellen (sources) und Keywords. Und hier bietet die Plattform einige sehr innovative und nützliche Funktionen.
Der Social-Networking-Service-Aspekt steht eher im Hintergrund. Daniel Koch führte zwar aus, dass ein wichtiger Motivator ihrer Plattform war, dass es keine (zentrale) Stelle gibt, an/auf der man sich als Wissenschaftler präsentieren kann (mit Veröffentlichungen etc) – und dass scholarz.net das leisten will (mit einem auf Wissenschaftler abgestimmten Personenprofil), das ganze ist aber noch sehr “halbherzig”. So stiess mein Einwurf, dass SNS mehr als Finden und Präsentieren leisten, dass nach unserer Studie die meist geschätzte Funktionalität das “in Kontakt bleiben”/”informiert bleiben” sei auf grosses Interesse – und die Anregung eines Awareness-Feeds zu wissenschaftlichen Aktivitäten seines Netzwerkes wurde als tolle (neue) Idee aufgenommen ;-)
Leider ist die SNS-Funktionalität momentan sehr “monolitisch”. Man kann zwar Veröffentlichungen importieren und notfalls auch wieder exportieren, es ist aber (noch) keine Integration in Portale von Universitäten oder mit anderen Social Software Plattformen vorgesehen. Das wäre aber meiner Meinung nach unbedingt notwendig um das Ganze zum Fliegen zu bringen.
Interessant am Rande: Die Plattform ist mit Ruby and Rails entwickelt – von einem Team von vier Personen – im Rahmen eines Forschungsprojektes, das noch bis Ende 2008 läuft. Für die Zeit danach wird momentan ein Weg zur Weiterführung gesucht.
Forschungsanträge und Meteorologie
Verfasst von kochm unter Universität am 2.7.2008
Auf dem Academics-Blog gab es letzte Woche einen spannenden Beitrag zu “Was Forschungsanträge mit Meteorologie zu tun haben”.
Der Beitrag behandelt ein Grundproblem deutscher und europäischer Forschungsförderung: Eine Förderung kann nur dann (Erfolg versprechend) beantragt werden, wenn eine präzise Fragestellung und möglichst auch schon Skizzen der (möglichen/wahrscheinlichen) Ergebnisse und der Verwertung der Ergebnisse vorliegen.
Nun stellt aber die Präzisierung einer Fragestellung allein schon einen erheblichen Teil einer Forschungsarbeit dar! Wenn man voraussagen könnte, was das Ergebnis einer Forschungsarbeit sein wird, dann bräuchte man die Arbeit eigentlich gar nicht mehr. In oben zitiertem Beitrag wird das am Beispiel von Albert Einstein veranschaulicht: “Konnte Albert Einstein vor seinen Forschungen etwas beschreiben wie „Ich plane mit Unterstützung folgender Mitarbeiter … ein dreijähriges Forschungsprojekt, an dessen Ende ich die Formel E=m ∙ c² entdeckt und damit die allgemeine Relativitätstheorie begründet haben werde. Hierzu benötige ich x Schweizer Franken und 3 Vollzeitstellen… “ ?”
Glücklicherweise ist die Welt nicht komplett schwarz …
Einerseits sehen die Projektbetreuer bei den Fördermittelgebern die Situation häufig recht realistisch und erlauben eine flexible “Anpassung” des Forschungsplanes, der Forschungsziele. Warum muss man das dann aber am Anfang überhaupt so ausführlich beschreiben? Das sind ziemlich viel verschwendete Ressourcen. Im Endeffekt beantragt man so Projekte für etwas, das man schon gemacht hat, um im Projekt etwas neues erarbeiten zu können, das man dann wieder als Basis des nächsten Antrages verwenden kann. Schönes System ;-) Es ist nur sehr schwierig da rein zu kommen.
Andererseits gibt es einige (wenige) pragmatische Fördermittelgeber, die auch ohne ausführliche Anträge in denen schon alle Ergebnisse beschrieben werden, für gute Ideen und gute Konsortien Mittel zur Verfügung stellen.
Was hat die Diskussion aber nun mit Meteorologie zu tun? In anfangs zitiertem Beitrag heisst es dazu: “Forschungsergebnisse lassen sich bei guter Forschung zum Glück nicht vorhersagen wie das Wetter und selbst dies – die Meteorologen werden mir verzeihen – klappt ja nur bedingt.”
Bled2008 – OpenResearch
Wie erwartet ist das Thema der Unterstützung von Forschung (Forschungsnetzwerken) ein wichtiges Thema auf der Bled eConference 2008.
Ein paar Ideen dazu, die mir in verschiedenen Kontexten (Panels, Vorträge, persönliche Gespräche), die sich teilweise gar nicht explizit mit Science 2.0 etc beschäftigten, untergekommen sind:
- Datenbanken von Fallstudien, wie sie zum Beispiel von eXperience vorangetrieben wird, könnten eine wichtige Basis von Zusammenarbeit werden
- Es wäre interessant für Netzwerke (geschlossene) Digitale Bibliotheken zu schaffen, auf denen die Volltexte von Konferenzpapieren (wie jetzt von der Bled eConference) etc bereitgestellt werden können (und durchsuchbar und kommentierbar sind) – Interessant ist in diesem Zusammenhang die Verknüpfung mit einzelnen digitalen Bibliotheken von Verlagen (z.B. der DL of the ACM etc) sowie von Social Tagging Anwendungen für Referenzen (citeUlike, bibsonomy) …
- Die Ergebnisse der Social Networking Services Umfrage an der UniBwM könnten auch im Kontext von Open Research so interpretiert werden, dass für Forschungsnetze das wichtigste ist über Aktivitäten seiner weak ties auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Und dann war da natürlich noch der Workshop “eCollaboration within the Bled eCommerce Community”. Hier ein paar Kommentare / Eindrücke davon:
Ziel war es über Aktivitäten nachzudenken, die Bled-Community sichtbarer, größer, aktiver zu machen. Dabei wurden drei verschiedene Bereiche unterschieden (teilweise nur von mir – aber das macht nichts ;-)):
- 1) Ergebnisse (Paper) der Konferenz verfügbarer, sichtbarer machen
- 2) Konferenz besser bewerben
- 3) Konferenzaktivisten besser vernetzen, Kommunikation unterstützen
ad 1)
Die Bled-Papiere (seit 2001) sind aktuell auf der Konferenz-Homepage und in der AIS-Digital Library verfügar. Interessante Ideen dazu, die teilweise an anderen Beispielen festgemacht worden sind, waren das Bereitstellen von Endnote-Bibliotheken (mit Abstracts) für die Jahrgänge, das “automatische” Einstellen in Dienste wie CiteULike und Bibsonomy, die Publikation/Verfügbarmachung von Annahmequoten etc.
Interessante Links in diesem Zusammenhang (die in der Diskussion erwähnt worden sind):
- Publish or Perish – ein interessanter Dienst um den “Impact” der eigenen Veröffentlichungen herauszufinden
- Social Science Research Network
- Libra Academic Search
- ACM Digital Library – besonders interessant sind hier auch die neuen Author Profile Pages
- Digital Library of the AIS
- Ressources rund um die ECIS
ad 2)
Den Teil der Diskussion gebe ich hier nicht gross wieder – da er mit Open Research wenig zu tun hat. Interessant war nur der Kommentar, dass die Konferenzreihe auf Wikipedia vertreten sein sollte und Bilder zur Konferenz (halbwegs organisiert, motiviert) auf Flickr bereitgestellt werden sollten.
ad 3)
Hier wurde erst mal rumgefragt, welche SNS denn benutzt werden: LinkedIn, FaceBook, Xing, … Zusätzlich gibt es noch ein AIS Faculty Directory, das von der AIS gepflegt wird. Insgesamt bestand Einigkeit, dass es schon zu viele Verzeichnisse sind.
LinkedIn erschien den meisten als beste Lösung (“better business capabilities / closed groups
for awareness”)
Grundsätzlich wurde zum Einsatz eines SNS die Frage gestellt: Was würde uns Verzeichnis helfen? Hierzu gab es keine klare Meinung – eher als Diskussionsplattform?
Ein paar Kommentare/Zitate aus der (weiteren) Diskussion:
- “the only way to achieve sth is to tap in into existing practices …” (Kai Riemer)
- “no matter of technology – what is the shared practice we are looking at – that might then be supported by technology” (Kai Riemer)
- “problem: we are busy the rest of the year – need for immediate benefit!!!” (Stefan Klein)
- “perhaps we (professors) are the wrong people to ask what we need – perhaps phd students want more
(we already have too many links …)” – Das fand ich sehr interessant!!!
ResearchGATE
Verfasst von kochm unter Science 2.0, Universität am 27.5.2008
Am 23.5. hat ResearchGATE seine Pforten geöffnet.
ResearchGATE is a new free of charge web 2.0 platform designed for the need of researchers. With this new platform we want to change the world of science by providing a global and powerful scientific web-based environment, in which scientists can interact, exchange knowledge and collaborate with researchers of different fields. Sign up and be part of the first scientific network.
- present yourself and your research projects
- enroll, expand, and broaden your science network globally
- exchange know-how and expertise
- initiate collaboration
- discuss your research limitation and get positive feedback
- use our innovative tools and work environments for online collaboration
Echt interessant. Vor gar nicht so langer Zeit haben wir in einem Workshop besprochen, dass man einen Social Networking Service für Forscher / die Wissenschaft bräuchte – und jetzt entsteht einer nach dem anderen. Neben ResearchGATE sind da noch
Und natürlich alle “generischen” Social Network Sites wie ning, mixxt, …
Science 2.0 scheint momentan gerade “abzuheben” – siehe dazu auch meinen Bericht von der Keynote auf der COOP2008 sowie dem Workshop Academia 2.0
Was mir bei ResearchGATE ein bisschen fehlt ist die Integration – Ich will ja nicht wirklich alle meine Veröffentlichungen, Projekte etc neu eintragen. Hier braucht man eine Integration mit bibsonomy oder ähnlichen Diensten – und eine Integration der Daten in verschiedene Portale (damit ich die Daten auf meinen Web-Seiten an der Uni einblenden kann). Naja, ich will nicht ungerecht sein – bei den Publikationen findet sich immerhin schon eine Integration mit der PubMed-Datenbank.
Ich bin gespannt, wie es mit ResearchGATE weiter geht.
TUM Research Excellence Award 2008
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0 am 23.4.2008
Am Montag (den 21.4.2008) war ich zur Verleihung des “TUM-Research Excellence Awards in Innovation and Leadership 2008″ eingeladen – eine sehr spannende Veranstaltung von der TUM und der Peter Pribilla Stiftung in den Räumen der Carl Friedrich von Siemens Stiftung beim Schloss Nymphenburg.
Der Titel “Innovation and Leadership” klingt sehr BWL-lastig … und es war auch die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TUM Mitausrichter – es lohnt sich aber trotzdem weiterzulesen ;-)
Ich möchte nämlich vom Gastvortrag des Abends und vom Vortrag des Preisträgers berichten.
Der Gastvortrag zum Thema “Leading Global Innovation” wurde von Prof. Yves Doz, INSEAD gehalten.
Preisträger war Karim Lakhani, Harvard Business School. In beiden Beiträgen ging es um neue Bestrebungen mit Innovation umzugehen (bzw. sie zu erreichen) – u.a. durch Beteiligung von möglichst vielen aus den Unternehmen und von ausserhalb (die vom Web 2.0 bekannte Partizipation für Innovationen). Vor allem Karim Lakhani berichtete über verschiedenste Aspekte im Zusammenhang mit Web 2.0 und Enterprise 2.0. Btw: Karim Lakhani ist u.a. für den ersten und einzigen Harvard Business School Case bekannt, der unter einer Creative Commons Lizenz steht – zu “Wikipedia” – zusammen mit Andrew McAfee (siehe hier).
Ich werde jetzt nicht versuchen die inspirierenden Vorträge wiederzugeben, sondern liste nur einige Zitate der beiden Vortragenden auf, die ich mir als merkenswert notiert haben – und gebe ein paar Kommentare zu den Zitaten.
- “management should not be separated from work”
- In Open-Source Projekten gibt es sehr wohl Hierarchien und Manager – aber diese “Manager” sind gleichzeitig auch Programmierer – vielleicht ist das ein Erfolgsmodell für Partizipationsmodelle in Unternehmen? So wurde auch argumentiert, dass Hierarchien nicht grundsätzlich schlecht/demotivierend sein müssen – wie gesagt: In vielen (erfolgreichen) Open-Source Projekten gibt es auch Hierarchien. - “transaction costs for knowledge transfer can be quite high inside a firm”
- Das wurde u.a. als Grund dafür angegeben, dass es oft billiger/besser ist, Externe anzuheuern um die Kommunikation/den Transfer zu leisten, der im Unternehmen nicht möglich ist. Dieses Problem kann und sollte aber lösbar / milderbar sein … - Ein Grund für die hohen Transaktionskosten scheint die fehlende Transparenz zu sein …
- everything is about “broadcasting”
- Aus diesem Grund hat Karim Lakhani auch “Broadcasting” als wichtiges Konzept bei der Einbeziehung vieler (hier fiel auch der Begriff “Crowdsourcing”) genannt und ausgeführt – u.a. auch am Erfolgs-Beispiel InnoCentive.- “you only need simple tools – email lists and repositories”
- Diese Erkenntnis kommt wieder aus Open-Source-Projekten. Es muss also nicht schwer sein das Broadcasting zu implementieren. Hierzu wurde aber einschränkend angemerkt, dass das vielleicht in Open-Source Projekten funktioniert weil alles Relevante sehr gut in Text dargestellt werden kann. Bei anderen Projekten sieht das vielleicht anders aus. Auch zu InnoCentive wurde bemerkt, dass dieser Ansatz nicht 1:1 auf andere Branchen übertragbar ist, da Probleme nicht überall so wie in der Chemie völlig losgelöst vom Kontext dargestellt und gelöst werden können.- “collaboration cannot be delegated”
- everything is about “broadcasting”
Weitere sehr interessante Argumente für die Notwendigkeit von (unternehmensübergreifendem) “Broadcasting” von Karim waren weiterhin folgende:
- “knowledge is distributed” (Egal welches Unternehmen man wählt – die Mehrzahl der Experten zu einem Thema sitzt ausserhalb des Unternehmens)
- “knowledge is sticky (does not travel well …)” – Dieses Argument von Eric von Hippel (MIT) besagt vereinfacht, dass man Wissen nur schwer (nicht) externalisieren kann – sowohl bezogen auf die Person an der das Wissen hängt als auch auf den Kontext in dem das Wissens steht.
Btw: Gerade wurden hier in München zwei vom BMBF geförderte Projekte gestartet, die sich mit Partizipationsaspekten beim Innovationsmanagement beschäftigen:
ACM DL Author Profile Pages
Die Association for Computing Machinery (ACM) ist u.a. bekannt für ihre vielen Tagungen und Zeitschriften zu allen Aspekten der (auch angewandten) Informatik und für die Digitale Bibliothek (DL) mit allen Veröffentlichungen aus diesen Tagungen und Zeitschriften. Interessant ist, dass es eine (nicht begrüßenswerte) Entwicklung in der amerikanischen Informatik gibt, dass Veröffentlichungen, die nicht in der ACM-DL zu finden sind, nicht existieren/nicht wahrgenommen werden.
Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben – sondern darüber, dass die ACM eine neue Funktionalität in ihre DL eingebaut hat: Author Profile Pages. Das sind Seiten, auf denen Informationen zu den Autoren und deren komplette Veröffentlichungsliste aufgeführt werden. Natürlich nur die bei der ACM erfassten Veröffentlichungen. Das sind natürlich die Veröffentlichungen auf ACM Tagungen und in ACM Zeitschriften – aber auch alle Veröffentlichungen, die in ersteren zitiert werden.
Hier die URL zu einer meiner Author Profile Pages – “einer meiner” bedeutet, dass das System noch nicht perfekt ist – so wurden meine Veröffentlichungen gleich auf mehrere Identitäten (alle mit dem Namen Michael Koch) aufgeteilt. Aber das wird sicher noch – ist ja nur ein erster Prototyp.
Noch interessanter als die Liste der Veröffentlichungen sind die “Bibliometrics” zu den ACM-Veröffentlichungen. Da heisst es dann z.B.
Bibliometrics: Downloads (6 Weeks): 5, Downloads (12 Months): 37, Citation Count: 3
Das Papier ist also in den letzten sechs Wochen fünf mal runtergeladen worden (nicht schlecht für ein Papier von 1999) und wird von drei anderen Papieren in der Datenbank zitiert.
Ich bin gespannt wie ACM das ganze weiterentwickelt. Mit dieser Basis hätten sie auf jeden Fall eine gute Möglichkeit ein Forschungs-Social-Network aufzubauen. Hoffentlich verstärkt sich dadurch aber nicht der am Anfang des Beitrags erwähnte Druck nur noch auf/in ACM-Publikationen zu veröffentlichen – weil man sonst nicht sichtbar ist.
Multikonferenz Wirtschaftsinformatik – Tag 1 – WI vs IS
Verfasst von kochm unter Konferenz, Universität am 27.2.2008
Nach einem sehr netten Pre-Conference Meeting in der Max-Emmanuel-Brauerei in Schwabing hat am 26.2. an der TUM in Garching die Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2008 begonnen. Nach einer kurzen Einführung durch den Dekan der Fakultät für Informatik der TUM und Prof. Krcmar (kurze Randbemerkung: die “Prabel”rutsche im Informatik-Gebäude hat keine “Ellipsen”form – Prabel- und Ellipsengleichung sind zwar nicht so weit voneinander weg – beides Kegelschnitte ;-) -, aber …) begann die Tagung mit einer Keynote von Prof. König zu Forschungsmethoden in der Wirtschaftsinformatik(ausbildung).
Herr König präsentierte interessante Zahlen zur “Publikationsleistung” deutscher Wirtschaftsinformatiker – Journals und Konferenzen nach “international akzeptierten” Rankings. Und da sieht die deutsche Wirtschaftsinformatik gar nicht gut aus … Die Frage von Herrn König war nun, woran das liegt und ob man was machen will/soll.
In der Motivation am Anfang führte er aus:
Eine Veröffentlichung/wissenschaftliche Arbeit verlangt neben Originalität vor allem eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Dies wird wesentlich durch sauber durchgeführte Forschungsmethoden determiniert.
In der deutschen Wirtschaftsinformatik ist die Methodenausbildung (im Bachelor, Master und während der Promotion) nun weniger ausgeprägt als international üblich. Hier kann ich die Zahlen von Herrn König nur bestätigen – gerade in der Promotionsphase wird nur noch sehr wenig Methodendiskussion/Methodenausbildung angeboten/genutzt.
Wie schließt man nun diese Lücke? Hier die Vorschläge von Herrn König:
- (Master-)Studenten und Doktoranden sollen mehr (wissenschaftliche Papiere) lesen – und das Gelesene diskutieren
- Es soll Forschungsmethoden-Veranstaltungen (im Master aber vor allem für Doktoranden) geben – evtl. im Rahmen eines (potentiell überregionalen) strukturierten Promotionsprogramms/Doktorandenseminare
- Forschungs-Jour-Fixes, Literaturkurse, (mehr) Kooperation mit internationalen Top-Forschern
Die besondere Notwendigkeit einer speziellen methodischen Fundierung motiviert Herr König auch an der Stärke der deutschen Wirtschaftsinformatik – in der Erklärungswelt und der Gestaltungswelt gleichermaßen zu Hause zu sein. Dadurch ergibt sich ein erhöhter Bedarf an methodischer Fundierung.
Diese Besonderheit der deutschen Wirtschaftsinformatik war auch Ausgangspunkt der Diskussion zur Keynote und tauchte im weiteren Verlauf des Tages immer wieder auf – u.a. in der Wissenschaftstheorie/Forschungsmethodik-Teilkonferenz.
Interessant war hier vor allem die Argumentation, dass man sich doch in der deutschen WI nicht an der amerikanischen IS-Community orientieren sollte (sich nur an den IS-Rankings messen sollte). Denn während die deutsche WI erfolgreich ist (steigende Studierendenzahlen, guter Kontakt zur Praxis, Relevanz) ist die IS auf einem absteigenden Ast (sinkende Studierendenzahlen, beinahe kein Kontakt zur Praxis). Es wäre also besser, einen eigenen Massstab für die deutsche WI zu finden.
Hier war die Argumentation dann aber auch, dass eine größere Gestaltungsorientierung der WI zwar die Nicht-Präsenz in den amerikanischen IS-Zeitschriften erklärt, nicht aber eine Nicht-Präsenz in den ACM- und IEEE-Transactions, die ja eher gestaltungsorientiert sind. Stärkere Methodenausbildung bleibt also unabhängig davon wichtig.
Btw: Ein interessanter – wenn auch etwas “amerikanisch” ausgerichteter – Beitrag zu dem Thema ist “Why the old world cannot publish? – Overcoming challenges in publishing high-impact IS research” …
Und noch ein “Schnippsel” aus den Diskussionen im Laufe des Tages: Immer mehr Universitäten greifen die Vorschläge von König schon auf: Einerseits finden sich immer mehr (Master-)Lehrveranstaltungen, in denen die Studierende wissenschaftliche Paper/Bücher lesen müssen und diskutieren können – andererseits bieten immer mehr Universitäten/Fakultäten inzwischen begleitend zur klassischen Promotion Programme zur Methodenausbildung für die Doktoranden an.