Beiträge getagged mit mashup

Widgets, Gadgets und End-User Development

In letzter Zeit wird sehr viel über die Beteiligung der Benutzer im Web 2.0 an der Gestaltung von Anwendungen und Diensten geschrieben (z.B. in Dion Hinchcliffes Beitrag). Auf der einen Seite geht es bei dem Thema Benutzerbeteiligung bei der Anwendungserstellung um Mashups (also der Idee der Daten-Zentriertheit im Web 2.0 und der Möglichkeit für Benutzer mit einfachen Mitteln neue Anwendungen zu bauen oder zu kombinieren), auf der anderen Seite um kleine Module, die auf Portalen oder anderen Plattformen integriert werden können – Widgets, Gadgets, ….

Mein erster Kommentar dazu ist, dass die Widget, Gadget-Ideen im Endeffekt nichts anderes sind als die Portlets, mit denen man Portale erweitern kann. Hierzu gibt es auch schon einige Standards (z.B. JSR 168 oder WSRP), die relativ breit von Portal-Anbietern akzeptiert sind. Könnte man nicht die Portlet-Ideen und -Standards weiterentwickeln?

Mashups sind meiner Meinung nach mehr – hier wird wirklich an der Datenebene “integriert” und es ist deshalb eine Standardisierung (oder zumindest Dokumentation) der Datenschnittstelle notwendig. Widgets sind aber zuerst einmal nicht viel mehr als Portlets – eine reine Framework-Integration in der Präsentationsschicht. Oder doch nicht? Integrieren Widgets etc. die Portlet-Ideen mit denen von Mashups? D.h. einfaches Erstellen von kleinen Bausteinen, die auf verschiedene Daten zugreifen können und in Portalen integriert werden können? Wenn man RSS als eine Möglichkeit der Datenintegration sieht, dann trifft das zu.

Und noch etwas bringt mein “assoziativer Speicher” (Hirn) zu Tage, wenn ich von Widgets und Gadgets lese: “End-User Development”. Unter diesem Titel wurden erst kürzlich die verschiedenen Aktivitäten im CSCW-Umfeld, den Benutzer an der Konfiguration und Anpassung von Kooperationssystemen (Groupware) mitwirken zu lassen, zusammengefasst – in einem sehr guten Sammelband von Lieberman, Paterno und Wulf mit gleichlautendem Titel. Also wieder ein Bereich, in dem es große Überlappungen zwischen dem “neuen Web 2.0″ und CSCW gibt :-)

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Social Software, Enterprise 2.0

Im Kontext der Begriffsvielfalt (Verwirrung?) rund um Web 2.0 sind auch ein paar neue Begriffe für die etwas “verstaubten” Bereiche Computer-Supported Cooperative Work (CSCW) und Groupware abgefallen: Social Software, Enterprise 2.0. Ich war ja erst der Meinung, dass das nur neue Ettiketten für dasselbe sind – habe meine Meinung inzwischen etwas geändert. Natürlich ist vieles an den neuen Konzepten altbekannt – aber die neuen Grundkonzepte hinter Web 2.0 rechtfertigen durchaus die Schaffung neuer Begriffe für die Unterstützung von Zusammenarbeit (in Unternehmen). Während man hinter Groupware eigentlich immer große UI-zentrierte Monoliten sieht, findet man bei Social Software modulare Anwendungen, die einen Hauptaugenmerk auf die (Daten-)Integration legen.

Sowas wie “Collaboration Mashups” war bisher nicht möglich – allenfalls vielleicht die Nutzung von Groupware-Servern in Portalen (über Portlets). Ich bin auf jeden Fall gespannt was da noch kommen wird – und werde sicher den einen oder anderen Beitrag dazu leisten :-)

Eine sehr schöne geschichtliche Aufarbeitung zu der Entwicklung von der Memex (1940) bis zu Social Software und Enterprise 2.0 findet man im Life with Alacrity Blog von Christopher Allen. Auch wir haben versucht einen ersten Beitrag zur Definition von Social Software (im Kontext von CSCW) zu schaffen – more to come in the future.

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