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“happy, aber nicht glücklich”
Gestern Abend war ich auf dem vom VDI organisierten Vortrag von Joseph Weizenbaum an der TU München – Thema: “Künstliche Intelligenz Vision und Wirklichkeit”. Es gäbe sehr viel zu erzählen und kommentieren zu dem Vortrag. Weizenbaum ist ein wirklich fesselnder Redner und er hat eine Unmenge von Geschichten zu Sinn und Unsinn der Künstlichen Intelligenz auf Lager – zu jeder Anregung und jeder gewünschten Aussage mindestens eine. Und vor allem, er präsentiert das ganze in einer Form, die durchwegs zu denken gibt (zumindest war es bei mir gestern so).
Wie passt nun der Titel meines Postings zu Weizenbaums Vortrag? Ganz einfach – eine seiner Ausführungen hatte zum Thema, dass die Sprache nicht mächtig genug ist alles wiederzugeben, was der Mensch denkt (bzw. was in ihm vorgeht). In diesem Zusammenhang hat er darauf hingewiesen, dass es nicht einmal bei den verschiedenen Europäischen Sprachen möglich ist 1:1 zu übersetzen (d.h. jeweils dasselbe auszudrücken) – und dazu als Beispielzitat den Satz eines Schriftstellers genannt: “Ich bin zwar happy, aber nicht glücklich”. Meiner Meinung nach ein klasse Beispiel für die (kulturell bedingten) verschiedenen Bedeutungen in vordergrüding identischen Aussagen.
Ich habe übrigens versucht herauszubekommen, wem das Zitat nun wirklich zuzuordnen ist (Weizenbaum hat es zwar gesagt – da habe ich aber nicht gut genug aufgepasst). Es war Friedrich Torberg in seinem Roman “Erben der Tante Jolesch”. Die Aussage wird dort von einer Frau getroffen, die ind die USA emigriert.