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DNUG Frühjahrskonferenz 2009 – Opening

Ein kleiner Bericht von der DNUG Frühjahrskonferenz 2009 in Düsseldorf.

Zuerst ein Kommentar zur Teilnehmerliste: von Hochschulen waren/sind vertreten:

  • EBS (Heyn, Räth)
  • Fachhochschule Bielefeld (Kaiser, Ries)
  • Fachhochschule Gelsenkirchen, GCC Bocholt (de Vries, Döring, Pohnke, Pulst)
  • Uni Jean (Bergmann, Schindler)
  • Hochschule Merseburg (Klimpel, Metzke, Nörenberg)
  • Uni München (Taing)
  • Uni Paderborn (Nastansky, Pfeifer, Kelm, Mundhenk, Almers)
  • Uni St. Gallen (Berdnik, Berger, Stader)
  • Uni Trier (Czap, Gramm, Schneider, Wagner)

und natürlich von der Universität der Bundeswehr München …

Der erste Vortrag war von Bob Piccano – General Manager Lotus Software and WebSphere Portal. Es ging um die “Zukunft” von Lotus – also Strategie, Produktankündigungen etc.

Zuerst hat er dazu das IBM Thema “Smarter Planet” aufgegriffen. Ein Teil davon ist “Smart Work”, charakterisiert durch die Schlüsselworte “Connect, Collaborate, Innovate, Optimize”.

Piccano geht dann relativ lang auf “Nine Predictions for Collaboration in 2009″ ein und zeigt daran, wie gut IBM/Lotus aufgestellt ist:

  • 1) Universal Access to Collaboration (as application, as service, in the application)
  • 2) Messaging Becomes an Integrated Platform
  • 3) Managing Through Human Networks
  • 4) Telephony Becomes Voice Collaboration
  • 5) Innovative Desktop Productivity Tools – Lotus Symphony (Version 1.3 kommt bald)
  • 6) Transform SMB into Global Trading Partners
  • 7) Linux emerges onto the Corporate Desktop
  • 8) (Continued) Poliferation of Cloud Computing – Lotus Live (www.lotuslive.com) – Files, Network, Meeting, Events, Chat, Activities, Charts, Surveys, eMail
  • 9) Situational Apps Solve Daily Problems – Mashups (Bsp: Tungle – meetings made simple)

Dann hat ein Mitarbeiter von Piccano ein paar Beispiele / Neuerungen gezeigt:

  • Beta Notes 8.5.1 ist seit heute verfügbar
  • Lotus Traveler Funktion auf iPhone erweitert (ActiveSync)
  • Darstellung/Sortierung der Suchergebnisse ist Kontext-sensitiv
  • XPage-Applikationen direkt im Client ausführbar
  • XPage-Applikationen als Components im Client
  • Integration mit LinkedIn
  • Integration beliebiger Windows-Anwendungen in Client (via OpenSpan Windows Container) – sehr überzeugend …
  • Symphony 1.3 kann Office 2007 Formate (lesen)
  • Symphony 1.3 unterstützt Widgets
  • und verschiedene andere Funktionen (die ich nicht so richtig einordnen kann)

Kevin Cavanaugh berichtet über Lotus Foundations

  • out-of-the-box, self-healing, remote administration
  • very easy to install (“even an IBM VP with one hand can install a Lotus Foundations server”) – und das haben sie auch live demonstriert
  • Foundations: Email and (basic) collaboration + File management, Backup, AntiVirus, …
  • + VMware – d.h. Ausführung von bel. Windows-Anwendungen – sicherer als auf Windows-Server …
  • Salvation Army nutzt Foundations

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GI Jahrestagung 2008 – eScience

Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik 2008 fand heute der “Tag der Informatik” statt. Der Tag war angefüllt von vielen hochkarätigen Vorträgen zu verschiedenen Bereichen der Informatik – sehr interessant und inspirieren – und eine eigene Folge von Blog-Beiträgen wert. In diesem Beitrag will ich nur auf den letzten Beitrag eingehen – vor allem weil er mit enger mit meinen aktuellen Forschungsthemen zusammenhängt.

Der letzte Vortrag des Tages war betitelt mit “eScience, Semantic Computing and the Cloud: Towards a Smart Cyberinfrastructure for eScience” und wurde gehalten von Tony Hey, Corporate Vice President for Technical Computing, Microsoft. Tony Hey ist aus England – und vieles in seinen Ausführungen erinnerte mich stark an die Präsentation von Rob Procter auf der COOP 2008.

Was hat Tony Hey nun berichtet …

Hauptaussage war, dass die Wissenschaft heute immer mehr Daten hat – er sprach in diesem Zusammenhang auch von e-Science als “data-centric science”. Die WIssenschaftler sind überlastet und die Technologie soll in Zukunft hauptsächlich dabei helfen mit den vielen Daten umzugehen.

  • data today can be easily produced
  • data and serices can be easily composed
  • data is easily accessible
  • data is easily shareable

in the future more help with (automatic) aggregation, analysis, correlation, interpretation, inference is needed

Zur dafür notwendigen Automatisierung ist vor allem “semantic computing” gefragt. An dieser Stelle ging Hey auch darauf ein, wie Communities helfen können die Daten zu erschließen – also Crowdsourcing (Beispiel Galaxy Zoo). Interessant hierbei, dass das Konzept nicht als “Crowdsourcing” bezeichnet wurde, sondern als “Cloud Service”.

Kurz ist der Vortragende dann auch noch darauf eingegangen, dass das nun auch die Art und Weise ändern wird, wie Wissenschaft betrieben wird (“publish data first, then do research on it – distributed”).

Ganz kurz angesprochen hat Hey schließlich noch die “research pipeline” präsentiert um mögliche Einsatzmöglichkeiten von Technologie einzuordnen:

  • data acqisition and modeling
  • collaboration
  • analysis
  • disseminate and search
  • archiving

Interessant war dabei, dass zum letzten Punkt (archiving) natürlich auch die Langzeitarchivierung gehört.

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Bled2008 – CSCW

Am letzten Tag der Bled eConference 2008 gab es zwei Research Sessions zu CSCW. Hier ein kurzer Bericht dazu.

Zuerst präsentierte Elitsa Shumarova einen Beitrag zu “Shadow Collaborative Information Technology (CIT)”. Darunter versteht sie in Anlehnung an “Shadow IT”

“set of collaborative tools used for performing CIT functions but are not part of the mainstream IT organization of the company”

Über eine Literaturanalyse versuchten die Autoren Beispiele und Charakteristika von “shadow CIT” zu finden (im Gegensatz zu “formal CIT”) und zu klären ob die Existenz von “shadow CIT” ein Indiz dafür ist, dass die IT Organisationen in Unternehmen nicht funktionieren.

Hier ein Vergleich zwischen “shadow CIT” (Wikis, Blogs, SNSs, IMs) und “formal CIT” (MS Exchange, IBM Lotus Notes) – aus der Präsentation:

format CIT shadow CIT
organisational mandated   self selected
targeted investment
strategy driven cultre-driven
created by professionals created by the user community
impose structure encourage user prior to providing structure
speed

In diesem Zusammenhang wurde auch die Entwicklung thematisiert, dass sich das Arbeitsleben immer mehr mit dem Privatleben vermischt – und so die Erfahrungen/Erwartungen aus der privaten Welt in die Arbeitswelt transformiert werden.

Am Ende gingen die Autoren noch kurz darauf ein, wie Unternehmen auf “shadow CIT” reagieren:

  • strategy of resistance and banning
  • strategy of limitation and regulation
  • strategy of acceptance

Ich fand interessant, dass statt Social Software und bottom-up der Begriff “shadow CIT” benutzt wurde um besonders darauf hinzuweisen, dass die Anwendungen teilweise ohne Wissen / Wollen der Unternehmen eingesetzt werden. IBM und andere versuchen momentan also gerade die CIT aus den Schatten heraus zu bekommen.

Die weiteren Vorträge gingen auf die Unterstützung von Gemeinden im Finnischen Archipelago und auf Learning Communities im Bereich der Business Intelligence Ausbildung ein.

Ein interessantes Zitat aus dem letzten Beitrag (aus dem Kontext gerissen): “”enthusiasm not always is sustainable unless there is a real value proposition”

In der zweiten Session habe ich zuerst meinen Beitrag zu CSCW vs Web 2.0 präsentiert:

Michael Koch: CSCW and Enterprise 2.0 – towards an integrated perspective. In: Proc. Bled eConference 2008, Juni 2008, PDF (416K)

Interessante Kommentare dazu aus der Diskussion:

  • fun factor (from games) is an important motivator; what if fun disappears?
  • context is the most important difference between internet and company use of social software

Dann präsentierten John Lenarcic und Pradipta Sarka einen Beitrag zu “The Long Tail of Blogging: A Nuturing Mechanism for Sustainable Online Communities with Niche Interests”. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Berichten aus der Untersuchung von Blogs im Bereich der Filmmusik und World Musik.

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Bled2008 – OpenResearch

Wie erwartet ist das Thema der Unterstützung von Forschung (Forschungsnetzwerken) ein wichtiges Thema auf der Bled eConference 2008.

Ein paar Ideen dazu, die mir in verschiedenen Kontexten (Panels, Vorträge, persönliche Gespräche), die sich teilweise gar nicht explizit mit Science 2.0 etc beschäftigten, untergekommen sind:

  • Datenbanken von Fallstudien, wie sie zum Beispiel von eXperience vorangetrieben wird, könnten eine wichtige Basis von Zusammenarbeit werden
  • Es wäre interessant für Netzwerke (geschlossene) Digitale Bibliotheken zu schaffen, auf denen die Volltexte von Konferenzpapieren (wie jetzt von der Bled eConference) etc bereitgestellt werden können (und durchsuchbar und kommentierbar sind) – Interessant ist in diesem Zusammenhang die Verknüpfung mit einzelnen digitalen Bibliotheken von Verlagen (z.B. der DL of the ACM etc) sowie von Social Tagging Anwendungen für Referenzen (citeUlike, bibsonomy) …

  • Die Ergebnisse der Social Networking Services Umfrage an der UniBwM könnten auch im Kontext von Open Research so interpretiert werden, dass für Forschungsnetze das wichtigste ist über Aktivitäten seiner weak ties auf dem Laufenden gehalten zu werden.

Und dann war da natürlich noch der Workshop “eCollaboration within the Bled eCommerce Community”. Hier ein paar Kommentare / Eindrücke davon:

Ziel war es über Aktivitäten nachzudenken, die Bled-Community sichtbarer, größer, aktiver zu machen. Dabei wurden drei verschiedene Bereiche unterschieden (teilweise nur von mir – aber das macht nichts ;-)):

  • 1) Ergebnisse (Paper) der Konferenz verfügbarer, sichtbarer machen
  • 2) Konferenz besser bewerben
  • 3) Konferenzaktivisten besser vernetzen, Kommunikation unterstützen

ad 1)

Die Bled-Papiere (seit 2001) sind aktuell auf der Konferenz-Homepage und in der AIS-Digital Library verfügar. Interessante Ideen dazu, die teilweise an anderen Beispielen festgemacht worden sind, waren das Bereitstellen von Endnote-Bibliotheken (mit Abstracts) für die Jahrgänge, das “automatische” Einstellen in Dienste wie CiteULike und Bibsonomy, die Publikation/Verfügbarmachung von Annahmequoten etc.

Interessante Links in diesem Zusammenhang (die in der Diskussion erwähnt worden sind):

ad 2)

Den Teil der Diskussion gebe ich hier nicht gross wieder – da er mit Open Research wenig zu tun hat. Interessant war nur der Kommentar, dass die Konferenzreihe auf Wikipedia vertreten sein sollte und Bilder zur Konferenz (halbwegs organisiert, motiviert) auf Flickr bereitgestellt werden sollten.

ad 3)

Hier wurde erst mal rumgefragt, welche SNS denn benutzt werden: LinkedIn, FaceBook, Xing, … Zusätzlich gibt es noch ein AIS Faculty Directory, das von der AIS gepflegt wird. Insgesamt bestand Einigkeit, dass es schon zu viele Verzeichnisse sind.

LinkedIn erschien den meisten als beste Lösung (“better business capabilities / closed groups
for awareness”)

Grundsätzlich wurde zum Einsatz eines SNS die Frage gestellt: Was würde uns Verzeichnis helfen? Hierzu gab es keine klare Meinung – eher als Diskussionsplattform?

Ein paar Kommentare/Zitate aus der (weiteren) Diskussion:

  • “the only way to achieve sth is to tap in into existing practices …” (Kai Riemer)
  • “no matter of technology – what is the shared practice we are looking at – that might then be supported by technology” (Kai Riemer)
  • “problem: we are busy the rest of the year – need for immediate benefit!!!” (Stefan Klein)
  • “perhaps we (professors) are the wrong people to ask what we need – perhaps phd students want more
    (we already have too many links …)” – Das fand ich sehr interessant!!!

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Bled2008 – Diverses

In der zweiten Plenarsitzung (unter dem Titel “Overcoming Boundares by eCollaboration: eInteroperability, eBusiness, eInclusion and eUniversity”) am Montag steuerte Roger Clarke einige Gedanken dazu bei, warum Globalisierung etc. vielleicht nicht immer nur gut ist … Er fasste die Ideen sehr Web 2.0-like in einer Liste von Attributen zusammen – wie sie immer angebracht werden (conventional) und wie sie vielleicht wirklich sind (real):

Conventional Real
Eonomies of Scale and Scope Diseconomies of Scale and Scope
Monolithism Modularism
Gigantism Federalism
Centralisation Subsidiarity
Innovation Promise Innovation Thread
Boundary Barrier Boundary Comfort
Collectivism Individualism
Eurpeanism Us vs. Them

Bei den Erklärungen dazu hat er bei vielen Punkten darauf hingewiesen, dass es um über Jahrhunderte etablierte (und bewährte) Muster in der Gesellschaft geht (z.B. bei modularism, boundary comfort, individualism).

Interessant finde ich dabei auch, dass viele der Punkte auf der rechten Seite durch Web 2.0, Social Software etc angegangen/beachtet werden (z.B. modularism, individualism, federalism). Dabei ging Roger Clarke in seiner Präsentation gar nicht auf Web 2.0 Konzepte ein – es scheint sich also doch um ein paar grundlegendere Erfolgsrezepte zu handeln?

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Bled2008 – EU

Das 21te Mal findet gerade in Bled (Slowenien) die Bled eConference statt – ein jährliches Treffen von Vertreter aus Universitäten, Unternehmen, Regierungen und Administrationen rund um Themen der eSociety.

Heute gab es im Rahmen der ersten Plenarsitzung (unter dem Titel “Overcoming Boundaries by eCollaboration: Government, Parliament, and University”) zwei Beiträge von EU-Vertretern, die ich erwähnenswert finde.

Zuerst berichtete Diana Wallis (Vice President of European Parliament) über ihre Erfahrungen mit der Einbeziehung von Wählen im Sinne einer eCollaboration. Ein Problem, das sie dabei sieht ist, dass es sehr viele Anlaufpunkte / Kommunikationskanäle gibt:

  • Die Web-Site des Europaparlaments
  • die Web-Sites der verschiedenen Komitees im Parlament
  • die Web-Sites der verschiedenen Parteien
  • die Web-Sites der einzelnen Parlamentsmitglieder

Die verschiedenen Kanäle ausreichend zu bedienen schaffen nur noch Lobby-Gruppen aber nicht die Individuen deren Meinung Frau Wallis gerne hören möchte. Interessant fand ich, dass Frau Wallis inzwischen im Sinne einer Transparenz die Lobby-Gruppen, die sie kontaktieren, auf ihrer Web-Site dokumentiert.

Zweiter Sprecher aus dem Umfeld der EU war Bror Salmelin (European Commission, ICT). Er betonte in seinem Beitrag vor allem die Bedeutung von “Open Innovation”.

Ein Argument war, dass heute für Innovation die “valley dynamics” (Vernetzung, Zusammenarbeit) wichtiger sind als brilliante Individuen oder brilliante Gruppen zu haben. Herr Salmelin sprach hier von einer Entwicklung “towards an open world”.

In diesem Zusammenhang sprach er das Problem an, wie wir diese “connectivity” nutzen können – den größtmöglchen Nutzen daraus ziehen können.

Ein sehr spannender Kommentar dazu ging darauf ein, dass Spontanität, Flexibilität dafür notwendig ist. Vor allem auch die Möglichkeit dann arbeiten zu können, wenn man gerade Ideen hat. Er stellte das sehr anschaulich dar, dass die geblockten acht Stunden Arbeit sich viel flexibler auf die verfügbaren 24 Stunden aufteilen können sollten – nicht mehr aber flexibler. Ich würde hier noch hinzufügen, dass die Verfügbarkeit von Zugangsmöglichkeiten zu Informationssystemen immer wichtiger wird – von mobilen und ubiquitären.

Im Zusammenhang der breiteren Integration von Nutzen in Innovationsprozesse ging Herr Salmelin natürlich auch auf das European Network of Living Labs (ENoLL) ein, das momentan noch sehr lokal konzentriert Beiträge zu Open Innovation liefert. Hierauf will die EU aufsetzen und die Ausbreitung / Vernetzung der Living Labs weiter fördern.

Links die Bror Salmelin dazu am Ende noch empfohlen hat:

Am Ende der Session ging Roger Clarke auch nochmal kurz auf die aktuellen Entwicklungen in der Bled-eConference-Community ein – und darauf, dass die Community doch auch besser unterstützt werden sollte. Aber dazu gibt es Dienstag einen eigenen Workshop – über den ich dann separat berichte.

More to come …

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