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Triple-I – Praxisforum

Als Teil der Konferenz Triple-I in Graz findet ein Praxisforum statt mit Vorträgen zur Praxis von Web 2.0 (im Unternehmen). Insgesamt natürlich nicht sehr “tiefschürfend” aber mit ein paar interessanten Anregungen. Hier ein paar Ausschnitte aus dem was ich mitbekommen habe.

Vortrag “Virtuelle Welten – Das Medium der Zukunft” von Frank Kappe, TU Graz

Zu dieser sehr anregenden Präsentation (im Part “Professors4Industry”) gäbe es viel zu berichten. Ich selbst bin ja eher skeptisch bezüglich der Nützlichkeit von 3D-Welten. Sehr gut fand ich aber das Beispiel von “Sun MPK20″ – hier werden (u.a.) semiautomatisch und synchron die normalen Arbeitsplätze der Benutzer in die virtuelle Welt projeziert. D.h. wenn jemand an seinem Desktop an einer Powerpoint-Präsentation arbeitet, dann kann dies so in die 3D-Welt projeziert werden, dass an der Wand eines Raumes die Arbeiten am Desktop erscheinen (Screen/Application-Sharing) und der Avatar des Benutzers davor steht. Wenn sich ein anderer Benutzer nähert, dann kann einfach (Audio-)Kontakt aufgenommen werden. Das finde ich eine sehr elegante Möglichkeit Workspace-Awareness zu schaffen.

Vortrag “Web 2.0 und Unternehmen – das passt zusammen” von Werner Schacher, Succon

Merkmale, die eine Web 2.0 Anwendung ausmachen (aus Praxisbeispielen herausgeschält):

  • Das Web als Plattform
  • Beteiligung der User
  • Verteilte Managementfunktionen
  • geteilte Nutzungs- und Verwertungsrechte
  • Nutzung kollektiver Aktivität
  • Gesteigerter Wert von Daten

Dabei ist nur das erste zwingend, die anderen Merkmale sind optional.

“Corporate Web 2.0″ ist … Web 2.0 im Business-Kontext.

Strukturdimensionen:

  • die Motivation für CWeb 2.0 (neue Geschäftsmodelle, bisherige Geschäftsmodelle besser)
  • die Rolle von Web 2.0 (Geschäftscharakter, Erlöskontext)
  • das Anwendungsfeld für Web 2.0 (Primäre/sekundäre Aktivitäten nach Porter in Anwendung und Ergebnisnutzung)
  • die Akteure im CWeb 2.0 (Betreiber, Anwender, Nutzer)

Das Ganze steht auch im neuen Buch “Corporate Web 2.0 Band II” von Schachner und Tochtermann.

Vortrag “Die Innovationsplattform NEUROVATION” von Anna Maria Köck und Oliver Vallant, TU Graz, Bravestone IT GmbH

“Ziel ist es Kreativität an den Wissens/Innovationsarbeitsplatz zu bringen.” – OpenInnovation zu unterstützen – und dabei vor allem die Kreativphasen (mit Input aus der Psychologie)

Die Internet-Lösung ist verfügbar unter:
www.neurovation.net

Daneben gibt es noch eine Lösung für das Intranet eines Unternehmens:

  • Nutzung des Innovationspotentials aller Mitarbeiter innerhalb der Unternehmung
  • Mehr Wissen im Prozess – mehr Sicherheit bei Entscheidungen
  • Aufbau einer nachhaltigen Innovation-/Problemlösungs-Community
  • Belohnungsmodell mittels Ideen-/Problemstellungsauktion
  • Umfangreiche Voting-Möglichkeiten für Teilnehmer und Objekte

Interessant: Eine Idee / Ein Ziel der Gruppe ist es die interne und die externe Plattform zu koppeln – also das interne Ideenmanagement mit dem Crowdsourcing zu verbinden.

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Motivation bei Social Software

Es wird ja viel über Motivation berichtet – und dass es sich dabei um einen wichtigen Erfolgsfaktor für Social Software handelt (gerade in Unternehmen – Enterprise 2.0). Oft wird dabei zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden.

Auf einem Projekttreffen des Projektes Open-I habe ich einen anderen/zusätzlichen interessanten Ansatz zur Katgorisierung/Konkretisierung des Motivationsbegriffes gehört. Berichtet hat Frau Anja Schiepe vom Lehrstuhl für Psychologie an der TUM. Eigentlich ging es nicht um Motivation bei Social Software, sondern eher um Motivationsaspekte im Open Innovation Prozess (“Motivation für Innovation”) – aber am Ende ist das gar nicht so unterschiedlich.

Interessant war dabei ersten das Basismodell der Motivation: Motive bei Personen sorgen im Zusammenspiel mit der Situation in der sich die Personen befinden (der Plattform auf der sie arbeiten) für Motivation, welche sich dann wieder auf das Verhalten (der Personen) auswirkt. Der Bereich Motive von Personen wird dabei in drei Teilbereiche aufgeteilt: 1) Leistung (als Motiv), 2) Macht (als Motiv), 3) Anschluss (als Motiv). Die Plattform/Situation in der die Motivation gebraucht wird, muss nun zu den Motiven der Personen, die mit der Plattform arbeiten, passen/diese unterstützen. Erst dann gibt es Motivation. Beim Entwurf von Plattformen kann/soll man also diese drei Motivklassen näher anschauen.

Diese Unterteilung der Motive gefällt mir sehr gut. Ich glaube, dass man damit sehr gut Funktionalitäten / Eigenschaften von Plattformen ableiten kann. Natürlich werden die Motive in der Realität selten in Reinform auftreten – die Unterteilung hilft aber Funktionalitäten klarer herauszuarbeiten.

Anja Schiepe hat auch noch Bespiele präsentiert, wie im Bereich “Motivation für Innovation” die Unterstützung der einzelnen Motive aussehen könnte:

  • Leistungsmotiv
    • eigene Aufgaben
    • Qualitatives Feedback
  • Anschlussmotiv
    • Community Gedanke
    • Chat
  • Machtmotiv
    • “Innovator des Monats”
    • öffentliche Rangliste

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Bled2008 – EU

Das 21te Mal findet gerade in Bled (Slowenien) die Bled eConference statt – ein jährliches Treffen von Vertreter aus Universitäten, Unternehmen, Regierungen und Administrationen rund um Themen der eSociety.

Heute gab es im Rahmen der ersten Plenarsitzung (unter dem Titel “Overcoming Boundaries by eCollaboration: Government, Parliament, and University”) zwei Beiträge von EU-Vertretern, die ich erwähnenswert finde.

Zuerst berichtete Diana Wallis (Vice President of European Parliament) über ihre Erfahrungen mit der Einbeziehung von Wählen im Sinne einer eCollaboration. Ein Problem, das sie dabei sieht ist, dass es sehr viele Anlaufpunkte / Kommunikationskanäle gibt:

  • Die Web-Site des Europaparlaments
  • die Web-Sites der verschiedenen Komitees im Parlament
  • die Web-Sites der verschiedenen Parteien
  • die Web-Sites der einzelnen Parlamentsmitglieder

Die verschiedenen Kanäle ausreichend zu bedienen schaffen nur noch Lobby-Gruppen aber nicht die Individuen deren Meinung Frau Wallis gerne hören möchte. Interessant fand ich, dass Frau Wallis inzwischen im Sinne einer Transparenz die Lobby-Gruppen, die sie kontaktieren, auf ihrer Web-Site dokumentiert.

Zweiter Sprecher aus dem Umfeld der EU war Bror Salmelin (European Commission, ICT). Er betonte in seinem Beitrag vor allem die Bedeutung von “Open Innovation”.

Ein Argument war, dass heute für Innovation die “valley dynamics” (Vernetzung, Zusammenarbeit) wichtiger sind als brilliante Individuen oder brilliante Gruppen zu haben. Herr Salmelin sprach hier von einer Entwicklung “towards an open world”.

In diesem Zusammenhang sprach er das Problem an, wie wir diese “connectivity” nutzen können – den größtmöglchen Nutzen daraus ziehen können.

Ein sehr spannender Kommentar dazu ging darauf ein, dass Spontanität, Flexibilität dafür notwendig ist. Vor allem auch die Möglichkeit dann arbeiten zu können, wenn man gerade Ideen hat. Er stellte das sehr anschaulich dar, dass die geblockten acht Stunden Arbeit sich viel flexibler auf die verfügbaren 24 Stunden aufteilen können sollten – nicht mehr aber flexibler. Ich würde hier noch hinzufügen, dass die Verfügbarkeit von Zugangsmöglichkeiten zu Informationssystemen immer wichtiger wird – von mobilen und ubiquitären.

Im Zusammenhang der breiteren Integration von Nutzen in Innovationsprozesse ging Herr Salmelin natürlich auch auf das European Network of Living Labs (ENoLL) ein, das momentan noch sehr lokal konzentriert Beiträge zu Open Innovation liefert. Hierauf will die EU aufsetzen und die Ausbreitung / Vernetzung der Living Labs weiter fördern.

Links die Bror Salmelin dazu am Ende noch empfohlen hat:

Am Ende der Session ging Roger Clarke auch nochmal kurz auf die aktuellen Entwicklungen in der Bled-eConference-Community ein – und darauf, dass die Community doch auch besser unterstützt werden sollte. Aber dazu gibt es Dienstag einen eigenen Workshop – über den ich dann separat berichte.

More to come …

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TUM Research Excellence Award 2008

Am Montag (den 21.4.2008) war ich zur Verleihung des “TUM-Research Excellence Awards in Innovation and Leadership 2008″ eingeladen – eine sehr spannende Veranstaltung von der TUM und der Peter Pribilla Stiftung in den Räumen der Carl Friedrich von Siemens Stiftung beim Schloss Nymphenburg.

Der Titel “Innovation and Leadership” klingt sehr BWL-lastig … und es war auch die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TUM Mitausrichter – es lohnt sich aber trotzdem weiterzulesen ;-)

Ich möchte nämlich vom Gastvortrag des Abends und vom Vortrag des Preisträgers berichten.

Der Gastvortrag zum Thema “Leading Global Innovation” wurde von Prof. Yves Doz, INSEAD gehalten.
Preisträger war Karim Lakhani, Harvard Business School. In beiden Beiträgen ging es um neue Bestrebungen mit Innovation umzugehen (bzw. sie zu erreichen) – u.a. durch Beteiligung von möglichst vielen aus den Unternehmen und von ausserhalb (die vom Web 2.0 bekannte Partizipation für Innovationen). Vor allem Karim Lakhani berichtete über verschiedenste Aspekte im Zusammenhang mit Web 2.0 und Enterprise 2.0. Btw: Karim Lakhani ist u.a. für den ersten und einzigen Harvard Business School Case bekannt, der unter einer Creative Commons Lizenz steht – zu “Wikipedia” – zusammen mit Andrew McAfee (siehe hier).

Ich werde jetzt nicht versuchen die inspirierenden Vorträge wiederzugeben, sondern liste nur einige Zitate der beiden Vortragenden auf, die ich mir als merkenswert notiert haben – und gebe ein paar Kommentare zu den Zitaten.

  • “management should not be separated from work”
    - In Open-Source Projekten gibt es sehr wohl Hierarchien und Manager – aber diese “Manager” sind gleichzeitig auch Programmierer – vielleicht ist das ein Erfolgsmodell für Partizipationsmodelle in Unternehmen? So wurde auch argumentiert, dass Hierarchien nicht grundsätzlich schlecht/demotivierend sein müssen – wie gesagt: In vielen (erfolgreichen) Open-Source Projekten gibt es auch Hierarchien.

  • “transaction costs for knowledge transfer can be quite high inside a firm”
    - Das wurde u.a. als Grund dafür angegeben, dass es oft billiger/besser ist, Externe anzuheuern um die Kommunikation/den Transfer zu leisten, der im Unternehmen nicht möglich ist. Dieses Problem kann und sollte aber lösbar / milderbar sein …

  • Ein Grund für die hohen Transaktionskosten scheint die fehlende Transparenz zu sein …

  • everything is about “broadcasting”
    - Aus diesem Grund hat Karim Lakhani auch “Broadcasting” als wichtiges Konzept bei der Einbeziehung vieler (hier fiel auch der Begriff “Crowdsourcing”) genannt und ausgeführt – u.a. auch am Erfolgs-Beispiel InnoCentive.

  • “you only need simple tools – email lists and repositories”
    - Diese Erkenntnis kommt wieder aus Open-Source-Projekten. Es muss also nicht schwer sein das Broadcasting zu implementieren. Hierzu wurde aber einschränkend angemerkt, dass das vielleicht in Open-Source Projekten funktioniert weil alles Relevante sehr gut in Text dargestellt werden kann. Bei anderen Projekten sieht das vielleicht anders aus. Auch zu InnoCentive wurde bemerkt, dass dieser Ansatz nicht 1:1 auf andere Branchen übertragbar ist, da Probleme nicht überall so wie in der Chemie völlig losgelöst vom Kontext dargestellt und gelöst werden können.

  • “collaboration cannot be delegated”

Weitere sehr interessante Argumente für die Notwendigkeit von (unternehmensübergreifendem) “Broadcasting” von Karim waren weiterhin folgende:

  • “knowledge is distributed” (Egal welches Unternehmen man wählt – die Mehrzahl der Experten zu einem Thema sitzt ausserhalb des Unternehmens)
  • “knowledge is sticky (does not travel well …)” – Dieses Argument von Eric von Hippel (MIT) besagt vereinfacht, dass man Wissen nur schwer (nicht) externalisieren kann – sowohl bezogen auf die Person an der das Wissen hängt als auch auf den Kontext in dem das Wissens steht.

Btw: Gerade wurden hier in München zwei vom BMBF geförderte Projekte gestartet, die sich mit Partizipationsaspekten beim Innovationsmanagement beschäftigen:

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Diskontinuierliche Innovation – Part 2

Bitte zuerst Part 1 anschauen – falls nicht schon geschehen.

So – Und was hat das nun mit diskontinuierlicher Innovation zu tun?

Zuerst vielleicht einmal ein paar Worte dazu, was diskontinuierliche Innovation überhaupt ist … Hierunter versteht man größere Innovationssprünge, die über die iterative (kontinuierliche) Weiterentwicklung/Verbesserung von schon vorhandenen Konzepten/Ideen hinausgehen. Problem dabei ist, dass klassische Innovationsprozesse auf kontinuierliche Verbesserung ausgerichtet sind – u.a. dadurch, dass Ideen von den Fachexperten bewertet werden, die mehr auf Verbesserungen der etablierten Prozesse, das was sie kennen/beobachten, schauen als auf etwas ganz Neues/Unerwartetes. Diese Fachexperten sehen also meist den Gorilla nicht – und damit wären wir wieder bei Part 1, dem Video.

Mit meiner Kollegin Kathrin Möslein habe ich mir in einem Beitrag zur Wirtschaftsinformatik 2007 (siehe unten) Gedanken gemacht, was man da tun kann – wie man die Chance, dass eine Idee “ungeplanterweise” bei dem landet, der was damit anfangen kann, erhöhen kann – und natürlich wie man erreichen kann, dass Ideengeber überhaupt Ideen einreichen.

Unser Lösungsvorschlag besteht aus der Nutzung von grossen Wandbildschirmen an halböffentlichen Plätzen im Unternehmen zur “Visualisierung des Ideenpotentials im Unternehmen”. Also die Bereitstellung zusätzlicher “Fenster” in die oft schon existierenden Ideenmanagementsysteme. Dadurch kann einerseits ein Gewahrsein über Ideen (bei nicht fest bestimmten Empfängern) erreicht werden, andererseits unterstützt die Lösung auch die Wertschätzung für die Ideengeber (indem sie sichtbar sind/werden). Weitere Details dazu im Paper:

Michael Koch, Kathrin Möslein: Diskontinuierliche Innovation fördern – Die Rolle von Idea Mirrors zur Unterstützung von Innovation und Kooperation im Unternehmen. Proc. Tagung Wirtschaftsinformatik (1): S. 787-804, Universitätsverlag Karlsruhe, Karlsruhe, 2007.
PDF (789KB)

Die Idee wurde übrigens weitergeführt und inzwischen auch in Prototypen umgesetzt. Demnächst startet auch eine Evaluierung der “Idea Mirrors” in Unternehmen.

Btw: Der Werbeclip von Part 1 greift eine Studie der University of Illinois auf – siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Unaufmerksamkeitsblindheit oder http://viscog.beckman.uiuc.edu/djs_lab/demos.html für weitere Information dazu.

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Diskontinuierliche Innovation

Robert Basic hat mich mit seinem Beitrag unter dem Titel “13″ auf ein Testvideo aufmerksam gemacht, das ich schon aus anderem Kontext kannte …

Test Me

Und was das Ganze mit “diskontinuierlicher Innovation” zu tun hat dann in einem weiteren Post – ich will ja niemanden vom Test ablenken ;-)

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Killing good ideas …

… can harm your future – Das ist das Label unter nachfolgendem Video zu den Möglichkeiten, die Fokusgruppen haben, innovative / disruptive Ideen zu “töten”.

Red fire is too scary , does it come in green? And a round wheel can run over your foot. Does in come in a square?

Danke Robert für den Link.

Videolink

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Innovation als kreative Zerstörung

Gestern Abend war ich von der Firma InterFace AG zu einem Vortrag mit dem Titel “Innovation als kreative Zerstörung: Herausforderungen für Unternehmer und Manager” eingeladen. Referent war Dr. Simon Grand von RISE Management Research an der Universität St. Gallen.

Herr Grand entpuppte sich als sehr charismatischer Redner mit viel philosophischem Hintergrund. So erläuterte er uns auch den Hintergrund des häufig falsch interpretierten Zitats “Innovation als kreative Zerstörung” des Philosophen Schlumpeter: Damit sei gemeint, dass Innovation auch immer etwas zerstört – denn das Neue braucht Platz. “Innovation impliziert immer zugleich Wertschöpfung und Wertvernichtung.” Vor den Hintergrund der vielen Praxisbeispiele aus der Management-Forschung von RISE konnte Herr Grand das sehr schön illustrieren.

Der Vortrag hat mir seht viele Anregungen zur Betrachtung von Innovation und Management gegeben. Hier (für mein Mikrocontentmanagement und für andere Interessierte) ein paar Schnippsel daraus:

  • Definition von Innovation: Schaffung und Etablierung neuer Lösungen für bestehende und neue Probleme
  • Dabei nicht nur die Entwicklung der Idee, sondern vor allem auch deren Umsetzung, z.B. erfolgreiche Kommerzialisierung
  • “Innovation findet in den lokalen, situativen und fokussierten Tätigkeiten von Unternehmern und Managern statt.”
  • “Innovation braucht strategische Referenzen, die zugleich fokussiert und flexibel sind.” – Eine Menge von Kernaxiomen (axiomatic core, rational void) mit einem schützenden, flexibilisierenden Mantel (protctive belt) von Metaphern, Geschichten, Rationalisierungen, Modellen, Zahlen, Begründungen, …
  • “Unternehmerisches Management impliziert die Etablierung und Stabilisierung dieser strategischen Referenzen.”
  • Wo liegt die Wertschöpfung des C-Levels/des Unternehmers? Warum reden Unternehmer so viel?
    Ganz einfach ;-): Eine wichtige Aufgabe des Unternehmers ist es Kernaxiome (strategischen Referenzen) für das Unternehmen festzulegen und diese zu kommunizieren und zu interpretieren (damit alle anderen etwas zum daran festhalten haben – zum Umgang mit der Unsicherheit). Diesen “protective belt” um die Kernaxiome zu bauen, gegen die Realität zu verteidigen bzw. an die Realität anzupassen ist eine laufende Tätigkeit und wird durch eine “Serie von Argumentationsformen” stabilisiert.

  • “Unternehmerisches Management schafft unternehmerische Handlungsfähigkeit unter Unsicherheit.”

Noch eine Social-Software-Bemerkung am Schluss: Herr Grand hat beim Abendessen auch von seinen Erfahrungen beim Einsatz von generischen (Kommunikations- und Kollaborations-)Werkzeugen berichtet – So ist die Homepage von RISE auf einem Wiki aufgebaut (unverkennbar MediaWiki ;-)). Ausserdem haben sie damit experimentiert, einen Forschungsblog einzuführen – sind aber daran gescheitert – Blog-Software wird allerdings eingesetzt um die Ankündigungen von RISE zu publizieren (und in das Wiki zu integrieren).

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Bridging the Gap: Financial Impact of Web 2.0

Alexander Richter berichtet auf seinem Blog schon ausführlich über den gestrigen Event “Bridging the Gap – Financial Impact of Web 2.0″ an der TU München. So kann ich mir einen ausführlichen Gesamtbericht sparen und mich auf ein paar kleine Punkte konzentrieren, die mir aufgefallen sind.

Web 2.0 – Eine neue Dot.com Blase? Das war natürlich eine Frage an den CIO der Deutschen Bank, Klaus Martini. Interessant fand ich, dass er in seiner Antwort darauf vor allem darauf eingegangen ist, dass im Unterschied zur Blase 2000 heute die Unternehmen kaum börsennotiert sind (es kaum IPOs gäbe). Es würden bei Misserfolgen also nicht die gesamte Wirtschaft geschädigt, sondern NUR die Unternehmen, die in die Neulinge investiert haben. Irgendwie beruhigt mich das noch nicht so ganz …

Virtuelle Welten und Innovation (bei/durch IBM) … insgesamt nicht so berauschend – es fehlte mir etwas das Konkrete – so zwischen den Zeilen habe ich aber ein paar interessante Punkte rausgehört, die meiner Meinung nach im Rest etwas unter gingen:

  • Florian Babel betonte, dass er die (rosige) Zukunft nicht in der Plattform Second Life selbst sehe, sondern in geschlossenen und offenen virtuellen Welten allgemein – der nächsten oder übernächsten Generation nach Second Life – Das ist doch mal eine vernünftige Stellungnahmen in dem ganzen Second Life Hype!
  • Weiterhin versuchte er darauf einzugehen, wo die Innovationspotentiale von Web 2.0 und Virtuellen Welten liegen. Hierzu stellte er aus einer aktuellen IBM-Studie zu Innovation die drei Ebenen vor, auf denen Innovation erfolgen kann: 1) Produkte, Services, Märkte; 2) Betriebsabläufe; und 3) Geschäfts- und Unternehmensmodelle – Das Potential läge hauptsächlich bei der Ermöglichung neuer Geschäfts- und Unternehmensmodelle.

Die Beispiele und sonstigen Ausführungen waren aber etwas zu sehr durcheinandergewürfelt um mich so richtig zu überzeugen …

Zum Abschluss noch zum Thema Gründung: Alexander Richter hat schon über den inspirierenden Vortrag von Alexander Samwer berichtet. Noch besser fand ich persönlich aber das Duo Mark Möbius (UnternehmerTUM) und Felix Haas (amiando). Erstens mal war die Vorstellung sehr unterhaltsam :-) Und dabei hat Felix Haas auch noch einiges an praxisnahen Tipps losgelassen …

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