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Forschungsanträge und Meteorologie
Verfasst von kochm unter Universität am 2.7.2008
Auf dem Academics-Blog gab es letzte Woche einen spannenden Beitrag zu “Was Forschungsanträge mit Meteorologie zu tun haben”.
Der Beitrag behandelt ein Grundproblem deutscher und europäischer Forschungsförderung: Eine Förderung kann nur dann (Erfolg versprechend) beantragt werden, wenn eine präzise Fragestellung und möglichst auch schon Skizzen der (möglichen/wahrscheinlichen) Ergebnisse und der Verwertung der Ergebnisse vorliegen.
Nun stellt aber die Präzisierung einer Fragestellung allein schon einen erheblichen Teil einer Forschungsarbeit dar! Wenn man voraussagen könnte, was das Ergebnis einer Forschungsarbeit sein wird, dann bräuchte man die Arbeit eigentlich gar nicht mehr. In oben zitiertem Beitrag wird das am Beispiel von Albert Einstein veranschaulicht: “Konnte Albert Einstein vor seinen Forschungen etwas beschreiben wie „Ich plane mit Unterstützung folgender Mitarbeiter … ein dreijähriges Forschungsprojekt, an dessen Ende ich die Formel E=m ∙ c² entdeckt und damit die allgemeine Relativitätstheorie begründet haben werde. Hierzu benötige ich x Schweizer Franken und 3 Vollzeitstellen… “ ?”
Glücklicherweise ist die Welt nicht komplett schwarz …
Einerseits sehen die Projektbetreuer bei den Fördermittelgebern die Situation häufig recht realistisch und erlauben eine flexible “Anpassung” des Forschungsplanes, der Forschungsziele. Warum muss man das dann aber am Anfang überhaupt so ausführlich beschreiben? Das sind ziemlich viel verschwendete Ressourcen. Im Endeffekt beantragt man so Projekte für etwas, das man schon gemacht hat, um im Projekt etwas neues erarbeiten zu können, das man dann wieder als Basis des nächsten Antrages verwenden kann. Schönes System ;-) Es ist nur sehr schwierig da rein zu kommen.
Andererseits gibt es einige (wenige) pragmatische Fördermittelgeber, die auch ohne ausführliche Anträge in denen schon alle Ergebnisse beschrieben werden, für gute Ideen und gute Konsortien Mittel zur Verfügung stellen.
Was hat die Diskussion aber nun mit Meteorologie zu tun? In anfangs zitiertem Beitrag heisst es dazu: “Forschungsergebnisse lassen sich bei guter Forschung zum Glück nicht vorhersagen wie das Wetter und selbst dies – die Meteorologen werden mir verzeihen – klappt ja nur bedingt.”