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Ethik und Moral

“Ethik im Unternehmen – erfolgreich durch Denken” war der Titel eines von der Interface AG organisierten Vortrages des Philosophen Klaus-Jürgen Grün, dem ich am 26.6. beiwohnen durfte.

Den ganzen Vortrag wiederzugeben wäre etwas zu viel verlangt – nachdem ich nicht live mitgeschrieben, sondern eher mitgedacht und mitgezweifelt habe … – ausserdem gibt es eine gute Beschreibung zum Vortrag von Herrn Grün auf dem IF-Blog. An dieser Stelle also “nur” für mein “Mikrocontentmanagement” ein paar bedenkenswerte / aufschreibenswerte Schnippsel aus dem Vortrag.

Zuerst hat Herr Grün versucht Moral und Ethik grundsätzlich zu definieren. Dabei habe ich mir gemerkt:

  • Moral = Zwänge (etwas zu tun) + Tabus (etwas nicht zu tun)
  • Ethik ist die (strukturierte) Beschäftigung mit Moral

Zur Erklärung des Ganzen ist er viel auf Immanuel Kant und dessen kategorischen Imperativ eingegangen. Ich habe mir dabei gemerkt, dass hier eine “moralische Handlung” als eine Handlung definiert wird, die nicht aus irgendwelchen (egoistischen) Beweggründen ausgeführt wird (sicher stark vereinfacht …).

Das Problem an dieser Definition ist aber nun, dass Menschen nach Meinung einiger Soziologen grundsätzlich egoistisch handeln – auch scheinbar “selbstlose” Handlungen haben immer einen “egoistischen Kern” – z.B. den egoistischen Wunsch nach Anerkennung etc.

Mit dem Beispiel des Hippokratischen Eides der Mediziner – als erstes Beispiel einer Unternehmens/Berufsgruppenethik – ist mir aber klar geworden, dass es noch mehr gibt. Berufsgruppen/Unternehmen können sehr wohl gewisse Versuchungen, denen sie unterliegen tabuisieren und damit eine Vorteil für den Berufsstand, das Unternehmen oder die Gesellschaft als ganzes (und damit wieder den Berufsstand und das Unternehmen) erzielen.

Hierzu passt auch die Argumentation Grüns, dass sich Moral aus der Versuchung definiert, in der wir uns befinden/sehen – aber von der wir ahnen, dass es nicht gut ist (für uns, für die Gesellschaft) – von der wir uns schützen wollen.

Interessant war auch die Diskussion darüber, dass viele Aspekte der (Unternehmens-)Moral heute in Gesetzen festgeschrieben werden. Damit werden sie aber zu sehr generalisiert. In jedem Unternehmen sind die zuvor beschriebenen Versuchungen anders – und damit sind auch in jedem Unternehmen andere Zwänge und Tabus notwendig.

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