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Gründermarkt Forum Kiedrich
Wie auf kooperationssysteme.de schon angekündigt, war ich heute vom Forum Kiedrich zu einem Vortrag auf deren 22. Gründermarkt in Wiesbaden eingeladen. Das Oberthema des halbjährlich stattfindenden Gründer-Events in Hessen war dieses mal explizit “Vernetzung”. Leider konnte ich nicht von Anfang an dabei sein, sondern bin erst am Nachmittag dazu gestossen. Aber in seinen Abschlussworten hat Jürgen Fuchs den Tag (und die Idee dahinter) sehr schön zusammengefasst:
Der Tag wurde eingeleitet mit einem Einführungsreferat von Gerald Hüther, Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universität Göttingen. Dabei ging es unter anderem darum, wie sich das Gehirn entwickelt. Die wichtigsten Fakten, die Jürgen Fuchs am Ende des Tages nochmal zusammengefasst/ergänzt hat:
- zuerst nimmt die Zahl der Gehirnzellen zu
- dann vernetzen sich die Zellen immer mehr; die Zunahme der Zellenzahl wird immer langsamer
- irgendwann steigt die Zahl der Gehirnzellen nicht weiter – etwa bei 10 Mrd – (nimmt eher sogar ab), die Vernetzung geht aber weiter
- Wichtige Ereignisse in der Zeit sind die Geburt des Menschen und später die Entwicklung eines Bewusstseins / eines Ichs
Nach der Vernetzung der Gehirnzellen folgte die Vernetzung der anwesenden Gründer und Unterstützer – in Networking-Pausen zwischen Pitches und Workshops.
Dann kam ich … mit einem Vortrag zu “Social Networking und Online Communities”, also einem kurzen Schlaglicht auf die Fortführung / Unterstützung der Vernetzung im Internet.
Und so richtig rund wurde das Ganze dann durch den schon angesprochenen Ausklang von Jürgen Fuchs, Mitinitiator und Gesellschafter des Forum Kiedrich. Jürgen Fuchs zeigte zuerst nochmal den Roten Faden des Tages auf und ging dann noch einen Schritt weiter. Er zitierte die Gaia-Hypothese nach der die Erde (bzw. die Oberfläche mit der gesamten Biosphäre) ein lebender Organismus sei – wie der Mensch selbst.
Eine Interpretation diese Hypothese ist, dass die Menschen (auf der Erde) den Gehirnzellen (im Menschen) entsprechen. Und damit zurück zum Anfang:
- zuerst nimmt die Zahl der Menschen zu (langsam und dann immer schneller)
- dann vernetzen sich die Menschen immer mehr
- …
- interessant: der Verlauf der Entwicklung eines (menschlichen) Gehirns stimmt mit der Entwicklung der Menschheit scheinbar recht gut überein – und die 10 Mrd erscheinen auch eine gute Prognose für die Weltbevölkerung
Damit ergibt sich natürlich die Frage, wann die Erde ein Bewusstsein erlangt …
Jürgen Fuchs nannte noch weitere interessante Gemeinsamkeiten der Gegenüberstellung des menschlichen Gehirns mit der Erde als Organismus:
- wie im menschlichen Gehirn haben sich auf der Erde eine rechte und linke Gehirnhälfte entwickelt – “der Westen” (links: logisch, strukturiert, analytisch) und der “ferne Osten / Asien” (rechts: intuitiv, kreativ, emotional, ganzheitlich)
- und wie im menschlichen Gehirn ist es dort besonders turbulent, wo die beiden Gehirnhälften verbunden sind – im Corpus Callosum – auf der Erde sind das zwei Bereiche (wegen Kugelform ;-)): Osteuropa/Bosporus und Japan/Taiwan/Hong Kong.
Interessante Gedanken …
Btw: Im Lebenslauf von Jürgen Fuchs seht: “Jürgen Fuchs ist Unternehmens-Berater, Buchautor und Lehrbeauftragter für ‘Philosophie und Economics’” – eine interessante Mischung! Die Rückfahrt nach München habe ich mit einem seiner Bücher verbracht (… und bin mal wieder nicht zum Arbeiten gekommen ;-): “Das Märchenbuch für Manager” – echt gut – eine Sammlung von vielen kleinen Geschichten, jede mit einer Anregung/(Lebens-/Management-)Weissheit – viel “Food for thought”. U.a. ist auch der oben angesprochene Vergleich zwischen menschlichem Gehirn und der Erde als Organismus (Gaia) in Form einer Geschichte im Buch zu finden.
Ach ja, bei der Durchsicht der Profile der auf diesem Gründermarkt vorgestellten Unternehmensgründungen bzw. im Gespräch nach dem Vortrag sind mir auch ein paar aufgefallen, die sehr gut zum Thema Social Networking passen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
- acomo – Die versuchen eine Plattform für Social Networking Plattformen / Online Communities ala ning.com zu schaffen
- boomloop – Eine Social Networking Plattform für Events: “boomloop ist eine Event-Community, auf der Du einfach Veranstaltungen finden kannst, die Dich persönlich interessieren. Freunde zusammentrommeln ist ebenso einfach – per SMS, Chat oder Web.” – bei einem kurzen Gespräch mit den Gründern konnten sie zu allen Wettbewerbern, die mir eingefallen sind, sagen wo/warum sie besser sind – genau so wie es sich gehört ;-)
- lynto – Eine Plattform zum Netzwerken – aber zusätzlich mit sehr viel Funktionen zum Zusammenarbeiten – Neben Individuen werden auch Unternehmen besonders repräsentiert.