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Buchkritik – Outlier – The Story of Success

Den Titel “Outliers – The Story of Success” muss man doch unbedingt lesen ;-) Vor allem dann, wenn er von einem meiner Lieblingsautoren Malcolm Gladwell kommt – der mich schon mit seinen Werken “The Tipping Point” und “Blink!” überzeugt hat.

Leider musste das Buch ziemlich lange auf meinem “Still-to-read”-Stapel warten, bis es endlich dran kam …

Nach dem Lesen kann ich zusammenfassend sagen: Echt gut – kommt meiner Meinung nach nicht an “The Tipping Point” ran, liefert aber wieder einiges an “Food for Thought” – natürlich in der typisch amerikanischen Art, die Fakten mit leicht verdaulichen Geschichten verbindet (muss man natürlich mögen).

Zum Inhalt: Malcom Gladwell geht in seinem Buch dem Thema “Erfolg” nach – genauer gesagt der Frage, was die Gründe/Auslöser von Erfolg sind. Eine Kernaussage dabei ist, dass es die “(statistischen) Ausreißer” (outliers), d.h. Erfolg einfach nur wegen persönlicher Fähigkeiten nicht gibt. Erfolg basiert immer auf vielen Faktoren, neben günstigen Rahmenbedingungen vor allem der Ansammlung von kleinen Vorteilen (über harte Arbeit).

Zuerst untersucht Gladwell dazu den Einfluss von Intelligenz auf Erfolg – Intelligenz gemessen im IQ. Ergebnis der Betrachtungen ist, dass der IQ nicht direkt mit Erfolg korreliert. D.h. ein höherer IQ bedeutet nicht automatisch (auch nicht statistisch) mehr Erfolg. Wie mit vielen anderen messbaren Eigenschaften (z.B. der Größer bei Baskeballspielern oder der Fitness bei Sportlern) gibt es zwar einen Schwellwert, den man mindestens haben sollte. Wenn man diesen Schwellwert erreicht hat, dann gibt es aber keine Unterschiede mehr bei unterschiedlichem IQ. (Ein Beispiel, das Gladwell dazu nennt ist, dass Einstein einen IQ von 150 hat, und dass jemand mit einem IQ von 190 nicht per se besser ist als Einstein.)

Überhaupt ist der (messbare) IQ vielleicht nicht das für Erfolg relevante Mass. Aber jedes andere messbare Mass ist auch nicht passend. Nach Gladwell sind viel viel wichtiger als irgendwelche konkrete Eigenschaften, die man hat (sobald man den notwendigen Schwellwert überschritten hat), die Möglichkeiten und die Übung, die man hatte. Also z.B., dass man zum richtigen Zeitpunkt geboren wurde und damit zur richtigen Zeit die Möglichkeiten hatte, sich mit einem Thema zu beschäftigen. Auch hier fällt Erfolg nicht vom Himmel. Interessant ist, dass man wohl etwa 10.000 Stunden Übung braucht um in irgendeinem Feld sehr gut zu werden. Dies illustriert Gladwell an verschiedenen Beispielen – von Bill Gates (10.000 Stunden Programmierübung) bis zu den Beatles (10.000 Stunden Praxis auf der Bühne). Neben den Beispielen belegt Gladwell die Aussage mit den 10.000 Stunden mit einer Studie unter den Studenten einer Musikhochschule.

Als Zusammenfassung des ersten Teils des Buches möchte ich Gladwell selbst zitiert: “success arises out of the steady accumulation of advantages”

Im zweiten Teil des Buches stellt Gladwell die Frage, ob Frage ob “cultural legacies” (traditions and attitudes we inherit) Einfluss auf Erfolg nehmen können – also vielleicht Teil der akkumulierten Vorteile sein können.

Dabei berichtet er noch mehr als im ersten Teil über Geschehnisse und wie sich diese erklären lassen – u.a. im Bereich von Flugunfällen. Auf der Seite der Theorie werden verschiedene Dimensionen aus den Studien von Geert Hofstede präsentiert – u.a. der Power Distance Index (PDI).

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Erklärungen für die kulturellen Unterschiede: Der Fleiss der Chinesen (Asiaten) kommt vom Reisanbau – Hier ist man das ganze Jahr über ganztags beschäftigt – im Vergleich zum Ackerbau in Europa, wo man schon mal den ganzen Winter faulenzen konnte und auch sonst zwischen Aussaat und Ernte das Feld für sich alleine lassen konnte ohne die Ernteerträge sehr zu beeinflussen.

Auch hier ist also die Aussage, dass nicht die Kultur Einfluss auf Erfolg hat, sondern die Kultur (akkumulierte Erfahrungen) höchstens Einfluss darauf haben, wie willig/fleissig man arbeitet – und es wieder hauptsächlich die Übung/Arbeit ist, die Erfolg determiniert.

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Buchkritik – Deutsch fürs Leben

“Deutsch fürs Leben – was die Schule zu lehren vergaß” – so heißt ein Buch von Wolf Schneider, das sich letztes Weihnachten auf meinem Geschenketisch fand, und das inzwischen auf meinem Still-to-Read-Stapel weit genug nach oben gekommen war, um Beachtung zu finden.

Und ich muss sagen: Wirklich lesenswert!

Wolf Schneider ist erfolgreicher Autor verschiedener Bücher zu Sprach- und Stillehre. In diesem Buch präsentiert er in der Form von 50 Regeln Tipps und Empfehlungen für den Umgang mit der deutschen Sprache. Darunter findet sich sowohl Altbekanntes in anschaulich aufbereiteter und mit vielen (Negativ-)Beispielen ergänzter Form, als auch wirkliche Neuigkeiten (für mich). Nachfolgend ein paar Dinge, die mir besonders aufgefallen sind.

Die 12-Silben Regel (Regel 18): Ein Autor soll sich hüten, das logisch oder psychologisch Zusammengehörige in einem Satz um mehr als 12 Silben auseinanderzureißen, wie die Grammatik es mittels (geschachtelter) Nebensätze durchaus erlaubt. Warum 12 Silben? Das hat damit zu tun, was der Mensch durchschnittlich in 3 Sekunden ließt und so fähig ist zu speichern.

Ein Negativbeispiel dazu (S. 81): “Mithin wird dieser Streik, der zu vermeiden gewesen wäre, hätte man entweder den Schlichterspruch von 5,4 Prozent bei verlängerter Tariflaufzeit oder das Arbeitgeberangebot von 4,8 Prozent bei erhöhten Sockelbeträgen zu Gunsten der niedrigen Lohn- und Gehaltsstufen akzeptiert, voll auf dem Rücken der Bürger ausgetragen.”

Soweit noch keine Überraschungen. In Regel 27 schlägt Schneider nun aber als eine Lösungsmöglichkeit zu Regel 18 vor, “Die beiden Hälften des Verbums zusammenziehen”. Er spricht das Umklammerungsgesetz an, das ich auch noch aus der Schule kenne: Besteht das Verb aus zwei Hälften, so umklammern diese Hälften das Objekt und die Umstandsangaben. Beispiel: “Ich habe den einzigen Schlüssel zu meinem Auto gestern irgendwo im Wald verloren”. Überraschend für mich war die Aussage, dass man konform zur deutschen Grammatik die beiden Hälften durchaus zusammen ziehen darf. Wir müssen gar nicht schreiben: “Sie wären gerne von ihren goldenen Stühlen aufgestanden”, sondern können schreiben “Sie wären gerne aufgestanden von ihren goldenen Stühlen” (so schreibt auch Heinrich Heine). Und ich habe bisher immer gedacht, ich mache etwas falsch, wenn ich die leichter verständliche Variante wähle.

Interessant auch die Regel 36: “Alle sieben Satzzeichen verwenden”. Jedes richtig gesetzt Komma ist eine Lesehilfe, aber auch die fünf nur sehr selten genutzten Satzzeichen Fragezeichen, Ausrufungszeichen, Doppelpunkt, Semikolon und Gedankenstrich, können helfen, einen Text lesbarer zu machen.

Sehr erhellend fand ich schließlich die Regel 38: “Ziffern sinnvoll einsetzen”. Auch ich hatte irgendwie aus der Schule mitgenommen, dass man Zahlen grundsätzlich ausschreibt, es sei denn sie enthalten ein “und”. Dann darf (bzw. sollte) man sie in Ziffern schreiben. Schneider stellt das etwas differenzierter dar. So ist seine Hauptregel, dass die Verwendung konsistent sein soll. Ein “von 11 auf dreizehn Prozent” soll es in Texten also nicht geben. Auch empfielt Schneider eine gezielte Verwendung der verschiedenen Darstellungsformen um zusammengehörige Zahlen zu kennzeichnen. Ein Beispiel: “Von 19 Ministern sind binnen achtzehn Monaten 9 ausgeschieden” ist besser als “Von 19 Ministern sind binnen 18 Monaten 9 ausgeschieden”.

Insgesamt liefert Schneider ein sehr gut lesbares Buch mit vielen nützlichen Tipps für die tägliche Praxis. Und auch wenn ich sicher noch nicht alles einhalte, was Wolf Schneider empfiehlt, so merke ich inzwischen doch schon, dass ich meine Texte an der ein oder anderen Regel prüfe und verbessere.

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Buchkommentar – Laienspiel – Kluftingers neuer Fall

Vor guten zwei Wochen hat sich mein “Still-to-read”-Stapel von einem Tag auf den anderen ziemlich erhöht ;-)

Neben Milchgeld – Kluftingers erster Fall” lag auch “Laienspiel – Kluftingers neuer Fall” von Volker Klüpfel und Michael Kobr auf dem Stapel …

Wie beim ersten Buch handelt es sich auch hier wieder um einen Krimi, der im Allgäu spielt und von einem Allgäuer Kommissar (Kluftinger) gelöst wird – und eben von zwei Allgäuer Autoren geschrieben worden ist. Dieses mal hat der Fall allerdings größere Dimensionen – so ist neben dem Bundeskriminalamt auch die Österreichische Gendarmerie beteiligt.

Mein Kurzkommentar zum Buch gleicht allerdings meinem Kommentar zu “Milchgeld”: Ein solide und spannend aufgebauter Kriminalfall – spannend zu lesen – aber irgendwie “flach”. So schaffen es (meiner Meinung nach) die Autoren weder die Personen im Buch an sich noch die spezielle Atmosphäre des Allgäus gut rüber zu bringen. Gute Ansätze werden entweder nicht ausgeführt oder gehen schnell in (unnötige) Übertreibungen über.

Auch mit der “Dimension” des Falls und den immer wieder aufgegriffenen belehrenden und nachdenklich machen wollenden Bemerkungen zu Terrorismus und darum herum hatte ich meine Bauchschmerzen. Ich finde das passt nicht in dieses Buch – zumindest nicht so wie es die Autoren gemacht haben.

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