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Kollaborative Literaturverwaltung

Literaturverwaltung, d.h. das Erfassen und Annotieren von Referenzen zu einem Gebiet, ist eine wichtige Aktivität im Rahmen wissenschaftlicher Arbeit. Dabei wird oft auf Desktop-Lösungen wie z.B. Endnote zurückgegriffen. Man kann damit sehr schön für sich selbst Informationen zu Litaraturreferenzen erfassen, Notizen dazu machen, eventuell sogar PDF-Dateien speichern und Literaturverzeichnisse generieren.

Was aber nicht geht ist die Zusammenarbeit – weder als enge Zusammenarbeit, d.h. gemeinsam ein Buch schreiben und die Literatur dazu parallel erfassen – wir haben das mal mit Endnote und Kopien von Datenbanken versucht – geht aber nicht wirklich gut – und schon gar nicht lose Zusammenarbeit, d.h. Information darüber, was Kollegen so lesen, das gemeinsame Erschließen von Literatur zu einem Thema, das Austauschen von Literatur(-referenzen).

Es gibt nun ein paar Web-basierte Lösungen, die beide Ziele integrieren. Die bekanntesten sind CiteULike und Bibsonomy. Ich habe vor zwei Jahren schon mal einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben.

Folgender aktueller Open Access Artikel beschreibt verschiedene Dienste etwas näher: http://www.ploscompbiol.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pcbi.1\
000204

Ich möchte hier aber einen dritten aufstrebenden Dienst vorstellen, mit dem wir gerade einige gute Erfahrungen gemacht haben: mendeley.com.

Was kann Mendeley:

  • Desktop-Client, mit dem ich Literatur und Kommentare sowie PDFs erfassen kann und Literaturverzeichnisse für Word etc erstellen kann (also wie Endnote)
  • Synchronisation der Daten mit einem zentralen Server – d.h. Zugriff von überall her über Web-Schnittstelle, Synchronisation auf verschiedene Rechner
  • Selektive Veröffentlichung der Daten auf der Web-Plattform – z.B. eigenes Literaturverzeichnis oder Readinglisten für alle (unter einer URL zugänglich) – z.B. meine “public
    collection” zu CSCW
    oder meine Publikationen

  • Definition von Gruppen – D.h. Gruppe von Personen kann gemeinsam an einer Sammlung von Referenzen arbeiten und hat Zugriff auf PDFs und Kommentare aller

Wir nutzen Mendeley aktuell z.B. für folgende Szenarien:

1) “Normale/Individuelle Wissenschaftliche Arbeit”:

Erfassung und Verwaltung der Referenzen für die eigene wissenschaftliche Arbeit mit dem Offline-Client.

2) Eigene Veröffentlichungen:

Grundidee:

  • Auf Website wird auf öffentliche Liste verwiesen / eingebunden
  • D.h. ich muss website nicht mehr pflegen, schiebe nur auf meinem Client eine Veröffentlichung in den Ordner und sie erscheint sofort da wo sie soll

Aktuell geht das mit Mendeley “nur” als öffentliche Literaturliste wie meine “public collection” zu CSCW. Sobald Mendeley RSS/JSON Feeds anbietet (ist angekündigt), dann sind Lösungen möglich wie wir sie aktuell mit Bibsonomy realisieren: Interaktiv durchsuchbare Liste der Veröffentlichungen der Forschungsgruppe CSCM.

3) Projekt

  • Einrichten einer “shared group” für Projekt – Teilnehmer direkt einladen
  • relevante veröffentlichungen von privater bibliothek direkt da rein kopieren (Drag and Drop)
  • damit stehen die (und auch die PDFs) allen zur Verfügung und können von allen annotiert und getagged werden

4) Diplomarbeiten – spezielle Form eines Projektes

Wir nutzen 3) gerade viel in Diplomarbeiten. Zuerst zur schnellen Bereitstellung der Einstiegsliteratur – einfach von Gruppe für Diplomarbeit anlegen, Diplomanden einladen und Literaturreferenzen (mit PDFs) aus eigener Bibliothek in die Gruppe ziehen. Dann kann der
Diplomand seine Literaturverwaltung mit Mendeley machen und über die Gruppe zurückkommunizieren, was er gefunden hat. Damit kann dann auch die von Diplomanden gefundene Literatur einfach in die eigene Literaturliste zurückgeführt werden.

Hat noch jemand andere Nutzungsszenarien ausprobiert / Erfahrungen
mit Werkzeugen zur Literaturverwaltung gesammelt?

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Social Reference Managers

Wir sind gerade dabei, eine neue Website für unsere Arbeitsgruppe an der Universität zu entwerfen – und haben uns für WordPress als technische Basis entschieden. Damit ist sowohl das ConentManagement für statische Seiten (WordPress Pages) abgedeckt als auch die dynamische Microcontent- und Ankündigungs-Funktionalität eines Blogs. Ausserdem kann man über Plugins einfach weitere Quellen (RSS-Feeds anderer Blogs oder delicios Bookmarks) integrieren.

Ein Problem, das noch nicht abschliessend gelöst ist, ist die Art und Weise, wie unsere (wie üblich im akademischen Bereich SEHR WICHTIGE) Publikationsliste verwaltet und integriert werden soll.

Den Ideen von Social Software folgend, bietet sich an die Referenzen auf einer der verfügbaren Social Reference Manager Angebote (Social Bookmarking aber für Literatur(-referenzen)) zu verwalten und dann irgendwie in den Blog zu integrieren.

Frage 1: Welchen der verschiedenen Social Reference Manager sollen wir nehmen? Nach einer ersten Recherche blieben zwei mögliche Angebote in der engeren Wahl: CiteULike und Bibsonomy. Während ersterer eine bereitere Benutzerbasis und einen Fokus auf Literaturreferenzen hat, gefällt mir bei zweiterem die Vielfalt der Exportmöglichkeiten (und die Ankündigung, demnächst eine REST API anzubieten). Zuerst gestört hat mich bei Bibsonomy die Eigenschaft sowohl Bookmarks als auch Literaturreferenzen zu verwalten – ich nehme doch schon Delicious – soll ich jetzt alles umziehen? Fragen über Fragen …

Zwischenfazit: Irgendwie ist Bibsonomy “schöner” …

Frage 2: Wie bekommen wir die in Bibsonomy verwalteten Literaturreferenzen in den Blog rein? Am besten ohne selbst etwas zu programmieren. Eine erste Suche nach Plugins, die diese Arbeit erledigen war leider nicht erfolgreich. Aber Bibsonomy bietet die Möglichkeiten, Literaturlisten als RSS-Feeds (für Neuzugänge) und als HTML-Seiten (zum Einfügen in die WordPress Pages) zu bekommen. Das sollte gehen.

Soviel zum Auswahlprozess. Wir beginnen jetzt mal mit der Umsetzung.

Falls irgendwer da draussen noch andere (bessere) Lösungen weiss, bitte möglichst bald schreien ;-)

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