Archiv für Kategorie Universität

Multikonferenz Wirtschaftsinformatik – Tag 1 – WI vs IS

Nach einem sehr netten Pre-Conference Meeting in der Max-Emmanuel-Brauerei in Schwabing hat am 26.2. an der TUM in Garching die Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2008 begonnen. Nach einer kurzen Einführung durch den Dekan der Fakultät für Informatik der TUM und Prof. Krcmar (kurze Randbemerkung: die “Prabel”rutsche im Informatik-Gebäude hat keine “Ellipsen”form – Prabel- und Ellipsengleichung sind zwar nicht so weit voneinander weg – beides Kegelschnitte ;-) -, aber …) begann die Tagung mit einer Keynote von Prof. König zu Forschungsmethoden in der Wirtschaftsinformatik(ausbildung).

Herr König präsentierte interessante Zahlen zur “Publikationsleistung” deutscher Wirtschaftsinformatiker – Journals und Konferenzen nach “international akzeptierten” Rankings. Und da sieht die deutsche Wirtschaftsinformatik gar nicht gut aus … Die Frage von Herrn König war nun, woran das liegt und ob man was machen will/soll.

In der Motivation am Anfang führte er aus:

Eine Veröffentlichung/wissenschaftliche Arbeit verlangt neben Originalität vor allem eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Dies wird wesentlich durch sauber durchgeführte Forschungsmethoden determiniert.

In der deutschen Wirtschaftsinformatik ist die Methodenausbildung (im Bachelor, Master und während der Promotion) nun weniger ausgeprägt als international üblich. Hier kann ich die Zahlen von Herrn König nur bestätigen – gerade in der Promotionsphase wird nur noch sehr wenig Methodendiskussion/Methodenausbildung angeboten/genutzt.

Wie schließt man nun diese Lücke? Hier die Vorschläge von Herrn König:

  • (Master-)Studenten und Doktoranden sollen mehr (wissenschaftliche Papiere) lesen – und das Gelesene diskutieren
  • Es soll Forschungsmethoden-Veranstaltungen (im Master aber vor allem für Doktoranden) geben – evtl. im Rahmen eines (potentiell überregionalen) strukturierten Promotionsprogramms/Doktorandenseminare
  • Forschungs-Jour-Fixes, Literaturkurse, (mehr) Kooperation mit internationalen Top-Forschern

Die besondere Notwendigkeit einer speziellen methodischen Fundierung motiviert Herr König auch an der Stärke der deutschen Wirtschaftsinformatik – in der Erklärungswelt und der Gestaltungswelt gleichermaßen zu Hause zu sein. Dadurch ergibt sich ein erhöhter Bedarf an methodischer Fundierung.

Diese Besonderheit der deutschen Wirtschaftsinformatik war auch Ausgangspunkt der Diskussion zur Keynote und tauchte im weiteren Verlauf des Tages immer wieder auf – u.a. in der Wissenschaftstheorie/Forschungsmethodik-Teilkonferenz.

Interessant war hier vor allem die Argumentation, dass man sich doch in der deutschen WI nicht an der amerikanischen IS-Community orientieren sollte (sich nur an den IS-Rankings messen sollte). Denn während die deutsche WI erfolgreich ist (steigende Studierendenzahlen, guter Kontakt zur Praxis, Relevanz) ist die IS auf einem absteigenden Ast (sinkende Studierendenzahlen, beinahe kein Kontakt zur Praxis). Es wäre also besser, einen eigenen Massstab für die deutsche WI zu finden.

Hier war die Argumentation dann aber auch, dass eine größere Gestaltungsorientierung der WI zwar die Nicht-Präsenz in den amerikanischen IS-Zeitschriften erklärt, nicht aber eine Nicht-Präsenz in den ACM- und IEEE-Transactions, die ja eher gestaltungsorientiert sind. Stärkere Methodenausbildung bleibt also unabhängig davon wichtig.

Btw: Ein interessanter – wenn auch etwas “amerikanisch” ausgerichteter – Beitrag zu dem Thema ist “Why the old world cannot publish? – Overcoming challenges in publishing high-impact IS research”

Und noch ein “Schnippsel” aus den Diskussionen im Laufe des Tages: Immer mehr Universitäten greifen die Vorschläge von König schon auf: Einerseits finden sich immer mehr (Master-)Lehrveranstaltungen, in denen die Studierende wissenschaftliche Paper/Bücher lesen müssen und diskutieren können – andererseits bieten immer mehr Universitäten/Fakultäten inzwischen begleitend zur klassischen Promotion Programme zur Methodenausbildung für die Doktoranden an.

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Vertrauen – Allgemein und bei der Hochschulreform

Im Dezember-Heft der Zeitschrift Forschung und Lehre sind verschiedene (kurze) Artikel rund um das Thema “Vertrauen” abgedruckt. Nachdem Vertrauen auch in Social Software und speziell in Sozialen Netzwerken immer wieder als zentrale Zutat angesprochen wird, denke ich, dass das Thema auch hier im Blog von Interesse sein könnte und fasse hier einige meiner Meinung nach wichtige Aussagen zusammen.

Zuerst zur allgemeinen Einführung in das Thema:
Guido Möllering: “Meistens gut, manchmal schlecht, immer ambivalent – Vertrauen als Aufheben von Ungewissheit”, S. 716-717

  • Positive Effekte (von Vertrauen)
    • Wesentlich erweiterter Möglichkeitsraum (Zitat N. Luhmann: “Ohne jedliches Vertrauen könnte man morgens sein Bett nicht verlassen”)
    • Einsparung von Kontrollaufwand (Kontrolle als Sand im Getriebe, Vertrauen als Schmirmittel)
    • Oportunistisches Verhalten nimmt in vertrauensvollen Beziehung ab und konstruktives Verhallten nimmt zu
  • Negative Effekte (von Vertrauen)
    • Unbedingte Loyalität schränkt Möglichkeitsraum stark ein
  • “Vertrauen braucht Grundlagen, und es ist daher richtig und wichtig, ‘gute Gründe’ für Vertrauen zu identifizieren. (…) Vertrauen muss (aber) stets über gute Gründe hinausgehen. Vertrauen muss enttäuscht werden können (…)”
  • Aufhebung von Ungewissheit: “Der Vertrauende überwindet die Ungewissheit, doch er eliminiert sie nicht, denn die Zweifel bleiben latent.”

Peter Gutjahr-Löser geht in “Wir können nicht mehr vertrauen – Der Begriff des öffentlichen Amtes und die Aufgaben der Professoren” (S. 726-727) auf Vertrauen bzw. den Vertrauensverlust an Hochschulen ein.

“Die Hochschulen werden derzeit von einer in ihrer Geschichte fast beispiellosen Fülle von Kontrollverfahren, Evaluationen oder Akkreditierungen überzogen. Es ist der Vertrauensverlust, der auch das Amt des Hochschullehrers unter den Verdacht des Freiheitsmissbrauchs stellt. Aber: Ohne Vertrauen wird es keine Wissenschaft geben.”

  • Gutjahr-Löser argumentiert, dass das langwierige Auswahlverfahren für Professoren (und die viele Unsicherheit auf dem Weg, sie hohen “Abbruchquoten”) u.a. damit zu begründen/erklären sind, dass dem Professor nach der Berufung große Freiheiten (Vertrauen) geschenkt wird – Allerdings schlägt heute der Kontroll-Wahn (“wir können nicht mehr vertrauen”) zu um die (wenigen) Fehlberufungen, die es noch gibt, unter Kontrolle zu bringen.
  • Problem: “(…) dass die Ablenkung der zu geistigen Leistungen besonders befähigten Mitbürger von ihren wissenschaftlichen Problemen und ihre Hinlenkung auf die Alltagsprobleme der Lebensbewältiung zu einem nicht messbaren Ausfall an Forschungsleistungen führt (…)”
  • Interessant: Gerade heute, wo in vielen Bereichen immer mehr Vertrauen in Mitarbeiter gesteckt wird (werden muss), tritt der Staat mit seinen Universitäten/Professoren einen Rückschritt an …

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Programmiersprachen

Ich lese gerade “Hackers & Painters” von Paul Graham – mehr dazu demnächst in einem ausführlicherem Buchkommentar – vorab aber schon mal ein paar Kommentare zu Grahams Aussagen zu Programmiersprachen.

Eine wichtige Aussage von Graham dazu ist, dass die heutigen Hochsprachen nicht alle gleich mächtig sind. (Da stimme ich auf jeden Fall mit ihm überein – die verschiedenen Hochsprachen sind für verschiedene Anforderungen verschieden gut geeignet.)

In diesem Zusammenhang (verschiedene Mächtigkeit von Hochsprachen) geht Graham auf die Evolution von Programmiersprachen ein – und stellt Java dabei als toten (aussterbenden) Pfad dar – quasi als “Neandertaler der Programmiersprachen” ;-) Ausserdem argumentiert er, dass es nicht nur verschieden gute Sprachen gibt, sondern tatsächlich eine beste/mächtigste, und zwar Lisp.

Eines seiner Argument ist, dass (gute) Programmiersprachen zwei Eigenschaften haben müssen: Abstraktheit und Mächtigkeit.

Bzgl. Abstraktheit: Es müssen die richtigen Abstraktionen für die Aufgabe sein. So sagt Graham, dass Prolog sehr mächtige Abstraktionen hat – aber nur zur Lösung von etwa 2% aller Probleme – für alle anderen Probleme müsse man diese Abstraktionen missbrauchen um Quasi-Pascal-Programme zu schreiben (S. 150f).

Mächtigkeit zeigt sich darin, dass eine Programmiersprache mit wenigen Konzepten möglichst viel leisten kann. Und dabei ist Effizienz nicht so wichtig – Rechner werden immer schneller und viel dieses Geschwindgkeitszuwachses kann dafür verwendet werden, es einfacher für Menschen zu machen, Computer zu programmieren. (“Wasting programmer time is the true inefficiency, not wasting machine time.”, S. 161)

Bei der Einschätzung, dass Lisp die derzeit mächtigste Programmiersprache ist, bezieht Graham sich unter anderem auf den Essay “How to Become a Hacker” von Eric Raymond. Dieser schreibt dort, dass “Would-be Hacker” folgende Programmiersprachen lernen/können sollten

  • Python und Java (leicht zu lernen)
  • C (um Unix zu hacken)
  • Perl (für Systemadministration und CGI-Skripten)
  • und schließlich Lisp

Dabei wird für Lisp nach Aussage Grahams immer das Argument zum Lernen von Latein angegeben: Man wird Lisp nicht nutzen können/wollen, aber man wird ein besserer Programmierer (in den anderen Sprachen), wenn man einmal Lisp verstanden hat.

Dies sieht Graham allerdings nicht so … Seiner Meinung nach ist Lisp schon heute eine Sprache, die einem Vorteile gegenüber anderen verschafft – und wird es in Zukunft immer mehr werden.

Auf Seite 183 bringt Graham noch einen anderen interessanten Vergleich von Programmiersprachen: Vor einigen Jahren war Java “cool” bei Hackern, dann kam Perl, dann Python, und neuerdings Ruby. “If you look at these languages in order (…) you notice an interesting pattern. (…) Each one is progressively more like Lisp.” Vor einiger Zeit hätte man Ruby sogar als Lisp-Dialekt verkaufen können – so Graham.

Eine interessante “Bestätigung” von Grahams Argumenten, dass Lisp die mächtigste Programmiersprache ist, sieht er darin, dass er mit Freunden die Software ihres Startups Viaweb komplett in Lisp geschrieben haben – und damit den Vorteil hatten, neue Funktionaliät sehr schnell zu realisieren. Graham schreibt in seinem Buch dazu, dass er in seiner Entrepreneur-Phase seine Wettbewerber immer durch Lektüre ihrer Stellenausschreibungen beobachtet und eingeschätzt hat:

  • “The safest kind were the ones that wanted Oracle experience. You never had to worry about those.”
  • “You were also safe if they said they wanted C++ or Java developers.”
  • “If they wanted Perl or Python programmers, that ould be a bit frightning – that’s starting t sound like a company where the technical side, at least, is run by real hackers.”
  • “If I had ever seen a job posting looking for Lisp hackers, I would have been really worried.”

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Universitäten

In der neuesten Ausgabe von “Forschung und Lehre” (11/2007, S.651) ist in der Kategorie “Fundsachen” ein Zitat abgedruckt, das ich hier wiedergeben will – weil es mir zu denken gegeben hat:

“In den USA diskutieren Kollegen beim Mittagessen über ihre Forschung, in Deutschland über das Programm der nächsten Senatssitzung.” (Der Amerikaner Dennis Snower; zitiert nach Handelblatt.com vom 15. Oktober 2007)

Hmmm. Ganz so extrem ist es natürlich nicht – ich habe tatsächlich schon mal beim Mittagessen mit Kollegen über Forschung und Projekte (inhaltlich) diskutiert ;-) – aber ein bisschen Wahrheit ist schon dran – ein immer wieder kehrendes Thema bei den “freien Gesprächen” sind Hochschulentwicklung, Hochschulpolitik, Wissenschaftspolitik und Forschungspolitik. Eigentlich schade, dass diese Dinge so wichtig geworden sind und inzwischen so viel Platz einnehmen. Ich hoffe nur darauf, dass das nur eine Erscheinung der Übergangsphase ist – des Übergangs von Diplom zu BA/MA, von nachgeordneten Universitäten zu eigenständig handelnden Universitäten, von Zeitbezug zu Leistungsbezug, von passiven Studierenden zu zielgerichteten Studierenden (der Begriffe “Kunde” gefällt mir in Bezug auf Studierende nicht so ganz – irgendwie ist die Beziehung Dozent-Studierender doch noch etwas anderes als eine Kundenbezehung und sollte es auch bleiben), … Ja, es passiert momentan einiges an deutschen Universitäten.

In diesem Kontext ein weiteres Zitat aus der neuesten Forschung und Lehre (11/2007, S.645):

“(…) Als heute nur noch externer Beobachter der deutschen Universitätsszene nehme ich einen sich beschleunigenden Transformationsprozess wahr. Einige Hochschulen verändern sich unterwartet schnell und massiv, das hätte ich noch vor kurzem für unmöglich gehalten. Ich bin sicher, dass diese Universitäten in wenigen Jahren zur Weltspitze aufschließen. Unsere Menschen haben die Potentiale, lediglich die Organisation war ineffizient. (…) Für mich gibt es keinen Zweifel, dass die früheren Strukturen und Entscheidungsprozesse sich radikal verändern werden. Ich würde diese Transformation mit ‘weg von der Mentalität des öffentlichen Dienstes’ hin ‘zur Kultur privater Dienstleistung’ beschreiben. (…)” (Hermann Simon)

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Bloggende Professoren

Robert Basic hat im Basic Thinking Blog vor einiger Zeit eine Diskussion dazu losgetreten, warum es so wenig bloggende Professoren gibt. Gestern gab es einen Update zur Diskussion, in der er unter anderem einen längeren Kommentar von Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch zu dem Thema wiedergibt (hier Prof. Stefanowitschs Blog).

Insgesamt erst mal Zustimmung von meiner Seite – aber auch ein paar kleine Kommentare (für die Diskussion).

Prof. Stefanowitsch schreibt, dass seine Kollegen häufig

Probleme damit (hatten), sich konkret vorzustellen, wie das Bloggen so abläuft

Ich glaube, dass das ein sehr wichtiger Punkt ist. Bei mir selbst musste ich beobachten, dass ich selbst erst etwas experimentieren musste (und immer noch dabei bin zu experimentieren), wie ich das Medium für mich nutzen kann und will. Wie Stefanowitsch auch schreibt unterscheidet sich das “Publizieren” in Blogs doch sehr von den “gewohnten” Publikationsmedien. Ich glaube, dass sich viele Kollegen die notwendige Zeit zum Experimentieren (und Reflektieren) nicht nehmen. Hier hilft vielleicht die von Robert Basic angestossene Sammlung von “Best Practices”. Das hat man ja auch schon bei der Einführung von “internen Blogs” in Unternehmen beobachtet – man muss erst mal eine Idee und dann ein Gefühl dafür bekommen, was man damit anfangen kann.

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Drei Aspekte/Typen beim Bloggen

Beim Verfolgen der Berichte zu den Contentmanager.days 2007 von Frank Hamm auf INJELEA.de ist mir eben ein Zitat von Peter Schütt aufgefallen: (siehe Dokumentation der Podiumsdiskussion zu CMS vs. Blog- und Wiki-System)

Hr. Schütt: Siehe 3 Aspekte beim Bloggen – Privat + Intern + Firma bloggt nach draußen

Das kleine Zitat fand ich insofern spannend, da wir selbst in der Gruppe gerade am experimentieren sind, wie viele Blogs jeder/wir eigentlich brauchen. Und das bisherige Ergebnis lautet auch “drei”:

  • ein privater (und öffentlicher) Blog, auf dem je nach Gemütslage zu privatem oder zu fachlichen Themen gebloggt wird
  • ein privater (und interner) Blog, auf dem eine Person über interne Projekte, (Zwischen-)Ergebnisse, Erwartungen, Anbahnungen etc schreibt – Bei uns bedeutet intern aktuell für die ganze Universität – abre nicht öffentlich, so dass es bei Google erscheint – das ist auch immer noch ein Work-in-progress, das “Geheimhaltungsdenken” etwas aufzubrechen
  • und schließlich noch ein Blog, auf dem die Forschungsgruppe fertige Ergebnisse und Veranstaltungen ankündigt – also ein “Firma bloggt nach draußen”. Hierzu tragen alle Mitglieder der Forschungsgruppe bei.

Auch bei Wikis sehe ich aktuell die Notwendigkeit für mindestens zwei Zugriffsbereiche: öffentlich und (universitäts-)intern – denn nicht alle Ideensammlungen zu zukünftigen Diplomarbeitsthemen oder den Punken, die auf der nächsten Abteilungsbesprechung zu besprechen sind, sind für die breite Öffentlichkeit (und für Google) bestimmt. Hier ist meiner Erfahrung nach die Leistung, die zu erbringen ist, möglichst wenige weitere Zugriffsbereiche zu schaffen (Untergruppen) – aber ich glaube nicht, dass man unter die zwei kommt.

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WordPress Multi-User und Alternativen

Für eine interne Multi-Blog-Plattform (an der Universität) suche ich momentan die “richtige” Open-Source Lösung – Als erstes bin ich dabei auf WordPress mu gestossen und habe es ausprobiert – Grund dafür waren guten Erfahrungen mit WordPress (einfache Installierbarkeit, gute Unterstützung, viele Plugins/Themes, Pages, …). Die Plattform war auch sehr schnell oben und funktionierte bestens.

Auf meiner Liste “unbedingt notwendiger Features” für eine Multi-Blog-Plattform stehen aber einige, die mit WordPress mu scheinbar nicht so leicht umzusetzen sind: vor allem das Tagging der Posts und die Blog-übergreifende Tag-Suche sowie eine Blog-übergreifende TagCloud.

Kennt irgendwer solche Lösungen für WordPress mu? Und wenn nicht, welche Alternativen zu WordPress mu sollte ich mir anschauen? Meine erste Recherche stiess auf die Perl-Lösung Movable Type und einige Java-Lösungen … Aber so richtig überschwenglich hat sich keiner dazu geäussert …

Update: Simple Tagging mit einem zusätzlichen WordPress-mu Plugin scheint zu funktionieren – hier ein Kommentar dazu

Update: Simplet Tagging ab V1.7 unterstützt WordPress-mu direkt … siehe hier … aber ich bekomm es noch nicht so ganz zum Laufen …

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Social Reference Managers

Wir sind gerade dabei, eine neue Website für unsere Arbeitsgruppe an der Universität zu entwerfen – und haben uns für WordPress als technische Basis entschieden. Damit ist sowohl das ConentManagement für statische Seiten (WordPress Pages) abgedeckt als auch die dynamische Microcontent- und Ankündigungs-Funktionalität eines Blogs. Ausserdem kann man über Plugins einfach weitere Quellen (RSS-Feeds anderer Blogs oder delicios Bookmarks) integrieren.

Ein Problem, das noch nicht abschliessend gelöst ist, ist die Art und Weise, wie unsere (wie üblich im akademischen Bereich SEHR WICHTIGE) Publikationsliste verwaltet und integriert werden soll.

Den Ideen von Social Software folgend, bietet sich an die Referenzen auf einer der verfügbaren Social Reference Manager Angebote (Social Bookmarking aber für Literatur(-referenzen)) zu verwalten und dann irgendwie in den Blog zu integrieren.

Frage 1: Welchen der verschiedenen Social Reference Manager sollen wir nehmen? Nach einer ersten Recherche blieben zwei mögliche Angebote in der engeren Wahl: CiteULike und Bibsonomy. Während ersterer eine bereitere Benutzerbasis und einen Fokus auf Literaturreferenzen hat, gefällt mir bei zweiterem die Vielfalt der Exportmöglichkeiten (und die Ankündigung, demnächst eine REST API anzubieten). Zuerst gestört hat mich bei Bibsonomy die Eigenschaft sowohl Bookmarks als auch Literaturreferenzen zu verwalten – ich nehme doch schon Delicious – soll ich jetzt alles umziehen? Fragen über Fragen …

Zwischenfazit: Irgendwie ist Bibsonomy “schöner” …

Frage 2: Wie bekommen wir die in Bibsonomy verwalteten Literaturreferenzen in den Blog rein? Am besten ohne selbst etwas zu programmieren. Eine erste Suche nach Plugins, die diese Arbeit erledigen war leider nicht erfolgreich. Aber Bibsonomy bietet die Möglichkeiten, Literaturlisten als RSS-Feeds (für Neuzugänge) und als HTML-Seiten (zum Einfügen in die WordPress Pages) zu bekommen. Das sollte gehen.

Soviel zum Auswahlprozess. Wir beginnen jetzt mal mit der Umsetzung.

Falls irgendwer da draussen noch andere (bessere) Lösungen weiss, bitte möglichst bald schreien ;-)

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Vorlesung zu Web 2.0 und Social Software, Blogs

Ich war heute an der Universität in Erlangen-Nürnberg und habe den dortigen BWL-Bachelor-Studierenden über “Web 2.0 und Social Software” berichtet (die Präsentation findet sich hier). Der Jahrgang hat etwa 600 Studierende – es waren aber nur 200-300 da … hoffentlich nicht wegen meiner Anwesenheit, sondern eher weil den Verantwortlichen vorher rausgerutscht ist, dass mein Gastvortrag nicht prüfungsrelevant ist :-)

Der Gastvortrag fand im Rahmen des “Internet-Praktikums” für die Bachelor-Studierenden statt, in dem sie die “Handhabung und Anwendung von Softwarewerkzeugen zur Erstellung von Internet-Anwendungen” mitbekommen sollten. Ich habe mich also neben einer allegemeinen Einführung hauptsächlich darauf konzentriert, was man aus dem Social Software Bereich wie nutzen kann – und dabei speziell auf Blogs und RSS.

Meiner Meinung nach ist das nämlich eine Kombination, die in der Team- und Projektkommunikation noch viel zu wenig genutzt wird. Mit Hilfe von Blog-Plattformen wie wordpress.com oder blogger.de kann man sehr leicht dynamische persönliche Web-Seiten aufziehen, über die man persönliches Microcontent-Management betreiben kann und sich anderen – u.a. den Mitgliedern von Teams, in denen man mitarbeitet – mitteilen kann, also Awareness schaffen kann.

Damit das klappt, muss man aber von dem Gedanken weg, dauernd zu entscheiden zu können/müssen, was wer sehen will / kann / soll … das ist zumindest meine Erfahrung. Am besten einfach alles bloggen – die Selektion findet dann auf der Seite der Empfänger statt. Aber geht das wirklich? So könnte es für die Kommunikation mit meinen Mitarbeitern am Lehrstuhl sinnvoll sein über neue Ideen für Klausuraufgaben zu bloggen – diese Einträge sollten aber vielleicht nicht für die Studierenden sichtbar sein, welche die Klausur dann irgendwann mal schreiben sollen ;-). Ist das eine “natürliche Grenze” für Blogging? Oder ein Grund verschiedene Blogs zu pflegen oder doch über Zugriffsrechte nachzudenken? Offen gesagt, ich weiss noch nicht. Aber ich werde weiter experimentieren.

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ABC der Kulturen

Eher zufällig beim Durchsehen der Veranstaltungsübersicht im “In München” bin ich gestern auf die Veranstaltung “ABC der Kulturen” an der Ludwig-Maximilians-Universität gestossen – und auch hingegangen. Im “Jahr der Geisteswissenschaften” haben auf der Veranstaltung die verschiedenen geisteswissenschaftlichen Fakultäten der LMU ihre Arbeiten publikumswirksam (in Form von kurzen Vorträgen und Workshops) dargestellt.

Zwar habe ich nur zwei Vorträge im Block “Schrift und Sprache als Schlüssel zu Kulturen” gehört – Wolfgang Schulze zur “Vielfalt der Sprachen” und Stephan Packard zu “Mediensemiotische Fragestellungen: Ist Donald eine Ente?” – aber das hat echt Lust auf mehr gemacht. Insbesondere letzterer. Es ist schon faszinierend, was man mit Semiotik alles “anstellen” kann. Ich habe da auch viele Anküpfungspunkte an meine Arbeit mit rechnergestützter Kommunikation und Kooperation gefunden. Und fast noch besser als der eigentliche Vortrag dazu, ob Donald (Duck) nun eine Ente oder ein Mensch (als Ente dargestellt) ist, war die kurze Diskussion, in der Packard auf Comics in unterschiedlichen Kulturen eingegangen ist – und darauf, wie die semiotischen Aspekte der Einheit, Zweiheit und Dreiheit da je nach Kultur unterschiedlich wirken / interpretiert werden können. Aber auch Schulze hat viel “Food for Thought” hinterlassen … vor allem die kurzen Kommentare dazu, warum sich unterschiedliche Sprachen so entwickelt haben wie sie es haben – allein schon abhängig von den äußeren Gegebenheiten in denen die Sprecher leben.

Resumee: Wenn ich Zeit hätte würde ich glatt noch ein geisteswissenschaftliches Studium aufnehmen wollen … Realisierbar (und fest vorgenommen) ist aber wohl eher ein regelmäßiger Besuch von entsprechenden Fachvorträgen.

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