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Science Has Only Two Legs

… unter diesem Titel stand das Editorial der Zeitschrift Communications of the ACM im September 2010 (von Moshe Y. Vardi, DOI: 10.1145/1810891.1810892). Als “Hobby-Wissenschaftstheoretiker” hat mich das natürlich sofort neugierig gemacht.

Die “ursprünglichen” zwei Säulen (im Englischen: legs oder pillars – “bipedal nature of science”) von Wissenschaft (bzw. der wissenschaftlichen Methoden) sind in diesem Zusammenhang Theorie (oder Modell) und Experiment. Eine wissenschaftliche Theorie ist ein erklärendes Rahmenwerk für eine Menge von (natürlichen) Phänomenen (Beschreibung von Ursache/Wirkungs-Zusammenhängen). Um nützlich zu sein sollte eine Theorie existierende Beobachtungen erklären und zugleich Vorhersagen für zukünftige Beobachtungen machen. Experimente werden genutzt um Theorien zu prüfen oder zu falsifizieren, oder auch um Daten für die Aufstellung einer neuen Theorie zu gewinnen.

Moshe Vardi führt in seinem Editorial nun aus, dass in letzter Zeit vor allem in Informatik-Kreisen immer mehr von einer dritten und sogar vierten Säule der Wissenschaft gesprochen wird.

Die dritte Säule (“third leg of science”) sei “computational science” oder einfach nur “computation” mit den Beispielen der numerischen Lösung komplizierter Gleichungssysteme und der massiven analytischen Simulationen.

Als vierte Säule wird hin und wieder zusätzlich die “usage of advanced computing capabilities to manipulate and explore massive datasets” genannt – also Data Mining im weitesten Sinne.

Aber erweitert das wirklich die auf Theorie und Experiment basierende Wissenschaft? Meiner und Vardis Meinung nach nicht. Denn bei beiden “neuen Säulen” geht es doch eigentlich “nur” um neue Methoden zur Darstellung von Theorien/Modellen und zur Generierung von Vorhersagen daraus.

Rhett Allain schreibt dazu sehr schön im Wired Blog: “It is important to remember the bipedal nature of science. Create models. Compare models with real life. Maybe the model is a conceptual model, maybe it is a model based on vector calculus, maybe it is a calculation in phython. They are all models. There is no third leg.”

Interessant ist für mich eher die Diskussion, wie konstruktionistische Methoden in die Wechselwirkung zwischen Theorie und Experiment einzuordnen sind. Aber das ist Stoff für einen andere Post.

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“Informing challenge” in der Wirtschaftsinformatik

In der Wirtschaftsinformatik wird ja schon seit längerem die Diskussion “rigor vs relevance” geführt. Dazu gehören meiner Meinung nach auch Beiträge wie “Der Zehnkampf des Hochschullehrers” vom Wirtschaftsinformatiker Peter Mertens. Mit den Fallstudienaktivitäten in meiner Gruppe tendiere ich ja auch etwas zum “Relevance-Lager” ;-)

Beim Aufarbeiten meines Still-to-read-Stapels habe ich eben einen sehr spannenden Artikel zu diesem Thema gelesen, den ich hier empfehlen und kurz kommentieren möchte: “Gill G, Bhattacherjee A. Whom are we Informing? Issues and Recommendations for MIS Research from an Informing Sciences Perspective. MIS Quarterly. 2009;33(2):217-235.”

This paper provides an introspective assessment of the current state of management information systems as a research discipline using the “lens” of the informing sciences. Based on this assessment, we observe that the degree to which MIS research is informing its key external clients – practitioners, students, and researchers in other disciplines – has declined over the years. This problem is particularly acute with respect to informing practitioners. Unfortunately, practitioner support may be critical in making up for lost resources caused by declining student enrollments. Despite this dire prognostication, we believe that it is possible to reverse this trend. Drawing upon cognitive science and diffusion of innovations research, we analyze the source of the problem and then present five recommendations aimed at leading MIS journals, scholars, and professional societies for improving the ability of MIS research to engage and inform its external clients.

Der Artikel ist also in einem der Leuchttürme des “Rigor-Lagers”, dem MISQ erschienen. Er behandelt aber die Entwicklungen in der Wissenschaftsdisziplin MIS und der Zeitschrift MISQ sehr kritisch. So thematisiert er insbesondere das Problem, dass MIS (zumindest in den USA) den Kontakt zu den Praktikern verliert. U.a. zeigen die Autoren dies daran auf, an wie vielen MISQ-Artikeln Praktiker beteiligt sind – ein Trend, der nach Hochphasen inzwischen die Null erreicht hat.

Neben der schön geführten Diskussion, die auch auf nationale Unterschiede eingeht und dabei die deutsche Wirtschaftsinformatik besonders herausstellt, gefällt mir an dem Beitrag aber besonders, dass das Problem klarer herausgearbeitet wird als in anderen Beiträgen.

So stellen die Autoren drei Herausforderungen dar, denen sich eine Wissenschaftsdisziplin stellen muss:

  • “Research challenge” – Welche Fragen sollen beantwortet werden und wie soll dabei vorgegangen werden?
  • “Resource challenge” – Wo bekommt man die Finanzierung her, die für die Forschungsaktivitäten notwendig ist?
  • “Informing challenge” – Wie stellt man sicher, dass die Forschungsergebnisse zu den “Kunden” gelangen?

Als Kunden bei der “Informing challenge” werden sowohl Studierende, WIssenschaftler aus anderen Disziplinen als auch Praktiker gesehen. Und bei all diesen Zielgruppen geht die Sichtbarkeit von MIS-Ergebnissen zurück.

Die Autoren argumentieren, dass die “Informing challenge” die am schlechtesten verstandene Herausforderung (in der Wirtschaftsinformatik) ist und dass hier noch viel Arbeit notwendig ist. Fallstudien und die (Weiter-)Entwicklung der Fallstudienmethodik werden als ein Lösungsbeitrag genannt. Und da sind wir wieder am Anfang, d.h. bei (unseren) Aktivitäten wie www.e20cases.org und KoFoBIS. Die Probleme mit Fallstudien zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse werden inzwischen in verschiedenen Beiträgen diskutiert/relativiert (z.B. in Flyvbjerg B. Five Misunderstandings About Case-Study Research. In: Seale C, Gobo G, Gubrium JF, Silverman D Qualitative Research Practice.Vol 12. London: Sage; 2004:420-434.). Unabhängig davon bleibt aber der Fakt, dass sich Fallstudien und Geschichten allgemein viel besser zur Kommunikation von Erkenntnissen, also zur Adressierung der “Informing challenge” eignen als andere Darstellungen. Da ist zwar noch viel zu tun, aber wir sind wohl auf dem richtigen Weg.

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Der Zehnkampf des Hochschullehrers

Das Jahr 2009 war geprägt von einer intensiven Diskussion der aktuellen Universitätsreformen in der Lehre – Stichwort Bachelor/Master. Dabei ging fast unter, dass in den letzten Jahren eine andere Umwälzung an den Universitäten in Gange ist – Stichwort Elitefindung und leistungsgerechte Bezahlung. Zentral dabei ist die Evaluation von Universitäten und Universitätsprofessoren. Und auch wenn da viel über die Qualität von Lehre geschrieben wird, so gibt es an Unis eigentlich nur ein Maß, welches von der Politik gepusht und von den Hochschulleitungen willig übernommen worden ist: Die Menge und Qualität von Veröffentlichungen (nach ganz bestimmten Bewertungsmassstäben / Rankings).

In diesem Zusammenhang wird immer wieder gerne auf den englischsprachigen Raum verwiesen, in dem das ja schon seit langem “erfolgreich” praktiziert wird, und an dem man sich orientieren muss. Wenn man aber etablierte Mitspieler aus dem amerikanischen Hochschulsystem fragt, wie sie die aktuellen Entwicklungen in Deutschland finden (z.B. hinsichtlich Kriterien bei Berufungen), dann hört man von denen, dass das mal wieder “typisch Deutsch” sei. Nirgendwo sonst ist alles so auf eine Kennzahl fokussiert wie bei uns.

Prof. Dr. Peter Mertens von der Universität Erlangen Nürnberg hat sich dieses Themas angenommen und ein sehr schönes Essay dazu verfasst, das er am 9.11.2009 an der WU Wien vorgetragen hat:

zehnkampf-des-hochschullehrers.pdf

Die zehn Disziplinen, die Mertens identifiziert, und von denen häufig leider nur eine massiv als Kennzahl zur Bewertung herangezogen wird, sind:

  1. Lehre, Betreuung von Studierenden, darunter Beschaffung von Praktikantenplätzen im In- und Ausland
  2. Erarbeiten von Lehrbüchern und anderen Lehrmaterialien
  3. Forschung und Ergebnistransfer in die Wissenschaft – Veröffentlichung in wissenschaftlichen Organen, auch international, Kongresse
  4. Forschung und Ergebnistransfer in die Praxis – Veröffentlichung in Praktikerorganen, Vorträge, (MBA-)Kurse, Kooperationsprojekte, Patente, Lizenzen
  5. Forschung und Ergebnistransfer in Politik und Gesellschaft – Mitwirkung in Gremien, Politikberatung, Auftritt in Medien
  6. Standortförderung, Hilfe bei Unternehmensgründung („Spin-offs“) und deren Nutzung für die Ausbildung von Studierenden
  7. Selbstverwaltung in der Universität
  8. Selbstverwaltung in der Fachgemeinschaft – Gremien, Herausgeberkreise von Fachzeitschriften, vielfältige Gutachten
  9. Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  10. Drittmittelakquisition

Ganz vollständig ist diese Liste meiner Meinung nach leider auch noch nicht. Es fehlt mir eine elfte Disziplin, die auch viel Energie und Erfahrung erfordert: “Projekt- und Personalmanagement”. Man könnte argumentieren, dass das doch “nur” ein Unterpunkt zu “10) Drittmittelakquisition” sei. Ich sehe aber einen deutlichen Unterschied zwischen der Akquise von Projekten und deren erfolgreicher und effizienter Durchführung (und des damit verbundenen Zeit/Ressourcen und Personalmanagements).

Interessant finde ich neben der Fokussetzung auf wenige dieser Disziplinen in den Bewertungsmaßstäben auch die Fokussetzung beim Aus- und Weiterbildungsangebot für Hochschullehrer. Wo – ausser vielleicht am guten Vorbild der eigenen akademischen Lehrer – lernt man denn an heutigen Universitäten etwas zu effizientem Management, zu Lehre oder zu gutem Ergebnistransfer in die Praxis und Gesellschaft? Aber das hängt ja zusammen – eine andere Anreizsetzung würde auch zu einer veränderten Nachfrage und einem veränderten Angebot bei diesen Punkten führen.

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Buchkommentar – How Professors Think

Das Buch (“How Professors Think – Inside the Curious World of Academic Judgment” von Michele Lamont hat mich gleich vom Titel her sehr angesprochen. Das wollte ich nämlich schon immer wissen ;-)

Michele Lamont ist Soziologin (Ethnographin) an der Harvard University und stellt in diesem Buch ihre Forschung zum Verhalten von Wissenschaftlern beim Peer Review dar. Es geht also um Kulturen, konkret “evaluative cultures”. Dazu studiert Lamont die Mitglieder (bzw. die Entscheidungsprozesse) in interdisziplinären Evaluierungs-Panels (Forschungsförderung).

“(…) criteria for assessing quality or excellence can be differently weighted and are the object of intense conflicts. Making sense of standards and the meanings given to them is the object of this book.” (S. 2)

“Most of all, I want to open the black box of peer review and make the process of evaluation more transparent, especially for younger academics looking in from the outside.” (S. 12)

Das Buch liefert also die Dokumentation einer wissenschaftlichen Arbeit, die aber sehr schön aufbereitet und mit viel Erkenntnis für alle erzählt ist. So finden sich viele aufschlussreiche Einblicke in die Unterschiede der betrachteten Disziplinen (die Kulturen der Disziplinen). Konkret werden betrachtet: philosophy, english literature, history, anthropology, political science und economics.

Bei der Diskussion der Entscheidungsfindung wird auch sehr ehrlich (und ausführlich mit Zitaten belegt) eingegangen auf Machtspiele, Klatsch und Netzwerke.

Nachdem das Hauptziel von Lamont ist darzustellen, was Exzellenz (in den unterschiedlichen Disziplinen) ist – bzw. wie sie von den Panels gefunden wird, darf auch eine Gegenüberstellung der Kriterien für Exzellenz bzw. Qualität in den unterschiedlichen Disziplinen nicht fehlen. So sind die Kriterien clarity, quality, orginality, significance, methods und feasibility unterschiedlich gewichtet in humanities, history und social sciences (S. 167).

Insgesamt liefert das Buch also eine schöne, teilweise etwas zu ausführliche, ethnographisch fundierte Anleitung zum Schreiben von Anträgen und viele interessante, durch Zitate belegte Einblicke in die Welt von Evaluierungspanels.

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Kollaborative Literaturverwaltung

Literaturverwaltung, d.h. das Erfassen und Annotieren von Referenzen zu einem Gebiet, ist eine wichtige Aktivität im Rahmen wissenschaftlicher Arbeit. Dabei wird oft auf Desktop-Lösungen wie z.B. Endnote zurückgegriffen. Man kann damit sehr schön für sich selbst Informationen zu Litaraturreferenzen erfassen, Notizen dazu machen, eventuell sogar PDF-Dateien speichern und Literaturverzeichnisse generieren.

Was aber nicht geht ist die Zusammenarbeit – weder als enge Zusammenarbeit, d.h. gemeinsam ein Buch schreiben und die Literatur dazu parallel erfassen – wir haben das mal mit Endnote und Kopien von Datenbanken versucht – geht aber nicht wirklich gut – und schon gar nicht lose Zusammenarbeit, d.h. Information darüber, was Kollegen so lesen, das gemeinsame Erschließen von Literatur zu einem Thema, das Austauschen von Literatur(-referenzen).

Es gibt nun ein paar Web-basierte Lösungen, die beide Ziele integrieren. Die bekanntesten sind CiteULike und Bibsonomy. Ich habe vor zwei Jahren schon mal einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben.

Folgender aktueller Open Access Artikel beschreibt verschiedene Dienste etwas näher: http://www.ploscompbiol.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pcbi.1\
000204

Ich möchte hier aber einen dritten aufstrebenden Dienst vorstellen, mit dem wir gerade einige gute Erfahrungen gemacht haben: mendeley.com.

Was kann Mendeley:

  • Desktop-Client, mit dem ich Literatur und Kommentare sowie PDFs erfassen kann und Literaturverzeichnisse für Word etc erstellen kann (also wie Endnote)
  • Synchronisation der Daten mit einem zentralen Server – d.h. Zugriff von überall her über Web-Schnittstelle, Synchronisation auf verschiedene Rechner
  • Selektive Veröffentlichung der Daten auf der Web-Plattform – z.B. eigenes Literaturverzeichnis oder Readinglisten für alle (unter einer URL zugänglich) – z.B. meine “public
    collection” zu CSCW
    oder meine Publikationen

  • Definition von Gruppen – D.h. Gruppe von Personen kann gemeinsam an einer Sammlung von Referenzen arbeiten und hat Zugriff auf PDFs und Kommentare aller

Wir nutzen Mendeley aktuell z.B. für folgende Szenarien:

1) “Normale/Individuelle Wissenschaftliche Arbeit”:

Erfassung und Verwaltung der Referenzen für die eigene wissenschaftliche Arbeit mit dem Offline-Client.

2) Eigene Veröffentlichungen:

Grundidee:

  • Auf Website wird auf öffentliche Liste verwiesen / eingebunden
  • D.h. ich muss website nicht mehr pflegen, schiebe nur auf meinem Client eine Veröffentlichung in den Ordner und sie erscheint sofort da wo sie soll

Aktuell geht das mit Mendeley “nur” als öffentliche Literaturliste wie meine “public collection” zu CSCW. Sobald Mendeley RSS/JSON Feeds anbietet (ist angekündigt), dann sind Lösungen möglich wie wir sie aktuell mit Bibsonomy realisieren: Interaktiv durchsuchbare Liste der Veröffentlichungen der Forschungsgruppe CSCM.

3) Projekt

  • Einrichten einer “shared group” für Projekt – Teilnehmer direkt einladen
  • relevante veröffentlichungen von privater bibliothek direkt da rein kopieren (Drag and Drop)
  • damit stehen die (und auch die PDFs) allen zur Verfügung und können von allen annotiert und getagged werden

4) Diplomarbeiten – spezielle Form eines Projektes

Wir nutzen 3) gerade viel in Diplomarbeiten. Zuerst zur schnellen Bereitstellung der Einstiegsliteratur – einfach von Gruppe für Diplomarbeit anlegen, Diplomanden einladen und Literaturreferenzen (mit PDFs) aus eigener Bibliothek in die Gruppe ziehen. Dann kann der
Diplomand seine Literaturverwaltung mit Mendeley machen und über die Gruppe zurückkommunizieren, was er gefunden hat. Damit kann dann auch die von Diplomanden gefundene Literatur einfach in die eigene Literaturliste zurückgeführt werden.

Hat noch jemand andere Nutzungsszenarien ausprobiert / Erfahrungen
mit Werkzeugen zur Literaturverwaltung gesammelt?

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Microblogging oder Awareness-Feeds im Unternehmen

Auf dem Blog e-gineer.com hat Nathan Wallace schon mehrfach über Microblogging in Unternehmen berichtet. Gestern stellte er einen ausführlichen Bericht zum Jitter-System bei Jassen-Cilaq Australia und New Zealand bereit. Sehr interessant zu lesen.

Vor allem fand ich interessant, dass das Microblogging mit einer “Facebook-like”-Social-Networking-Plattform verknüpft wurde.

Doch ich frage mich, ob es wirklich um Microblogging im Sinne von “Ich sag auch wie ich mich gerade fühle” geht oder mehr um das Mitteilen von Neuigkeiten / Aufmerksammachen auf Neuigkeiten – also eher Awareness-Feeds in Blog-Form. Letzteres ist meiner Meinung nach sehr sinnvoll in Unternehmen – Mitteilungen über neue Projekte, Schulungen, die man besucht hat, Kundenkontakte, die man gehabt hat/haben wird.

Der Begriff “Microblogging ala Twitter” für den Unternehmenseinsatz ist meiner Meinung nach negativ belegt. Ausserdem erfinden wir damit einen neuen Begriff für die Awareness-Feeds, die es auf Social-Networking-Plattformen eh schon gibt.

Wir werden übrigens bis Jahresende eine “solche Plattform” (SNS mit Awareness-Feeds) für unsere Universität bereitstellen. Sowohl für die Kommunikation nach innen (zu Kollegen) als auch nach aussen (was für tolle Forschung wir machen ;-)). Da ist glaube ich großes Potential.

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“Biergartenmethode” als effektive Kreativitätstechnik

Im Academics-Blog (übrigens eine sehr empfehlenswerte Quelle für lustige und ernste Themen rund um Universitäten und die “akademische Laufbahn” – kommt zwar nicht an die PhD Comics ran – aber das ist auch schwierig …) war Anfang der Woche ein interessanter Beitrag zu Kreativitätstechniken zu finden – und zwar zur Biergartenmethode.

Allein der Namen liess mich aufhorchen (insbesondere im Kontext des gerade laufenden Oktoberfestes) ;-)

Und nach der Lektüre muss ich sagen: Hier wird lustig verpackt wieder viel Wahrheit kund getan. Auch ich habe es schon mehrfach erlebt, dass das letzte Stück auf dem Weg zu einer guten Idee erst in angenehmer und entspannter Umgebung mit einigen Freunden geschafft werden konnte – das muss kein Biergarten sein, sondern kann auch (und war es tatsächlich schon) ein Strand in Griechenland sein – wobei hier in München die Biergärten sicher leichter zu erreichen sind.

Jetzt müssen wir nur noch untersuchen, ob man nach den zwei Beckstein-Maß neben Autofahren auch noch kreativ sein kann … ich habe da meine Bedenken.

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GI Jahrestagung 2008 – eScience

Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik 2008 fand heute der “Tag der Informatik” statt. Der Tag war angefüllt von vielen hochkarätigen Vorträgen zu verschiedenen Bereichen der Informatik – sehr interessant und inspirieren – und eine eigene Folge von Blog-Beiträgen wert. In diesem Beitrag will ich nur auf den letzten Beitrag eingehen – vor allem weil er mit enger mit meinen aktuellen Forschungsthemen zusammenhängt.

Der letzte Vortrag des Tages war betitelt mit “eScience, Semantic Computing and the Cloud: Towards a Smart Cyberinfrastructure for eScience” und wurde gehalten von Tony Hey, Corporate Vice President for Technical Computing, Microsoft. Tony Hey ist aus England – und vieles in seinen Ausführungen erinnerte mich stark an die Präsentation von Rob Procter auf der COOP 2008.

Was hat Tony Hey nun berichtet …

Hauptaussage war, dass die Wissenschaft heute immer mehr Daten hat – er sprach in diesem Zusammenhang auch von e-Science als “data-centric science”. Die WIssenschaftler sind überlastet und die Technologie soll in Zukunft hauptsächlich dabei helfen mit den vielen Daten umzugehen.

  • data today can be easily produced
  • data and serices can be easily composed
  • data is easily accessible
  • data is easily shareable

in the future more help with (automatic) aggregation, analysis, correlation, interpretation, inference is needed

Zur dafür notwendigen Automatisierung ist vor allem “semantic computing” gefragt. An dieser Stelle ging Hey auch darauf ein, wie Communities helfen können die Daten zu erschließen – also Crowdsourcing (Beispiel Galaxy Zoo). Interessant hierbei, dass das Konzept nicht als “Crowdsourcing” bezeichnet wurde, sondern als “Cloud Service”.

Kurz ist der Vortragende dann auch noch darauf eingegangen, dass das nun auch die Art und Weise ändern wird, wie Wissenschaft betrieben wird (“publish data first, then do research on it – distributed”).

Ganz kurz angesprochen hat Hey schließlich noch die “research pipeline” präsentiert um mögliche Einsatzmöglichkeiten von Technologie einzuordnen:

  • data acqisition and modeling
  • collaboration
  • analysis
  • disseminate and search
  • archiving

Interessant war dabei, dass zum letzten Punkt (archiving) natürlich auch die Langzeitarchivierung gehört.

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Forschungsanträge und Meteorologie

Auf dem Academics-Blog gab es letzte Woche einen spannenden Beitrag zu “Was Forschungsanträge mit Meteorologie zu tun haben”.

Der Beitrag behandelt ein Grundproblem deutscher und europäischer Forschungsförderung: Eine Förderung kann nur dann (Erfolg versprechend) beantragt werden, wenn eine präzise Fragestellung und möglichst auch schon Skizzen der (möglichen/wahrscheinlichen) Ergebnisse und der Verwertung der Ergebnisse vorliegen.

Nun stellt aber die Präzisierung einer Fragestellung allein schon einen erheblichen Teil einer Forschungsarbeit dar! Wenn man voraussagen könnte, was das Ergebnis einer Forschungsarbeit sein wird, dann bräuchte man die Arbeit eigentlich gar nicht mehr. In oben zitiertem Beitrag wird das am Beispiel von Albert Einstein veranschaulicht: “Konnte Albert Einstein vor seinen Forschungen etwas beschreiben wie „Ich plane mit Unterstützung folgender Mitarbeiter … ein dreijähriges Forschungsprojekt, an dessen Ende ich die Formel E=m ∙ c² entdeckt und damit die allgemeine Relativitätstheorie begründet haben werde. Hierzu benötige ich x Schweizer Franken und 3 Vollzeitstellen… “ ?”

Glücklicherweise ist die Welt nicht komplett schwarz …

Einerseits sehen die Projektbetreuer bei den Fördermittelgebern die Situation häufig recht realistisch und erlauben eine flexible “Anpassung” des Forschungsplanes, der Forschungsziele. Warum muss man das dann aber am Anfang überhaupt so ausführlich beschreiben? Das sind ziemlich viel verschwendete Ressourcen. Im Endeffekt beantragt man so Projekte für etwas, das man schon gemacht hat, um im Projekt etwas neues erarbeiten zu können, das man dann wieder als Basis des nächsten Antrages verwenden kann. Schönes System ;-) Es ist nur sehr schwierig da rein zu kommen.

Andererseits gibt es einige (wenige) pragmatische Fördermittelgeber, die auch ohne ausführliche Anträge in denen schon alle Ergebnisse beschrieben werden, für gute Ideen und gute Konsortien Mittel zur Verfügung stellen.

Was hat die Diskussion aber nun mit Meteorologie zu tun? In anfangs zitiertem Beitrag heisst es dazu: “Forschungsergebnisse lassen sich bei guter Forschung zum Glück nicht vorhersagen wie das Wetter und selbst dies – die Meteorologen werden mir verzeihen – klappt ja nur bedingt.”

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ResearchGATE

Am 23.5. hat ResearchGATE seine Pforten geöffnet.

ResearchGATE is a new free of charge web 2.0 platform designed for the need of researchers. With this new platform we want to change the world of science by providing a global and powerful scientific web-based environment, in which scientists can interact, exchange knowledge and collaborate with researchers of different fields. Sign up and be part of the first scientific network.

  • present yourself and your research projects
  • enroll, expand, and broaden your science network globally
  • exchange know-how and expertise
  • initiate collaboration
  • discuss your research limitation and get positive feedback
  • use our innovative tools and work environments for online collaboration

Echt interessant. Vor gar nicht so langer Zeit haben wir in einem Workshop besprochen, dass man einen Social Networking Service für Forscher / die Wissenschaft bräuchte – und jetzt entsteht einer nach dem anderen. Neben ResearchGATE sind da noch

Und natürlich alle “generischen” Social Network Sites wie ning, mixxt, …

Science 2.0 scheint momentan gerade “abzuheben” – siehe dazu auch meinen Bericht von der Keynote auf der COOP2008 sowie dem Workshop Academia 2.0

Was mir bei ResearchGATE ein bisschen fehlt ist die Integration – Ich will ja nicht wirklich alle meine Veröffentlichungen, Projekte etc neu eintragen. Hier braucht man eine Integration mit bibsonomy oder ähnlichen Diensten – und eine Integration der Daten in verschiedene Portale (damit ich die Daten auf meinen Web-Seiten an der Uni einblenden kann). Naja, ich will nicht ungerecht sein – bei den Publikationen findet sich immerhin schon eine Integration mit der PubMed-Datenbank.

Ich bin gespannt, wie es mit ResearchGATE weiter geht.

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