Archiv für Kategorie Social Software
Gunter Dueck zur Bluepedia
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Fundgrube, Social Software am 29.6.2008
In der neuesten Ausgabe des Informatik Spektrum (Juni 2008) findet sich ab Seite 262 im Rahmen der regelmäßigen Kolumne von Gunter Dueck eine sehr gute Fallstudie zur Einführung eines Wikis in einer großen Organisation – der Bluepedia bei IBM. DOI: 10.1007/s00287-008-0241-5
Gunter Dueck schildert ausführlich, was Auslöser der Projektes waren, und geht auf das Vorgehen und Erfolgsfaktoren ein.
Besonders interessant finde ich seine beiden Listen von Fragen, die man provoziert, wenn man sich an Management bzw. Technik wendet mit dem Plan für ein solches Projekt – und die als Grund dafür gesehen werden können gerade dieses nicht zu machen (das Nachfragen bei Management bzw. Technik)!
Hierarchien vs. Struktur
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Social Software am 6.6.2008
Im Zusammenhang mit Social Software in Unternehmen (Enterprise 2.0) heisst es immer, dass Hierarchien keine Rolle spielen (dürfen). Meiner Meinung nach wird das häufig falsch interpretiert als dass “Strukturen” keine Rolle spielen (dürfen).
Es ist also zu unterscheiden zwischen “Hierarchien”/”Rollen” und (komplexen) “Strukturen”.
Unter Hierarchien und Rollen verstehe ich, dass es eine klare Unterscheidung zwischen Benutzergruppen gibt – z.B. hinsichtlich wer Inhalte beitragen darf/soll, wer kommentieren darf/soll etc. Und das sollte den Ideen der “Partizipation” folgend bei Social Software auch im Unternehmen natürlich nicht der Fall sein.
(Spezielle und komplexe) Strukturen kann und wird es in Social Software vor allem im Unternehmen aber sicher geben. Bei Enterprise 2.0 auf jeden Fall mehr als bei der privaten/öffentlichen Anwendung von Social Software. Dies sieht man sehr deutlich an Wikis. So ist beim immer wieder genannten Beispiel der “Wikipedia” kaum Struktur zu finden – mal abgesehen von der Aufteilung der Inhalte auf einzelne mit Namen/Begriffen bezeichneten Seiten – der Idee einer Enzyklopädie folgend. Bei Unternehmens- und Projektwikis finden sich aber viel mehr unterschiedliche Inhaltstypen, Unterstrukturen und auch Typen von Links und Beziehungen. Und das ist eine der Hauptherausforderungen beim Betrieb dieser Werkzeuge. Denn bei den komplexeren Strukturen ist die Frage, wo man Inhalte ablegen oder suchen soll plötzlich nicht mehr so einfach zu beantworten wie bei der Wikipedia. Das führt dazu, dass die Qualität der Struktur der Wikis langsam schlechter wird. Zu einer Wiederherstellung der Qualität wird häufig empfohlen sogenannte “Gardner” einzuführen, die für “Ordnung” im Wiki sorgen. Ähnliches findet sich bei Social Networking Services und anderen Typen von Social Software (im Unternehmen).
Partnerbörsen
Verfasst von kochm unter Social Software am 15.3.2008
Im Rahmen eines anderen Projektes (dazu vielleicht in ein paar Monaten mehr) sind wir heute auf Partnerbörsen zu sprechen gekommen (ala Parship, love.de, …) … und darauf, ob man (ohne zweites “n”!) da auch registriert ist, wenn man in festen Händen ist. Ich war ja der Meinung, dass sich das nicht gehört – wurde aber von den anderen Anwesenden als “altmodisch” abgetan – vor allem die anwesenden Frauen meinten, dass das eher häufiger vorkommt (das “latente Suchen”). Habe mich aber nicht getraut zu fragen, ob sie das selber so machen oder bei Ihren Partnern so kennen gelernt haben … ;-)
Gibt es dazu eigentlich irgendwo Studien? Wäre schon mal interessant.
Btw: In Zusammenhang mit unseren Arbeiten zu Social Networking Services (SNS) kommt auch immer wieder die Frage auf, ob den Online-Partnerbörsen auch SNS sind. Wie üblich ist die Antwort: Es kommt darauf an ;-) Nach den “etablierten” Definitionen zu SNS (siehe z.B. hier) ist ein Charakteristikum solcher Dienste, dass man sich explizit mit anderen vernetzen kann – und das ist bei vielen Partnerbörsen nicht der Fall. Ausnahmen bestätigen hier natürlich die Regel: Friendster, eine der Urgesteine auf diesem Markt hatte von Anfang an eine solche Funktion. Btw: Zu Friendster gibt es einige schöne wissenschaftliche Arbeiten/Untersuchungen – u.a. dazu, warum jemand, mit dem man viele Kontakte gemeinsam hat aber zu dem man selbst noch keinen Kontakt hat, nicht unbedingt ein guter Vorschlag für einen Date ist … (ich glaube das war ein Short Paper auf der CHI 2004 in Wien).
Persönliche Tageszeitung 2.0 – Feed Journal
Verfasst von kochm unter Fundgrube, Social Software, Web 2.0 am 1.3.2008
Dass man sich mit RSS-Feeds im eigenen Feedreader oder auf Portalen wie iGoogle oder netvibes quasi eine personalisierte Tageszeitung zusammenstellen kann ist ja nichts neues. Feed Journal geht aber einen Schritt weiter und formatiert die Artikel in ausgewählten Feeds mit Bildern “tageszeitungs-like” und liefert das Ergebnis als PDF-Datei. Echt nett. Zusammen mit einem Filter wie Yahoo Pipes genau das, was man unter einer personalisierten Tageszeitung verstehen würde.
Ich stelle mir allerdings die Frage, ob man das überhaupt noch braucht. Selbst habe ich mich an meine Feed-Reader schon ziemlich gewöhnt – und weiss die Vorteile eines Feed-Readers gegenüber einer gedruckten/gelayouteten Tageszeitung schätzen … Aber vielleicht bin ich nicht der Massstab für die Benutzer im Web ;-)
Neue Medien im Change Management
Verfasst von kochm unter Social Software, Web 2.0 am 13.2.2008
Auf www.change-zweinull.de heisst es:
“Dieser Weblog begleitet unser Forschungsvorhaben, mit dem wir klären wollen, ob und wie erfolgreich web-basierte Medien wie z.B. Weblogs, Social Networking, Wikis und Podcasts die Umsetzung von Change-Vorhaben unterstützen können.”
Es geht also um die Untersuchung, wie Social Software beim Change Management helfen kann. U.a. wurden im neuesten Post die Ergebnisse einer Online-Befragung zu “Neue Medien im Change Management” veröffentlicht.
Warum finde ich das interessant? Nun ja, im Change Management allgemein geht es wie bei der Einführung von neuen Kooperationssystemen (Change Management im Besonderen) um die Beteiligung der Benutzer am (Einführung-)Prozess. Ich hatte bisher immer die Einführung von Social Software als Ziel eines solchen Prozesses gesehen (ist eben mein Blickwinkel), finde es aber interessant die Nutzung von Social Software auch zur Unterstützung des Prozesses einzusetzen. Wobei da natürlich das Henne-Ei-Problem auftaucht: Wie begleitet man die Einführung von Social Software zur Begleitung der Einführung von … ;-)
In-the-Flow-Above-the-Flow
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Social Software am 22.1.2008
Bei Andrew McAfee und bei Michael Idinopulos ist momentan eine interessante Diskussion zu Enterprise 2.0 zu lesen. Michael fasst den für mich wichtigsten Aspekt in seinem letzten Post sehr schön zusammen:
In the old world of emails and knowledge management systems, our tools and processes force a rigid distinction between “doing your job” (i.e., in-the-flow activities, usually in email) and “giving back to the organization” (above-the-flow contributions to a knowledge management system). That framing of the issue ensures that people will spend almost all their time in email and very little time contributing knowledge–hence the “culture and incentives” problem that has bedeviled Knowledge Management since the very start.
Ich weiss nicht ob man das unbedingt “in-the-flow” und “above-the-flow” oder wie bei McAfee “widening the flow” nennen muss – die Hauptsache ist doch, dass Wissensmanagement oder das “Anderen-etwas-Gutes-tun” kein extra Aufwand, keine extra Aktivität sein sollte, sondern ein “Abfallprodukt” des “Sich-selbst-etwas-Gutes-tun” bzw. des “Seine-Arbeit-tun”.
Schon Ellis und Grudin schrieben in den Anfangstagen von CSCW, dass man ein positives Saldo aus Aufwand und Nutzen für alle anstreben muss – Nachdem ein gewisser Aufwand nicht vermieden werden kann, muss der entweder durch direkten Nutzen für einem selbst ausgeglichen werden – oder durch intrinsische oder extrinsische Motivation – aber der direkte Nutzen ist auf jeden Fall vorzuziehen.
E-Mail Flut …
Verfasst von kochm unter Social Software am 18.1.2008
Michael Idinopulo schreibt in einem aktuellen Blog-Post über “Email overload: what went wrong?”. Er beginnt mit einem Zitat von Jakob Nielsen von 2000:
“In the long term, we need to remove everything from email that is not in the nature of personal correspondence.”
Genau – E-Mail sollte wirklich nur für persönlichen Austausch (1:1) benutzt werden. Für die Information von Gruppen oder den Austausch von Dokumenten haben wir andere Medien (bzw. sollten wir andere Medien haben). Die letzten Jahre haben viele Vorschläge dafür gesehen, was einen Teil des Traffics von E-Mail wegnehmen könnte. Aber bislang hat sich noch nichts wirklich durchgesetzt. Meine aktuellen Favoriten in dem Bereich sind Blogs (interne und öffentliche), Wikis und Teamräume (wie z.B. Lotus Quickr) – zusammen mit einer vernünftigen Awareness-Feed-Unterstützung. So unterstützt die Lotus-Suite beispielsweise, dass E-Mail-Attachments automatisch in den Quickr-Arbeitsbereich kopiert werden und in der Mail durch einen Link darauf ersetzt werden.
Wir experimentieren in der Forschungsgruppe selbst seit einiger Zeit damit, wie wir die neuen Medien nutzen können/sollen – und stossen dabei (wie auch bei unseren Beobachtungen in anderen Gruppen) immer wieder auf das Medienwahlproblem: Welches Medium/Werkzeug soll ich für eine bestimmte Kommunikationssituation nun genau benutzen? Woher weiss ich, dass die Information auch wirklich die Empfänger erreicht?
Die Lösung dazu besteht meiner Meinung nach aus mehreren Teilen. Hier mal ein paar unvollständige Gedanken dazu:
- Natürlich brauchen wir eine Entscheidungsunterstützung – so etwas wie: alles an mehr als zwei Empfänger soll in den Blog … oder: keine Attachments in E-Mail
- Dazu gehört dann aber auch eine feste Annahme, wie sich bestimmte potentielle Empfänger informieren – z.B. dass sie gewisse Blogs regelmäßig lesen – so etwas muss in der Arbeitsgruppe diskutiert und festgelegt werden um eine gewisse Sicherheit zu schaffen
- Und schließlich müssen wir in Gedanken von dem “Ich muss die volle Kontrolle darüber haben, wen eine Nachricht erreicht” weg … denn genau das ist der Unterschied zwischen E-Mail und Blogs: Bei dem ersten bestimmt der Absender wer eine Nachricht lesen Kann/muss, bei dem zweiten bestimmt der Empfänger was er lesen will
- … und noch etwas, das ich bei den eigenen Experimenten erfahren habe (hängt eng mit dem vorherigen Punkt zusammen): Wir müssen etwas offener werden bezüglich der potentiellen Reichweite einer Kommunikation. So ist der Bericht über das Treffen mit meinen Projektpartnern letzte Woche vermutlich wirklich nicht so geheim, dass nur die zwei Personen, denen ich es geschickt hätte es lesen können, sondern ruhig alle, die Zugriff auf einen internen Blog haben – so etwas schafft dann auch unerwarteten Nutzen …
Zurück zu Idinopulos Blog-Post: Er zitiert noch Zahlen von Radicati Group (zitiert in Wall Street Journal 11/27/07) über die durchschnittliche Zahl von E-Mails, die in Unternehmen täglich pro Person gesendet und empfangen werden:
- 2007: 142
- 2008: 156
- 2009: 177
- 2010: 199
- 2011: 228
Na hoffen wir, dass die Vorhersage nicht stimmt!
WorkLight – Enterprise Web 2.0
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Social Software am 4.1.2008
Es lag schon etwas länger auf meinem “Still-to-read”-Stapel – aber jetzt bin ich endlich dazu gekommen die Berichte zu “Enterprise RSS” und speziell zu den Angeboten der Firma WorkLight zu lesen – und ich muss sagen nicht uninteressant …
Die Argumentation von WorkLight ist, dass es zwar interessant für Unternehmen ist, Blogs und Wikis als neue Mittel der (internen) Unternehmenskommunikation einzuführen, dass aber ein noch größerer Bedarf besteht, die Daten in Unternehmensdatenbanken (insbesondere in CRM- und ERP-Systemen) besser zugänglich zu machen. Und auch hier böten Web 2.0 Technologien einen guten Ansatz.
Soweit ich es verstanden habe bietet WorkLight vor allem zwei Möglichkeiten um existierende Unternehmensanwendungen Web 2.0-tauglich zu machen:
- RSS: Es werden sichere, personenbezogene, einfach konfigurierbare und per-se einfach nutz- und kombinierbare RSS-Feeds aus Unternehmensanwendungen angeboten. So können Vertriebsmitarbeiter RSS-Feeds aus dem CRM-System des Unternehmens abonnieren und über beliebige Mashup-Möglichkeiten anreichern, filtern, nutzen …
- Bookmarks: Benutzer können beliebige Datensätze in den Unternehmensanwendungen “bookmarken”. Also z.B. eine bestimmte Rechnung im ERP System. Solche Bookmarks können einfach per E-Mail verschickt werden oder in Social Bookmarking Systemen gespeichert / geteilt werden. Über die Bookmarks kann dann ohne weiteren Navigationsaufwand auf die eigentlichen “Business-Objekte” zugegriffen werden.
Vermutlich bietet WorkLight noch ein bisschen mehr – Aber ich finde die Umsetzung dieser beiden Konzepte schon sehr spannend. Damit wird die “Datenzentriertheit” und die Möglichkeit der einfach konfigurierbaren und integrierbaren Signaling/Awareness-Möglichkeit über RSS auch für klassische Business-Anwendungen verfügbar. Im Endeffekt braucht eine sinnvolle Einführung von “klassischen” Social Software Anwendungen (Wikis, Blogs, Social Bookmarking Werkzeuge, Social Networking Services, …) diese Integration. Denn nur so kann in diesen Kommunikationsmedien über Business-Objekte kommuniziert / auf solche Objekte verwiesen werden.
Cartoons zu Social Software und Enterprise 2.0
Verfasst von kochm unter Social Software am 26.12.2007
In letzter Zeit bin ich verschiedentlich über Cartoons zu den Themen Enterprise 2.0 und Social Software gestolpert. Insbesondre bei Geek and Poke.
Hier eine Liste der besten (to be continued …)
Buchkommentar – The Hidden Power of Social Networks
Verfasst von kochm unter Social Software am 16.12.2007
Das Buch “The Hidden Power of Social Networks – Understanding How Work Really Gets Done in Organizations” von Rob Cross und Andrew Parker ist 2004 in der Harvard Business School Press erschienen. Die beiden Autoren gehen darin auf verschiedene Aspekte aus ihrer Arbeit mit der Analyse Sozialer Netzwerke in Organisationen ein.
In Kapitel 1 wird das bekannte Beispiel präsentiert, das ein Organigramm dem sozialen Netzwerk derselben Organisation gegenüberstellt (siehe Abbildung) – An dieser Gegenüberstellung sieht man, dass
- Cole zwar in der Hierarchie nicht besondern hoch steht, dass es die Organisation aber sehr im Informationsfluss stören würde wenn er ginge
- Dagegen würde ein Weggehen einiger der höheren Manager gar nicht so sehr stören – keine große Lücke hinterlassen :-)

Cross und Parker betonen aber schon in Kapitel 1 den Umstand, dass in vielen Netzwerken die Existenz von zentralen Personen (“Hubs”) nicht nur positiv gesehen werden kann. Diese stellen nämlich immer auch einen Flaschenhals für die Arbeit in der Organisation dar. Es wird später im Buch auch ein Beispiel präsentiert, wo der “Hub” seine zentrale Position im Netzwerk bewusst gepflegt hat – und damit dem Unternehmen mehr geschadet als genutzt hat. Eine sinnvolle Reaktion auf die Identifikation von Hubs in der Netzwerkanalyse ist also statt dem Umgarnen der zentralen Positionen eher das bewusste Herstellen weiterer Links um diesen Flaschenhals zu beseitigen.
Die Gliederung des Buches in den Worten der Autoren: Part One of this book (Chapters 1-4) describes how work really gets done in organizations through these informal networks (…). Part Two of this book sets forth practical ways for managers to promote healthy networks after they have identified opportunities for improvement (Chapter 5-8). (S. 12)
Ein kurzer Kommentar dazu: Das Buch liefert im Hauptteil keine direkte Anleitung für die Analyse von sozialen Netzwerken und die Reaktion darauf, sondern schafft mit vielen Beispielen und dem Ansprechen vieler wichtiger Aspekte aus diesem Bereich eher ein Bewusstsein für die Notwendigkeit und die Möglichkeiten. Erst im Anhang werden konkrete Anleitungen zur Durchführung einer Netzwerkanalyse und zur Reaktion darauf gegeben.
In Kapitel 3 sprechen die Autoren den interessanten Aspekt an, dass es nicht nur um de Optimierung des Informationsflusses (Push) in Netzwerken geht, sondern vielfach besonders wichtig ist, dass man dann wenn man sie braucht per Pull an die benötigte Information kommt:
“We definitely need to home in on some of the disconnects you found in the informtion network. At the same time, I think we need to create a broader ability for employees to get information from others when they need it. This is not so much about pushing more information through a group but about developing relationships that can be rapidly sought out when needed. I can get information from others when I want it because I’m the boss. But we need this kind of responsiveness built deeply into networks (…) because the cost of them not getting timely information can be catastrophic. (Senior hospital administrator)” (S. 31)
In diesem Zusammenhang stellen die Autoren verschiedene Arten von Sozialen Netzwerken vor – je nachdem, was genau untersucht werden soll:
- access networks – who has access to whom (gemeinsamer Kontext, Vertrauen schon aufgebaut)
- awareness networks (Awareness der Information/Expertise, die bei anderen Vorhanden ist)
- communication networks (Wer kommuniziert mit wem)
- information flow networks (Zwischen wem fliesst Information – das kann auch mit speziellem Fokus auf Information, die zu Problemlösungen genutzt wird erhoben werden)
Einen weiteren Aspekt, den man untersuchen kann stellen die Autoren in Kapitel 4 mit “energy networks” vor. Dabei schauen sie sich an, wer wen “energizes” bzw. “de-energizes”. Damit ist gemeint, wer wen inspiriert / motiviert (oder auch anders rum).
Auf Seite 58ff werden fünf Dimensionen von “energizing environments” genannt und diskutiert:
- A Compelling Vision
- A Meaningful Contribution
- Full Engagement
- A Sense of Progress
- Belief in the Goal
Im Anhang des Buches (Anleitung zur Durchführung einer SNA) werden die verschiedenen Typen von untersuchbaren Beziehungen nochmal aufgegriffen und dargestellt (S. 147ff):
- Collaboration in a Network
- Communication
- Information
- Problem solving
- Innovation
- Information-Sharing Potential of a Network
- Knowledge awareness
- Access
- Engagement
- Safety
- Rigidity in a Network
- Decision making
- Communicate more
- Task flow
- Power or influence
- Well-Being and Supportiveness in a Network
- Liking
- Friendship
- Career support
- Personal support
- Energy
- Trust
Im Zusammenhang mit dem Finden von Reaktionsmöglichkeiten auf den in der Analyse gefundenen Zustand gehen die Autoren in Kapitel 5 auf die verschiedenen Typen von Personen im Netzwerk ein:
- Central Connectors (the unsung hero, the bottleneck)
- Boundary Spanners
- Information Brokers
- Peripheral People (stuck on the periphery, intentionally peripheral)
Das ganze erinnert mit an die etwas übersichtlichere Aufstellung in “The Tipping Point” von Malcolm Gladwell: Meavens, Salesmen, Connectors.
Kapitel 6 geht auf die Entwicklung von Beziehungen ein. Eine interessante Erkenntnis dazu ist, dass die wichtigsten Informationsaustauschbeziehungen immer auch einen privaten Hintergrund haben:
“If anything surprised us from our interviews, it was the importance of relationships developing on a personal front to become effective professionally (in terms of information sharing and collaboration). Almost universally, people reported that their most valued information relationships had connected on issues outside work, and this process was often identified as a major milestone in the development of the relationship.” (S. 95)
Auch bei der Vorstellung von Personen im Intranet (in Social-Networking-Anwendungen) ist deshalb die Erwähnung von persönlichen Interessen wichtig.
In Kapitel 7 gehen die Autoren schließlich auch auf Gestaltungsmöglichkeiten (zur Verbesserung der Vernetzung) ein. Wie zu erwarten finden dabei technische Werkzeuge (IM, Skill-Profiling-Systems, Group-Support-Systems, E-Mail Applications) zwar Erwähnung, werden aber nicht als besonders wichtig eingestuft.
Hierzu noch ein nettes Zitate aus dem Buch:
- “However, some portion of the millions of dollars most organizations are investing in underutilized technologies can be effectively reallocated to initiatives that promote vibrant employee networks.” (S. 12)