Archiv für Kategorie Science 2.0
Microblogging oder Awareness-Feeds im Unternehmen
Verfasst von kochm unter Awareness, Enterprise 2.0, Fundgrube, Science 2.0, Universität am 16.10.2008
Auf dem Blog e-gineer.com hat Nathan Wallace schon mehrfach über Microblogging in Unternehmen berichtet. Gestern stellte er einen ausführlichen Bericht zum Jitter-System bei Jassen-Cilaq Australia und New Zealand bereit. Sehr interessant zu lesen.
Vor allem fand ich interessant, dass das Microblogging mit einer “Facebook-like”-Social-Networking-Plattform verknüpft wurde.
Doch ich frage mich, ob es wirklich um Microblogging im Sinne von “Ich sag auch wie ich mich gerade fühle” geht oder mehr um das Mitteilen von Neuigkeiten / Aufmerksammachen auf Neuigkeiten – also eher Awareness-Feeds in Blog-Form. Letzteres ist meiner Meinung nach sehr sinnvoll in Unternehmen – Mitteilungen über neue Projekte, Schulungen, die man besucht hat, Kundenkontakte, die man gehabt hat/haben wird.
Der Begriff “Microblogging ala Twitter” für den Unternehmenseinsatz ist meiner Meinung nach negativ belegt. Ausserdem erfinden wir damit einen neuen Begriff für die Awareness-Feeds, die es auf Social-Networking-Plattformen eh schon gibt.
Wir werden übrigens bis Jahresende eine “solche Plattform” (SNS mit Awareness-Feeds) für unsere Universität bereitstellen. Sowohl für die Kommunikation nach innen (zu Kollegen) als auch nach aussen (was für tolle Forschung wir machen ;-)). Da ist glaube ich großes Potential.
GI Jahrestagung 2008 – eScience
Verfasst von kochm unter Science 2.0, Universität am 10.9.2008
Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik 2008 fand heute der “Tag der Informatik” statt. Der Tag war angefüllt von vielen hochkarätigen Vorträgen zu verschiedenen Bereichen der Informatik – sehr interessant und inspirieren – und eine eigene Folge von Blog-Beiträgen wert. In diesem Beitrag will ich nur auf den letzten Beitrag eingehen – vor allem weil er mit enger mit meinen aktuellen Forschungsthemen zusammenhängt.
Der letzte Vortrag des Tages war betitelt mit “eScience, Semantic Computing and the Cloud: Towards a Smart Cyberinfrastructure for eScience” und wurde gehalten von Tony Hey, Corporate Vice President for Technical Computing, Microsoft. Tony Hey ist aus England – und vieles in seinen Ausführungen erinnerte mich stark an die Präsentation von Rob Procter auf der COOP 2008.
Was hat Tony Hey nun berichtet …
Hauptaussage war, dass die Wissenschaft heute immer mehr Daten hat – er sprach in diesem Zusammenhang auch von e-Science als “data-centric science”. Die WIssenschaftler sind überlastet und die Technologie soll in Zukunft hauptsächlich dabei helfen mit den vielen Daten umzugehen.
- data today can be easily produced
- data and serices can be easily composed
- data is easily accessible
- data is easily shareable
in the future more help with (automatic) aggregation, analysis, correlation, interpretation, inference is needed
Zur dafür notwendigen Automatisierung ist vor allem “semantic computing” gefragt. An dieser Stelle ging Hey auch darauf ein, wie Communities helfen können die Daten zu erschließen – also Crowdsourcing (Beispiel Galaxy Zoo). Interessant hierbei, dass das Konzept nicht als “Crowdsourcing” bezeichnet wurde, sondern als “Cloud Service”.
Kurz ist der Vortragende dann auch noch darauf eingegangen, dass das nun auch die Art und Weise ändern wird, wie Wissenschaft betrieben wird (“publish data first, then do research on it – distributed”).
Ganz kurz angesprochen hat Hey schließlich noch die “research pipeline” präsentiert um mögliche Einsatzmöglichkeiten von Technologie einzuordnen:
- data acqisition and modeling
- collaboration
- analysis
- disseminate and search
- archiving
Interessant war dabei, dass zum letzten Punkt (archiving) natürlich auch die Langzeitarchivierung gehört.
scholarz.net-Präsentation@UniBwM
Verfasst von kochm unter Science 2.0, Social Software am 9.7.2008
Wie angekündigt war heute Daniel Koch, der Projektleiter von scholarz.net an der UniBwM um die Plattform und die Aktivitäten zu präsentieren.
Ich fand die Präsentation sehr interessant. Vor allem kam für mich dabei heraus, dass der Fokus (und die Herkunft) von scholarz.net eindeutig bei der Unterstützung des Wissensmanagements beim wissenschaftlichen Arbeiten liegt. Deshalb ist der Hauptteil der Plattform auch eine Verwaltung von Notizen zu Projekten, Quellen (sources) und Keywords. Und hier bietet die Plattform einige sehr innovative und nützliche Funktionen.
Der Social-Networking-Service-Aspekt steht eher im Hintergrund. Daniel Koch führte zwar aus, dass ein wichtiger Motivator ihrer Plattform war, dass es keine (zentrale) Stelle gibt, an/auf der man sich als Wissenschaftler präsentieren kann (mit Veröffentlichungen etc) – und dass scholarz.net das leisten will (mit einem auf Wissenschaftler abgestimmten Personenprofil), das ganze ist aber noch sehr “halbherzig”. So stiess mein Einwurf, dass SNS mehr als Finden und Präsentieren leisten, dass nach unserer Studie die meist geschätzte Funktionalität das “in Kontakt bleiben”/”informiert bleiben” sei auf grosses Interesse – und die Anregung eines Awareness-Feeds zu wissenschaftlichen Aktivitäten seines Netzwerkes wurde als tolle (neue) Idee aufgenommen ;-)
Leider ist die SNS-Funktionalität momentan sehr “monolitisch”. Man kann zwar Veröffentlichungen importieren und notfalls auch wieder exportieren, es ist aber (noch) keine Integration in Portale von Universitäten oder mit anderen Social Software Plattformen vorgesehen. Das wäre aber meiner Meinung nach unbedingt notwendig um das Ganze zum Fliegen zu bringen.
Interessant am Rande: Die Plattform ist mit Ruby and Rails entwickelt – von einem Team von vier Personen – im Rahmen eines Forschungsprojektes, das noch bis Ende 2008 läuft. Für die Zeit danach wird momentan ein Weg zur Weiterführung gesucht.
ResearchGATE
Verfasst von kochm unter Science 2.0, Universität am 27.5.2008
Am 23.5. hat ResearchGATE seine Pforten geöffnet.
ResearchGATE is a new free of charge web 2.0 platform designed for the need of researchers. With this new platform we want to change the world of science by providing a global and powerful scientific web-based environment, in which scientists can interact, exchange knowledge and collaborate with researchers of different fields. Sign up and be part of the first scientific network.
- present yourself and your research projects
- enroll, expand, and broaden your science network globally
- exchange know-how and expertise
- initiate collaboration
- discuss your research limitation and get positive feedback
- use our innovative tools and work environments for online collaboration
Echt interessant. Vor gar nicht so langer Zeit haben wir in einem Workshop besprochen, dass man einen Social Networking Service für Forscher / die Wissenschaft bräuchte – und jetzt entsteht einer nach dem anderen. Neben ResearchGATE sind da noch
Und natürlich alle “generischen” Social Network Sites wie ning, mixxt, …
Science 2.0 scheint momentan gerade “abzuheben” – siehe dazu auch meinen Bericht von der Keynote auf der COOP2008 sowie dem Workshop Academia 2.0
Was mir bei ResearchGATE ein bisschen fehlt ist die Integration – Ich will ja nicht wirklich alle meine Veröffentlichungen, Projekte etc neu eintragen. Hier braucht man eine Integration mit bibsonomy oder ähnlichen Diensten – und eine Integration der Daten in verschiedene Portale (damit ich die Daten auf meinen Web-Seiten an der Uni einblenden kann). Naja, ich will nicht ungerecht sein – bei den Publikationen findet sich immerhin schon eine Integration mit der PubMed-Datenbank.
Ich bin gespannt, wie es mit ResearchGATE weiter geht.
COOP2008 – Science 2.0
Verfasst von kochm unter Konferenz, Science 2.0 am 21.5.2008
Nach dem Workshoptag am Dienstag begann die “8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008)” heute mit einem eingeladenen Vortrag von Rob Procter. Rob Procter ist Direktor des National Center for e-Social Sciences (NCeSS) an der Manchester University in England. Aufgabe des Centers ist es e-Science in den Social Sciences zu entwickeln – also sowohl Werkzeuge (zur gemeinsamen Analyse von Daten als auch zum Sammeln von Daten) als auch eine grundsätzliche Weiterentwicklung wissenschaftlichen (Zusammen-)Arbeitens in diesem Bereich (durch Beantwortung von Fragen nach Vertrauen, Copyright etc).
Rob hat zuerst die “e-Science” Vision in England (von John Taylor) wiederholt:
“e-Science is about global collaboration in key areas of science and the next generation of infrastructure that will enable it.”
Diese Infrastruktur ist als “the Grid” bekannt – aber heute auch immer mehr als “e-Infrastructure”. Hinter diesen beiden Begriffen verstecken sich auch zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen:
- “The Grid = Computer scientists blueprint for a perfect distributed infrastructure” – Dieses Ziel top-down eine “perfekte” Lösung zu erreichen beinhaltet das Problem, dass es sehr (zu) lange dauert, bis etwas Benutzbares zur Verfügung steht
- Stattdessen wird heute unter dem Begriff “Science 2.0″ ein auf Web 2.0 Werkzeugen basierender bottom-up Ansatz verfolgt: “‘grass roots’ led appropriation of e-Science technologies”, “Science 2.0 has facilitated a cooperative approach to build a research infrastructure”
Rob verwendete im Zusammenhang mit Science 2.9 den Begriff “collaborative systems building” – das Ergebnis ist sicher nicht so perfekt wie “the Grid”, aber es sind sehr viele Aktivisten beteiligt und die (Zwischen-)Ergebnisse sind sofort benutzbar.
Beispiele für Science 2.0 Dienste, die Rob genannt hat: Swivel, Slideshare, MyExperiment, Jove, UsefulChem, OpenWetWare, ManyEyes, MapTube, NewScientistTech
Am Ende ein Veranstaltungshinweis von Rob: 4th International Conference on e-Social Science in Manchester (18-20 June 2008): http://www.ncess.ac.uk/events/conference/