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Bled2008 – EU

Das 21te Mal findet gerade in Bled (Slowenien) die Bled eConference statt – ein jährliches Treffen von Vertreter aus Universitäten, Unternehmen, Regierungen und Administrationen rund um Themen der eSociety.

Heute gab es im Rahmen der ersten Plenarsitzung (unter dem Titel “Overcoming Boundaries by eCollaboration: Government, Parliament, and University”) zwei Beiträge von EU-Vertretern, die ich erwähnenswert finde.

Zuerst berichtete Diana Wallis (Vice President of European Parliament) über ihre Erfahrungen mit der Einbeziehung von Wählen im Sinne einer eCollaboration. Ein Problem, das sie dabei sieht ist, dass es sehr viele Anlaufpunkte / Kommunikationskanäle gibt:

  • Die Web-Site des Europaparlaments
  • die Web-Sites der verschiedenen Komitees im Parlament
  • die Web-Sites der verschiedenen Parteien
  • die Web-Sites der einzelnen Parlamentsmitglieder

Die verschiedenen Kanäle ausreichend zu bedienen schaffen nur noch Lobby-Gruppen aber nicht die Individuen deren Meinung Frau Wallis gerne hören möchte. Interessant fand ich, dass Frau Wallis inzwischen im Sinne einer Transparenz die Lobby-Gruppen, die sie kontaktieren, auf ihrer Web-Site dokumentiert.

Zweiter Sprecher aus dem Umfeld der EU war Bror Salmelin (European Commission, ICT). Er betonte in seinem Beitrag vor allem die Bedeutung von “Open Innovation”.

Ein Argument war, dass heute für Innovation die “valley dynamics” (Vernetzung, Zusammenarbeit) wichtiger sind als brilliante Individuen oder brilliante Gruppen zu haben. Herr Salmelin sprach hier von einer Entwicklung “towards an open world”.

In diesem Zusammenhang sprach er das Problem an, wie wir diese “connectivity” nutzen können – den größtmöglchen Nutzen daraus ziehen können.

Ein sehr spannender Kommentar dazu ging darauf ein, dass Spontanität, Flexibilität dafür notwendig ist. Vor allem auch die Möglichkeit dann arbeiten zu können, wenn man gerade Ideen hat. Er stellte das sehr anschaulich dar, dass die geblockten acht Stunden Arbeit sich viel flexibler auf die verfügbaren 24 Stunden aufteilen können sollten – nicht mehr aber flexibler. Ich würde hier noch hinzufügen, dass die Verfügbarkeit von Zugangsmöglichkeiten zu Informationssystemen immer wichtiger wird – von mobilen und ubiquitären.

Im Zusammenhang der breiteren Integration von Nutzen in Innovationsprozesse ging Herr Salmelin natürlich auch auf das European Network of Living Labs (ENoLL) ein, das momentan noch sehr lokal konzentriert Beiträge zu Open Innovation liefert. Hierauf will die EU aufsetzen und die Ausbreitung / Vernetzung der Living Labs weiter fördern.

Links die Bror Salmelin dazu am Ende noch empfohlen hat:

Am Ende der Session ging Roger Clarke auch nochmal kurz auf die aktuellen Entwicklungen in der Bled-eConference-Community ein – und darauf, dass die Community doch auch besser unterstützt werden sollte. Aber dazu gibt es Dienstag einen eigenen Workshop – über den ich dann separat berichte.

More to come …

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COOP2008 – Web 2.0

Irgendwie hat die 8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008) das implizite Thema “Web 2.0 / Enterprise 2.0″. Schon in den Beiträgen zu den bisherigen Ereignissen habe ich zu Academia 2.0, Science 2.0 und dem Einsatz von Wikis im Unternehmen geschrieben. Heute (Donnerstag) ging es in den Beiträgen weiter hauptsächlich um das Web 2.0 (und die Ideen dahinter).

“Combining Web 2 and Groupware applications”, Carsten Ritterskamp, Michael Prilla

Die Autoren stellen die Frage: “Kann Web 2.0 ein Ersatz für traditionelle CSCW Systeme sein”. Um sich einer Antwort zu nähern haben sie zuerst einmal die drei Bereiche CSCW, Groupware und Web 2.0 abgegrenzt/charakterisiert:

  • CSCW: goal and work orientation
  • Groupware: communication and coordination tasks
  • Web 2.0: playfulness, user experience

Sie argumentieren dann für “meaningful integration” von Web 2.0 und Collaboration Support Systems (CSS). Kommentar: Ich finde ja, dass das nicht zwei verschiedene Bereiche sind, sondern zwei verschiedene Sichten/Foku auf/für das selbe. Web 2.0 schärft den Blick auf Motivation, Spass, Partizipation, CSCW den Blick auf Prozesse, Organisationen. Meiner Meinung nach geht es eher um die Integration von Funktionen, die üblicherweise in Social Software auftauchen (Tagging, …) in klassische CSCW Anwendungen bzw um die Integration von Funktionen, die üblicherweise in CSCW Anwendunen auftauchen in Social Software um sie fit für den Unternehmenseinsatz zu machen.

Diese “meaningful integration/combination” stellen die Autoren schließlich noch an zwei Prototypen (im Rahmen des Systems Kolumbus 2) vor: Online Word Processors in Kolumbus, Tagging Metadata for Collaboration Support.

Das Resumee lautete deshalb auch: “Web 2.0 can enhance Collaborative Apps”. Wie schon geschrieben: Meiner Meinung nach ist Web 2.0 nicht so sehr eine Anwendung/Klasse von Anwendungen, sondern eher eine Menge von Ideen / Blickrichtungen / Foki – und diese können sehr wohl CSCW Anwendungen helfen besser / benutzbarer / nützlicher zu werden.

“Design Issues for Supporting Collaborative Creativity”, Thomas Herrmann

Idea: “CSCW features might help to overcome the obstacles of heterogeneous teams (that are needed to achieve (collaborative) creativity)”

Frage: Welche Anforderungen müssen von Software erfüllt werden um (kollaborative) Kreativität zu unterstützen?

Dazu hat Thomas Herrmann verschiedene Forscher aus dem CSCW Umfeld interviewt (CSCW Forscher deshalb, da wenn die schon nicht mit den Tools zurecht kommen, dann vermutlich auch niemand anderes …). In den Interviews wurden zum Beispiel verschiedene Typen der Ausübung von Kreativität und verschiedene Barrieren zur Unterstützung von Kreativität identifiziert.

Für den speziellen Fall der Unterstützung kollaborativer Gruppen bei der gemeinsamen Erstellung von (SeeMe-)Modellen an großen Wandbildschirmen wurden dann Lösungsmöglichkeiten / Designanforderungen (“design heuristics”) für die Barrieren hergeleitet / aus den Interviews abgeleitet.

“Collective Interaction – Let’s join forces”, Peter Gall Krogh, Marianne Graves Petersen

Collective Interaction …

  • negotiate shared goal
  • instrumentalizes collaboration
  • multiple co-located users engaged in collective action
  • sharing both one logical input channel and one logical output channel

Mit dem iFloor stellt Peter Krogh ein interessantes Werkzeug zur Unterstützung der Kommunikation zwischen Benutzern in einer Bibliothek vor. Mit Squeeze folgt ein weiteres Beispiel aus dem Familienumfeld (“interactive furniture”).

Ein interessanter Kommentar: In Bezug auf effektive Nutzung von Informationssystemen sind die Beispiele “highly inefficient” – aber: Für den effizienten Zugriff auf Informationen haben wir ja (Desktop-)Computer – mit den ubiquitären Lösungen soll mal was anderes versucht werden und nicht der Desktop dupliziert werden.

“People Tagging & Ontology Maturing: Towards Collaborative Competence Management”, Simone Braun

Grundidee: Unterstützung von Kompetenzmanagement in Organisationen durch die kollaborative / bottom-up Erstellung von Kompetenz-Ontologien.

Dazu nannte sie unter anderem den Ansatz des “People Tagging” (am Beispiel von IBM Fringe), d.h. Personen taggen sich gegenseitig (entsprechend der wahrgenommenen Kompetenzen). Simone Braun nannte verschiedene Nachteile des People Tagging: keine Legitimation, keine Garantie, dass das Ergebnis zum Vokabular des Unternehmens passt, … – Meiner Meinung nach sind das alles keine ernsthaften Probleme, sondern eher falsche Erwartungen an das System – Denn die Strukturlosigkeit ist gerade eine Stärke des Systems – und vielleicht genau das, was es funktionieren lässt.

Anforderungen an ein Kompetenzmanagementsystem (nach den Autoren):

  • Bottom-up collection of opinions abut individual competencies
  • freedom to evolve competence vocabulary
  • shared vocabulary for comparability
  • legitimation and commitment by the organization

Die Herausforderungen werden als “collaborative ontology construction problem” angegangen.

In der Lösung existieren verschiedene “formality levels” (Detailierungsgrade, Formalisierungsgrade) im Informationsraum:

  • topic tags
  • competency areas
  • competencies
  • competency relationships

Das finde ich interessant – also nicht ein zwangsweises Einhalten einer Ontologie, sondern die Möglichkeit, Tags hinzuzufügen, die dann vielleicht langsam in die Ontologie reinwandern und vielleicht sogar zu Regeln (relationships) führen. Wobei man dazu natürlich wieder Zugriffsrechte/Zugriffspolitiken braucht – aber dazu gibt es in dem Projekt momentan noch nichts.

Interessante Frage in der Diskussion: “Mitarbeiter finden keine Zeit ihre eigenen Profile in Yellow Pages Anwendungen zu pflegen – warum sollten sie Zeit finden die Profile von anderen zu Taggen?” – Das geht auf den Grund von Web 2.0 – Ich glaube eine Antwort darauf wäre, dass man das Taggen so einfach wie möglich machen muss (deshalb möglichst wenig Struktur) und möglichst viel Wert für den taggenden Benutzer bieten sollte (im Sinne von Social Networking Applications, Netzwerkpflege, …).

Die Idee wurde im Tool SOBOLEO umgesetzt (im Rahmen des Projektes MATURE).

“From the crowd to communities: New interfaces for social tagging”, Chao Zhou

Frage: “Why wikis begin to be widely used, but not social tagging?”

Antwortversuch: Es liegt am (User) Interface!

Deshalb versuchen sie im Projekt die Tag Cloud (als Teil des Interfaces) zu verbessern. Dabei wurde insbesondere die Verbesserung der Sichtbarkeit von Kontexten und Beziehungen verbessert – vor allem zur Unterstützung von “kollaborativem Tagging” (ohne auf die platzverschwendenen Graphen zurückgreifen zu müssen).

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COOP2008 – Awareness, Wikis

Nach dem Auftakt ging es auf der 8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008) mit den Präsentationen von Forschungsarbeiten los. Hier ein paar Kommentare zu einigen wenigen der Präsenatationen.

“Anticipative Awareness in a Groupware System”, Wolfgang Prinz, Elke Hinrichs, Irina Kireyev

Wolfgang Prinz vom Fraunhofer Institut Angewandte Informationstechnik beginnt mit einem Bericht über verschiedene Awareness Features (am Beispiel von BSCW) – mit diesen Features kann man sehen, was konkret passiert ist. Es ist heute aber nicht möglich zu spezifizieren, was passieren sollte – und einen Hinweis zu erhalten, wenn das nicht passiert (z.B. Studenten, die ein Papier nicht gelesen haben; Projektpartner, die ein Dokument nicht hochgeladen haben …): “Awareness about things that did no happen”

Dies wurde in Form von “Expectations” in BSCW eingebaut – Zu Expectations können Participants (Individuen, Gruppen, Rollen), Activities und Artifacts zugeordnet werden.

Interessant: Es ist möglich eigene Expectations für andere Sichtbar zu machen; ein anderes Feature: E-Mail an alle, die eine Expectation erfüllt bzw. nicht erfüllt haben.

“The Wiki as an Integrative Tool in Project Work”, Birgit Rognebakke Krogstie

In diesem Beitrag wurde über die Nutzung von Wikis in Software-Engineering-Projekten berichtet.

Ein paar interessante Erkenntnisse aus der Beobachtung:

  • Wikis wurden hauptsächlich für “Integration” genutzt
    • Integration zwischen sozialen und zielorientierten Aktivitäten
    • Integration zwischen Information im Team und ausserhalb des Teams
    • Integration zwischen verschiedenen Artefakten
  • Wikis dienten verschiedenen Zielen
    • “knowledge repository”
    • “stage”
    • “coordination mechanism”
    • “shared workspace”
  • Wikis wurde nicht für soziale Interaktion genutzt – also eigentlich keine “Social Software” – aber das lag wohl auch daran, dass die Teams nicht verteilt waren – Für soziale Interaktion wurden genutzt IM, F2F, …

“Proliferation in Enterprise Wikis”, Hans-Jörg Happel

Herr Happel vom FZI in Karlsruhe berichtete über Erkenntnisse aus der Untersuchung der Nutzung von Wikis in Unternehmen. Seine Forschungsfrage war: “What problems occur when enterprise wikis grow and how are they adressed?”.

Zuerst verglich er Enterprise Wikis mit Wikipedia:

  • Wikipedia: klare Struktur (Lexikon), klare Namens- und Linkkonventionen, grosse Benutzerbasis
  • Enterprise Wikis: keine so klare Struktur, teilweise hierarchische (Unter-)Strukturen, Frage: “where to put what?”, kleine Benutzerbasis

Wegen dieser Unterschiede finden sich in Unternehmenswikis auch andere Probleme als in Wikipedia. So scheint das Hauptproblem “profileration” (wegen des Wachstums) zu sein. Also eine schwindende Qualität der Struktur, ein schwieriger werden des Findens von Inhalten oder von Seiten auf denen Inhalte aufgenommen werden sollten.

Lösung dazu scheint “gardening” zu sein – Zusätzlich werden als Lösung auch vorbeugende Massnahmen angegeben:

  • “employee training”
  • “quality standards, rules”
  • “tagging, categorization”
  • “use of templates”

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COOP2008 – Science 2.0

Nach dem Workshoptag am Dienstag begann die “8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008)” heute mit einem eingeladenen Vortrag von Rob Procter. Rob Procter ist Direktor des National Center for e-Social Sciences (NCeSS) an der Manchester University in England. Aufgabe des Centers ist es e-Science in den Social Sciences zu entwickeln – also sowohl Werkzeuge (zur gemeinsamen Analyse von Daten als auch zum Sammeln von Daten) als auch eine grundsätzliche Weiterentwicklung wissenschaftlichen (Zusammen-)Arbeitens in diesem Bereich (durch Beantwortung von Fragen nach Vertrauen, Copyright etc).

Rob hat zuerst die “e-Science” Vision in England (von John Taylor) wiederholt:

“e-Science is about global collaboration in key areas of science and the next generation of infrastructure that will enable it.”

Diese Infrastruktur ist als “the Grid” bekannt – aber heute auch immer mehr als “e-Infrastructure”. Hinter diesen beiden Begriffen verstecken sich auch zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen:

  • “The Grid = Computer scientists blueprint for a perfect distributed infrastructure” – Dieses Ziel top-down eine “perfekte” Lösung zu erreichen beinhaltet das Problem, dass es sehr (zu) lange dauert, bis etwas Benutzbares zur Verfügung steht
  • Stattdessen wird heute unter dem Begriff “Science 2.0″ ein auf Web 2.0 Werkzeugen basierender bottom-up Ansatz verfolgt: “‘grass roots’ led appropriation of e-Science technologies”, “Science 2.0 has facilitated a cooperative approach to build a research infrastructure”

Rob verwendete im Zusammenhang mit Science 2.9 den Begriff “collaborative systems building” – das Ergebnis ist sicher nicht so perfekt wie “the Grid”, aber es sind sehr viele Aktivisten beteiligt und die (Zwischen-)Ergebnisse sind sofort benutzbar.

Beispiele für Science 2.0 Dienste, die Rob genannt hat: Swivel, Slideshare, MyExperiment, Jove, UsefulChem, OpenWetWare, ManyEyes, MapTube, NewScientistTech

Am Ende ein Veranstaltungshinweis von Rob: 4th International Conference on e-Social Science in Manchester (18-20 June 2008): http://www.ncess.ac.uk/events/conference/

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COOP2008 – Workshop Academia 2.0

Es ist mal wieder Zeit für “wissenschaftlichen Austausch” – dieses mal auf der “8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008)”. Die Tagung begann heute (Dienstag, den 20.5.2008) mit einem Workshop zum Thema “Academia 2.0 and beyond”.

Ich habe auf dem Workshop für unsere Gruppe zum Thema Open Research und Medienwahl vorgetragen – d.h. zu unserem (in der Forschungsgruppe Kooperationssysteme) Vorhaben, Anforderungen von Forschung und Lehre an eine Social Software Kooperationsplattform zu erheben und zu befriedigen (siehe auch auf unserem Wiki) sowie zu einem Problem, auf das wir bei den ersten Arbeiten dazu gestossen sind, der Unterstützung der Benutzer bei der Medienwahl.

Feedback dazu von den Workshop-Teilnehmern:

  • Bevor man sich um Tools und Medienwahl kümmert, muss man erst einmal betrachten, welche Probleme durch die Tools angegangen werden – d.h. es ist wichtig Use Cases / Stories zu sammeln.
  • Notwendig ist “orientation”, “conventions” (in Gruppen – d.h. Verhaltensempfehlungen für die ganze Gruppe), “education” – Also wieder: Nicht nur Werkzeuge bereitstellen, sondern (mögliche) Nutzung beschreiben!
  • Dabei sollte immer auch gezeigt werden, wie die (eigenen) Prozesse von dem Einsatz der Technologie profitieren.
  • Das Problem bei der Anwendung von Kommunikationstheorien (media synchronizity, media richness) auf das Medienwahlproblem ist, dass diese Theorien Kommunikation nicht als andauernden Prozess sehen.
  • Eine interessante Frage für Academia 2.0 ist die Frage danach, was (eine Disziplin) als “Kooperation” sieht/wünscht – das ist in unterschiedlichen Disziplinen sicher sehr unterschiedlich.
  • Neben Interoperabilität (zwischen Tools der selben Art, z.B. Teamräumen) ist in Werkzeugen auch die Möglichkeit zum “transfer”/”transition” notwendig, z.B. die Überführung eine Diskussion von einer Mailingliste in einen Blog und schließlich (zur Dokumentation) in einem Wiki.

Andere interessante Präsentationen im Workshop:

Su White von der University of Southampton berichtete über verschiedenste Versuche (Beispiele), die sie zum Einsatz von Social Software zur Unterstützung der Lehre unternommen haben. Die Erfahrungen gehen dabei über viele Jahre zurück. Ausserdem berichtete sie zu einigen Erfahrungen aus dem langen Prozess. Besonders will ich davon folgende wiedergeben:

The world is changing, but beware of

  • being obsessed with the leisure habits of young people
  • generalizing the working habits of early adopters / evangelists

Nick Pearce berichtete von einer sehr interessanten Studie an der Lancaster University, in der er versuchte herauszubekommen, wie unterschiedliche Disziplinen (an der Universität) Web 2.0 Werkzeuge einsetzen. Dabei hat er sich erstens auf die Verwendung von Werkzeugen konzentriert, zweitens aber auch auf die Arbeitsweise/Kooperationsweise in den verschiedenen Disziplinen (z.B. Anzahl gleichzeitig laufender Projekte). Siehe auch http://redress.lancs.ac.uk/survey/.

Marco Loregian von der University Milano Bicocca (http://www.itis.disco.unimib.it) berichtete von den Aktivitäten in deren Gruppe – u.a. dem Einsatz eines Blogs für die Kommunikation mit Studierenden – u.a. auch zur Kommunikation mit Diplomanden. Auch angeregt durch seine Co-Autoren Giorgio de Michelis und Alessandra Agostini stellte er dann einige Fragen dazu, warum wir heute mehr darauf schauen, wie existierende Werkzeuge eingesetzt werden können und nicht, wie zukünftige Werkzeuge aussehen sollten (wie es in der CSCW Community lange üblich war / nach Meinung der Autoren sein sollte).

Die Diskussion über diese und die weiteren Beiträge brachte einige weitere interessante Punkte auf:

  • Rollen sollten in Web 2.0 Anwendungen nicht von oben her vorgeschrieben werden, entstehen aber mehr oder weniger zwangsweise (als “set of behaviour”) – denn: “we need organization – bottom up”
  • “Academia 2.0″ bedeutet für viele Dozenten und viele Fachgebiete eine einschneidende Änderung – “need to rethink the traditional university”. Eine wichtige Entwicklung hier ist der “shift from teaching to learning” – der natürlich nicht von Web 2.0 Werkzeugen abhängt, aber sicher dadurch unterstützt wird.
  • “In the collaborative technologies I am not interested in the technology but in the collaboration (the uses of the technologies)”

Morgen werden wir dann unseren Konferenzbeitrag “Functions of Social Networking Services” vorstellen. Darin schlagen wir verschiedene Funktionen für Social Networking Services vor und belegen diese auch mit einigen Ergebnissen unserer SNS-Umfrage. Der Beitrag ist hier verfügbar.

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Multikonferenz Wirtschaftsinformatik – Tag 2 – Kooperationssysteme

Der zweite Tag der Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2008 stand ganz im Kontext “Kooperationssysteme” – von 9:00 bis 18:30 (mit einer kleinen Unterbrechung für einen eingeladenen Vortrag) fand nämlich die von der Fachgruppe CSCW der Gesellschaft für Informatik organisierte Teilkonferenz “Kooperationssysteme” statt.

Nachfolgend Berichte/Gedanken zu einzelnen Beiträgen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Die erste Session begann mit zwei Beiträgen zu Reputationssystemen.

Zuerst präsentierte Herr Botsch von der Uni Karlsruhe eine empirische Analyse von Bewertungskommentaren des Reputationssystms von eBay. Insbesondere hat die Autoren dabei interessiert, in wie weit Angriffe auf Reputationssysteme, speziell Rachebewertungen und die Möglichkeit von Abmahnungen, die Abgabe von Bewertungen beeinflusst. Die Studie (und die Idee dahinter) war u.a. auch der Grund für den Design eines “neuen Bewertungssystems” – einer Verheiratung von klassischen Bewertungssystemen und sozialen Netzwerken, d.h. der Möglichkeit, öffentliche und nur für das eigene Netzwerk sichtbare Kommentare abzugeben. Diese Idee ist auch in “bimply” umgesetzt, einem Dienst zum Tauschen und Teilen von Artikeln und Dienstleistungen.

Im zweiten Beitrag präsentierte Herr Reitzenstein von der Universität Halle-Wittenberg eine Untersuchung der Robustheit von Reputationssystemen durch die Simulation von Angriffen.

Die zweite Session widmete sich Social Software.

Zuerst berichtete Herr Richter aus meiner Gruppe an der Universität der Bundeswehr München über Funktionen von Social Networking Services und stellte zu deren Validierung einige Ergebnisse aus unserer aktuellen Studie zur privaten Nutzung von Social Networking Services in Deutschland vor. Mehr dazu auf www.kooperationssysteme.de.

Dann berichtete Frau Martin von der Universität Hamburg über Crowdsourcing. Sie stellte dabei hauptsächlich verschiedene Beispiele und einen Definitionsansatz/Einordnungsansatz vor.

Crowdsourcing = interaktive Form der Leistungserbringung, die kollaborativ oder wettbewerbsorientiert organisiert ist, eine große Anzahl extrinsisch oder intrinsisch motivierter Akteure unterschiedlichen Wissensstands unter Verwendung moderner IuK-Systeme (Web-basiert) einbezieht. Leistungsobjekt sind Produkte oderDienstleistungen unterschiedlichen Innovationsgrades, welche durch das Netzwerk der Partizipierenden reaktiv aufgrund externer Anstöße oder proaktiv durch selbsttätiges Identifizieren von Bedarfslücken bzw. Opportunitäten entwickelt werden.

Verwandte Konzepte zu denen (konzeptuelle) Unterschiede herausgearbeitet wurden um eine eigenständige Begriffsbildung zu rechtfertigen waren: Open Source, Open Innovation, Interaktive Wertschöpfung.

Herr Richter von der Universität Münster berichtete schließlich über eine Social Network Analyse eines Netzwerks von Politologen (EU Network of Excellence), das sie in der Vergangenheit betreut / IT-mäßig unterstützt haben. Ziel war es dabei über die Erhebung der Beziehungen zwischen den Mitgliedern im Netzwerk herauszufinden, warum die bereitgestellte Unterstützungsplattform nicht bzw. anders genutzt worden ist als geplant.

Wichtiges Ergebnis der SNA war, dass es eigentlich kaum Cliquen im Netzwerk gab, über die verteilte Zusammenarbeit möglich wäre. Das könnte ein Grund dafür gewesen sein, dass die bereitgestellte Plattform nicht zur Kooperation, sondern hauptsächlich zur Koordination genutzt worden ist. Ziel einer (Kooperations-)Plattform für NoE muss also erst mal die “Verdichtung des Netzwerks” sein – z.B. über Social Networking Funktionen – Kooperationsförderung anstelle von Kooperationsunterstützung …

In einem zweiten Vortrag konkretisierte Herr Richter noch die Analyse der Nutzung des bereitgestellten Kooperationssystems HERBIE. Durch Logfileanalyse konnte klar gezeigt werden, dass das Werkzeug nicht für Kooperation, sondern eher für koordinierende Funktionen genutzt wurde, zum Reporting und zur Konferenzorganisation.

Im eingeladenen Vortrag am Nachmittag sprach Dr. Andreas Resch von Bayer Business Services zu “Moderne Führung der IT”.

Er hat damit begonnen drei Aspekte des (firmeninternen) IT-Outsourcings herauszuarbeiten:

  • Bedarfsorientierung
  • Qualitätsvereinbarung – überraschenderweise schwierig – ITler denken sie wissen was Qualität ist – aber: “Qualität ist das was der Kunde sieht”
  • (IT-)Budget? – These: Nicht sinnvoll! – dadurch ist IT nämlich immer der Engpass

Argumentation gegen die Steuerung der IT-Abteilung über IT-Budgets: IT ist nicht unbedingt besser, weil sie weniger Euro pro Benutzer ausgibt (eine häufig verwendete Zieldefinition in der “Budgetwelt”) – es hängt auch davon ab, welche Anforderungen sie wie gut befriedigt.

Für die Steuerung der IT eines Unternehmens gilt “Drive IT as a Business”. Jeder Dienst sollte als Produkt angesehen werden und im Wettbewerb mit dem Markt an die firmeninternen Kunden verkauft werden.

Interessant war in diesem Zusammenhang auch der Ansatz, IT-Dienste mit Administrationsdienstleistungen zu integrierten Fachdiensten zu bündeln. Das bewirkt nämlich, dass die Fachabteilungen keine IT-Spezialisten brauchen um IT-Dienstleistungen “einzukaufen” (Mehraufwand), sondern dass die Fachspezialisten (HR, Accounting) mit entsprechenden Gegenparts in der IT-Abteilung sprechen können.

Noch ein abschliessendes Argument gegen die Budgetsteuerung von IT: Die Budgets werden regelmäßig gekürzt – d.h. man muss im Folgejahr mit z.B. 90% des Vorjahresbudgets auskommen. Das vermittelt die “Aussage”, dass weniger besser ist – was konsequent weitergeführt werden kann zu “Das Optimum wäre nichts” … und das ist schlecht für ein positives Selbstverständnis der IT.

Update: Auch Prof. Matthes berichtet in seinem Blog über den Vortrag.

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Multikonferenz Wirtschaftsinformatik – Tag 1 – WI vs IS

Nach einem sehr netten Pre-Conference Meeting in der Max-Emmanuel-Brauerei in Schwabing hat am 26.2. an der TUM in Garching die Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2008 begonnen. Nach einer kurzen Einführung durch den Dekan der Fakultät für Informatik der TUM und Prof. Krcmar (kurze Randbemerkung: die “Prabel”rutsche im Informatik-Gebäude hat keine “Ellipsen”form – Prabel- und Ellipsengleichung sind zwar nicht so weit voneinander weg – beides Kegelschnitte ;-) -, aber …) begann die Tagung mit einer Keynote von Prof. König zu Forschungsmethoden in der Wirtschaftsinformatik(ausbildung).

Herr König präsentierte interessante Zahlen zur “Publikationsleistung” deutscher Wirtschaftsinformatiker – Journals und Konferenzen nach “international akzeptierten” Rankings. Und da sieht die deutsche Wirtschaftsinformatik gar nicht gut aus … Die Frage von Herrn König war nun, woran das liegt und ob man was machen will/soll.

In der Motivation am Anfang führte er aus:

Eine Veröffentlichung/wissenschaftliche Arbeit verlangt neben Originalität vor allem eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Dies wird wesentlich durch sauber durchgeführte Forschungsmethoden determiniert.

In der deutschen Wirtschaftsinformatik ist die Methodenausbildung (im Bachelor, Master und während der Promotion) nun weniger ausgeprägt als international üblich. Hier kann ich die Zahlen von Herrn König nur bestätigen – gerade in der Promotionsphase wird nur noch sehr wenig Methodendiskussion/Methodenausbildung angeboten/genutzt.

Wie schließt man nun diese Lücke? Hier die Vorschläge von Herrn König:

  • (Master-)Studenten und Doktoranden sollen mehr (wissenschaftliche Papiere) lesen – und das Gelesene diskutieren
  • Es soll Forschungsmethoden-Veranstaltungen (im Master aber vor allem für Doktoranden) geben – evtl. im Rahmen eines (potentiell überregionalen) strukturierten Promotionsprogramms/Doktorandenseminare
  • Forschungs-Jour-Fixes, Literaturkurse, (mehr) Kooperation mit internationalen Top-Forschern

Die besondere Notwendigkeit einer speziellen methodischen Fundierung motiviert Herr König auch an der Stärke der deutschen Wirtschaftsinformatik – in der Erklärungswelt und der Gestaltungswelt gleichermaßen zu Hause zu sein. Dadurch ergibt sich ein erhöhter Bedarf an methodischer Fundierung.

Diese Besonderheit der deutschen Wirtschaftsinformatik war auch Ausgangspunkt der Diskussion zur Keynote und tauchte im weiteren Verlauf des Tages immer wieder auf – u.a. in der Wissenschaftstheorie/Forschungsmethodik-Teilkonferenz.

Interessant war hier vor allem die Argumentation, dass man sich doch in der deutschen WI nicht an der amerikanischen IS-Community orientieren sollte (sich nur an den IS-Rankings messen sollte). Denn während die deutsche WI erfolgreich ist (steigende Studierendenzahlen, guter Kontakt zur Praxis, Relevanz) ist die IS auf einem absteigenden Ast (sinkende Studierendenzahlen, beinahe kein Kontakt zur Praxis). Es wäre also besser, einen eigenen Massstab für die deutsche WI zu finden.

Hier war die Argumentation dann aber auch, dass eine größere Gestaltungsorientierung der WI zwar die Nicht-Präsenz in den amerikanischen IS-Zeitschriften erklärt, nicht aber eine Nicht-Präsenz in den ACM- und IEEE-Transactions, die ja eher gestaltungsorientiert sind. Stärkere Methodenausbildung bleibt also unabhängig davon wichtig.

Btw: Ein interessanter – wenn auch etwas “amerikanisch” ausgerichteter – Beitrag zu dem Thema ist “Why the old world cannot publish? – Overcoming challenges in publishing high-impact IS research”

Und noch ein “Schnippsel” aus den Diskussionen im Laufe des Tages: Immer mehr Universitäten greifen die Vorschläge von König schon auf: Einerseits finden sich immer mehr (Master-)Lehrveranstaltungen, in denen die Studierende wissenschaftliche Paper/Bücher lesen müssen und diskutieren können – andererseits bieten immer mehr Universitäten/Fakultäten inzwischen begleitend zur klassischen Promotion Programme zur Methodenausbildung für die Doktoranden an.

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Gründermarkt Forum Kiedrich

Wie auf kooperationssysteme.de schon angekündigt, war ich heute vom Forum Kiedrich zu einem Vortrag auf deren 22. Gründermarkt in Wiesbaden eingeladen. Das Oberthema des halbjährlich stattfindenden Gründer-Events in Hessen war dieses mal explizit “Vernetzung”. Leider konnte ich nicht von Anfang an dabei sein, sondern bin erst am Nachmittag dazu gestossen. Aber in seinen Abschlussworten hat Jürgen Fuchs den Tag (und die Idee dahinter) sehr schön zusammengefasst:

Der Tag wurde eingeleitet mit einem Einführungsreferat von Gerald Hüther, Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universität Göttingen. Dabei ging es unter anderem darum, wie sich das Gehirn entwickelt. Die wichtigsten Fakten, die Jürgen Fuchs am Ende des Tages nochmal zusammengefasst/ergänzt hat:

  • zuerst nimmt die Zahl der Gehirnzellen zu
  • dann vernetzen sich die Zellen immer mehr; die Zunahme der Zellenzahl wird immer langsamer
  • irgendwann steigt die Zahl der Gehirnzellen nicht weiter – etwa bei 10 Mrd – (nimmt eher sogar ab), die Vernetzung geht aber weiter
  • Wichtige Ereignisse in der Zeit sind die Geburt des Menschen und später die Entwicklung eines Bewusstseins / eines Ichs

Nach der Vernetzung der Gehirnzellen folgte die Vernetzung der anwesenden Gründer und Unterstützer – in Networking-Pausen zwischen Pitches und Workshops.

Dann kam ich … mit einem Vortrag zu “Social Networking und Online Communities”, also einem kurzen Schlaglicht auf die Fortführung / Unterstützung der Vernetzung im Internet.

Und so richtig rund wurde das Ganze dann durch den schon angesprochenen Ausklang von Jürgen Fuchs, Mitinitiator und Gesellschafter des Forum Kiedrich. Jürgen Fuchs zeigte zuerst nochmal den Roten Faden des Tages auf und ging dann noch einen Schritt weiter. Er zitierte die Gaia-Hypothese nach der die Erde (bzw. die Oberfläche mit der gesamten Biosphäre) ein lebender Organismus sei – wie der Mensch selbst.

Eine Interpretation diese Hypothese ist, dass die Menschen (auf der Erde) den Gehirnzellen (im Menschen) entsprechen. Und damit zurück zum Anfang:

  • zuerst nimmt die Zahl der Menschen zu (langsam und dann immer schneller)
  • dann vernetzen sich die Menschen immer mehr
  • interessant: der Verlauf der Entwicklung eines (menschlichen) Gehirns stimmt mit der Entwicklung der Menschheit scheinbar recht gut überein – und die 10 Mrd erscheinen auch eine gute Prognose für die Weltbevölkerung

Damit ergibt sich natürlich die Frage, wann die Erde ein Bewusstsein erlangt …

Jürgen Fuchs nannte noch weitere interessante Gemeinsamkeiten der Gegenüberstellung des menschlichen Gehirns mit der Erde als Organismus:

  • wie im menschlichen Gehirn haben sich auf der Erde eine rechte und linke Gehirnhälfte entwickelt – “der Westen” (links: logisch, strukturiert, analytisch) und der “ferne Osten / Asien” (rechts: intuitiv, kreativ, emotional, ganzheitlich)
  • und wie im menschlichen Gehirn ist es dort besonders turbulent, wo die beiden Gehirnhälften verbunden sind – im Corpus Callosum – auf der Erde sind das zwei Bereiche (wegen Kugelform ;-)): Osteuropa/Bosporus und Japan/Taiwan/Hong Kong.

Interessante Gedanken …

Btw: Im Lebenslauf von Jürgen Fuchs seht: “Jürgen Fuchs ist Unternehmens-Berater, Buchautor und Lehrbeauftragter für ‘Philosophie und Economics’” – eine interessante Mischung! Die Rückfahrt nach München habe ich mit einem seiner Bücher verbracht (… und bin mal wieder nicht zum Arbeiten gekommen ;-): “Das Märchenbuch für Manager” – echt gut – eine Sammlung von vielen kleinen Geschichten, jede mit einer Anregung/(Lebens-/Management-)Weissheit – viel “Food for thought”. U.a. ist auch der oben angesprochene Vergleich zwischen menschlichem Gehirn und der Erde als Organismus (Gaia) in Form einer Geschichte im Buch zu finden.

Ach ja, bei der Durchsicht der Profile der auf diesem Gründermarkt vorgestellten Unternehmensgründungen bzw. im Gespräch nach dem Vortrag sind mir auch ein paar aufgefallen, die sehr gut zum Thema Social Networking passen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • acomo – Die versuchen eine Plattform für Social Networking Plattformen / Online Communities ala ning.com zu schaffen
  • boomloop – Eine Social Networking Plattform für Events: “boomloop ist eine Event-Community, auf der Du einfach Veranstaltungen finden kannst, die Dich persönlich interessieren. Freunde zusammentrommeln ist ebenso einfach – per SMS, Chat oder Web.” – bei einem kurzen Gespräch mit den Gründern konnten sie zu allen Wettbewerbern, die mir eingefallen sind, sagen wo/warum sie besser sind – genau so wie es sich gehört ;-)
  • lynto – Eine Plattform zum Netzwerken – aber zusätzlich mit sehr viel Funktionen zum Zusammenarbeiten – Neben Individuen werden auch Unternehmen besonders repräsentiert.

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ECSCW 2007 – Day 3 – Closing

In the last session of the conference the closing keynote was given: “TUNES: The Irish traditional music session as organizational model” by Micheal O Suilleabhain from the University of Limerick. The first thing to notice was that the whole setup has changed – instead of a screen for a video projector there were some music instruments placed on the platform.

The theme of the talk is “How does a (music) session work?”.

A reference: ‘Creative Process in Irish Traditional Dance Music’, in Irish Musical Studies 1: Musicology in Ireland. G. Gillen and H. White (eds). )Dublin: Irish Academic Press 1990)

Irish traditional dance music differs from Jazz music and symphony orchestras – collaboration and polyphony (Jazz) and power of uniformity (Symphony Orchestra) – “the uniformity of the bowing is the power in the string section” (even if the sound is off, one can see that it is a bad performance!)

Monophony in symphony orchestra: The musicians are submerging parts of their individuality (for the purpose of the music)

In contrast monophony (as a team) in traditional Irish dance music: Harmophony – Musicians play together – more or less the same (monophony), but every one keeps some individuality – in the tradition of the music and in coordination/cooperation with the co-musicians.

The musicians are not payed – they play with their backs to the audience – they are playing for themselves (interesting connection to Social Software!) – there are even musicians that act as lurkers, or join in later, …

Characteristics of a session: Some “rules/conventions/patterns” that form the “architecture” of the music; there is no leader (everybody can take initiative to develop monophony into a different direction); additionally there is a lot of individuality in playing the music (when to breath, when to set breaks, … – “identity markers”)

“Creative process that informs the music”

I do not know if I got everything right / made it understandable for anybody who has not been here … A great and inspiring talk! With live music to demonstrate the concepts.

A quote from Micheal about teaching (to a teacher): “you will grow older but your students will stay the same age all the time …”

A quote about being late (from the one who is late and is questioned because of it): “you have the clock, I have the time”

And that was it … But “after the conference is before the conference” – next ECSCW will take place from September 7th to September 11th 2009 in Vienna – see web site of ECSCW 2009.

With that my blog will switch back from (bad) English [the language of science ;-)] to German – So, bye to my English readers.

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ECSCW 2007 – Day 3 – Paper Session 2

  • “How-To Sharing: Informal Systems of Expertise Location”, Cristen Torrey: “how-to = online content that describes how something is done”; question: how/why are how-to pages built, documented and broadcasted; ethnographic study / interviews for this; some results: Web 2.0 technologies and services (especially RSS feeds; photo/video hosting) play an important role; “google is my friend too”; documentation for keeping a record for oneself; documentation for building an online identity; implications of how-to-sharing: supporting mixed media is essential (all kinds of tools, well integrated); challenge: how-tos constitute a personal portfolio, authors motivations may not align well with organizational requirements for knowledge sharing – that is exactly the issue/problem in Enterprise 2.0!!! Opportunity: address ownership issues, …

    Comment: lots of how-tos are collaboratively authored … hobby crafts projects should be distinguished from larger (collaborative) documentation projects …

  • “Seeing ethnographically: Teaching ethnography as part of CSCW”, Barry Brown: “ethnography = catch-all phrase for a range of different things, just as long as they involve field work of some sort”; interesting (meta-work): studying the students of a practical course on ethnography!!! (to learn about how to teach ethnography); students were asked to share their fieldnotes via a wiki – and it worked! (multimedia fieldnotes, up to 70 reads per fieldnotes, accountability of ‘hidden work’); wiki was extended for adding comments/notes to wiki pages (no editing other groups notes, but commenting on them), for better displaying history awareness information; one of the conclusions: wiki as a mundane workplace/schoolplace tool

  • “Cues to Mutual Knowledge”, N. Bryan-Kinns: looking at asynchronous collaboration; experiment: first order cues to the activities of an individual, second order cues to the activitites of others, third order cues that support mutual-beliefs; does providing cues mean awareness support? I think yes; design of two shared workspaces for comparative experiment: Npathy (1st + 2nd), Mpathy (1st, 2nd, 3rd order cues – additional timeline which shows connection of read and write events); (positive) effect on number of contributed documents; increased co-ordinated use of documents; more implicit references

    Interesting try to quantitatively compare awareness features (even when the whole talk did not use the word ‘awareness’)

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