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“Informing challenge” in der Wirtschaftsinformatik
Verfasst von kochm unter Fundgrube, Universität am 3.8.2010
In der Wirtschaftsinformatik wird ja schon seit längerem die Diskussion “rigor vs relevance” geführt. Dazu gehören meiner Meinung nach auch Beiträge wie “Der Zehnkampf des Hochschullehrers” vom Wirtschaftsinformatiker Peter Mertens. Mit den Fallstudienaktivitäten in meiner Gruppe tendiere ich ja auch etwas zum “Relevance-Lager” ;-)
Beim Aufarbeiten meines Still-to-read-Stapels habe ich eben einen sehr spannenden Artikel zu diesem Thema gelesen, den ich hier empfehlen und kurz kommentieren möchte: “Gill G, Bhattacherjee A. Whom are we Informing? Issues and Recommendations for MIS Research from an Informing Sciences Perspective. MIS Quarterly. 2009;33(2):217-235.”
This paper provides an introspective assessment of the current state of management information systems as a research discipline using the “lens” of the informing sciences. Based on this assessment, we observe that the degree to which MIS research is informing its key external clients – practitioners, students, and researchers in other disciplines – has declined over the years. This problem is particularly acute with respect to informing practitioners. Unfortunately, practitioner support may be critical in making up for lost resources caused by declining student enrollments. Despite this dire prognostication, we believe that it is possible to reverse this trend. Drawing upon cognitive science and diffusion of innovations research, we analyze the source of the problem and then present five recommendations aimed at leading MIS journals, scholars, and professional societies for improving the ability of MIS research to engage and inform its external clients.
Der Artikel ist also in einem der Leuchttürme des “Rigor-Lagers”, dem MISQ erschienen. Er behandelt aber die Entwicklungen in der Wissenschaftsdisziplin MIS und der Zeitschrift MISQ sehr kritisch. So thematisiert er insbesondere das Problem, dass MIS (zumindest in den USA) den Kontakt zu den Praktikern verliert. U.a. zeigen die Autoren dies daran auf, an wie vielen MISQ-Artikeln Praktiker beteiligt sind – ein Trend, der nach Hochphasen inzwischen die Null erreicht hat.
Neben der schön geführten Diskussion, die auch auf nationale Unterschiede eingeht und dabei die deutsche Wirtschaftsinformatik besonders herausstellt, gefällt mir an dem Beitrag aber besonders, dass das Problem klarer herausgearbeitet wird als in anderen Beiträgen.
So stellen die Autoren drei Herausforderungen dar, denen sich eine Wissenschaftsdisziplin stellen muss:
- “Research challenge” – Welche Fragen sollen beantwortet werden und wie soll dabei vorgegangen werden?
- “Resource challenge” – Wo bekommt man die Finanzierung her, die für die Forschungsaktivitäten notwendig ist?
- “Informing challenge” – Wie stellt man sicher, dass die Forschungsergebnisse zu den “Kunden” gelangen?
Als Kunden bei der “Informing challenge” werden sowohl Studierende, WIssenschaftler aus anderen Disziplinen als auch Praktiker gesehen. Und bei all diesen Zielgruppen geht die Sichtbarkeit von MIS-Ergebnissen zurück.
Die Autoren argumentieren, dass die “Informing challenge” die am schlechtesten verstandene Herausforderung (in der Wirtschaftsinformatik) ist und dass hier noch viel Arbeit notwendig ist. Fallstudien und die (Weiter-)Entwicklung der Fallstudienmethodik werden als ein Lösungsbeitrag genannt. Und da sind wir wieder am Anfang, d.h. bei (unseren) Aktivitäten wie www.e20cases.org und KoFoBIS. Die Probleme mit Fallstudien zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse werden inzwischen in verschiedenen Beiträgen diskutiert/relativiert (z.B. in Flyvbjerg B. Five Misunderstandings About Case-Study Research. In: Seale C, Gobo G, Gubrium JF, Silverman D Qualitative Research Practice.Vol 12. London: Sage; 2004:420-434.). Unabhängig davon bleibt aber der Fakt, dass sich Fallstudien und Geschichten allgemein viel besser zur Kommunikation von Erkenntnissen, also zur Adressierung der “Informing challenge” eignen als andere Darstellungen. Da ist zwar noch viel zu tun, aber wir sind wohl auf dem richtigen Weg.
Besuch in der Bayerischen Staatskanzlei
Der Freundeskreis Fregatte Bayern e.V., für den ich als 2. Vorsitzender tätig bin, hat die Frau unseres bayerischen Ministerpräsidenten Karin Seehofer zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Zu diesem Anlass durfte ich letzten Donnerstag die Bayerische Staatskanzlei besuchen – um mit anderen Kollegen aus Vorstand und Verein die Urkunde zu überreichen. Folgendes Photo zeigt die anwesenden Vorstandsmitglieder mit Frau Seehofer (v.l.n.r. Florian Kluge, Jonny Kraft, Karin Seehofer, Rudi Peterke, Michael Koch).
Die Veranstaltung war echt nett – und Frau Seehofer sehr sympathisch. Einziges Manko war, dass wir aufgrund der Belegung von vielen Räumen durch die “Olympia-Krise” in einen unklimatisierten Besprechungsraum ausweichen mussten – bei den 30Grad+-Temperaturen und “verschärftem Dresscode” etwas lästig …
Hier noch ein Link auf den Beitrag zur Veranstaltung auf den Webseiten des Freundeskreises mit einem Interview mit Frau Seehofer zum Anlass der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.
The Cloud und Collaboration mit dem Mac/iPad/iPhone – Part 2
Ende März habe ich unter dem Titel The Cloud und Collaboration mit dem Mac u.a. meine Erfahrungen zum Synchronisieren verschiedener Daten zwischen verschiedenen Macs (und auch meinem iPhone) beschrieben. Ein wichtiger Punkt, der bei mir damals noch offen war, waren meine Feeds – also wie ich mein RSS-Feeds auf unterschiedlichen Macs lesen kann und Neueinträge aber auch die Information darüber, was ich schon gelesen habe und was nicht zwischen den Rechnern austauschen kann. Nachdem ich inzwischen auch stolzer Besitzer eines iPads bin – und da auf jeden Fall auch meine Feeds lesen will, habe ich mich dem Thema nun endlich mal angenommen.
Feeds – die erste
Auf facebook habe ich schon zum ersten Artikel den Kommentar bekommen, dass ich doch einen online-Reader nutzen sollte – z.B. Google Reader. Aber irgendwie war ich damals noch nicht bereit dazu …
Ich habe mir Google Reader inzwischen mal angeschaut und muss sagen, dass ich schon früher darauf hätte umsteigen sollen. Allein die schöne Übersichts-/Statistik-Funktion finde ich das wert.
Feeds – noch besser
Irgendwie bin ich aber doch noch ein Freund von Rich Clients – Deswegen habe ich mich mal im Mac-Software-Umfeld umgesehen und bin auf Gruml gestossen, eine Mac-Anwendung, die sich mit Google Reader synchronisiert. Egal wo man die Feeds ergänzt oder liest, die Änderung taucht auch auf der anderen Seite auf. Gruml hat noch Verbesserungspotential (insbes. bei der Geschwindigkeit der Synchronisation), bietet aber schon jetzt eine schöne alternative (und besser aufgeräumte als im Google Reader) Sicht auf meine Feeds.
Das ist vielleicht auch der Hauptgrund, warum ich Rich Clients noch bevorzuge: Den Entwicklern gelingt es meist immer noch die Möglichkeiten des Gerätes und dessen Bedienung besser auszunutzen als mit Web-Anwendungen (trotz Ajax und Co).
Auf iPhone und iPad könnte man Google Reader nun auch über Safari nutzen … aber auch hier bevorzuge ich Rich Clients mit besser aufgeräumter Benutzungsoberfläche.
Nach kurzer Recherche im AppStore kam heraus, dass sich fast alle Nutzer einig sind, dass “Reeder” DIE App dafür ist – sowohl auf dem iPhone aus auch neuerdings auf dem iPad: http://reederapp.com/.
Meine Wertung nach kurzer Nutzung: Sie haben Recht! Ich bin inzwischen sogar dazu übergegangen Feeds bevorzugt auf dem iPad zu lesen – selbst wenn ich einen Mac direkt daneben habe.
Sonstige iPad-Ergänzungen zu Teil 1
Ich nutze natürlich auch Dropbox und Evernote auf dem iPad. Alles sehr schöne Adaptionen auf das iPad. Und bei Mendeley warte ich noch auf die iPhone/iPad-App … soll bald kommen …
26. Juni 2010: Tag der offenen Tür der Universität der Bundeswehr München
Am 26. Juni 2010 lädt die Universität der Bundeswehr München zum Tag der offenen Tür ein. Die Besucher tauchen in diesem Jahr auf dem Campus in die „Welt der Wissenschaft und Technik“ ein.
Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen
- öffnen ihre Labore
- präsentieren ihre Projekte
- erklären ihre Forschung
Ausserdem gibt es ein attraktives Rahmenprogramm, z.B. um 11:15 Uhr eine Wissenschafts-Show in der TV-Moderator und Physiker Dr. Joachim Bublath experimentiert und referiert über das „Ende der Naturwissenschaften?“ (Geb. 33, Audimax).
Weitere Information und das Programm finden Sie unter http://www.unibw.de/welt-der-wissenschaft/.
Meine Arbeitsgruppe präsentiert in Halle 109 ihre CommunityMirror-Anwendung.
Digitale Verdrängung
Im Online-Angebote der Süddeutschen Zeitung gab es Anfang dieser Woche einen interessanten Beitrag in vierzehn Teilen zum Titel “Vom Internet Verweht – Digitale Verdrängung”.
Im Beitrag werden zu vierzehn Themen die aktuelle Entwicklung (kurz und prägnant) dargestellt und jeweils eine Prognose abgegeben. Natürlich sind die Aussagen teilweise trivial bzw. die Darstellung ist etwas überzeichnet, die Sammlung der vierzehn betrachteten “Themen” und der dazugehörigen Prognosen finde ich aber trotzdem sehr interessant:
- Telefonbücher werden auch in Deutschland aus Kostengründen nur noch auf Wunsch verteilt werden.
- Handschrift wird weiterhin in der Schule gelehrt, doch im Alltagsgebrauch spielt sie für die jüngere Generation bald kaum mehr eine Rolle. Die fehlende Übung wird zudem das Schriftbild der meisten Menschen immer unlesbarer machen.
- Familienabende gibt es weiterhin – jedoch werden diese unabhängig vom Fernsehprogramm stattfinden. Videostreaming und das gemeinsame Konsolenspiel werden das Ritual der festen Fernsehzeit ablösen.
- Respekt vor Autoritäten: Die Transparenz des Internets macht einstige Instanzen zu Menschen – und damit entsprechend angreifbarer. Wir werden uns daran gewöhnen.
- Konzentration: Die “MTV-Generation” der neunziger Jahre wird uns bald wie ein Kloster voller Zen-Mönche vorkommen. Die zerstückelte Aufmerksamkeit wird auch unser Denken massiv verändern, das schnelle Prüfen kleiner Informationshappen auf ihre Relevanz entwickelt sich zum zentralen Punkt unserer Wahrnehmung.
- Überraschungen bei Klassentreffen: Durch die digitale Vernetzung wird jede Status-Aktualisierung zu einem kleinen Klassentreffen. Wir altern gemeinsam.
- Fanzines: E-Zines oder Sammelblogs haben Fanzines bereits heute weitestgehend verdrängt. Einfacher zu bedienende Web-Editoren werden deren Layout künftig noch individueller gestaltbar machen.
- Urlaub im Unbekannten: Die minutiöse Planung des Urlaubs über das Netz lässt keinen Platz für Überraschungen – bald wissen wir schon vor der Anreise, welche Hobbys der Portier unseres Hotels hat.
- Faxgeräte: Sobald sich ein Standard für den rechtssicheren Versand von E-Mails entwickelt hat, dürften Faxgeräte zum Elektroschrott gehören
- Videotheken: Sobald Komplettsysteme im Heimentertainment-Bereich bezahlbar sind, dürften es Videotheken vor allem in Gegenden mit guter Breitbandverbindung sehr schwierig haben.
- Platten- und CD-Läden: Platten- und CD-Läden werden nicht aussterben, aber in wenigen Jahren ein Nischendasein fristen oder zu Hörcafés mit Download-Möglichkeit werden.
- Schulbücher: In wenigen Jahren dürften Schulkinder ihre Bücher digital erhalten – das entsprechende Lesegerät könnte auch als Schreibgerät fungieren, wodurch auch Schulhefte überflüssig würden.
- Privatsphäre: In den USA wird Privatsphäre bereits in Kürze keine Rolle mehr spielen. Europäer sind vorsichtiger, dennoch sind über den Einzelnen bald immer mehr Informationen im Netz auffindbar. Wer im Netz nicht existiert, wird bei potentiellen Arbeitgebern künftig Misstrauen erwecken.
- 15 Minuten Ruhm: Jeder kann künftig blitzschnell in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken – und genauso schnell wieder daraus verschwinden.
Freundeskreis Fregatte Bayern
Heute mal ganz was anderes: Vergangenen Freitag haben wir hier in München einen Freundeskreis für die Fregatte Bayern gegründet.
Das Land Bayern hat schon seit längerem die Patenschaft für die Fregatte (zur Taufe reiste damals extra Frau Stoiber an) – eine besondere Unterstützung der Mannschaft durch das “Bayerische Volk” gab es bisher aber noch nicht. Das haben wir durch die Vereinsgründung geändert! Und passend zum “Volk” fand die Gründungsversammlung und die Festveranstaltung danach auch im Bayerischen Landtag statt.
Die Gründungsveranstaltung war wirklich nett: Viele Vertreter der Bayerischen Politik, eine achtköpfige Delegation der Fregatte und auch andere Marinevertreter waren anwesend. Die Bayerische Marine lebt! ;-)
Weitere Informationen zum Freundeskreis und auch zur Gründungsveranstaltung sind auf http://www.fregattebayern-freunde.de/ zu finden.
Wiederbelebung …
Der letzte Post in diesem Blog ist nun schon mehr als sechs Monate her. Nicht dass ich in der Zeit faul gewesen bin – nein, ich habe auf verschiedenen anderen “berufsbezogenen” Blogs gepostet und dabei meinen eigenen “etwas vernachlässigt”. Das soll sich jetzt aber ändern. Mit Syndizierung werde ich zukünftig wieder mehr hier posten und die Inhalte dann “einfach” auf die anderen Plattformen weiterleiten … schau mer mal …
WM im Militärischen Fünfkampf im September
Für alle Sport-Interessierten: Von 3.9. bis 10.9.2009 findet am Campus der Universität der Bundeswehr in Neubiberg bei München die Weltmeisterschaft im Militärischen Fünfkampf statt.
Von meinen letzten Erfahrungen bei der Europameisterschaft kann ich vor allem die Disziplinen Hindernissbahnlauf und Hindernissschwimmen empfehlen. Echt spektakulär. Hindernissbahnlauf wird am Sa 5.9. 10-18 Uhr statt finden – mit Familien-Rahmenprogramm – sowie als Staffel am 10.9., Hindernissschwimmen am So 7.9.
Und wer gerne feiert und Uniformen aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Erde sehen will, der darf die Abschlussveranstaltung nicht verpassen – die Bundeswehr-Big-Band ist einfach sehens- und hörenswert.
Hier die interessantesten Programmpunkte:
- Do 3.9. b 18 Uhr Eröffnungsveranstaltung
- Sa 5.9. 10-18 Uhr Hindernissbahnlauf – mit Rahmenprogramm
- So 7.9. 9-13 Uhr Hindernissschwimmen im Freibad Unterhaching
- Do 10.9. 8-14 Uhr Staffel Hindernisslauf
- Do 10.9. ab 16 Uhr Siegerehrung
- Do 10.9. ab 20:30 Uhr Abschlussfeier mit der Big Band der Bundeswehr
Das vollständige Programm ist unter http://www.military-pentathlon.de/ zu finden.
Erste Nerd Nite München
Ein Beitrag aus der Kategorie “Veranstaltungsberichte”.
Gestern stieg in München Schwabing (genauer gesagt in der ) die erste “Nerd Nite München”. Die Veranstaltung, die rein über facebook (und andere SNS) und twitter beworben wurde, knüpft an entsprechende Veranstaltungen in den USA an, bei denen Nerds, also Spezialisten (zumindest) auf einem Gebiet, in entspannter Baratmosphäre kurz über ihr Spezialgebiet berichten und sich einer Diskussion stellen.
Bei der ersten Münchner Instanz der Veranstaltung berichtet Jörg Bochmann, Max-Planck-Institut für Quantenoptik zu “Viel Lärm um Nichts – Lichtquanten, die Schellingstraße und überhaupt”, Ildiko Meny, Institut für medizinische Psychologie der LMU München zu “Nachtaktiv?: die innere Uhr und unser Schlafverhalten” und Georg Groh, Informatik der TU München zu “mobile social networking”.
Insgesamt sehr gelungen! Unterhaltsame Vorträge bei denen man auch noch was lernen konnte. Ich bin gespannt auf die zweite Instanz, die im August oder September folgen soll.
Siehe auch http://www.sub-bavaria.de/wiki/Nerd_Nite
Fremdsprachenkenntnisse …
Im Zusammenhang mit der Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen für (Marine-)Offiziere wurde uns letzte Woche folgendes Video gezeigt – echt sehenswert! ;-)

