Archiv für Kategorie Enterprise 2.0

Strukturierung von Groupware und Social Software

Wenn über den Nutzen von Groupware und heute vor allem von Social Software gesprochen und geschrieben wird, dann werden immer Klassifizierungen gebraucht, welche die verfügbaren Tools bzw. die in den Tools verfügbaren Funktionalitäten etwas strukturieren und das Feld so übersichtlicher machen. In letzter Zeit sind mir viele dieser Strukturierungen begegnet – bzw. ich habe sie benutzt – Grund genug mal zusammenzufassen und gegenüberzustellen was es da so gibt und was ich als sinnvoll erachte.

Beginnen wir mit Groupware allgemein.

1) Groupware-Dreieck nach Art der Interaktion (nach Teufel 1995) – die drei Ks

  • Kommunikation
  • Koordination – Unterstützung der Auflösung von Abhängigkeiten (frei nach Malone 1988)
  • Kooperation – Gemeinsame Artefakte

2) In der Definition des Feldes Open Research haben wir die drei Dimensionen um eine weitere ergänzt:

  • Informationsdistribution
  • Kommunikation
  • Koordination
  • Zusammenarbeit

Grund für die Ergänzung war, dass mit den drei Ks meist direkte Interaktion gemeint ist – es fehlt also eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit / zum Austausch durch indirekte Interaktion – und dafür wurde dann “Informationsdistribution” eingeführt. Natürlich kann man das auch als Kommunikation oder gar als (sehr lose gekoppelte) Zusammenarbeit auf einem gemeinsamen Informationsraum sehen.

3) Social Software-Dreieck

  • Inhalte – auch Arbeit an gemeinsamen – aber eher jeder trägt unabhängig etwas zu Inhalten bei
  • Kommunikation
  • Identität

Hier vereinigen sich also Informationsdistribution, Koordination und Zusammenarbeit zu “Inhalten” und es wird die Identität (also die Selbstdarstellung) ergänzt – dem Fokus auf die Personen in erfolgreicher Zusammenarbeit folgend.

Während die drei Kategorisierungen helfen zu sehen, was möglich bzw. wichtig ist, helfen sie oft nicht besonders dabei konkrete Werkzeuge einzuordnen / auszuwählen. Das zeigt sich auch in der Darstellung: zumindest die dreier-Klassifizierungen werden meist als Dreieck mit jeweils einer Ausprägung pro Ecke dargestellt – Werkzeuge werden dann irgendwo im Dreieck platziert. Um eine konkretere Einordnung zu erlauben wurden verschiedene funktionale Klassifikationen für Groupware vorgestellt, z.B. von (Borghoff und Schlichter 2000). Ein Beispiel einer solchen Klassifikation ist die von (Gross und Koch 2008):

4) Funktionale Klassifikation für Groupware (Gross und Koch 2008):

  • Awarenessunterstützung
  • Kommunikationsunterstützung
  • Koordinationsunterstützung
  • Teamunterstützung – Fokus auf gemeinsame Informationsräume und Dokumente (Gruppeneditoren) (direkte Kommunikation)
  • Communityunterstützung – Fokus auf Finden von Personen und Information (indirekte Kommunikation)

5) Ich selber verwende in meiner CSCW-Vorlesung aktuell zusätzlich noch folgende Klassifizierung für den Bereich von Groupware bis hin zu Social Software

  • E-Mail + Gruppenkalender
  • Teamräume – Dokumente sind nur Black Box
  • Gemeinsame Informationsräume, Gruppeneditoren – Auch Delicious, YouTube, Wikipedia etc.
  • Kommunikationsorientierte gem. Informationsräume / Kommunikationsräume – Foren, Mailinglisten + Archiv, Blogs (Mehrzahl!)
  • Awarenessdienste / Social Networking Services – Fließender Übergang von kommunikationsorientierten gemeinsamen Informationsräumen (z.B. Microblogging)
  • Synchrone Kommunikationsdienste (Text/Audio/Videokonferenzen)
  • Meeting-Support / Group-Decission-Support (GDSS)
  • Koordinationsdienste – Gruppenkalender et al., Umlaufmappen, Workflow, …

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Fallstudie ESG GmbH: Wiki zum Wissens- und Projektmanagement

Am 2.2.2010 war ich bei der Firma ESG GmbH in Fürstenfeldbruck eingeladen um mir deren Enterprise 2.0-Lösung anzuschauen.

Die ESG GmbH hat 2009 als Ersatz für die bisherige Lotus Notes-basierte Wissensmanagement-Lösung ein neues Intranet auf der Basis von Confluence realisiert. Dabei kommen zum Einsatz: ein (unternehmens-)öffentliches Wiki, Projekt Wikis, Blogs. Neben dem Wiki wird noch ein Dokumentenmanagementsystem betrieben (demnächst vielleicht auf Alfresco basierend).

Die Fallstudie in Kürze:

  • Funktionalität: Wiki, Weblog
  • Technologie: Confluence
  • Anzahl der Nutzer: 1.200
  • Branche: Elektronik, Software
  • Schlagworte: Wiki, Confluence, ESG, Weblog, Intranet
  • Zeitraum: 2009-

Insgesamt musste ich nach der Präsentation sagen, dass die Verantwortlichen dort sehr gute Arbeit gemacht haben. Sie haben sehr technikzentriert und im Kontext der Unternehmensvorgaben doch die Praxis (den Nutzen für den Einzelnen) nicht aus den Augen verloren und eine pragmatische aber auch nützliche Lösung konzipiert.

Vor allem hat mir dabei auch gefallen, was inzwischen mit der Confluence-Plattform von Atlassian möglich ist. Seit Version 3.1 braucht sich die Plattform nicht vor “großen Brüdern” wie IBM Lotus Connections zu verstecken – ganz im Gegenteil!

Zusammen mit Partnern von anderen Universitäten dokumentiert meine Gruppe an der Universität der Bundeswehr München solche Fallstudien nach einem vorgegebenen Raster – das ist auch mit der ESG-Fallstudie geplant – Mehr zu dem Fall also bald unter www.e20cases.org.

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DNUG Frühjahrskonferenz 2009 – Rheinmetall

Nach dem Opening der DNUG Frühjahrskonferenz 2009 berichtete Markus Bentele, CIO von Rheinmetall zu “Enterprise Businss Collaboration 2.0 – Mitarbeitervernetzung – Wissensaustausch – Kommunikation”.

Interessante Aussagen/Zitate

  • Neue Führung/Kultur etc. braucht (neuen) “Kommunikationsraum”
  • Realisierung: SAP-Portal mit allen ERP-Plattformen, Intranets, BI und Collaborationsfunktion
  • Historie: Haben vor 2006 ShareNet (Siemens) genutzt, 2006 wurde dann zwischen SAP, IBM und MS entschieden – für die IBM
  • Lösung: Groupware (Mail, Kalender), Sametime, Quickr, Connections, OmniFind, T-Rex – dabei wird von Connections wirklich alles genutzt (Activities, Profiles, Blogs)
  • Nutzen von Activities war dem Projektteam anfangs nicht klar – die Lead-User haben den Service aber sofort als “genau das brauchen wir” angenommen und eingesetzt
  • Wichtig sind nicht einzelne Produkte, sondern die Integration
  • Nutzung produktiv durch 9.000 Mitarbeiter
  • Kommentar zur bisherigen Wiki-Funktionalität: Der Rich-Text-Editor ist zwar nützlich zum Kennenlernen aber nicht zum Produktiveinsatz – Connections 2.5 soll hier Besserung bringen
  • Der Rollout fand weltweit ohne Schulung statt – stattdessen berichten Benutzer in Webcasts darüber, wie sie die Plattform einsetzen
  • Kommentar zu E-Mail vs. IM: E-Mail ist wegen der Archivierung (verpflichtend) etc. teuer. “IM ist cash”

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DNUG Frühjahrskonferenz 2009 – Opening

Ein kleiner Bericht von der DNUG Frühjahrskonferenz 2009 in Düsseldorf.

Zuerst ein Kommentar zur Teilnehmerliste: von Hochschulen waren/sind vertreten:

  • EBS (Heyn, Räth)
  • Fachhochschule Bielefeld (Kaiser, Ries)
  • Fachhochschule Gelsenkirchen, GCC Bocholt (de Vries, Döring, Pohnke, Pulst)
  • Uni Jean (Bergmann, Schindler)
  • Hochschule Merseburg (Klimpel, Metzke, Nörenberg)
  • Uni München (Taing)
  • Uni Paderborn (Nastansky, Pfeifer, Kelm, Mundhenk, Almers)
  • Uni St. Gallen (Berdnik, Berger, Stader)
  • Uni Trier (Czap, Gramm, Schneider, Wagner)

und natürlich von der Universität der Bundeswehr München …

Der erste Vortrag war von Bob Piccano – General Manager Lotus Software and WebSphere Portal. Es ging um die “Zukunft” von Lotus – also Strategie, Produktankündigungen etc.

Zuerst hat er dazu das IBM Thema “Smarter Planet” aufgegriffen. Ein Teil davon ist “Smart Work”, charakterisiert durch die Schlüsselworte “Connect, Collaborate, Innovate, Optimize”.

Piccano geht dann relativ lang auf “Nine Predictions for Collaboration in 2009″ ein und zeigt daran, wie gut IBM/Lotus aufgestellt ist:

  • 1) Universal Access to Collaboration (as application, as service, in the application)
  • 2) Messaging Becomes an Integrated Platform
  • 3) Managing Through Human Networks
  • 4) Telephony Becomes Voice Collaboration
  • 5) Innovative Desktop Productivity Tools – Lotus Symphony (Version 1.3 kommt bald)
  • 6) Transform SMB into Global Trading Partners
  • 7) Linux emerges onto the Corporate Desktop
  • 8) (Continued) Poliferation of Cloud Computing – Lotus Live (www.lotuslive.com) – Files, Network, Meeting, Events, Chat, Activities, Charts, Surveys, eMail
  • 9) Situational Apps Solve Daily Problems – Mashups (Bsp: Tungle – meetings made simple)

Dann hat ein Mitarbeiter von Piccano ein paar Beispiele / Neuerungen gezeigt:

  • Beta Notes 8.5.1 ist seit heute verfügbar
  • Lotus Traveler Funktion auf iPhone erweitert (ActiveSync)
  • Darstellung/Sortierung der Suchergebnisse ist Kontext-sensitiv
  • XPage-Applikationen direkt im Client ausführbar
  • XPage-Applikationen als Components im Client
  • Integration mit LinkedIn
  • Integration beliebiger Windows-Anwendungen in Client (via OpenSpan Windows Container) – sehr überzeugend …
  • Symphony 1.3 kann Office 2007 Formate (lesen)
  • Symphony 1.3 unterstützt Widgets
  • und verschiedene andere Funktionen (die ich nicht so richtig einordnen kann)

Kevin Cavanaugh berichtet über Lotus Foundations

  • out-of-the-box, self-healing, remote administration
  • very easy to install (“even an IBM VP with one hand can install a Lotus Foundations server”) – und das haben sie auch live demonstriert
  • Foundations: Email and (basic) collaboration + File management, Backup, AntiVirus, …
  • + VMware – d.h. Ausführung von bel. Windows-Anwendungen – sicherer als auf Windows-Server …
  • Salvation Army nutzt Foundations

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Erfolgsindikatoren für Enterprise 2.0 Einführung

In letzter Zeit wird viel über den ROI von Enterprise 2.0 oder allgemein von Kooperation geschrieben (z.B. NeubibergBlog, Headshift, Enterprise2Open) – … und auch ich bin gestern wieder in eine Diskussion gestolpert, in der zwar nicht explizit über ROI gesprochen wurde, aber doch über Kennzahlen, die man erheben könnte um den Erfolg einer Enterprise 2.0-Einführung zu dokumentieren. Auch hierzu gibt es natürlich schon einiges, wie z.B. zum Erfolg von Weblogs.

Angeregt durch die angesprochene Diskussion bin ich mal in mich gegangen und habe aufgestellt, was ich schon alles zum Thema Erfolgsindikatoren für Enterprise 2.0-Einführungen gesehen/gelesen habe – vielleicht ist das ja für den ein oder anderen von Interesse …

  • Änderung in Kommunikationsverhalten (weniger E-Mails, weniger CC-E-Mails, weniger For-Your-Interest-Mails, …)
  • Menge an gesammelten Material (Anzahl Blogposts, Wiki-Seiten)
  • Aktivität der Mitarbeiter / Grad der Beteiligung (wie viele tragen aktiv was bei)
  • Grad der Beiteiligung (Anzahl Leute) an einzelnen Dokumenten / Entscheidungen
  • Vernetzung der Mitarbeiter / Anzahl der Kommunikationspartner
  • allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit (in verschiedenen Kriterien, Balanced Scorecard)

Fehlt noch was?

Btw: Gibt es eigentlich schon irgendwo eine Enterprise 2.0 Balanced Scrorecard? Bei meinen spontanen Google-Recherchen bin ich nur auf die Arbeiten zu Nutzenbewertung bei Corporate Blogs gestossen.

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Erfolgsfaktoren für ein kollaboratives Intranet

Wir arbeiten zwar auch in dem Bereich “Erfolgsfaktoren für Social Software in Unternehmen”, heute aber nicht zu unserer Arbeit, sondern zu der einer interessanten schweizer Firma in dem Bereich – Namics.

Auf dem Blog von Namics finden sich immer wieder interessante Berichte rund um deren Beratungs- und Umsetzungsgeschäft. So auch heute wieder mit dem Post “Erfolgsfaktoren für Intranet-Wikis in Unternehmen”.

Erfolgsfaktoren für kollaborative Intranets:

1. Kein Mikro-Management aber Spielregeln
2. Transparenz aktiv fördern
3. Konfliktlösung nicht im selben Medium
4. Ergebnis immer über Hierarchie stellen
5. Kulturwandel vorleben
6. Verschiedene Rollen, gleich wertgeschätzt
7. The Importance of Having Users

Im Blog-Post wird auch auf eine ausführlicher Präsentation zum Thema verwiesen.

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IBM Technical Expert Council Technology Summit 2008

Gestern (17.11.2008) war ich auf dem IBM Technical Expert Council Technology Summit 2008. Ein ziemlich langer Name – aber ich werde gar nicht näher auf die Veranstaltung an sich eingehen, sondern mehr auf das was mir daraus aufschreibenswert erschien (für mein Microcontent-Management ;-)).

Der erste spannende Vortrag war von Andreas Neus, Universität Karlsruhe/IBM zu “Service Innovation”. Dienstleistungen sind ja ein immer wichtigeres Thema heute nachdem über das Internet nun auch Dienstleistungen über Entfernungen erbracht werden können. In diesem Zusammenhang fand ich den Vergleich ganz spannend, dass Deutschland zwar Exportweltmeister ist (und die USA auf der Liste ziemlich weit hinten sind) – bei Dienstleistungsexporten sich die Liste aber umdreht (USA ganz vorne, D ganz hinten) … Zusammen mit der Aussage, dass inzwischen sogar klassische Maschinenbauunternehmen immer mehr (teilweise über 50%) ihrer Umsätze mit Dienstleistungen erzielen, sollte das wirklich zu Denken geben.

In seiner Präsentation hat Andreas Neus dann auch recht schön Richtung Enterprise 2.0 gearbeitet (ohne das Wort oder auch nur Web 2.0 jemals zu erwähnen) – mit der Aussage, dass zur Ermöglichung von Innovation (allgemein und speziell im Dienstleistungssektor) mehr Flexibilität und ein Umdenken in Unternehmen notwendig ist.

Hier noch ein paar interessante Zitate/Aussagen:

  • Vergleich (Linien-)Organisation in heutigen Unternehmen mit Organisation in Römischen Legionen – nicht viel Unterschied …
  • Vergleich Schach vs. Go – das eine ein sehr strukturiertes, hierarchisches Spiel, beim anderen nur ein Typ von Spielsteinen, deren Wert von ihrer Stellung abhängt
  • “if everything seems under control, your’re not moving fast enough”

Phillipp Königs hat dann den “Web 2.0″-Reigen eröffnet mit einer Präsentation zu “Web 2.0 und die Rolle des technischen Managers”. Ein paar für mich aufschreibenswerte Aussagen/Zitate aus der Präsentation:

  • Es geht kein Weg daran vorbei, dass jeder Nutzer den Wert (der Web 2.0 Tools) für sich persönlich erkennt.
  • “It’s all about connecting the dots” -> das ist warum RSS so wichtig ist
  • “Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.” (Douglas Adams, Hitchhikers Guide to the Galaxy)

Nachdem Herr Königs so sehr auf der Möglichkeit der Substitution von E-Mail durch das “viel bessere” RSS herumgeritten ist, konnte ich es mir nicht verkneifen zu Fragen ob, RSS die E-Mail-Misere wirklich beenden kann – oder nur einen E-Mail-Overload mit einem Feed-Overload ersetzt oder ergänzt. Und endlich mal eine (meiner Meinung nach) kompetente und realistische Antwort: RSS ist nur eine Brücke/Krücke zu etwas anderem, das dann wirklich gut ist – irgendwas mit Empfehlungen, Ratings und Sozialen Netzwerken. Es gab auch eine Nachfrage zur Medienwahlproblematik bei der Nutzung von Social Software. Hier fiel die Antwort aber nicht so gut aus.

Stefan Lieschke von IBM gab schließlich noch einen “Web 2.0 Update” – neben allgemeinem zu Social Softwar mit einem Fokus auf Mashups. Hier wiederholte sich natürlich einiges. Was mir aufschreibenswert erschien:

  • “Wenn die Schichtleiter bloggen”, FAZ online vom 16.10.2008 – ein spannender Bericht über den (ungeplanten) Einsatz von Blogs in Unternehmen
  • Im bekannten Long-Tail-Bild ist der linke Bereich die Domäne geplanter Portal-Lösungen im Unternehmen – der Long-Tail rechts aber die Domäne von Mashups. Das IBM Mashup Center bietet dazu eine interessante Möglichkeit Datenquellen zur Verfügung zu stellen, zu bewerten, zu kombinieren etc.
  • Eine Empfehlung für einen Überblick/Einstieg zu Mashups: http://www.youtube.com/watch?v=3kDnbhKb2ow

Abgerundet wurde die Veranstaltung schließlich mit einem Vortrag von Ulrich Walter, Astronaut auf der D2-Mission, zur Relativitätstheorie und deren Einfluss auf das, was bei Raumfahrt möglich ist und was nicht.

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Buchkommentar – Enterprise 2.0 Implementation

Ich weiss nicht mehr, wie ich darauf gestossen bin – vielleicht war es der Titel des Buches oder das schöne grüne Cover? – auf jeden Fall habe ich mir neulich bei Amazon Enterprise 2.0 Implementation von Aron C. Newman und Jeremy G. Thomas bestellt.

Kurzkommentar nach dem Lesen: Endlich mal (wieder) ein gutes Buch zum Thema Enterprise 2.0.

Aber jetzt noch ein paar mehr Details.

Das Buch ist sehr flüssig zu lesen und mit vielen Beispielen (Fallstudien) durchsetzt. Dabei merkt man, dass die Autoren Praktiker sind und wohl schon das eine oder andere Einführungsprojekt durchgezogen haben.

So behandeln die Autoren nicht nur die technischen Konzepte und Anwendungsklassen, sondern gehen auch auf Aspekte wie ROI (mit einer sehr schönen Fallstudie) und Management von Enterprise 2.0 ein.

Im Abschnitt “Implementing Enterprise 2.0 Technologies” verfolgen die Autoren eine sehr interessante Gliederung:

  • Enabling Discovery
  • Implementing Signals and Syndication
  • Implementing Wikis
  • Implementing Blogs
  • Building Mashup Capabilities
  • Rich Internet Applications
  • Implementing Social Networking

Spannend finde ich dabei vor allem den ersten Punkt (Enabling Discovery). Die Autoren argumentieren dabei, dass grundlegend für den Erfolg von E2.0-Anwendung/Konzepten die Möglichkeit Inhalte einfach (eventuell auch ungeplant) finden zu können ist. Sie geben dazu auch ein paar einfache Einstiegsaktivitäten an:

  • Phase 1: Install Search Engine, Index Internal HTML Documents, Index File Share
  • Phase 2: Customize Search UI, Integrate Social Bookmarks, Incorporate Social Statistics, Evangelize to Other Departments

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Munich Atlassian User Group Meeting

Als “Aussenseiter” war ich heute beim Treffen der Munich Atlassian User Group bei der TNG Technology Consulting in Unterföhring.

Warum Aussenseiter? Ich habe zwar schon einige Wikis eingeführt und genutzt, bisher aber noch nie Confluence, das Wiki-Produkt der Firma Atlassian, das Hauptfokus des heutigen Treffens war. So war ich hauptsächlich mit dem Ziel zu dem Treffen gegangen, mehr über Confluence zu erfahren – u.a. von Per Fragemann von Atlassian, der sowohl eine Einführung “Atlassian News and Update” als auch einen Überblick über die Nutzung von Confluence bei Atlassian selbst “Eat your own dog food” gegeben hat.

Bevor ich auf Details eingehe hier schon mal meine wichtigsten Erkenntnisse (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) aus den Präsentationen:

  • Confluence ist in vielen Möglichkeiten ähnlich TWiki (das ich bisher am besten kenne) – allerdings nicht ganz so mächtig (Forms, …)
  • + implementiert und erweiterbar in Java
  • + gute Suche (auch über Attachments)
  • + Kommentare zu Seiten (und damit “Blog für Arme”)
  • + Upgrade geht einfach (im Gegensatz zu TWiki)
  • - auch bei Confluence funktioniert der WYSIWYG-Editor (noch) nicht

Jetzt zu den Details.

Zuerst gab Per Fragemann von Atlassian einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im gesamten Produktportfolio. Zu Confluence waren am interessantesten:

  • Fokus auf Integration (über WebDAV mit Office, mit Sharepoint)
  • erst in der Version 2.10 (Anfang 2009) wird der WYSIWYG-Editor halbwegs benutzbar (für komplexere Seiten) sein

Bernd Lindner von Siemes stellte dann die Siemens Wikisphere vor, welche auf der Basis von Confluence realisiert ist. Die (für mich) interessantesten Details aus der Präsentation:

  • für das unternehmensweite Wiki wurde die hierarchische Organisation der Seiten von Confluence bewusst versteckt und ganz auf Tags gesetzt
  • um Seiten editieren zu können muss zuerst eine Policy akzeptiert werden (dieselbe wie in der Siemens BlogoSphere)
  • das Wiki soll zu einem Expertenverzeichnis / zu einem Social-Networking-Service weiterentwickelt werden
  • den Benutzern ist die E-Mail-Notifikation wichtiger als die RSS-Notifikation (u.a. weil wegen SSO die RSS-Notifikation nicht immer funktioniert)
  • sie sind noch unzufrieden mit dem WYSIWYG-Editor

Wolfram Koska und Gerhard Müller (von TNG) berichteten über Migrationsprojekte zu Confluence – einmal von MediaWikia aus und einmal von TWiki aus.

Nach anderen Präsentationen stellte am Ende Per Fragemann von Atlassian ein paar Beispiele der Nutzung von Confluence bei Atlassian selbst vor:

  • Produktdokumentation pflegen (alle Atlassian-Mitarbeiter dürfen schreiben, von aussen nur lesender und kommentierender Zugriff)
  • Spezifikationen für neue Funktionalität
  • internes Blogging (u.a. muss sich jeder Neue hier mit einem Post vorstellen)
  • einfaches Projektmanagement (z.B. Scrum burndown charts)
  • Personen/Expertenliste

Noch ein paar Worte zu letztem Punkt. Hier geht Atlassian sehr pragmatisch vor: es gibt eine Wiki-Seite mit einer Tabelle aller Mitarbeiter (und den Meta-Informationen in Spalten). Diese wird von allen gepflegt. Auf diese Tabelle greift dann eine JavaScript-Anwendung zu, die das schöne Anzeigen (u.a. auf Maps) der Daten sowie das Suchen / Filtern der Daten erlaubt. Die Anwendung beruht auf dem MIT Simile/Exhibit Framework und schaut sehr gut aus.

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Microblogging oder Awareness-Feeds im Unternehmen

Auf dem Blog e-gineer.com hat Nathan Wallace schon mehrfach über Microblogging in Unternehmen berichtet. Gestern stellte er einen ausführlichen Bericht zum Jitter-System bei Jassen-Cilaq Australia und New Zealand bereit. Sehr interessant zu lesen.

Vor allem fand ich interessant, dass das Microblogging mit einer “Facebook-like”-Social-Networking-Plattform verknüpft wurde.

Doch ich frage mich, ob es wirklich um Microblogging im Sinne von “Ich sag auch wie ich mich gerade fühle” geht oder mehr um das Mitteilen von Neuigkeiten / Aufmerksammachen auf Neuigkeiten – also eher Awareness-Feeds in Blog-Form. Letzteres ist meiner Meinung nach sehr sinnvoll in Unternehmen – Mitteilungen über neue Projekte, Schulungen, die man besucht hat, Kundenkontakte, die man gehabt hat/haben wird.

Der Begriff “Microblogging ala Twitter” für den Unternehmenseinsatz ist meiner Meinung nach negativ belegt. Ausserdem erfinden wir damit einen neuen Begriff für die Awareness-Feeds, die es auf Social-Networking-Plattformen eh schon gibt.

Wir werden übrigens bis Jahresende eine “solche Plattform” (SNS mit Awareness-Feeds) für unsere Universität bereitstellen. Sowohl für die Kommunikation nach innen (zu Kollegen) als auch nach aussen (was für tolle Forschung wir machen ;-)). Da ist glaube ich großes Potential.

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