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Buchkritik – Outlier – The Story of Success
Den Titel “Outliers – The Story of Success” muss man doch unbedingt lesen ;-) Vor allem dann, wenn er von einem meiner Lieblingsautoren Malcolm Gladwell kommt – der mich schon mit seinen Werken “The Tipping Point” und “Blink!” überzeugt hat.
Leider musste das Buch ziemlich lange auf meinem “Still-to-read”-Stapel warten, bis es endlich dran kam …
Nach dem Lesen kann ich zusammenfassend sagen: Echt gut – kommt meiner Meinung nach nicht an “The Tipping Point” ran, liefert aber wieder einiges an “Food for Thought” – natürlich in der typisch amerikanischen Art, die Fakten mit leicht verdaulichen Geschichten verbindet (muss man natürlich mögen).
Zum Inhalt: Malcom Gladwell geht in seinem Buch dem Thema “Erfolg” nach – genauer gesagt der Frage, was die Gründe/Auslöser von Erfolg sind. Eine Kernaussage dabei ist, dass es die “(statistischen) Ausreißer” (outliers), d.h. Erfolg einfach nur wegen persönlicher Fähigkeiten nicht gibt. Erfolg basiert immer auf vielen Faktoren, neben günstigen Rahmenbedingungen vor allem der Ansammlung von kleinen Vorteilen (über harte Arbeit).
Zuerst untersucht Gladwell dazu den Einfluss von Intelligenz auf Erfolg – Intelligenz gemessen im IQ. Ergebnis der Betrachtungen ist, dass der IQ nicht direkt mit Erfolg korreliert. D.h. ein höherer IQ bedeutet nicht automatisch (auch nicht statistisch) mehr Erfolg. Wie mit vielen anderen messbaren Eigenschaften (z.B. der Größer bei Baskeballspielern oder der Fitness bei Sportlern) gibt es zwar einen Schwellwert, den man mindestens haben sollte. Wenn man diesen Schwellwert erreicht hat, dann gibt es aber keine Unterschiede mehr bei unterschiedlichem IQ. (Ein Beispiel, das Gladwell dazu nennt ist, dass Einstein einen IQ von 150 hat, und dass jemand mit einem IQ von 190 nicht per se besser ist als Einstein.)
Überhaupt ist der (messbare) IQ vielleicht nicht das für Erfolg relevante Mass. Aber jedes andere messbare Mass ist auch nicht passend. Nach Gladwell sind viel viel wichtiger als irgendwelche konkrete Eigenschaften, die man hat (sobald man den notwendigen Schwellwert überschritten hat), die Möglichkeiten und die Übung, die man hatte. Also z.B., dass man zum richtigen Zeitpunkt geboren wurde und damit zur richtigen Zeit die Möglichkeiten hatte, sich mit einem Thema zu beschäftigen. Auch hier fällt Erfolg nicht vom Himmel. Interessant ist, dass man wohl etwa 10.000 Stunden Übung braucht um in irgendeinem Feld sehr gut zu werden. Dies illustriert Gladwell an verschiedenen Beispielen – von Bill Gates (10.000 Stunden Programmierübung) bis zu den Beatles (10.000 Stunden Praxis auf der Bühne). Neben den Beispielen belegt Gladwell die Aussage mit den 10.000 Stunden mit einer Studie unter den Studenten einer Musikhochschule.
Als Zusammenfassung des ersten Teils des Buches möchte ich Gladwell selbst zitiert: “success arises out of the steady accumulation of advantages”
Im zweiten Teil des Buches stellt Gladwell die Frage, ob Frage ob “cultural legacies” (traditions and attitudes we inherit) Einfluss auf Erfolg nehmen können – also vielleicht Teil der akkumulierten Vorteile sein können.
Dabei berichtet er noch mehr als im ersten Teil über Geschehnisse und wie sich diese erklären lassen – u.a. im Bereich von Flugunfällen. Auf der Seite der Theorie werden verschiedene Dimensionen aus den Studien von Geert Hofstede präsentiert – u.a. der Power Distance Index (PDI).
Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Erklärungen für die kulturellen Unterschiede: Der Fleiss der Chinesen (Asiaten) kommt vom Reisanbau – Hier ist man das ganze Jahr über ganztags beschäftigt – im Vergleich zum Ackerbau in Europa, wo man schon mal den ganzen Winter faulenzen konnte und auch sonst zwischen Aussaat und Ernte das Feld für sich alleine lassen konnte ohne die Ernteerträge sehr zu beeinflussen.
Auch hier ist also die Aussage, dass nicht die Kultur Einfluss auf Erfolg hat, sondern die Kultur (akkumulierte Erfahrungen) höchstens Einfluss darauf haben, wie willig/fleissig man arbeitet – und es wieder hauptsächlich die Übung/Arbeit ist, die Erfolg determiniert.
Buchkritik – Deutsch fürs Leben
“Deutsch fürs Leben – was die Schule zu lehren vergaß” – so heißt ein Buch von Wolf Schneider, das sich letztes Weihnachten auf meinem Geschenketisch fand, und das inzwischen auf meinem Still-to-Read-Stapel weit genug nach oben gekommen war, um Beachtung zu finden.
Und ich muss sagen: Wirklich lesenswert!
Wolf Schneider ist erfolgreicher Autor verschiedener Bücher zu Sprach- und Stillehre. In diesem Buch präsentiert er in der Form von 50 Regeln Tipps und Empfehlungen für den Umgang mit der deutschen Sprache. Darunter findet sich sowohl Altbekanntes in anschaulich aufbereiteter und mit vielen (Negativ-)Beispielen ergänzter Form, als auch wirkliche Neuigkeiten (für mich). Nachfolgend ein paar Dinge, die mir besonders aufgefallen sind.
Die 12-Silben Regel (Regel 18): Ein Autor soll sich hüten, das logisch oder psychologisch Zusammengehörige in einem Satz um mehr als 12 Silben auseinanderzureißen, wie die Grammatik es mittels (geschachtelter) Nebensätze durchaus erlaubt. Warum 12 Silben? Das hat damit zu tun, was der Mensch durchschnittlich in 3 Sekunden ließt und so fähig ist zu speichern.
Ein Negativbeispiel dazu (S. 81): “Mithin wird dieser Streik, der zu vermeiden gewesen wäre, hätte man entweder den Schlichterspruch von 5,4 Prozent bei verlängerter Tariflaufzeit oder das Arbeitgeberangebot von 4,8 Prozent bei erhöhten Sockelbeträgen zu Gunsten der niedrigen Lohn- und Gehaltsstufen akzeptiert, voll auf dem Rücken der Bürger ausgetragen.”
Soweit noch keine Überraschungen. In Regel 27 schlägt Schneider nun aber als eine Lösungsmöglichkeit zu Regel 18 vor, “Die beiden Hälften des Verbums zusammenziehen”. Er spricht das Umklammerungsgesetz an, das ich auch noch aus der Schule kenne: Besteht das Verb aus zwei Hälften, so umklammern diese Hälften das Objekt und die Umstandsangaben. Beispiel: “Ich habe den einzigen Schlüssel zu meinem Auto gestern irgendwo im Wald verloren”. Überraschend für mich war die Aussage, dass man konform zur deutschen Grammatik die beiden Hälften durchaus zusammen ziehen darf. Wir müssen gar nicht schreiben: “Sie wären gerne von ihren goldenen Stühlen aufgestanden”, sondern können schreiben “Sie wären gerne aufgestanden von ihren goldenen Stühlen” (so schreibt auch Heinrich Heine). Und ich habe bisher immer gedacht, ich mache etwas falsch, wenn ich die leichter verständliche Variante wähle.
Interessant auch die Regel 36: “Alle sieben Satzzeichen verwenden”. Jedes richtig gesetzt Komma ist eine Lesehilfe, aber auch die fünf nur sehr selten genutzten Satzzeichen Fragezeichen, Ausrufungszeichen, Doppelpunkt, Semikolon und Gedankenstrich, können helfen, einen Text lesbarer zu machen.
Sehr erhellend fand ich schließlich die Regel 38: “Ziffern sinnvoll einsetzen”. Auch ich hatte irgendwie aus der Schule mitgenommen, dass man Zahlen grundsätzlich ausschreibt, es sei denn sie enthalten ein “und”. Dann darf (bzw. sollte) man sie in Ziffern schreiben. Schneider stellt das etwas differenzierter dar. So ist seine Hauptregel, dass die Verwendung konsistent sein soll. Ein “von 11 auf dreizehn Prozent” soll es in Texten also nicht geben. Auch empfielt Schneider eine gezielte Verwendung der verschiedenen Darstellungsformen um zusammengehörige Zahlen zu kennzeichnen. Ein Beispiel: “Von 19 Ministern sind binnen achtzehn Monaten 9 ausgeschieden” ist besser als “Von 19 Ministern sind binnen 18 Monaten 9 ausgeschieden”.
Insgesamt liefert Schneider ein sehr gut lesbares Buch mit vielen nützlichen Tipps für die tägliche Praxis. Und auch wenn ich sicher noch nicht alles einhalte, was Wolf Schneider empfiehlt, so merke ich inzwischen doch schon, dass ich meine Texte an der ein oder anderen Regel prüfe und verbessere.
Buchkommentare Kleiner Bruder und Lost Symbol
Mein letzter Buchkommentar auf diesem Blog ist schon wieder etwas her. Das heisst natürlich nicht, dass ich in der Zwischenzeit nichts (privates) gelesen hätte … So sind unter anderem “Shadow Puppets”, “First Meetings” und “Rebekah” von Orson Scott Card von meinem Still-Too-Read-Stapel ins Bücherregal gewandert. Alles gewohnte Card-Qualität! Besonders spannend ist dabei “First Meetings” in dem u.a. die Zeit vor Ender beschrieben wird, konkret wie sich Enders Eltern kennen gelernt haben. Aber irgendwie hatte ich nicht genug Musse, auch noch etwas dazu zu schreiben.
Im Urlaub habe ich mir nun “Kleiner Bruder” von Sven Regener und
“The Lost Symbol” von Dan Brown vorgenommen.
“Kleiner Bruder” ist der dritte Band der “Herr Lehmann”-Reihe. Diese hat mich gleich von Anfang an fasziniert – ich habe mit “Neue Vahr Süd” angefangen – und nachdem ich einige Zeit in Bremen gelebt habe und auch gewisse Bundeswehrerfahrung hatte, die genauen Beschreibungen von Bremen und vom Grundwehrdienst genossen. “Kleiner Bruder” spielt nun in Berlin und beschreibt das (West-)Berlin der 1980er vermutlich ähnlich gut. Allerdings entfaltet sich das volle Potential vermutlich erst Berlin-Kennern. Das heisst natürlich nicht, dass das Buch nicht auch für Nicht-Berlin-Kenner wie mich lesenswert wäre. Vor allem schließt es die erzählerische Lücke zwischen “Neue Vahr Süd” und “Herr Lehmann”.
“The Lost Symbol” ist das neueste Werk von Dan Brown. Wie “The Da Vinci Code” wird es auch wieder als “extraordinary international bestseller” ausgezeichnet. Und wieder wird Robert Langdon im Freimaurer-Millieu vor Rätsel gestellt – dieses mal in Amerika, konkret in Washington. Das Ganze ist gewohnt spannend geschrieben. So konnte ich nach dem ersten Kapitel das Buch kaum mehr zur Seite legen. Auch die Verflechtung verschiedener Erzählstränge ist dem Autor sehr gut gelungen. Gestört hat mich dabei nur die immer wieder bemühte verbohrte Skepsis des Protagonisten. Er ist doch sonst immer allem Unwahrscheinlichen gegenüber so offen. Dazu passt dieses ewige “das kann nicht sein / das kann es nicht geben” wirklich nicht. Trotzdem bis kurz vor Schluss ein wirklich lesbares Buch. Dann wirkt es aber leider so, als ob dem Autor die Seiten ausgegangen sind – es geht plötzlich alles sehr schnell und löst sich natürlich zum Besten auf. Echt schade, dass Dan Brown hier die begonnen Fäden nicht weiter ausgearbeitet hat.
Buchkommentar – How Professors Think
Verfasst von kochm unter Bücher, Universität am 26.7.2009
Das Buch (“How Professors Think – Inside the Curious World of Academic Judgment” von Michele Lamont hat mich gleich vom Titel her sehr angesprochen. Das wollte ich nämlich schon immer wissen ;-)
Michele Lamont ist Soziologin (Ethnographin) an der Harvard University und stellt in diesem Buch ihre Forschung zum Verhalten von Wissenschaftlern beim Peer Review dar. Es geht also um Kulturen, konkret “evaluative cultures”. Dazu studiert Lamont die Mitglieder (bzw. die Entscheidungsprozesse) in interdisziplinären Evaluierungs-Panels (Forschungsförderung).
“(…) criteria for assessing quality or excellence can be differently weighted and are the object of intense conflicts. Making sense of standards and the meanings given to them is the object of this book.” (S. 2)
“Most of all, I want to open the black box of peer review and make the process of evaluation more transparent, especially for younger academics looking in from the outside.” (S. 12)
Das Buch liefert also die Dokumentation einer wissenschaftlichen Arbeit, die aber sehr schön aufbereitet und mit viel Erkenntnis für alle erzählt ist. So finden sich viele aufschlussreiche Einblicke in die Unterschiede der betrachteten Disziplinen (die Kulturen der Disziplinen). Konkret werden betrachtet: philosophy, english literature, history, anthropology, political science und economics.
Bei der Diskussion der Entscheidungsfindung wird auch sehr ehrlich (und ausführlich mit Zitaten belegt) eingegangen auf Machtspiele, Klatsch und Netzwerke.
Nachdem das Hauptziel von Lamont ist darzustellen, was Exzellenz (in den unterschiedlichen Disziplinen) ist – bzw. wie sie von den Panels gefunden wird, darf auch eine Gegenüberstellung der Kriterien für Exzellenz bzw. Qualität in den unterschiedlichen Disziplinen nicht fehlen. So sind die Kriterien clarity, quality, orginality, significance, methods und feasibility unterschiedlich gewichtet in humanities, history und social sciences (S. 167).
Insgesamt liefert das Buch also eine schöne, teilweise etwas zu ausführliche, ethnographisch fundierte Anleitung zum Schreiben von Anträgen und viele interessante, durch Zitate belegte Einblicke in die Welt von Evaluierungspanels.
Buchkommentar – The Black Swan
Seit Weihnachten (2008) liegt “The Black Swan” von Nassim Nicholas Taleb schon auf meinem “Still-to-read” Stapel. Ein “New York Times Bestseller” wie es auf dem Cover heisst.
Gleich zum Titel: Es geht um “The Impact of the Highly Improbable”, also um die Auswirkung von Ereignissen, die sich nicht aus bisherigen Beobachtungen ableiten lassen – und warum der Mensch Probleme damit hat. “Black Swan” steht für solche Ereignisse, da man früher dachte es gäbe keine schwarzen Schwäne, alle Beobachtung sprach dagegen, bis dann die ersten aufgetaucht sind.
“A black swan is a highly improbable event with three principal charateristics: It is unpredictable; it carries a massive impact; and, after the fact, we concoct and explanation that makes the event appear less randm, and more predictable, than it was.”
Auch wenn das Buch auf andere Bereiche fokussiert, kann man sehr viel über Wissenschaft (und wie man sie nicht betreiben sollte) lernen.
So ist eine wichtigen Aussagen im Buch, die Menschen leider immer wieder vergessen/verdrängen: Eine Theorie lässt sich nicht durch das Finden von (beliebig vielen) Positivbeispielen beweisen – sie lässt sich aber durch das Finden von (einem einzelnen) Negativbeispiel widerlegen. So ist die intensive Suche nach Negativbeispielen, die erfolglos bleibt, ein besseres Indiz für die Wahrheit einer Theorie als die erfolgreiche Suche nach Positivbeispielen.
Gesetze/Regeln sind nur Modelle für (vergangene) Beobachtungen. Die nächste Beobachtung kann sie falsivizieren.
“We learn from repetition – at the expense of events that have not happened before. Events that are nonrepeatable are ignored before their occurence, and overestimated after (for a while).” (S. 78)
Ein anderer Aspekt, den Taleb aufgreift ist die bekannte aber immer wieder vergessene Verzerrung/Ausrichtung (“bias”), den einige (viele!) der Stichproben aus denen wir lernen haben … Insbesondere, da wir die Stichproben in unserem “normalen Leben” nicht wissenschaftlich korrekt auswählen. Interessant sind hier auch verschiedene Querverweise auf Erkenntnistheorie und Empirismus (und auf den Philosophen Hume).
Auch auf die Probleme, die Menschen mit Schätzen und Vorhersagen haben geht Taleb ein.
Zum Schätzen ist interessant, dass unabhängig vom Umfang des Wissens über ein Gebiet auf jeden Fall die Einschätzung der Qualität der eigenen Schätzung häufig gleich falsch liegt (nicht die Schätzung selbst, sondern die Aussage über die Qualität der Schätzung).
Vorhersagen zu vielen Themen sind nach Taleb wegen der Schwarzen Schwäne nicht möglich. Bzw. die realistische Unsicherheit in der Vorhersage übertrifft den vorhergesagten Wert und macht so die Vorhersage wertlos. Menschen denken trotzdem sie könnten gut vorhersagen. Das liegt wieder daran, dass wir vieles von hinten betrachten. Hinterher lassen sich meist gute Begründungen finden. Diese sind aber das nächste mal nicht unbedingt wieder gültig.
Ein weitere Grund warum Menschen häufig annehmen sie könnten Vorhersagen treffen ist laut Taleb der Umstand, dass sie annehmen, dass die vorherzusagenden Ereignisse Gauss-verteilt sind. Leider sind sie das aber meist nicht, sondern fraktal verteilt.
Eine der Schlussfolgerungen von Taleb: “Invest in preparedness not in prediction” (S. 208)
In Summe ein sehr spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt.
Zum Abschluss noch ein weiteres schönes Zitat aus dem Buch: “The world is far, far more complicated than we think, which is not a problem, except when most of us don’t know it.” (S. 135)
Buchkommentar – Enterprise 2.0 Implementation
Verfasst von kochm unter Bücher, Enterprise 2.0, Social Software am 14.11.2008
Ich weiss nicht mehr, wie ich darauf gestossen bin – vielleicht war es der Titel des Buches oder das schöne grüne Cover? – auf jeden Fall habe ich mir neulich bei Amazon Enterprise 2.0 Implementation von Aron C. Newman und Jeremy G. Thomas bestellt.
Kurzkommentar nach dem Lesen: Endlich mal (wieder) ein gutes Buch zum Thema Enterprise 2.0.
Aber jetzt noch ein paar mehr Details.
Das Buch ist sehr flüssig zu lesen und mit vielen Beispielen (Fallstudien) durchsetzt. Dabei merkt man, dass die Autoren Praktiker sind und wohl schon das eine oder andere Einführungsprojekt durchgezogen haben.
So behandeln die Autoren nicht nur die technischen Konzepte und Anwendungsklassen, sondern gehen auch auf Aspekte wie ROI (mit einer sehr schönen Fallstudie) und Management von Enterprise 2.0 ein.
Im Abschnitt “Implementing Enterprise 2.0 Technologies” verfolgen die Autoren eine sehr interessante Gliederung:
- Enabling Discovery
- Implementing Signals and Syndication
- Implementing Wikis
- Implementing Blogs
- Building Mashup Capabilities
- Rich Internet Applications
- Implementing Social Networking
Spannend finde ich dabei vor allem den ersten Punkt (Enabling Discovery). Die Autoren argumentieren dabei, dass grundlegend für den Erfolg von E2.0-Anwendung/Konzepten die Möglichkeit Inhalte einfach (eventuell auch ungeplant) finden zu können ist. Sie geben dazu auch ein paar einfache Einstiegsaktivitäten an:
- Phase 1: Install Search Engine, Index Internal HTML Documents, Index File Share
- Phase 2: Customize Search UI, Integrate Social Bookmarks, Incorporate Social Statistics, Evangelize to Other Departments
Buchkommentar – The Codex und Reliquary
In Vorbereitung auf den Sommer mit der vielen Zeit zum Lesen habe ich vor einiger Zeit mal wieder bei Amazon eingekauft … und bin über verschiedene Empfehlungen auf den Autor Douglas Preston (von dem ich bisher noch gar nichts gelesen hatte) gestossen. Deshalb befinden sich jetzt einige Douglas Preston-Bücher auf meinem Still-to-read-Stapel.
Und in den letzten zwei Wochen habe ich zwei davon “abgearbeitet” – naja “verschlungen” wäre wohl das bessere Wort dafür: Reliquary von Douglas Preston und Lincoln Child und The Codex von Douglas Preston.
Ein Blog-Post für beide Bücher, da sie sich bei unterschiedlichen Geschichten doch ziemlich ähnlich sind: Solide Geschichten, gut herausgearbeitete Charaktere und einfach fesselnd (also besser nicht viel anderes vornehmen parallel zum Lesen).
Ein paar Detailkommentare:
Reliquary: Zuerst dachte ich, dass ich da wohl eine falsche Auswahl getroffen hatte – denn es heißt groß auf dem Cover “Sequel to the New York Times bestseller Relic!” – also eine Fortsetzung von Relic. Und so wird auch immer wieder auf das andere Buch Bezug genommen (das ich noch nicht gelesen hatte – und auch nicht in meinem Still-to-read-Stapel liegen hatte). Aber es ging – die Geschichte ließ sich auch ohne Kenntniss des Vorgängers verfolgen. Es ist eher so, dass ich nun Relic eigentlich nicht mehr lesen muss – nachdem die ganze Geschichte durch die vielen Seitenkommentare schon bekannt ist. Ansonsten fand ich an dem Buch den Einblick in den New Yorker Untergrund sehr spannend, der dort gegeben wurde. Macht richtig Lust da noch ein bisschen ernsthafter nachzulesen.
The Codex: Eine sehr interessante und spannende Geschichte – bis dann im Buch nach Seite 56 die Seite 313 gebunden war. Huch! Es war gerade so spannend. Meine Hoffnung: Vielleicht wurden da nur zwei Blöcke vertauscht und ich finde Seiten 57ff hinten im Buch. Aber nein. Da war nochmal 313ff … Schwere Entscheidung – Buch zurückschicken und auf Ersatz warten oder ab Seite 89 wieder aufsetzen. Ich habe mich natürlich für letzteres entschieden (ich war einfach zu neugierig wie es weiter geht) – und muss sagen, dass die fehlenden Seite nicht so schlimm waren – die Grundgeschichte war bis 57 schon aufgebaut – und das Verpasste hat man schnell nachgeholt.
Buchkommentar – The Margarets
Seit ich vor vielen Jahren “The family tree” gelesen hatte, versuche ich alles zu bekommen, das Sheri S. Tepper geschrieben hat. So lag diesmal “The Margarets” auf meinem Still-To-Read-Stapel.
Auf amazon.de heisst es:
Margaret Bain wächst als einziges Kind auf einer Kolonie auf. Sie erfindet sechs Alteregos als Spielkameraden und diese werden real und es verschlägt sie auf diverse andere Welten.
In einer Zukunft, in der die Menschheit aufgrund von Überbevölkerung und einer Verschwörung kurz vor dem Ende steht, sind die Margarets die letzte Chance der Menschheit.
Wie üblich schafft Sheri Tepper es auch diese verrückt klingende Geschichte so zu erzählen, dass man mitgerissen wird. Die Personen sind sehr detailliert beschrieben und die Geschichte hat dabei immer ein paar Überraschungen parat. Auch die Grundidee, dass die Menschheit wegen fehlendem Rassengedächtnis keine dauernde Gefahr für die Planeten ist, auf denen sie lebt, und deswegen von den anderen Rassen in der Galaxis ausgelöscht werden soll (ein Ökosystem ist mehr wert als eine (zerstörerische) Rasse), finde ich sehr interessant. Das Thema hätte man noch ein wenig ausbauen können.
Ausserdem geht mir die Geschichte am Ende des Buches etwas zu schnell zu Ende.
Insgesamt aber trotzdem ein sehr empfehlenswertes Werk! In Abschnitten hat mich das Buch sogar sehr an “The family tree” erinnert (und das ist ein großes Kompliment).
Buchkommentar – Laienspiel – Kluftingers neuer Fall
Vor guten zwei Wochen hat sich mein “Still-to-read”-Stapel von einem Tag auf den anderen ziemlich erhöht ;-)
Neben Milchgeld – Kluftingers erster Fall” lag auch “Laienspiel – Kluftingers neuer Fall” von Volker Klüpfel und Michael Kobr auf dem Stapel …
Wie beim ersten Buch handelt es sich auch hier wieder um einen Krimi, der im Allgäu spielt und von einem Allgäuer Kommissar (Kluftinger) gelöst wird – und eben von zwei Allgäuer Autoren geschrieben worden ist. Dieses mal hat der Fall allerdings größere Dimensionen – so ist neben dem Bundeskriminalamt auch die Österreichische Gendarmerie beteiligt.
Mein Kurzkommentar zum Buch gleicht allerdings meinem Kommentar zu “Milchgeld”: Ein solide und spannend aufgebauter Kriminalfall – spannend zu lesen – aber irgendwie “flach”. So schaffen es (meiner Meinung nach) die Autoren weder die Personen im Buch an sich noch die spezielle Atmosphäre des Allgäus gut rüber zu bringen. Gute Ansätze werden entweder nicht ausgeführt oder gehen schnell in (unnötige) Übertreibungen über.
Auch mit der “Dimension” des Falls und den immer wieder aufgegriffenen belehrenden und nachdenklich machen wollenden Bemerkungen zu Terrorismus und darum herum hatte ich meine Bauchschmerzen. Ich finde das passt nicht in dieses Buch – zumindest nicht so wie es die Autoren gemacht haben.
Buchkommentar – Milchgeld – Kluftingers erster Fall
Und gleich noch ein Buchkommentar – zu “Milchgeld – Kluftingers erster Fall” von Volker Klüpfel und Michael Kobr.
Das Buch wird als “Allgäu-Krimi” verkauft – also ein Krimi, der im Allgäu spielt und von einem Allgäuer Kommissar (Kluftinger) gelöst wird – und eben von zwei Allgäuer Autoren geschrieben worden ist.
Die Person des Kommissars hat mir sehr gut gefallen – und der Kriminalfall selbst ist solide aufgebaut (und spannend erzählt). Auch der Lokalbezug kommt nicht zu kurz – man kann sich als Leser einiges sehr gut vorstellen :-) – Ich war hier nur etwas davon enttäuscht wie schlecht Niederbayern im Roman (bzw. im Allgäu) wegkommen – aber vielleicht ist das so?
Trotzdem wird es der Roman nie in meine Top-10 schaffen. Dazu ist die Erzählung viel zu flach und kann auch sprachlich nicht überzeugen. Aber wieder: vielleicht gehört das auch zum Allgäu? (“not a bug but a feature”) ;-))) Ich fürchte aber, dass die “Flachheit” keine Absicht war. Es bleibt also gute Unterhaltung – aber nicht mehr.