Mein letzter Buchkommentar auf diesem Blog ist schon wieder etwas her. Das heisst natürlich nicht, dass ich in der Zwischenzeit nichts (privates) gelesen hätte … So sind unter anderem “Shadow Puppets”, “First Meetings” und “Rebekah” von Orson Scott Card von meinem Still-Too-Read-Stapel ins Bücherregal gewandert. Alles gewohnte Card-Qualität! Besonders spannend ist dabei “First Meetings” in dem u.a. die Zeit vor Ender beschrieben wird, konkret wie sich Enders Eltern kennen gelernt haben. Aber irgendwie hatte ich nicht genug Musse, auch noch etwas dazu zu schreiben.
Im Urlaub habe ich mir nun “Kleiner Bruder” von Sven Regener und
“The Lost Symbol” von Dan Brown vorgenommen.
“Kleiner Bruder” ist der dritte Band der “Herr Lehmann”-Reihe. Diese hat mich gleich von Anfang an fasziniert – ich habe mit “Neue Vahr Süd” angefangen – und nachdem ich einige Zeit in Bremen gelebt habe und auch gewisse Bundeswehrerfahrung hatte, die genauen Beschreibungen von Bremen und vom Grundwehrdienst genossen. “Kleiner Bruder” spielt nun in Berlin und beschreibt das (West-)Berlin der 1980er vermutlich ähnlich gut. Allerdings entfaltet sich das volle Potential vermutlich erst Berlin-Kennern. Das heisst natürlich nicht, dass das Buch nicht auch für Nicht-Berlin-Kenner wie mich lesenswert wäre. Vor allem schließt es die erzählerische Lücke zwischen “Neue Vahr Süd” und “Herr Lehmann”.
“The Lost Symbol” ist das neueste Werk von Dan Brown. Wie “The Da Vinci Code” wird es auch wieder als “extraordinary international bestseller” ausgezeichnet. Und wieder wird Robert Langdon im Freimaurer-Millieu vor Rätsel gestellt – dieses mal in Amerika, konkret in Washington. Das Ganze ist gewohnt spannend geschrieben. So konnte ich nach dem ersten Kapitel das Buch kaum mehr zur Seite legen. Auch die Verflechtung verschiedener Erzählstränge ist dem Autor sehr gut gelungen. Gestört hat mich dabei nur die immer wieder bemühte verbohrte Skepsis des Protagonisten. Er ist doch sonst immer allem Unwahrscheinlichen gegenüber so offen. Dazu passt dieses ewige “das kann nicht sein / das kann es nicht geben” wirklich nicht. Trotzdem bis kurz vor Schluss ein wirklich lesbares Buch. Dann wirkt es aber leider so, als ob dem Autor die Seiten ausgegangen sind – es geht plötzlich alles sehr schnell und löst sich natürlich zum Besten auf. Echt schade, dass Dan Brown hier die begonnen Fäden nicht weiter ausgearbeitet hat.