Um meine Computer nicht dauern mit mir rumschleppen zu müssen habe ich (wie vielleicht viele andere auch) inzwischen einen für das Büro und einen für zu Hause … Und nachdem bei mir Arbeit und Freizeit nicht so klar zu trennen ist, brauche ich dieselben Daten auf beiden. Dazu kommt, dass ich in verschiedenen Konstellationen mit anderen zusammen arbeite – und dazu digitale Teamraumlösungen benötige (siehe auch …), deren Inhalte natürlich auch auf den verschiedenen Rechnern und natürlich auch offline verfügbar sein sollten.
Hier eine kurze Dokumentation dessen, was ich zu den Anforderungen gefunden und ausprobiert habe – und dazu, welche Probleme noch offen sind.
The Cloud
Zuerst dazu, meine eigenen Daten auf verschiedenen Rechnern (auch offline) verfügbar zu machen.
Dateien
Als erstes war hier eine Lösung für meine Dateien gefragt. Ich habe erst mal .Mac ausprobiert – das war mir aber nicht gut genug mit dem Dateisystem integriert. Bei der nächsten Lösung, die ich probiert habe, bin ich schließlich hängen geblieben: Dropbox.
Nach der Installation auf einem Rechner stellt Dropbox das Verzeichnis “/Users/XXX/Dropbox” zur Verfügung, dessen Inhalte (Unterverzeichnisse und Dateien) auf den Dropbox-Server gesichert werden sobald der eigene Rechner online ist. Dabei kann man mit den Dateien und Unterverzeichnissen arbeiten wie mit lokalen Verzeichnissen. Vom Dropbox-Server werden Änderungen dann zu anderen Rechnern, auf denen man sich mit seiner Dropbox-Kennung angemeldet hat, übertragen, sobald diese online sind. Dabei gibt es keinen Master. Änderungen können auf jedem Rechner vorgenommen werden, auf dem man sich mit seiner Dropbox-Kennung anmeldet.
Ich habe also alle wichtigen Verzeichnisse in den Dropbox-Ordner geschoben und arbeite damit wie gewohnt. Wenn ich einen Rechner runter fahre, dann muss ich an gar nichts besonderes denken – Wenn der Rechner vorher am Netz war, dann hat Dropbox automatisch alle Änderungen auf dem Server gesichert. Wenn ich dann an einem anderen Rechner weiter arbeite, dann sind die Dateien dort sofort verfügbar.
Neben dieser sehr gut funktionierenden und transparenten Möglichkeit, Dateien zu replizieren, bietet Dropbox noch ein Web-Interface und natürlich eine iphone-Applikation zum Zugriff auf die Dateien.
Notizen
Beim Finden meiner Arbeitsweise habe ich gemerkt, dass ich neben Dateien noch einfach nutz- und durchsuchbare digitale Notizzettel brauche. Diese nutze ich für Einkaufslisten, Todo-Listen, Protokolle und vieles mehr. Ich habe dabei erst mal die lokalen Fähigkeiten von MacOS sowie verschiedene lokale Wikis ausprobiert. Das aktuelle Werkzeug meiner Wahl ist Evernote.
Evernote liefert die Cloud-Funktionalität gleich mit. Jede mit dem lokalen Evernote-Client editierte Notiz wird auf den Server gesichert – und von dort aus auf andere Evernote-Clients geladen, die sich mit derselben Benutzerkennung angemeldet haben.
Dabei ist der Client wirklich sehr benutzerfreundlich. Neben dem Client für offline-Arbeit gibt es natürlich auch einen Web-Client und eine iphone-Applikation. Mit letzterer kann man zwar keine Notizen editieren, aber neue Notizen erstellen. Eine Funktionalität, die ich nutze, wenn ich “on the road” mal schnell etwas notieren möchte.
Literaturreferenzen
Für meine Arbeit an der Universität brauche ich eine Literaturdatenbank zur Speicherung von Metadaten zu Literaturreferenzen sowie von Volltexten (normalerweise PDF-Dateien). Ich habe dazu lange mit Endnote gearbeitet. Und mit Dropbox könnte man Endnote sehr gut auf verschiedenen Rechnern nutzen. Ich habe Endnote aber inzwischen zu Gunsten eines speziellen Cloud-Dienstes für Literaturreferenzen aufgegeben: Mendeley.
Wie Dropbox und Evernote stellt Mendeley sowohl eine offline-nutzbare Client-Anwendung als auch einen Web-Zugang zu den zwischen Clients und Servern replizierten Daten zur Verfügung.
Auch meine E-Mail sollte auf allen Rechnern verfügbar sein. Das war am einfachsten: Sowohl IMAP- als auch Exchange-Postfächer lassen sich inzwischen problemlos auf verschiedenen Macs und dem iphone einbinden.
Hier musste ich eigentlich nur darauf achten, dass ich meine E-Mail-Ablagen nicht als lokale Mailboxen anlege, sondern entweder auf einem IMAP oder einem Exchange-Server verwalte.
Kontakte, Kalender
Schwieriger war das mit meinen Kontakten und Kalendern. Dabei machte ich es mir natürlich besonders schwer dadurch, dass ich nicht nur Exchange-Kalender und -Kontaktlisten haben wollte, sondern auch noch native-iCal und Adressbook-Daten behalten wollte. Es war also eine Lösung gesucht, die lokale Adressbücher und Kalender zu anderen Macs repliziert. Nach vielen mehr oder weniger erfolglosen Versuchen (u.a. auch eine Synchronisation über Google Mail) bin ich hier bei Fruux hängen geblieben. Funktioniert bestens.
Bookmarks
Schließlich fehlen noch Bookmarks. Hier habe ich mich gleich für eine Gruppenarbeits-taugliche Lösung entschieden und verwalte meine Bookmarks auf delicious. Mit speziellen Bookmarks in Safari und Firefox kann man einfach angezeigte Seiten bei delicious eintragen.
Was fehlt noch?
Aktuell fehlt mir eigentlich nur noch eine Lösung zur Replikation meiner RSS-Feeds (und des aktuellen Standes des Lesens dieser Feeds). Ich nutze lokal Vienna als Feedreader. Eine einfache Lösung wäre es, die Konfiguration (und Feedliste) von Vienna in einem Dropbox-Verzeichnis zu speichern und so zwischen Rechner auszutauschen. Allerdings erlaubt Vienna kein einfaches Ändern des Verzeichnisses in dem die Daten gespeichert sind.
Collaboration
Einige der für mich selbst genutzten Dienste kann man auch für einfache Collaboration im Team nutzen:
- Dropbox erlaubt das Freigeben von Dateien für den öffentlichen Zugriff und das Definieren von zusätzlichen Zugriffsrechten auf Verzeichnisse
- Delicious erlaubt das Austauschen von Bookmarks im Team und natürlich das Informiert-Bleiben über Bookmarks, die andere Teammitglieder speichern
Aber es wird noch mehr, einfacher zu bedienendes gebraucht für die Unterstützung von Teamarbeit … Hier eine unvollständige Liste dazu, was ich mir in diesem Zusammenhang angesehen habe bzw. einsetze.
Dateien
In den Projekten und Unterorganisationen, in denen ich aktiv bin, werden unter anderem folgende Lösungen für den gemeinsamen Dateiaustausch eingesetzt:
- Windows Shared File System (CIFS)
- Basic Support for Collaborative Work (BSCW)
- Alfresco
- Subversion Versionsmanager
- …
Die Dateien in all diesen Lösungen würde ich gerne für die Offline-Nutzung auf meine Rechner kopieren, dort transparent ändern können und Änderungen möglichst transparent wieder auf die Dienste zurückspiegeln. Das klappt leider meist nur unvollständig.
Für alle Dateisysteme, die ich auf meinem Mac lokal mounten kann (das gilt eigentlich für alle oben genannten), nutze ich aktuell das Werkzeug Unison um die Dateien offline verfügbar zu machen. Nachdem die Replikation nicht immer ohne Fehler läuft, muss man das Werkzeug leider immer von Hand starten. Da suche ich noch eine bessere Lösung.
Kalender / Kontakte
Hier haben wir viel mit Synchronisation zu und von Google ausprobiert – z.B. mit dem Werkzeug Spanning Sync. Ausserdem haben wir verschiedene Groupware-Tools, z.B. eGroupware ausprobiert. Das war aber alles nicht voll befriedigend. Im Ende sind wir im Team nun doch wieder bei einem Exchange-Server angekommen.
Mehr zu den Diensten, die wir zur Unterstützung von Zusammenarbeit nutzen in einem späteren Post. Kommentare und Anregungen zu den hier aufgeworfenen Herausforderungen sind natürlich immer willkommen – insbesondere eine Lösung für das offline-Verfügbarmachen von gemounteten Verzeichnissen …