Archiv für Oktober, 2008

Munich Atlassian User Group Meeting

Als “Aussenseiter” war ich heute beim Treffen der Munich Atlassian User Group bei der TNG Technology Consulting in Unterföhring.

Warum Aussenseiter? Ich habe zwar schon einige Wikis eingeführt und genutzt, bisher aber noch nie Confluence, das Wiki-Produkt der Firma Atlassian, das Hauptfokus des heutigen Treffens war. So war ich hauptsächlich mit dem Ziel zu dem Treffen gegangen, mehr über Confluence zu erfahren – u.a. von Per Fragemann von Atlassian, der sowohl eine Einführung “Atlassian News and Update” als auch einen Überblick über die Nutzung von Confluence bei Atlassian selbst “Eat your own dog food” gegeben hat.

Bevor ich auf Details eingehe hier schon mal meine wichtigsten Erkenntnisse (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) aus den Präsentationen:

  • Confluence ist in vielen Möglichkeiten ähnlich TWiki (das ich bisher am besten kenne) – allerdings nicht ganz so mächtig (Forms, …)
  • + implementiert und erweiterbar in Java
  • + gute Suche (auch über Attachments)
  • + Kommentare zu Seiten (und damit “Blog für Arme”)
  • + Upgrade geht einfach (im Gegensatz zu TWiki)
  • - auch bei Confluence funktioniert der WYSIWYG-Editor (noch) nicht

Jetzt zu den Details.

Zuerst gab Per Fragemann von Atlassian einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im gesamten Produktportfolio. Zu Confluence waren am interessantesten:

  • Fokus auf Integration (über WebDAV mit Office, mit Sharepoint)
  • erst in der Version 2.10 (Anfang 2009) wird der WYSIWYG-Editor halbwegs benutzbar (für komplexere Seiten) sein

Bernd Lindner von Siemes stellte dann die Siemens Wikisphere vor, welche auf der Basis von Confluence realisiert ist. Die (für mich) interessantesten Details aus der Präsentation:

  • für das unternehmensweite Wiki wurde die hierarchische Organisation der Seiten von Confluence bewusst versteckt und ganz auf Tags gesetzt
  • um Seiten editieren zu können muss zuerst eine Policy akzeptiert werden (dieselbe wie in der Siemens BlogoSphere)
  • das Wiki soll zu einem Expertenverzeichnis / zu einem Social-Networking-Service weiterentwickelt werden
  • den Benutzern ist die E-Mail-Notifikation wichtiger als die RSS-Notifikation (u.a. weil wegen SSO die RSS-Notifikation nicht immer funktioniert)
  • sie sind noch unzufrieden mit dem WYSIWYG-Editor

Wolfram Koska und Gerhard Müller (von TNG) berichteten über Migrationsprojekte zu Confluence – einmal von MediaWikia aus und einmal von TWiki aus.

Nach anderen Präsentationen stellte am Ende Per Fragemann von Atlassian ein paar Beispiele der Nutzung von Confluence bei Atlassian selbst vor:

  • Produktdokumentation pflegen (alle Atlassian-Mitarbeiter dürfen schreiben, von aussen nur lesender und kommentierender Zugriff)
  • Spezifikationen für neue Funktionalität
  • internes Blogging (u.a. muss sich jeder Neue hier mit einem Post vorstellen)
  • einfaches Projektmanagement (z.B. Scrum burndown charts)
  • Personen/Expertenliste

Noch ein paar Worte zu letztem Punkt. Hier geht Atlassian sehr pragmatisch vor: es gibt eine Wiki-Seite mit einer Tabelle aller Mitarbeiter (und den Meta-Informationen in Spalten). Diese wird von allen gepflegt. Auf diese Tabelle greift dann eine JavaScript-Anwendung zu, die das schöne Anzeigen (u.a. auf Maps) der Daten sowie das Suchen / Filtern der Daten erlaubt. Die Anwendung beruht auf dem MIT Simile/Exhibit Framework und schaut sehr gut aus.

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Microblogging oder Awareness-Feeds im Unternehmen

Auf dem Blog e-gineer.com hat Nathan Wallace schon mehrfach über Microblogging in Unternehmen berichtet. Gestern stellte er einen ausführlichen Bericht zum Jitter-System bei Jassen-Cilaq Australia und New Zealand bereit. Sehr interessant zu lesen.

Vor allem fand ich interessant, dass das Microblogging mit einer “Facebook-like”-Social-Networking-Plattform verknüpft wurde.

Doch ich frage mich, ob es wirklich um Microblogging im Sinne von “Ich sag auch wie ich mich gerade fühle” geht oder mehr um das Mitteilen von Neuigkeiten / Aufmerksammachen auf Neuigkeiten – also eher Awareness-Feeds in Blog-Form. Letzteres ist meiner Meinung nach sehr sinnvoll in Unternehmen – Mitteilungen über neue Projekte, Schulungen, die man besucht hat, Kundenkontakte, die man gehabt hat/haben wird.

Der Begriff “Microblogging ala Twitter” für den Unternehmenseinsatz ist meiner Meinung nach negativ belegt. Ausserdem erfinden wir damit einen neuen Begriff für die Awareness-Feeds, die es auf Social-Networking-Plattformen eh schon gibt.

Wir werden übrigens bis Jahresende eine “solche Plattform” (SNS mit Awareness-Feeds) für unsere Universität bereitstellen. Sowohl für die Kommunikation nach innen (zu Kollegen) als auch nach aussen (was für tolle Forschung wir machen ;-)). Da ist glaube ich großes Potential.

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KnowTech 2008 – Teil 3

Dies ist die Fortsetzung meines Berichts von der KnowTech 2008.

Kay Knoche von Oracle berichtete über die Anforderungen an Wissensmanagement bei Oracle – sehr getrieben von den vielen Firmen-Aquisen, die Oracle betreibt. Die interessanteste Aussage war meiner Meinung nach:

  • “Unstrukturierte Information bleiben unverwaltet” – “stellen aber 80% aller Information dar” …

Das ist schlecht … Oracle hat in dem Bereich schon ein paar technische Lösungen um Datenbanken mit unstrukturierten Dokumenten und Wikis zu verknüpfen (bzw. diese Information bei der Darstellung von Suchergebnissen zu verknüpfen).

Die Herren Sins und Stützel von der Fraport AG berichteten über die Einführung ihres Unternehmenswikis “SkyWiki”. Hier ein paar interessante Aussagen/Gedanken aus dem Beitrag:

  • Neben dem Wiki haben sie auch eine “Goldene Seiten”-Lösung eingeführt (quasi Yellow Pages) – Motivation dazu war, dass immer mehr Fraport-Experten sich nur/hauptsächlich über Xing gefunden haben/vernetzen
  • Technisch wurde beim Wiki zuerst TWiki ausprobiert, das ganze dann aber mit MediaWiki umgesetzt; zu machen war dabei vor allem: neues Skin, Hilfeseiten
  • Jetzt soll von MediaWiki auf Confluence gewechselt werden. Gründe dafür sind:
    • einfachere Verwaltung verschiedener Wiki-Instanzen
    • besseres/mächtigeres Rechtekonzept
    • WYSIWYG-Editor verfügbar (bisher wird mit dem einfachen MediaWiki-Editor gearbeitet)
  • Es wurde sehr viel Werbung gemacht und wird auch kontinuierlich weiter gemacht – u.a. werden neue Azubis immer explizit mit dem Wiki bekannt gemacht
  • Das “Wiki-Board” trifft sich einmal die Woche (Montags) und kümmert sich auch operativ um “Gardening”-Aufgaben

Josef Hofer-Alfais berichtete über das Wissenmanagement / die Unterstützung der elektronischen Kooperation beim WIMIP (Industrie-Arbeitskreis Wissensmanagement in der Praxis)

  • Mitglieder-Management und -Vernetzung mit Xing (Mitgliederliste, Foren)
  • Sharepoint (Teambereiche, Blogs, Umfragen und Abstimmungen, …)

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KnowTech 2008 – Teil 2

Dies ist die Fortsetzung meines Berichts von der KnowTech 2008.

Wie vorher schon eine unvollständige, ausschnittsweise Wiedergabe von Zitaten und Gedanken dazu.

Karl-Josef Arenz (itelligence AG) und Ina Finke (FhG IPK) berichten über Aktivitäten zur Einführung/Verbesserung des Wissensmanagement bei intelligence. Interessant daran fand ich vor allem den Fragebogen, den sie am Anfang des Projektes für die Mitarbeiter rausgegeben haben. Ziel war dabei sowohl etwas herauszufinden als auch eine Awareness bei den Mitarbeitern zu schaffen. Dabei wurde u.a. gefragt, welches Wissen/Fähigkeiten für die Arbeit gebraucht werden, in wie weit dieses Wissen vorhanden ist, und in welcher Form (Dokumente, Köpfe, …) es vorliegt.

Markus Hainzel und Sabina Erni von PwC Schweiz berichteten über die Yellow Pages Lösung, die bei PwC Schweiz 2008 realisiert wurde.

  • Ziel war die Bereitstellung einer Wissenslandkarte
  • Beobachtung: Viele Mitarbeiter sind bei Xing registriert und suchen/finden sich darüber
  • Mit Firma finebrain AG aus Basel wurde eine spezielle YP-Lösung für PwC Schweiz (etwa 2500 Mitarbeiter) geschaffen
  • Profile können selbst gepflegt werden
  • Für Expertisen/Attribute ist eine Taxonomie vorgegeben, Freitexteingaben sind möglich
  • Es gibt eine schöne graphische Darstellung (als bipartiter Graph – Expertisen und Personen)
  • Gute Diskussion zu den vier Generationen, die es im Unternehmen gibt (und deren Auswirkung auf die Einführung/den Erfolg einer solchen Lösung): Traditionalisten, Boomers, Y-Generation, X-Generation (sehr schöne Folie mit den unterschiedlichen Charakteristika)

Markus Rieger und Kollege von Hyve trugen zu “Wissens- und Ideenmanagement im Zeitalter des Web 2.0″ vor. Hauptteil der Präsentation waren einige interessante Beispiele von externen Ideenwettbewerben mit der IdeaNet-Plattform. Davor hat Herr Rieger noch ein paar “Basics” dazu ausgeführt, wo/wie Web 2.0 Technologien für Ideenmanagement eingesetzt werden können:

Allgemeine Vorteile/Möglichkeiten:

  • Wiki-Prinzip
  • Vernetzung
  • Bewertung
  • Look and Feel

Konkrete Funktionen (die damit umgesetzt werden können):

  • Kollaborative Ideengenerierung
  • Ideen-Exploration (Verlinkung von Ideen, Verlinkung mit Personen, Tag-Cloud, …)
  • Bewertungsstrategien
  • Community-Funktionen (komplettes Spektrum von SNS – von Awareness-Feeds bis zu direkter Kommunikation)

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KnowTech 2008

Heute und morgen bin ich auf dem Praxisforum KnowTech 2008 in Frankfurt. Hier und in folgenden Posts ein paar Notizen und Gedanken zu dem was ich hier gehört habe.

Zuerst eine allgemeine Feststellung vorne weg: Die KnowTech findet schon seit einigen Jahren statt – Wenn man sich das Programm von diesem Jahr anschaut, dann findet man bei fast jedem zweiten Vortrag irgendwo das “2.0″ – es zeigt sich also deutlich, dass das Web 2.0 / Enterprise 2.0 das Wissensmanagement erreicht oder ersetzt hat. So sind auch alle “Big-Player” aus dem Enterprise 2.0 und Innovations-Umfeld hier: IBM, CoreMedia, Hyve (;-)), … Auch die Zahl der Besucher/Teilnehmer ist dieses Jahr mit 500 höher als jemals zuvor.

Bernhard Beck, EnBW

  • Keynote mit dem Titel “Wissen macht glücklich” (kein “2.0″!!!!)
  • “Entscheidungen sind hierarchiebezogen” aber “Wissen ist hierarchielos” … das stellt eine Herausforderung dar

Said Zahedani, Microsoft

  • Berichtete über Social Computing (=Web 2.0 im Unternehmen nach aussen und nach innen – letzteres aka Enterprise 2.0)
  • Insbesondere ist er auf den Zusammenhang zwischen Social Computing und “The Cloud” eingegangen
  • und hat ein neues Produkt von Microsoft vorgestellt: Live Mesch (www.mesch.com) – Ein sehr spannender Dienst, mit dem man quasi transparent von verschiedenen Geräten aus auf “die Cloud” zugreifen kann und damit Daten austauschen kann

Markus Bentele (Rheinmetall AG) und Frank Swatzke (IBM)

  • Titel der Präsentation: “Collaboration 2.0″ – Unified Communications and Collaboration (UC2)
  • Ein schönes Beispiel: Kevin (8 Jahre alt) ist schon ein großer Computer-Spezialist und Web 2.0-Nutzer – und experimentiert da sehr viel – und hat auch schon versehentlich die Festplatte des Vaters gelöscht – Damit müssen (laut Herrn Swatzke) auch Unternehmen umgehen lernen – mit dem “Ups ich habe die Festplatte gelöscht …”
  • Beispielprojekt bei Rheinmetall
  • Lotus Sametime, Lotus Quickr, Lotus Connections (1.0), OmniFind, Integration von allem mit verschiedenen Groupware (Mail/Kalender)-Lösungen innerhalb des SAP-Intranet-Portals
  • Vier Generationen müssen wertschöpfend zusammenarbeiten / zusammen eingesetzt werden können: Papier, E-Mail, Foren, Blogs/Wikis

Soweit die Keynotes (die mir berichtenswert erschienen).

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“Biergartenmethode” als effektive Kreativitätstechnik

Im Academics-Blog (übrigens eine sehr empfehlenswerte Quelle für lustige und ernste Themen rund um Universitäten und die “akademische Laufbahn” – kommt zwar nicht an die PhD Comics ran – aber das ist auch schwierig …) war Anfang der Woche ein interessanter Beitrag zu Kreativitätstechniken zu finden – und zwar zur Biergartenmethode.

Allein der Namen liess mich aufhorchen (insbesondere im Kontext des gerade laufenden Oktoberfestes) ;-)

Und nach der Lektüre muss ich sagen: Hier wird lustig verpackt wieder viel Wahrheit kund getan. Auch ich habe es schon mehrfach erlebt, dass das letzte Stück auf dem Weg zu einer guten Idee erst in angenehmer und entspannter Umgebung mit einigen Freunden geschafft werden konnte – das muss kein Biergarten sein, sondern kann auch (und war es tatsächlich schon) ein Strand in Griechenland sein – wobei hier in München die Biergärten sicher leichter zu erreichen sind.

Jetzt müssen wir nur noch untersuchen, ob man nach den zwei Beckstein-Maß neben Autofahren auch noch kreativ sein kann … ich habe da meine Bedenken.

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