Eine Definition von Enterprise 2.0


“Eine Definition von Enterprise 2.0″ so heisst das Kapitel, das Andrew McAfee zum neuen Buch Enterprise 2.0 – Die Kunst loszulassen beigetragen hat.

Die “Definition” selbst ist schnell wiedergegeben:

“Enterprise 2.0 ist die Nutzung von Social-Software-Plattformen innerhalb oder zwischen Unternehmen und ihren Partnern oder Kunden.” (S. 18)

Hier also keine Überraschungen ;-)

Interessant und lesenswert ist der Beitrag vor allem wegen der weiteren Diskussionspunkte, die er aufbringt (auch hier natürlich nichts wirklich neues – aufmerksame Leser des Blogs von Andrew McAfee haben alles schon mal gelesen – hier aber auf Deutsch und schön zusammengefasst).

“It’s Not Not About the Technology”

Das finde ich z.B. einen interessanten Punkt. McAfee führt dazu aus, dass natürlich richtig ist, dass es bei Enterprise 2.0 nicht “ausschließlich” um die Technologie geht, aber es ist auch richtig, dass die Details der Technologie nicht komplett ignoriert werden können.

“Weak Ties” und das “Enterprise 2.0 Bullseye”

McAffee geht in seinem Beitrag als wichtige theoretische Grundlage von Social Software auf Granovetters Beitrag “The Strength of Weak Ties” und die Ideen dahinter ein. Dabei fasst er die Grundideen Grannovetters meiner Meinung nach sehr gut zusammen:

“Insgesamt lässt sich aus Granovetters Artikel das Fazit ziehen, dass starke Beziehungen wahrscheinlich nicht als Brücken zwischen Netzwerken dienen werden, während schwache Beziehungen dagegen gute Brücken darstellen. Brücken helfen, Probleme zu lösen, Informationen zu sammeln und unbekannte Ideen aufzugreifen. Sie helfen, die Arbeit schneller und besser zu erledigen.” (S. 25)

Mit “Weak Ties” hat auch McAfees Enterprise 2.0 Bullseye zu tun. Grundaussage der Abbildung ist, dass es vier Gruppen von Personen gibt, mit denen ein Wissensarbeiter zu tun hat, unterteilt und geordnet nach der relativen Intensität der Beziehung:

  • starke Beziehung (strong ties)
  • schwache Beziehung
  • potentielle Beziehung
  • keine Beziehung

Diesen Gruppen lassen sich Technologien/Werkzeuge zuordnen:

  • starke Beziehung: Wikis, Gruppeneditoren
  • schwache Beziehung: Social Networking Services
  • potentielle Beziehung: Blogoshpere mit Fokus auf Suchmöglichkeiten und Signaling
  • keine Beziehung: “kollektive Intelligenz”

Interessante Gedanken …

Btw: Auch Frank Hamm hat schon kurz über das Buch geschrieben – und ich muss zustimmen – neben dem Beitrag von Andrew McAfee ist der Beitrag “Mollys geheimes Tagebuch oder Bekenntnisse eines Anfängers über soziale Software” von Suw Charman-Anderson das Lesenswerteste, das ich bisher über Enterprise 2.0 gefunden habe … aber mehr sei hier nicht darüber verraten … selber lesen!

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