COOP2008 – Awareness, Wikis


Nach dem Auftakt ging es auf der 8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008) mit den Präsentationen von Forschungsarbeiten los. Hier ein paar Kommentare zu einigen wenigen der Präsenatationen.

“Anticipative Awareness in a Groupware System”, Wolfgang Prinz, Elke Hinrichs, Irina Kireyev

Wolfgang Prinz vom Fraunhofer Institut Angewandte Informationstechnik beginnt mit einem Bericht über verschiedene Awareness Features (am Beispiel von BSCW) – mit diesen Features kann man sehen, was konkret passiert ist. Es ist heute aber nicht möglich zu spezifizieren, was passieren sollte – und einen Hinweis zu erhalten, wenn das nicht passiert (z.B. Studenten, die ein Papier nicht gelesen haben; Projektpartner, die ein Dokument nicht hochgeladen haben …): “Awareness about things that did no happen”

Dies wurde in Form von “Expectations” in BSCW eingebaut – Zu Expectations können Participants (Individuen, Gruppen, Rollen), Activities und Artifacts zugeordnet werden.

Interessant: Es ist möglich eigene Expectations für andere Sichtbar zu machen; ein anderes Feature: E-Mail an alle, die eine Expectation erfüllt bzw. nicht erfüllt haben.

“The Wiki as an Integrative Tool in Project Work”, Birgit Rognebakke Krogstie

In diesem Beitrag wurde über die Nutzung von Wikis in Software-Engineering-Projekten berichtet.

Ein paar interessante Erkenntnisse aus der Beobachtung:

  • Wikis wurden hauptsächlich für “Integration” genutzt
    • Integration zwischen sozialen und zielorientierten Aktivitäten
    • Integration zwischen Information im Team und ausserhalb des Teams
    • Integration zwischen verschiedenen Artefakten
  • Wikis dienten verschiedenen Zielen
    • “knowledge repository”
    • “stage”
    • “coordination mechanism”
    • “shared workspace”
  • Wikis wurde nicht für soziale Interaktion genutzt – also eigentlich keine “Social Software” – aber das lag wohl auch daran, dass die Teams nicht verteilt waren – Für soziale Interaktion wurden genutzt IM, F2F, …

“Proliferation in Enterprise Wikis”, Hans-Jörg Happel

Herr Happel vom FZI in Karlsruhe berichtete über Erkenntnisse aus der Untersuchung der Nutzung von Wikis in Unternehmen. Seine Forschungsfrage war: “What problems occur when enterprise wikis grow and how are they adressed?”.

Zuerst verglich er Enterprise Wikis mit Wikipedia:

  • Wikipedia: klare Struktur (Lexikon), klare Namens- und Linkkonventionen, grosse Benutzerbasis
  • Enterprise Wikis: keine so klare Struktur, teilweise hierarchische (Unter-)Strukturen, Frage: “where to put what?”, kleine Benutzerbasis

Wegen dieser Unterschiede finden sich in Unternehmenswikis auch andere Probleme als in Wikipedia. So scheint das Hauptproblem “profileration” (wegen des Wachstums) zu sein. Also eine schwindende Qualität der Struktur, ein schwieriger werden des Findens von Inhalten oder von Seiten auf denen Inhalte aufgenommen werden sollten.

Lösung dazu scheint “gardening” zu sein – Zusätzlich werden als Lösung auch vorbeugende Massnahmen angegeben:

  • “employee training”
  • “quality standards, rules”
  • “tagging, categorization”
  • “use of templates”

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