Archiv für Mai, 2008

Buchkommentar – Milchgeld – Kluftingers erster Fall

Und gleich noch ein Buchkommentar – zu “Milchgeld – Kluftingers erster Fall” von Volker Klüpfel und Michael Kobr.

Das Buch wird als “Allgäu-Krimi” verkauft – also ein Krimi, der im Allgäu spielt und von einem Allgäuer Kommissar (Kluftinger) gelöst wird – und eben von zwei Allgäuer Autoren geschrieben worden ist.

Die Person des Kommissars hat mir sehr gut gefallen – und der Kriminalfall selbst ist solide aufgebaut (und spannend erzählt). Auch der Lokalbezug kommt nicht zu kurz – man kann sich als Leser einiges sehr gut vorstellen :-) – Ich war hier nur etwas davon enttäuscht wie schlecht Niederbayern im Roman (bzw. im Allgäu) wegkommen – aber vielleicht ist das so?

Trotzdem wird es der Roman nie in meine Top-10 schaffen. Dazu ist die Erzählung viel zu flach und kann auch sprachlich nicht überzeugen. Aber wieder: vielleicht gehört das auch zum Allgäu? (“not a bug but a feature”) ;-))) Ich fürchte aber, dass die “Flachheit” keine Absicht war. Es bleibt also gute Unterhaltung – aber nicht mehr.

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Buchkommentar – Die Logik des Misslingens

Nachdem ich auf das Buch schon von mehreren Seiten aufmerksam gemacht worden bin, hat mich der Blog-Beitrag von Florian Matthes endgültig dazu gebracht es zu kaufen: “Die Logik des Misslingens – Strategisches Denken in komplexen Situationen” von Dietrich Dörner

Das Buch beschäftigt sich damit, wie der Mensch in komplexen und vernetzten Handlungssituationen klar kommt – bzw. eher damit wie und warum er nicht damit klar kommt. Z.B.: Man beschäftigt sich mit den einzelnen Knoten und sieht nicht das Netz – man berücksichtigt nicht, dass man in einem System nicht eine Größe allein modifizieren kann, ohne damit gleichzeitig alle anderen zu beeinflussen. Diese Probleme werden sehr schön an verschiedenen (Spiel-)Simulationen gezeigt, mit denen die (Sozial-)Wissenschaft sich diesem Thema nähert.

Der Autor Dietrich Dörner ist Professor für Psychologie mit dem Forschungsschwerpunkt Kognitive Psychologie in Bamberg. In diesem Buch stellt er die Ergebnisse seiner langjährigen empirischen Forschung zum Verhalten von Menschen in komplexen und vernetzten Situationen (der schon erwähnten Simulationen/Planspiele) vor.

Interessant dabei ist vor allem, dass die Probanden in diesen Planspielen (und so vermutlich auch in der Realität) schon in verhältnismäßig einfachen rückgekoppelten dynamischen Systemen große Schwierigkeiten haben.

Dörner argumentiert, dass Probleme auf intrinsische Defizite der menschlichen Kognition zurückzuführen sind, aber durch Erfahrung und Training verbessert werden können.

Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch. Durch die vielen Beispiele und die Argumentation wird wirklich klar, dass die “Steuerung komplexer Systeme” eine vom Menschen nur schwer (wenn überhaupt) beherrschbare Kunst ist. Um so mehr Angst macht mir in diesem Zusammenhang die Leichtigkeit (Naivität?) mit der insbesondere Politiker genau mit den Denkfehlern argumentieren, die Dörner aufdeckt! Und dass das mit der Steuerung komplexer Systeme nicht immer im letzten Moment noch rumgebogen werden kann zeigt die Darstellung des Kraftwerkunfalls von Tschernobyl (als Beispiel für die misslungene Steuerung eines komplexen Systems) deutlich.

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Fail Blog Video

Neben ein paar wenigen (Daily) Comic Strips, die ich regelmäßig lese – PhD, Geek and Poke und Dilbert kann ich im “Humor-Bereich” nur den Fail Blog empfehlen! Echt klasse was die hin und wieder auftreiben.

Heute wurde auf dem Blog ein Fail Blog Video gepostet – mit in Video festgehaltenen “Fails” – Unbedingt sehenswert!

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ResearchGATE

Am 23.5. hat ResearchGATE seine Pforten geöffnet.

ResearchGATE is a new free of charge web 2.0 platform designed for the need of researchers. With this new platform we want to change the world of science by providing a global and powerful scientific web-based environment, in which scientists can interact, exchange knowledge and collaborate with researchers of different fields. Sign up and be part of the first scientific network.

  • present yourself and your research projects
  • enroll, expand, and broaden your science network globally
  • exchange know-how and expertise
  • initiate collaboration
  • discuss your research limitation and get positive feedback
  • use our innovative tools and work environments for online collaboration

Echt interessant. Vor gar nicht so langer Zeit haben wir in einem Workshop besprochen, dass man einen Social Networking Service für Forscher / die Wissenschaft bräuchte – und jetzt entsteht einer nach dem anderen. Neben ResearchGATE sind da noch

Und natürlich alle “generischen” Social Network Sites wie ning, mixxt, …

Science 2.0 scheint momentan gerade “abzuheben” – siehe dazu auch meinen Bericht von der Keynote auf der COOP2008 sowie dem Workshop Academia 2.0

Was mir bei ResearchGATE ein bisschen fehlt ist die Integration – Ich will ja nicht wirklich alle meine Veröffentlichungen, Projekte etc neu eintragen. Hier braucht man eine Integration mit bibsonomy oder ähnlichen Diensten – und eine Integration der Daten in verschiedene Portale (damit ich die Daten auf meinen Web-Seiten an der Uni einblenden kann). Naja, ich will nicht ungerecht sein – bei den Publikationen findet sich immerhin schon eine Integration mit der PubMed-Datenbank.

Ich bin gespannt, wie es mit ResearchGATE weiter geht.

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COOP2008 – Web 2.0

Irgendwie hat die 8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008) das implizite Thema “Web 2.0 / Enterprise 2.0″. Schon in den Beiträgen zu den bisherigen Ereignissen habe ich zu Academia 2.0, Science 2.0 und dem Einsatz von Wikis im Unternehmen geschrieben. Heute (Donnerstag) ging es in den Beiträgen weiter hauptsächlich um das Web 2.0 (und die Ideen dahinter).

“Combining Web 2 and Groupware applications”, Carsten Ritterskamp, Michael Prilla

Die Autoren stellen die Frage: “Kann Web 2.0 ein Ersatz für traditionelle CSCW Systeme sein”. Um sich einer Antwort zu nähern haben sie zuerst einmal die drei Bereiche CSCW, Groupware und Web 2.0 abgegrenzt/charakterisiert:

  • CSCW: goal and work orientation
  • Groupware: communication and coordination tasks
  • Web 2.0: playfulness, user experience

Sie argumentieren dann für “meaningful integration” von Web 2.0 und Collaboration Support Systems (CSS). Kommentar: Ich finde ja, dass das nicht zwei verschiedene Bereiche sind, sondern zwei verschiedene Sichten/Foku auf/für das selbe. Web 2.0 schärft den Blick auf Motivation, Spass, Partizipation, CSCW den Blick auf Prozesse, Organisationen. Meiner Meinung nach geht es eher um die Integration von Funktionen, die üblicherweise in Social Software auftauchen (Tagging, …) in klassische CSCW Anwendungen bzw um die Integration von Funktionen, die üblicherweise in CSCW Anwendunen auftauchen in Social Software um sie fit für den Unternehmenseinsatz zu machen.

Diese “meaningful integration/combination” stellen die Autoren schließlich noch an zwei Prototypen (im Rahmen des Systems Kolumbus 2) vor: Online Word Processors in Kolumbus, Tagging Metadata for Collaboration Support.

Das Resumee lautete deshalb auch: “Web 2.0 can enhance Collaborative Apps”. Wie schon geschrieben: Meiner Meinung nach ist Web 2.0 nicht so sehr eine Anwendung/Klasse von Anwendungen, sondern eher eine Menge von Ideen / Blickrichtungen / Foki – und diese können sehr wohl CSCW Anwendungen helfen besser / benutzbarer / nützlicher zu werden.

“Design Issues for Supporting Collaborative Creativity”, Thomas Herrmann

Idea: “CSCW features might help to overcome the obstacles of heterogeneous teams (that are needed to achieve (collaborative) creativity)”

Frage: Welche Anforderungen müssen von Software erfüllt werden um (kollaborative) Kreativität zu unterstützen?

Dazu hat Thomas Herrmann verschiedene Forscher aus dem CSCW Umfeld interviewt (CSCW Forscher deshalb, da wenn die schon nicht mit den Tools zurecht kommen, dann vermutlich auch niemand anderes …). In den Interviews wurden zum Beispiel verschiedene Typen der Ausübung von Kreativität und verschiedene Barrieren zur Unterstützung von Kreativität identifiziert.

Für den speziellen Fall der Unterstützung kollaborativer Gruppen bei der gemeinsamen Erstellung von (SeeMe-)Modellen an großen Wandbildschirmen wurden dann Lösungsmöglichkeiten / Designanforderungen (“design heuristics”) für die Barrieren hergeleitet / aus den Interviews abgeleitet.

“Collective Interaction – Let’s join forces”, Peter Gall Krogh, Marianne Graves Petersen

Collective Interaction …

  • negotiate shared goal
  • instrumentalizes collaboration
  • multiple co-located users engaged in collective action
  • sharing both one logical input channel and one logical output channel

Mit dem iFloor stellt Peter Krogh ein interessantes Werkzeug zur Unterstützung der Kommunikation zwischen Benutzern in einer Bibliothek vor. Mit Squeeze folgt ein weiteres Beispiel aus dem Familienumfeld (“interactive furniture”).

Ein interessanter Kommentar: In Bezug auf effektive Nutzung von Informationssystemen sind die Beispiele “highly inefficient” – aber: Für den effizienten Zugriff auf Informationen haben wir ja (Desktop-)Computer – mit den ubiquitären Lösungen soll mal was anderes versucht werden und nicht der Desktop dupliziert werden.

“People Tagging & Ontology Maturing: Towards Collaborative Competence Management”, Simone Braun

Grundidee: Unterstützung von Kompetenzmanagement in Organisationen durch die kollaborative / bottom-up Erstellung von Kompetenz-Ontologien.

Dazu nannte sie unter anderem den Ansatz des “People Tagging” (am Beispiel von IBM Fringe), d.h. Personen taggen sich gegenseitig (entsprechend der wahrgenommenen Kompetenzen). Simone Braun nannte verschiedene Nachteile des People Tagging: keine Legitimation, keine Garantie, dass das Ergebnis zum Vokabular des Unternehmens passt, … – Meiner Meinung nach sind das alles keine ernsthaften Probleme, sondern eher falsche Erwartungen an das System – Denn die Strukturlosigkeit ist gerade eine Stärke des Systems – und vielleicht genau das, was es funktionieren lässt.

Anforderungen an ein Kompetenzmanagementsystem (nach den Autoren):

  • Bottom-up collection of opinions abut individual competencies
  • freedom to evolve competence vocabulary
  • shared vocabulary for comparability
  • legitimation and commitment by the organization

Die Herausforderungen werden als “collaborative ontology construction problem” angegangen.

In der Lösung existieren verschiedene “formality levels” (Detailierungsgrade, Formalisierungsgrade) im Informationsraum:

  • topic tags
  • competency areas
  • competencies
  • competency relationships

Das finde ich interessant – also nicht ein zwangsweises Einhalten einer Ontologie, sondern die Möglichkeit, Tags hinzuzufügen, die dann vielleicht langsam in die Ontologie reinwandern und vielleicht sogar zu Regeln (relationships) führen. Wobei man dazu natürlich wieder Zugriffsrechte/Zugriffspolitiken braucht – aber dazu gibt es in dem Projekt momentan noch nichts.

Interessante Frage in der Diskussion: “Mitarbeiter finden keine Zeit ihre eigenen Profile in Yellow Pages Anwendungen zu pflegen – warum sollten sie Zeit finden die Profile von anderen zu Taggen?” – Das geht auf den Grund von Web 2.0 – Ich glaube eine Antwort darauf wäre, dass man das Taggen so einfach wie möglich machen muss (deshalb möglichst wenig Struktur) und möglichst viel Wert für den taggenden Benutzer bieten sollte (im Sinne von Social Networking Applications, Netzwerkpflege, …).

Die Idee wurde im Tool SOBOLEO umgesetzt (im Rahmen des Projektes MATURE).

“From the crowd to communities: New interfaces for social tagging”, Chao Zhou

Frage: “Why wikis begin to be widely used, but not social tagging?”

Antwortversuch: Es liegt am (User) Interface!

Deshalb versuchen sie im Projekt die Tag Cloud (als Teil des Interfaces) zu verbessern. Dabei wurde insbesondere die Verbesserung der Sichtbarkeit von Kontexten und Beziehungen verbessert – vor allem zur Unterstützung von “kollaborativem Tagging” (ohne auf die platzverschwendenen Graphen zurückgreifen zu müssen).

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COOP2008 – Awareness, Wikis

Nach dem Auftakt ging es auf der 8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008) mit den Präsentationen von Forschungsarbeiten los. Hier ein paar Kommentare zu einigen wenigen der Präsenatationen.

“Anticipative Awareness in a Groupware System”, Wolfgang Prinz, Elke Hinrichs, Irina Kireyev

Wolfgang Prinz vom Fraunhofer Institut Angewandte Informationstechnik beginnt mit einem Bericht über verschiedene Awareness Features (am Beispiel von BSCW) – mit diesen Features kann man sehen, was konkret passiert ist. Es ist heute aber nicht möglich zu spezifizieren, was passieren sollte – und einen Hinweis zu erhalten, wenn das nicht passiert (z.B. Studenten, die ein Papier nicht gelesen haben; Projektpartner, die ein Dokument nicht hochgeladen haben …): “Awareness about things that did no happen”

Dies wurde in Form von “Expectations” in BSCW eingebaut – Zu Expectations können Participants (Individuen, Gruppen, Rollen), Activities und Artifacts zugeordnet werden.

Interessant: Es ist möglich eigene Expectations für andere Sichtbar zu machen; ein anderes Feature: E-Mail an alle, die eine Expectation erfüllt bzw. nicht erfüllt haben.

“The Wiki as an Integrative Tool in Project Work”, Birgit Rognebakke Krogstie

In diesem Beitrag wurde über die Nutzung von Wikis in Software-Engineering-Projekten berichtet.

Ein paar interessante Erkenntnisse aus der Beobachtung:

  • Wikis wurden hauptsächlich für “Integration” genutzt
    • Integration zwischen sozialen und zielorientierten Aktivitäten
    • Integration zwischen Information im Team und ausserhalb des Teams
    • Integration zwischen verschiedenen Artefakten
  • Wikis dienten verschiedenen Zielen
    • “knowledge repository”
    • “stage”
    • “coordination mechanism”
    • “shared workspace”
  • Wikis wurde nicht für soziale Interaktion genutzt – also eigentlich keine “Social Software” – aber das lag wohl auch daran, dass die Teams nicht verteilt waren – Für soziale Interaktion wurden genutzt IM, F2F, …

“Proliferation in Enterprise Wikis”, Hans-Jörg Happel

Herr Happel vom FZI in Karlsruhe berichtete über Erkenntnisse aus der Untersuchung der Nutzung von Wikis in Unternehmen. Seine Forschungsfrage war: “What problems occur when enterprise wikis grow and how are they adressed?”.

Zuerst verglich er Enterprise Wikis mit Wikipedia:

  • Wikipedia: klare Struktur (Lexikon), klare Namens- und Linkkonventionen, grosse Benutzerbasis
  • Enterprise Wikis: keine so klare Struktur, teilweise hierarchische (Unter-)Strukturen, Frage: “where to put what?”, kleine Benutzerbasis

Wegen dieser Unterschiede finden sich in Unternehmenswikis auch andere Probleme als in Wikipedia. So scheint das Hauptproblem “profileration” (wegen des Wachstums) zu sein. Also eine schwindende Qualität der Struktur, ein schwieriger werden des Findens von Inhalten oder von Seiten auf denen Inhalte aufgenommen werden sollten.

Lösung dazu scheint “gardening” zu sein – Zusätzlich werden als Lösung auch vorbeugende Massnahmen angegeben:

  • “employee training”
  • “quality standards, rules”
  • “tagging, categorization”
  • “use of templates”

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COOP2008 – Science 2.0

Nach dem Workshoptag am Dienstag begann die “8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008)” heute mit einem eingeladenen Vortrag von Rob Procter. Rob Procter ist Direktor des National Center for e-Social Sciences (NCeSS) an der Manchester University in England. Aufgabe des Centers ist es e-Science in den Social Sciences zu entwickeln – also sowohl Werkzeuge (zur gemeinsamen Analyse von Daten als auch zum Sammeln von Daten) als auch eine grundsätzliche Weiterentwicklung wissenschaftlichen (Zusammen-)Arbeitens in diesem Bereich (durch Beantwortung von Fragen nach Vertrauen, Copyright etc).

Rob hat zuerst die “e-Science” Vision in England (von John Taylor) wiederholt:

“e-Science is about global collaboration in key areas of science and the next generation of infrastructure that will enable it.”

Diese Infrastruktur ist als “the Grid” bekannt – aber heute auch immer mehr als “e-Infrastructure”. Hinter diesen beiden Begriffen verstecken sich auch zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen:

  • “The Grid = Computer scientists blueprint for a perfect distributed infrastructure” – Dieses Ziel top-down eine “perfekte” Lösung zu erreichen beinhaltet das Problem, dass es sehr (zu) lange dauert, bis etwas Benutzbares zur Verfügung steht
  • Stattdessen wird heute unter dem Begriff “Science 2.0″ ein auf Web 2.0 Werkzeugen basierender bottom-up Ansatz verfolgt: “‘grass roots’ led appropriation of e-Science technologies”, “Science 2.0 has facilitated a cooperative approach to build a research infrastructure”

Rob verwendete im Zusammenhang mit Science 2.9 den Begriff “collaborative systems building” – das Ergebnis ist sicher nicht so perfekt wie “the Grid”, aber es sind sehr viele Aktivisten beteiligt und die (Zwischen-)Ergebnisse sind sofort benutzbar.

Beispiele für Science 2.0 Dienste, die Rob genannt hat: Swivel, Slideshare, MyExperiment, Jove, UsefulChem, OpenWetWare, ManyEyes, MapTube, NewScientistTech

Am Ende ein Veranstaltungshinweis von Rob: 4th International Conference on e-Social Science in Manchester (18-20 June 2008): http://www.ncess.ac.uk/events/conference/

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COOP2008 – Workshop Academia 2.0

Es ist mal wieder Zeit für “wissenschaftlichen Austausch” – dieses mal auf der “8th International Conference on the Design of Cooperative Systems (COOP 2008)”. Die Tagung begann heute (Dienstag, den 20.5.2008) mit einem Workshop zum Thema “Academia 2.0 and beyond”.

Ich habe auf dem Workshop für unsere Gruppe zum Thema Open Research und Medienwahl vorgetragen – d.h. zu unserem (in der Forschungsgruppe Kooperationssysteme) Vorhaben, Anforderungen von Forschung und Lehre an eine Social Software Kooperationsplattform zu erheben und zu befriedigen (siehe auch auf unserem Wiki) sowie zu einem Problem, auf das wir bei den ersten Arbeiten dazu gestossen sind, der Unterstützung der Benutzer bei der Medienwahl.

Feedback dazu von den Workshop-Teilnehmern:

  • Bevor man sich um Tools und Medienwahl kümmert, muss man erst einmal betrachten, welche Probleme durch die Tools angegangen werden – d.h. es ist wichtig Use Cases / Stories zu sammeln.
  • Notwendig ist “orientation”, “conventions” (in Gruppen – d.h. Verhaltensempfehlungen für die ganze Gruppe), “education” – Also wieder: Nicht nur Werkzeuge bereitstellen, sondern (mögliche) Nutzung beschreiben!
  • Dabei sollte immer auch gezeigt werden, wie die (eigenen) Prozesse von dem Einsatz der Technologie profitieren.
  • Das Problem bei der Anwendung von Kommunikationstheorien (media synchronizity, media richness) auf das Medienwahlproblem ist, dass diese Theorien Kommunikation nicht als andauernden Prozess sehen.
  • Eine interessante Frage für Academia 2.0 ist die Frage danach, was (eine Disziplin) als “Kooperation” sieht/wünscht – das ist in unterschiedlichen Disziplinen sicher sehr unterschiedlich.
  • Neben Interoperabilität (zwischen Tools der selben Art, z.B. Teamräumen) ist in Werkzeugen auch die Möglichkeit zum “transfer”/”transition” notwendig, z.B. die Überführung eine Diskussion von einer Mailingliste in einen Blog und schließlich (zur Dokumentation) in einem Wiki.

Andere interessante Präsentationen im Workshop:

Su White von der University of Southampton berichtete über verschiedenste Versuche (Beispiele), die sie zum Einsatz von Social Software zur Unterstützung der Lehre unternommen haben. Die Erfahrungen gehen dabei über viele Jahre zurück. Ausserdem berichtete sie zu einigen Erfahrungen aus dem langen Prozess. Besonders will ich davon folgende wiedergeben:

The world is changing, but beware of

  • being obsessed with the leisure habits of young people
  • generalizing the working habits of early adopters / evangelists

Nick Pearce berichtete von einer sehr interessanten Studie an der Lancaster University, in der er versuchte herauszubekommen, wie unterschiedliche Disziplinen (an der Universität) Web 2.0 Werkzeuge einsetzen. Dabei hat er sich erstens auf die Verwendung von Werkzeugen konzentriert, zweitens aber auch auf die Arbeitsweise/Kooperationsweise in den verschiedenen Disziplinen (z.B. Anzahl gleichzeitig laufender Projekte). Siehe auch http://redress.lancs.ac.uk/survey/.

Marco Loregian von der University Milano Bicocca (http://www.itis.disco.unimib.it) berichtete von den Aktivitäten in deren Gruppe – u.a. dem Einsatz eines Blogs für die Kommunikation mit Studierenden – u.a. auch zur Kommunikation mit Diplomanden. Auch angeregt durch seine Co-Autoren Giorgio de Michelis und Alessandra Agostini stellte er dann einige Fragen dazu, warum wir heute mehr darauf schauen, wie existierende Werkzeuge eingesetzt werden können und nicht, wie zukünftige Werkzeuge aussehen sollten (wie es in der CSCW Community lange üblich war / nach Meinung der Autoren sein sollte).

Die Diskussion über diese und die weiteren Beiträge brachte einige weitere interessante Punkte auf:

  • Rollen sollten in Web 2.0 Anwendungen nicht von oben her vorgeschrieben werden, entstehen aber mehr oder weniger zwangsweise (als “set of behaviour”) – denn: “we need organization – bottom up”
  • “Academia 2.0″ bedeutet für viele Dozenten und viele Fachgebiete eine einschneidende Änderung – “need to rethink the traditional university”. Eine wichtige Entwicklung hier ist der “shift from teaching to learning” – der natürlich nicht von Web 2.0 Werkzeugen abhängt, aber sicher dadurch unterstützt wird.
  • “In the collaborative technologies I am not interested in the technology but in the collaboration (the uses of the technologies)”

Morgen werden wir dann unseren Konferenzbeitrag “Functions of Social Networking Services” vorstellen. Darin schlagen wir verschiedene Funktionen für Social Networking Services vor und belegen diese auch mit einigen Ergebnissen unserer SNS-Umfrage. Der Beitrag ist hier verfügbar.

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