Archiv für April, 2008

Buchkommentar – Beauty

Es war mal wieder Zeit meinen Still-to-read Stapel anzugehen – und nach einigen Umschichtungen lag “Beauty” von Sheri S. Tepper oben drauf. Die 412 Seiten brauchten keine 24 Stunden um verschlungen zu werden – allein schon ein Indiz für ein Fünf-Sterne-Buch :-)

Wen schon immer interessiert hat, wie die Märchen Rapunzel, Aschenputtel, Dornröschen und der Froschkönig zusammen hängen und was das ganze mit der Arche Noah zu tun hat, der ist hier genau richtig. Der Roman bietet eine sehr schöne Fantasy-Geschichte, die im späten Mittelalter, im 20. und im 22. Jahrhundert – und dabei sowohl in unserer Welt als auch im Feenreich spielt. Hin und wieder hätte ich mir noch etwas reichhaltigere Beschreibungen gewünscht – das tut dem Spannungsbogen aber keinen Abbruch.

Shery S. Tepper ist sowieso gerade dabei zu meinen anderen Lieblingsautoren (Asimov, Heinlein, Card, Simmons) aufzuschliessen – vor allem wegen dem genialen Werk The family tree. “Beauty” hatte für mich nicht den Zauber von “The family tree” – aber gerade die Vermischung verschiedener Jahrhunderte und verschiedener Märchen hat auch ihren Reiz.

,

Keine Kommentare

TUM Research Excellence Award 2008

Am Montag (den 21.4.2008) war ich zur Verleihung des “TUM-Research Excellence Awards in Innovation and Leadership 2008″ eingeladen – eine sehr spannende Veranstaltung von der TUM und der Peter Pribilla Stiftung in den Räumen der Carl Friedrich von Siemens Stiftung beim Schloss Nymphenburg.

Der Titel “Innovation and Leadership” klingt sehr BWL-lastig … und es war auch die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TUM Mitausrichter – es lohnt sich aber trotzdem weiterzulesen ;-)

Ich möchte nämlich vom Gastvortrag des Abends und vom Vortrag des Preisträgers berichten.

Der Gastvortrag zum Thema “Leading Global Innovation” wurde von Prof. Yves Doz, INSEAD gehalten.
Preisträger war Karim Lakhani, Harvard Business School. In beiden Beiträgen ging es um neue Bestrebungen mit Innovation umzugehen (bzw. sie zu erreichen) – u.a. durch Beteiligung von möglichst vielen aus den Unternehmen und von ausserhalb (die vom Web 2.0 bekannte Partizipation für Innovationen). Vor allem Karim Lakhani berichtete über verschiedenste Aspekte im Zusammenhang mit Web 2.0 und Enterprise 2.0. Btw: Karim Lakhani ist u.a. für den ersten und einzigen Harvard Business School Case bekannt, der unter einer Creative Commons Lizenz steht – zu “Wikipedia” – zusammen mit Andrew McAfee (siehe hier).

Ich werde jetzt nicht versuchen die inspirierenden Vorträge wiederzugeben, sondern liste nur einige Zitate der beiden Vortragenden auf, die ich mir als merkenswert notiert haben – und gebe ein paar Kommentare zu den Zitaten.

  • “management should not be separated from work”
    - In Open-Source Projekten gibt es sehr wohl Hierarchien und Manager – aber diese “Manager” sind gleichzeitig auch Programmierer – vielleicht ist das ein Erfolgsmodell für Partizipationsmodelle in Unternehmen? So wurde auch argumentiert, dass Hierarchien nicht grundsätzlich schlecht/demotivierend sein müssen – wie gesagt: In vielen (erfolgreichen) Open-Source Projekten gibt es auch Hierarchien.

  • “transaction costs for knowledge transfer can be quite high inside a firm”
    - Das wurde u.a. als Grund dafür angegeben, dass es oft billiger/besser ist, Externe anzuheuern um die Kommunikation/den Transfer zu leisten, der im Unternehmen nicht möglich ist. Dieses Problem kann und sollte aber lösbar / milderbar sein …

  • Ein Grund für die hohen Transaktionskosten scheint die fehlende Transparenz zu sein …

  • everything is about “broadcasting”
    - Aus diesem Grund hat Karim Lakhani auch “Broadcasting” als wichtiges Konzept bei der Einbeziehung vieler (hier fiel auch der Begriff “Crowdsourcing”) genannt und ausgeführt – u.a. auch am Erfolgs-Beispiel InnoCentive.

  • “you only need simple tools – email lists and repositories”
    - Diese Erkenntnis kommt wieder aus Open-Source-Projekten. Es muss also nicht schwer sein das Broadcasting zu implementieren. Hierzu wurde aber einschränkend angemerkt, dass das vielleicht in Open-Source Projekten funktioniert weil alles Relevante sehr gut in Text dargestellt werden kann. Bei anderen Projekten sieht das vielleicht anders aus. Auch zu InnoCentive wurde bemerkt, dass dieser Ansatz nicht 1:1 auf andere Branchen übertragbar ist, da Probleme nicht überall so wie in der Chemie völlig losgelöst vom Kontext dargestellt und gelöst werden können.

  • “collaboration cannot be delegated”

Weitere sehr interessante Argumente für die Notwendigkeit von (unternehmensübergreifendem) “Broadcasting” von Karim waren weiterhin folgende:

  • “knowledge is distributed” (Egal welches Unternehmen man wählt – die Mehrzahl der Experten zu einem Thema sitzt ausserhalb des Unternehmens)
  • “knowledge is sticky (does not travel well …)” – Dieses Argument von Eric von Hippel (MIT) besagt vereinfacht, dass man Wissen nur schwer (nicht) externalisieren kann – sowohl bezogen auf die Person an der das Wissen hängt als auch auf den Kontext in dem das Wissens steht.

Btw: Gerade wurden hier in München zwei vom BMBF geförderte Projekte gestartet, die sich mit Partizipationsaspekten beim Innovationsmanagement beschäftigen:

, , , , ,

Keine Kommentare

ACM DL Author Profile Pages

Die Association for Computing Machinery (ACM) ist u.a. bekannt für ihre vielen Tagungen und Zeitschriften zu allen Aspekten der (auch angewandten) Informatik und für die Digitale Bibliothek (DL) mit allen Veröffentlichungen aus diesen Tagungen und Zeitschriften. Interessant ist, dass es eine (nicht begrüßenswerte) Entwicklung in der amerikanischen Informatik gibt, dass Veröffentlichungen, die nicht in der ACM-DL zu finden sind, nicht existieren/nicht wahrgenommen werden.

Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben – sondern darüber, dass die ACM eine neue Funktionalität in ihre DL eingebaut hat: Author Profile Pages. Das sind Seiten, auf denen Informationen zu den Autoren und deren komplette Veröffentlichungsliste aufgeführt werden. Natürlich nur die bei der ACM erfassten Veröffentlichungen. Das sind natürlich die Veröffentlichungen auf ACM Tagungen und in ACM Zeitschriften – aber auch alle Veröffentlichungen, die in ersteren zitiert werden.

Hier die URL zu einer meiner Author Profile Pages – “einer meiner” bedeutet, dass das System noch nicht perfekt ist – so wurden meine Veröffentlichungen gleich auf mehrere Identitäten (alle mit dem Namen Michael Koch) aufgeteilt. Aber das wird sicher noch – ist ja nur ein erster Prototyp.

Noch interessanter als die Liste der Veröffentlichungen sind die “Bibliometrics” zu den ACM-Veröffentlichungen. Da heisst es dann z.B.

Bibliometrics: Downloads (6 Weeks): 5, Downloads (12 Months): 37, Citation Count: 3

Das Papier ist also in den letzten sechs Wochen fünf mal runtergeladen worden (nicht schlecht für ein Papier von 1999) und wird von drei anderen Papieren in der Datenbank zitiert.

Ich bin gespannt wie ACM das ganze weiterentwickelt. Mit dieser Basis hätten sie auf jeden Fall eine gute Möglichkeit ein Forschungs-Social-Network aufzubauen. Hoffentlich verstärkt sich dadurch aber nicht der am Anfang des Beitrags erwähnte Druck nur noch auf/in ACM-Publikationen zu veröffentlichen – weil man sonst nicht sichtbar ist.

, , , , ,

Keine Kommentare

Yet Another (Enterprise) Social Network Service

Die Firma Socialtext ist bekannt für ihr Produkt zur Realisierung von Unternehmens-Wikis – sowie für Fallstudien zum erfolgreichen Einsatz dieses Produktes.

Nun hat Socialtext angekündigt, dass sie das Wiki zu einer Enteprise 2.0 Plattform für das Intranet ausbauen werden – speziell durch die Erweiterung um eine Dashboard-Komponente und um eine People-Komponente – also eine Social Networking Services (SNS) Komponente!

Damit gibt es neben dem Platzhirschen IBM Lotus Connections eine weitere sehr ernst zu nehmende Plattform zu Realisierung von internen SNS. Ich bin gespannt, ob Socialtext People schneller Fuss fassen kann als Connections.

via Transparent Office

, ,

Keine Kommentare

Organizing without Organizations

Auf sevenload findet sich ein sehr interessanter Vortrag von Clay Shirky über sein Buch Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations

Link: sevenload.com

Interessant ist, dass Shirky die Nutzung des Web 2.0 an einem einfachen Reifegradmodell festmacht:

  • Sharing
  • Sharing and Conversation
  • (Collaboration – team work)
  • Collective Action

Zu allen drei Bereichen liefert Shirky in dem Vortrag schöne Beispiele und weiterführende Aussagen. So finde ich die Feststellung zu “Sharing” interessant, dass man früher erst eine Gruppe gebildet hat und dann angefangen hat in der Gruppe zu tauschen – heute beginnt man zu tauschen und dann bilden sich daraus Gruppen.

Zu allen drei Reifegraden führt Shirky auch an, dass der Austausch besonders erfolgreich ist, wenn dabei ein unmittelbarer persönlicher Nutzen gegeben ist – also wieder das “Zusammenarbeit als Abfallprodukt”.

Zum Abschluss noch ein nettes Zitat aus dem Vortrag

  • “social tools aren’t interesting until the technology becomes boring”

In einigen Reviews wird das auch als “The Power of boring technology” wiedergegeben – z.B. hier.

via Basic Thinking und via Schaeferblick

, , ,

Keine Kommentare

Wikimanagement

Sebastian Schäfer berichtet auf seinem Blog kurz über das Buch Wikimanagement – als Enterprise 2.0-Fassung von Wikinomics. Klingt spannend – Leider hat es unsere Bibliothek bisher noch nicht geschafft meine Bestellung des Buches erfolgreich zum Abschluss zu bringen – ich muss mit einem ausführlichen Review also noch etwas warten.

Vorweg kann aber schon mal gesagt werden, dass das Buch neben den hervorragenden Wikipatterns ein weiteres Indiz dafür ist, dass man erkannt hat, dass der Einsatz von Social Software in Unternehmen

  1. ein Thema ist und
  2. eine differenzierte soziotechnische Betrachtung/Behandlung erfordert um erfolgreich zu sein.

Btw: Natürlich gibt es ein Wiki zum Buch … www.wikimanagement.de. Wenn ich da in die Gliederung schaue, dann finde ich das “Wiki” im Buchtitel fast schon übertrieben … Es geht eher um Enterprise 2.0 allgemein – mit Wikis als hervorgehobenes Beispiel. Aber sei’s drum. Ein ausführlicher Kommentar folgt wie schon gesagt sobald ich das Buch in den Händen halte.

, , ,

Keine Kommentare

Buchkommentar – Corpus Sacrum

Ich hatte mir mal vorgenommen, auf diesem Blog Kurzkommentare zu allen Büchern zu schreiben, die ich lese – zumindest zu allen nicht-komplett-Fachbüchern. Ganz im Sinne des Bloggings: Damit ich meine Kommentare für mich vernünftig und wiederfindbar aufschreibe – und vielleicht der ein oder andere davon profitieren kann (Gruppennutzen als “Abfallprodukt” ;-)). Und jetzt liegt das im letzten Kurzurlaub ausgelesene Werk hier vor mir und wartet auf “Bearbeitung” …

Oben auf meinem Still-To-Read-Stapel lag diesmal “Corpus Sacrum – Der Limes-Roman” von Andreas Möhn. Ein Vertreter der sogenannten “Historienromane”.

Es ist ein sehr spannender Roman, der (wie der Name schon sagt) in den entfernten Bereichen des Römischen Reiches kurz vor dem Limes spielt. Nachdem ich in der Schule kein Latein hatte, waren für mich viele der Einsichten, die das historisch gut recherchierte Werk in die Welt der Römer gibt, sehr lehrreich. Aber auch für “Lateinschüler” bietet der Roman vermutlich Einiges. So werden viele Sprüche und Zitate im lateinischen Original angegeben (glücklicherweise mit Übersetzung).

Das Buch wird es zwar nicht in meine Top-10-Liste schaffen. Insgesamt aber eine interessante Mischung aus guter Unterhaltung und etwas Lehrreichem.

,

Keine Kommentare