Bitte zuerst Part 1 anschauen – falls nicht schon geschehen.
So – Und was hat das nun mit diskontinuierlicher Innovation zu tun?
Zuerst vielleicht einmal ein paar Worte dazu, was diskontinuierliche Innovation überhaupt ist … Hierunter versteht man größere Innovationssprünge, die über die iterative (kontinuierliche) Weiterentwicklung/Verbesserung von schon vorhandenen Konzepten/Ideen hinausgehen. Problem dabei ist, dass klassische Innovationsprozesse auf kontinuierliche Verbesserung ausgerichtet sind – u.a. dadurch, dass Ideen von den Fachexperten bewertet werden, die mehr auf Verbesserungen der etablierten Prozesse, das was sie kennen/beobachten, schauen als auf etwas ganz Neues/Unerwartetes. Diese Fachexperten sehen also meist den Gorilla nicht – und damit wären wir wieder bei Part 1, dem Video.
Mit meiner Kollegin Kathrin Möslein habe ich mir in einem Beitrag zur Wirtschaftsinformatik 2007 (siehe unten) Gedanken gemacht, was man da tun kann – wie man die Chance, dass eine Idee “ungeplanterweise” bei dem landet, der was damit anfangen kann, erhöhen kann – und natürlich wie man erreichen kann, dass Ideengeber überhaupt Ideen einreichen.
Unser Lösungsvorschlag besteht aus der Nutzung von grossen Wandbildschirmen an halböffentlichen Plätzen im Unternehmen zur “Visualisierung des Ideenpotentials im Unternehmen”. Also die Bereitstellung zusätzlicher “Fenster” in die oft schon existierenden Ideenmanagementsysteme. Dadurch kann einerseits ein Gewahrsein über Ideen (bei nicht fest bestimmten Empfängern) erreicht werden, andererseits unterstützt die Lösung auch die Wertschätzung für die Ideengeber (indem sie sichtbar sind/werden). Weitere Details dazu im Paper:
Michael Koch, Kathrin Möslein: Diskontinuierliche Innovation fördern – Die Rolle von Idea Mirrors zur Unterstützung von Innovation und Kooperation im Unternehmen. Proc. Tagung Wirtschaftsinformatik (1): S. 787-804, Universitätsverlag Karlsruhe, Karlsruhe, 2007.
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Die Idee wurde übrigens weitergeführt und inzwischen auch in Prototypen umgesetzt. Demnächst startet auch eine Evaluierung der “Idea Mirrors” in Unternehmen.
Btw: Der Werbeclip von Part 1 greift eine Studie der University of Illinois auf – siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Unaufmerksamkeitsblindheit oder http://viscog.beckman.uiuc.edu/djs_lab/demos.html für weitere Information dazu.