Archiv für Januar, 2008
Killing good ideas …
… can harm your future – Das ist das Label unter nachfolgendem Video zu den Möglichkeiten, die Fokusgruppen haben, innovative / disruptive Ideen zu “töten”.
Red fire is too scary , does it come in green? And a round wheel can run over your foot. Does in come in a square?
Gründermarkt Forum Kiedrich
Wie auf kooperationssysteme.de schon angekündigt, war ich heute vom Forum Kiedrich zu einem Vortrag auf deren 22. Gründermarkt in Wiesbaden eingeladen. Das Oberthema des halbjährlich stattfindenden Gründer-Events in Hessen war dieses mal explizit “Vernetzung”. Leider konnte ich nicht von Anfang an dabei sein, sondern bin erst am Nachmittag dazu gestossen. Aber in seinen Abschlussworten hat Jürgen Fuchs den Tag (und die Idee dahinter) sehr schön zusammengefasst:
Der Tag wurde eingeleitet mit einem Einführungsreferat von Gerald Hüther, Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universität Göttingen. Dabei ging es unter anderem darum, wie sich das Gehirn entwickelt. Die wichtigsten Fakten, die Jürgen Fuchs am Ende des Tages nochmal zusammengefasst/ergänzt hat:
- zuerst nimmt die Zahl der Gehirnzellen zu
- dann vernetzen sich die Zellen immer mehr; die Zunahme der Zellenzahl wird immer langsamer
- irgendwann steigt die Zahl der Gehirnzellen nicht weiter – etwa bei 10 Mrd – (nimmt eher sogar ab), die Vernetzung geht aber weiter
- Wichtige Ereignisse in der Zeit sind die Geburt des Menschen und später die Entwicklung eines Bewusstseins / eines Ichs
Nach der Vernetzung der Gehirnzellen folgte die Vernetzung der anwesenden Gründer und Unterstützer – in Networking-Pausen zwischen Pitches und Workshops.
Dann kam ich … mit einem Vortrag zu “Social Networking und Online Communities”, also einem kurzen Schlaglicht auf die Fortführung / Unterstützung der Vernetzung im Internet.
Und so richtig rund wurde das Ganze dann durch den schon angesprochenen Ausklang von Jürgen Fuchs, Mitinitiator und Gesellschafter des Forum Kiedrich. Jürgen Fuchs zeigte zuerst nochmal den Roten Faden des Tages auf und ging dann noch einen Schritt weiter. Er zitierte die Gaia-Hypothese nach der die Erde (bzw. die Oberfläche mit der gesamten Biosphäre) ein lebender Organismus sei – wie der Mensch selbst.
Eine Interpretation diese Hypothese ist, dass die Menschen (auf der Erde) den Gehirnzellen (im Menschen) entsprechen. Und damit zurück zum Anfang:
- zuerst nimmt die Zahl der Menschen zu (langsam und dann immer schneller)
- dann vernetzen sich die Menschen immer mehr
- …
- interessant: der Verlauf der Entwicklung eines (menschlichen) Gehirns stimmt mit der Entwicklung der Menschheit scheinbar recht gut überein – und die 10 Mrd erscheinen auch eine gute Prognose für die Weltbevölkerung
Damit ergibt sich natürlich die Frage, wann die Erde ein Bewusstsein erlangt …
Jürgen Fuchs nannte noch weitere interessante Gemeinsamkeiten der Gegenüberstellung des menschlichen Gehirns mit der Erde als Organismus:
- wie im menschlichen Gehirn haben sich auf der Erde eine rechte und linke Gehirnhälfte entwickelt – “der Westen” (links: logisch, strukturiert, analytisch) und der “ferne Osten / Asien” (rechts: intuitiv, kreativ, emotional, ganzheitlich)
- und wie im menschlichen Gehirn ist es dort besonders turbulent, wo die beiden Gehirnhälften verbunden sind – im Corpus Callosum – auf der Erde sind das zwei Bereiche (wegen Kugelform ;-)): Osteuropa/Bosporus und Japan/Taiwan/Hong Kong.
Interessante Gedanken …
Btw: Im Lebenslauf von Jürgen Fuchs seht: “Jürgen Fuchs ist Unternehmens-Berater, Buchautor und Lehrbeauftragter für ‘Philosophie und Economics’” – eine interessante Mischung! Die Rückfahrt nach München habe ich mit einem seiner Bücher verbracht (… und bin mal wieder nicht zum Arbeiten gekommen ;-): “Das Märchenbuch für Manager” – echt gut – eine Sammlung von vielen kleinen Geschichten, jede mit einer Anregung/(Lebens-/Management-)Weissheit – viel “Food for thought”. U.a. ist auch der oben angesprochene Vergleich zwischen menschlichem Gehirn und der Erde als Organismus (Gaia) in Form einer Geschichte im Buch zu finden.
Ach ja, bei der Durchsicht der Profile der auf diesem Gründermarkt vorgestellten Unternehmensgründungen bzw. im Gespräch nach dem Vortrag sind mir auch ein paar aufgefallen, die sehr gut zum Thema Social Networking passen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
- acomo – Die versuchen eine Plattform für Social Networking Plattformen / Online Communities ala ning.com zu schaffen
- boomloop – Eine Social Networking Plattform für Events: “boomloop ist eine Event-Community, auf der Du einfach Veranstaltungen finden kannst, die Dich persönlich interessieren. Freunde zusammentrommeln ist ebenso einfach – per SMS, Chat oder Web.” – bei einem kurzen Gespräch mit den Gründern konnten sie zu allen Wettbewerbern, die mir eingefallen sind, sagen wo/warum sie besser sind – genau so wie es sich gehört ;-)
- lynto – Eine Plattform zum Netzwerken – aber zusätzlich mit sehr viel Funktionen zum Zusammenarbeiten – Neben Individuen werden auch Unternehmen besonders repräsentiert.
Innovation als kreative Zerstörung
Gestern Abend war ich von der Firma InterFace AG zu einem Vortrag mit dem Titel “Innovation als kreative Zerstörung: Herausforderungen für Unternehmer und Manager” eingeladen. Referent war Dr. Simon Grand von RISE Management Research an der Universität St. Gallen.
Herr Grand entpuppte sich als sehr charismatischer Redner mit viel philosophischem Hintergrund. So erläuterte er uns auch den Hintergrund des häufig falsch interpretierten Zitats “Innovation als kreative Zerstörung” des Philosophen Schlumpeter: Damit sei gemeint, dass Innovation auch immer etwas zerstört – denn das Neue braucht Platz. “Innovation impliziert immer zugleich Wertschöpfung und Wertvernichtung.” Vor den Hintergrund der vielen Praxisbeispiele aus der Management-Forschung von RISE konnte Herr Grand das sehr schön illustrieren.
Der Vortrag hat mir seht viele Anregungen zur Betrachtung von Innovation und Management gegeben. Hier (für mein Mikrocontentmanagement und für andere Interessierte) ein paar Schnippsel daraus:
- Definition von Innovation: Schaffung und Etablierung neuer Lösungen für bestehende und neue Probleme
- Dabei nicht nur die Entwicklung der Idee, sondern vor allem auch deren Umsetzung, z.B. erfolgreiche Kommerzialisierung
- “Innovation findet in den lokalen, situativen und fokussierten Tätigkeiten von Unternehmern und Managern statt.”
- “Innovation braucht strategische Referenzen, die zugleich fokussiert und flexibel sind.” – Eine Menge von Kernaxiomen (axiomatic core, rational void) mit einem schützenden, flexibilisierenden Mantel (protctive belt) von Metaphern, Geschichten, Rationalisierungen, Modellen, Zahlen, Begründungen, …
- “Unternehmerisches Management impliziert die Etablierung und Stabilisierung dieser strategischen Referenzen.”
- Wo liegt die Wertschöpfung des C-Levels/des Unternehmers? Warum reden Unternehmer so viel?
Ganz einfach ;-): Eine wichtige Aufgabe des Unternehmers ist es Kernaxiome (strategischen Referenzen) für das Unternehmen festzulegen und diese zu kommunizieren und zu interpretieren (damit alle anderen etwas zum daran festhalten haben – zum Umgang mit der Unsicherheit). Diesen “protective belt” um die Kernaxiome zu bauen, gegen die Realität zu verteidigen bzw. an die Realität anzupassen ist eine laufende Tätigkeit und wird durch eine “Serie von Argumentationsformen” stabilisiert. - “Unternehmerisches Management schafft unternehmerische Handlungsfähigkeit unter Unsicherheit.”
Noch eine Social-Software-Bemerkung am Schluss: Herr Grand hat beim Abendessen auch von seinen Erfahrungen beim Einsatz von generischen (Kommunikations- und Kollaborations-)Werkzeugen berichtet – So ist die Homepage von RISE auf einem Wiki aufgebaut (unverkennbar MediaWiki ;-)). Ausserdem haben sie damit experimentiert, einen Forschungsblog einzuführen – sind aber daran gescheitert – Blog-Software wird allerdings eingesetzt um die Ankündigungen von RISE zu publizieren (und in das Wiki zu integrieren).
In-the-Flow-Above-the-Flow
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Social Software am 22.1.2008
Bei Andrew McAfee und bei Michael Idinopulos ist momentan eine interessante Diskussion zu Enterprise 2.0 zu lesen. Michael fasst den für mich wichtigsten Aspekt in seinem letzten Post sehr schön zusammen:
In the old world of emails and knowledge management systems, our tools and processes force a rigid distinction between “doing your job” (i.e., in-the-flow activities, usually in email) and “giving back to the organization” (above-the-flow contributions to a knowledge management system). That framing of the issue ensures that people will spend almost all their time in email and very little time contributing knowledge–hence the “culture and incentives” problem that has bedeviled Knowledge Management since the very start.
Ich weiss nicht ob man das unbedingt “in-the-flow” und “above-the-flow” oder wie bei McAfee “widening the flow” nennen muss – die Hauptsache ist doch, dass Wissensmanagement oder das “Anderen-etwas-Gutes-tun” kein extra Aufwand, keine extra Aktivität sein sollte, sondern ein “Abfallprodukt” des “Sich-selbst-etwas-Gutes-tun” bzw. des “Seine-Arbeit-tun”.
Schon Ellis und Grudin schrieben in den Anfangstagen von CSCW, dass man ein positives Saldo aus Aufwand und Nutzen für alle anstreben muss – Nachdem ein gewisser Aufwand nicht vermieden werden kann, muss der entweder durch direkten Nutzen für einem selbst ausgeglichen werden – oder durch intrinsische oder extrinsische Motivation – aber der direkte Nutzen ist auf jeden Fall vorzuziehen.
E-Mail Flut …
Verfasst von kochm unter Social Software am 18.1.2008
Michael Idinopulo schreibt in einem aktuellen Blog-Post über “Email overload: what went wrong?”. Er beginnt mit einem Zitat von Jakob Nielsen von 2000:
“In the long term, we need to remove everything from email that is not in the nature of personal correspondence.”
Genau – E-Mail sollte wirklich nur für persönlichen Austausch (1:1) benutzt werden. Für die Information von Gruppen oder den Austausch von Dokumenten haben wir andere Medien (bzw. sollten wir andere Medien haben). Die letzten Jahre haben viele Vorschläge dafür gesehen, was einen Teil des Traffics von E-Mail wegnehmen könnte. Aber bislang hat sich noch nichts wirklich durchgesetzt. Meine aktuellen Favoriten in dem Bereich sind Blogs (interne und öffentliche), Wikis und Teamräume (wie z.B. Lotus Quickr) – zusammen mit einer vernünftigen Awareness-Feed-Unterstützung. So unterstützt die Lotus-Suite beispielsweise, dass E-Mail-Attachments automatisch in den Quickr-Arbeitsbereich kopiert werden und in der Mail durch einen Link darauf ersetzt werden.
Wir experimentieren in der Forschungsgruppe selbst seit einiger Zeit damit, wie wir die neuen Medien nutzen können/sollen – und stossen dabei (wie auch bei unseren Beobachtungen in anderen Gruppen) immer wieder auf das Medienwahlproblem: Welches Medium/Werkzeug soll ich für eine bestimmte Kommunikationssituation nun genau benutzen? Woher weiss ich, dass die Information auch wirklich die Empfänger erreicht?
Die Lösung dazu besteht meiner Meinung nach aus mehreren Teilen. Hier mal ein paar unvollständige Gedanken dazu:
- Natürlich brauchen wir eine Entscheidungsunterstützung – so etwas wie: alles an mehr als zwei Empfänger soll in den Blog … oder: keine Attachments in E-Mail
- Dazu gehört dann aber auch eine feste Annahme, wie sich bestimmte potentielle Empfänger informieren – z.B. dass sie gewisse Blogs regelmäßig lesen – so etwas muss in der Arbeitsgruppe diskutiert und festgelegt werden um eine gewisse Sicherheit zu schaffen
- Und schließlich müssen wir in Gedanken von dem “Ich muss die volle Kontrolle darüber haben, wen eine Nachricht erreicht” weg … denn genau das ist der Unterschied zwischen E-Mail und Blogs: Bei dem ersten bestimmt der Absender wer eine Nachricht lesen Kann/muss, bei dem zweiten bestimmt der Empfänger was er lesen will
- … und noch etwas, das ich bei den eigenen Experimenten erfahren habe (hängt eng mit dem vorherigen Punkt zusammen): Wir müssen etwas offener werden bezüglich der potentiellen Reichweite einer Kommunikation. So ist der Bericht über das Treffen mit meinen Projektpartnern letzte Woche vermutlich wirklich nicht so geheim, dass nur die zwei Personen, denen ich es geschickt hätte es lesen können, sondern ruhig alle, die Zugriff auf einen internen Blog haben – so etwas schafft dann auch unerwarteten Nutzen …
Zurück zu Idinopulos Blog-Post: Er zitiert noch Zahlen von Radicati Group (zitiert in Wall Street Journal 11/27/07) über die durchschnittliche Zahl von E-Mails, die in Unternehmen täglich pro Person gesendet und empfangen werden:
- 2007: 142
- 2008: 156
- 2009: 177
- 2010: 199
- 2011: 228
Na hoffen wir, dass die Vorhersage nicht stimmt!
“Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us”
Und noch ein Video, das ich im Zusammenhang mit Web 2.0 und Enterprise 2.0 weiterempfehlen kann – Ein sehr gutes “Tutorial zu Web 2.0″:
“Here Comes Another Bubble”
Mal wieder ein Video … das ich schon vor einiger Zeit gesehen, aber gerade eben wiedergefunden habe … “Here Comes Another Bubble” … Web 2.0 ….
Buchkommentar – Adrenalin Junkies & Formular Zombies
Bei einem meiner Spaziergänge durch einen unserer Buchläden ist mir vor einiger Zeit das Buch “Adrenalin Junkies & Formular Zombies – Typisches Verhalten in Projekten” von Tom DeMarco und anderen (konkret: die “Atlantic Systems Guild”) aufgefallen. Nachdem ich die anderen Bücher von Tom DeMarco zu Softwareengineering und Projektarbeit (konkret: The Deadline/Der Termin, Peopleware oder Slack/Spielräume) mit großen Vergnügen verschlungen habe, landete auch die Neuentdeckung auf meinem Still-to-Read-Stapel …
Mein erster Eindruck nach dem Lesen: zuerst einmal etwas enttäuscht … Das Buch liefert zwar viele interessante Einblicke in (Software-)Projektarbeit und damit auch gute Anregungen, wo man hinschauen oder eingreifen sollte/könnte – aber es fehlt die zusammenhängende, geschichtenartige “Schreibe”, die ich bisher bei Tom DeMarco gewohnt war – und geliebt habe.
Denn das Buch ist kein zusammenhängender Text, sondern eine Sammlung von 86 Mustern, die bei (Software-)Projektarbeit beobachtet werden können. Jedes Muster ist auf einer bis vier Seiten kurz beschrieben. Dabei ist die Qualität (und Lesbarkeit) der Beschreibungen stark unterschiedlich. Weiterhin sind positive, negative und neutrale Muster wild gemischt.
Hier noch die “Muster”, die mir beim Lesen des Buches als besonders lesenswert bzw. erwähnenswert aufgefallen sind – mit ein paar Kommentaren von mir dazu.
7) Manana: “Wir alle verfügen über Zeitfenster, innerhalb derer wir erkennen, dass wir in Gang kommen und dranbleiben müssen, um eine Tätigkeit abzuschließen. Stichtage jenseits dieser Zeitfenster erzeugen kein Gefühl von Dringlichkeit und folglich auch nur eine geringe Motivation, sofort zu handeln.” (S. 19) – “Ausserhalb dieses Wahrnehmungsfensters befindet sich Manana. Manana bedeutet, dass wir zwar grundsätzlich einsehen, dass wir diese Arbeit erledigen müssen, aber nicht begreifen, dass wir umgehend damit beginnen müssen, um rechtzeitig fertig zu sein.” (S. 20).
Die Lösung ist (wie bei vielen der Muster/Probleme) einfach: Zwischenziele definieren, die innerhalb des Zeitfensters liegen. Trotz dieser einfachen Lösungsmöglichkeit wird aber nicht immer (rechtzeitig) erkannt, dass überhaupt ein Problem existiert.
26) Der Versuchsballon: “Bei einem Versuchsballon handelt es sich (…) um einen Lösungsvorschlag, von dem Sie allerdings wissen, dass er unvollkommen und/oder fehlerhaft ist, und den Sie bewusst einsetzen, um von Kollegen oder Kunden Kritik zu bekommen.” (S. 68).
Schöner habe ich die Idee der iterativen Entwicklung, des häufigen Generierens und Diskutierens von Prototypen noch nicht dargestellt gesehen. Dazu passt auch das auf S. 69 abgedruckte Zitat von Albert Schweitzer sehr gut: “Beispiele sind nicht das Hauptmittel um andere zu überzeugen. Sie sind das einzig mögliche Mittel.”.
75) Die Kühlschranktür: “Teammitglieder hängen ihre Arbeitsergebnisse routinemäßig für alle sichtbar aus.” (S. 185).
Hier wird besprochen, was mit Awareness / einem Gewahrsein über die Arbeit der anderen / den Stand der Arbeiten bzw. des Projektes erreicht werden kann. Das passt auch sehr gut zu den in vielen anderen Mustern angesprochenen Problem mit der zu starken (blinden) Konzentration auf in Vorgehensmodellen vorgeschriebenen Dokumenten zur Fortschrittsdokumentation (z.B. Muster 79 Papierfabrik).
Anstelle einer “Kühlschranktür” kann man natürlich auch Medien wie Blogs benutzen – sollte sich aber immer der Vorteile der Kühlschranktür bewusst sein bzw. versuchen sie nachzubilden!
Gut hierzu passt auch das Muster 81 Lagezentrum. Hier wird ein Projektraum empfohlen, der erstens Informationsaustausch und Informationsbewahrung sicherstellt – und dem Projekt einen sichtbaren Wert gibt.
76) Morgen scheint die Sonne wieder …: “Der Projektmanager ist davon überzeugt, dass der durchschnittliche künftige Fortschritt den durchschnittlichen zurückliegenden Fortschritt übertrifft.” (S. 187).
77) Einer geht noch: “Die Beteiligten sichern Unterstützung für ein Projekt zu, blähen es dann aber immer weiter auf, bis das Projekt unter der Eigenlast zusammenbricht.” (S. 190).
83) Aus gehabtem Schaden nichts gelernt …: “Ein Team erkennt seine Fehler, aber wiederholt sie trotzdem.” (S. 203).
In diesem Muster wird ausführlich auf den Aspekt der Lessons-learned eingegangen und auch einige konkrete Tipps zu deren erfolgreichen Durchführung/Implementierung gegeben (S. 205). Erstmal sollten Nachbesprechungen überhaupt abgehalten werden. Dann sollte vermieden werden, dass die Besprechungen nur zum “Dampfablassen” genutzt werden – z.B. nur Beschreibungen von Problemen gesammelt werden, aber keine Handlungsanweisungen zur zukünftigen Begebung.
WorkLight – Enterprise Web 2.0
Verfasst von kochm unter Enterprise 2.0, Social Software am 4.1.2008
Es lag schon etwas länger auf meinem “Still-to-read”-Stapel – aber jetzt bin ich endlich dazu gekommen die Berichte zu “Enterprise RSS” und speziell zu den Angeboten der Firma WorkLight zu lesen – und ich muss sagen nicht uninteressant …
Die Argumentation von WorkLight ist, dass es zwar interessant für Unternehmen ist, Blogs und Wikis als neue Mittel der (internen) Unternehmenskommunikation einzuführen, dass aber ein noch größerer Bedarf besteht, die Daten in Unternehmensdatenbanken (insbesondere in CRM- und ERP-Systemen) besser zugänglich zu machen. Und auch hier böten Web 2.0 Technologien einen guten Ansatz.
Soweit ich es verstanden habe bietet WorkLight vor allem zwei Möglichkeiten um existierende Unternehmensanwendungen Web 2.0-tauglich zu machen:
- RSS: Es werden sichere, personenbezogene, einfach konfigurierbare und per-se einfach nutz- und kombinierbare RSS-Feeds aus Unternehmensanwendungen angeboten. So können Vertriebsmitarbeiter RSS-Feeds aus dem CRM-System des Unternehmens abonnieren und über beliebige Mashup-Möglichkeiten anreichern, filtern, nutzen …
- Bookmarks: Benutzer können beliebige Datensätze in den Unternehmensanwendungen “bookmarken”. Also z.B. eine bestimmte Rechnung im ERP System. Solche Bookmarks können einfach per E-Mail verschickt werden oder in Social Bookmarking Systemen gespeichert / geteilt werden. Über die Bookmarks kann dann ohne weiteren Navigationsaufwand auf die eigentlichen “Business-Objekte” zugegriffen werden.
Vermutlich bietet WorkLight noch ein bisschen mehr – Aber ich finde die Umsetzung dieser beiden Konzepte schon sehr spannend. Damit wird die “Datenzentriertheit” und die Möglichkeit der einfach konfigurierbaren und integrierbaren Signaling/Awareness-Möglichkeit über RSS auch für klassische Business-Anwendungen verfügbar. Im Endeffekt braucht eine sinnvolle Einführung von “klassischen” Social Software Anwendungen (Wikis, Blogs, Social Bookmarking Werkzeuge, Social Networking Services, …) diese Integration. Denn nur so kann in diesen Kommunikationsmedien über Business-Objekte kommuniziert / auf solche Objekte verwiesen werden.