Archiv für Dezember, 2007

Wissenschafts-Cafe Blog Aggregator

Angeregt (oder zumindest erinnert) durch Robert Basics Diskussion zu bloggenden Professoren hat Mark Scheloske einen sehr schönen Blog Aggregator für Wissenschaftler-Blogs aufgesetzt:

Das Wissenschafts-Café ist ein Portal für deutschsprachige Wissenschaftsblogs und bloggende Wissenschaftler.

Eine sehr schöne Sammlung von Blogs zu unterschiedlichsten Wissenschaftsthemen.

Und auch die Plattform selbst ist sehenswert. Es ist einfach immer wieder faszinierend, was man mit WordPress so alles machen kann …

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Umfrage zur privaten Nutzung von Social Networking Diensten

Im Rahmen eines Dissertationsprojektes und eines Studienprojektes in der Forschungsgruppe Kooperationssysteme läuft seit dieser Woche eine Umfrage zur privaten Nutzung von Social Networking Services in Deutschland.

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Die Umfrage ist unseres Wissens die erste ihrer Art (wenn man mal von Datensammlung einzelner grosser Plattformen absieht) und wir erwarten sehr interessante Ergebnisse. Deswegen möchten wir damit auch ein möglichst großes Publikum erreichen. Hier nochmal die URL zur Umfrage:

http://www.unipark.de/uc/m_uni_muenchen_werner_einzel/f547/

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Xing Awareness-Feed

Wie schon bei Robert Basic und Alexander Richter berichtet wird, hat Xing seit Anfang Dezember endlich den Awareness-Feed, den man von anderen Social Network Diensten schon lange kennt. Ich muss wirklich sagen endlich … Denn so gut mir Xing bezüglich der Grundfunktionalität und der Verbreitung gefällt, so sehr habe ich in der Vergangenheit dieses Feature vermisst. Denn für mich ist eine Social Networking Plattform nicht nur ein Dienst um mich selbst darzustellen und hin und wieder Experten oder verschollene Kontakte zu suchen, sondern auch um über Veränderungen bei meinen (engeren) Kontakten auf dem Laufenden zu bleiben. Und die einzige Möglichkeit dazu war bisher regelmäßig die Profile aller im engeren Kreis zu besuchen. (Btw: Kontakt-Awareness bzw. Netzwerk-Awareness ist eine der Grundfunktionalitäten, die wir für Social Network Dienste identifiziert haben – mehr dazu demnächst in einer Veröffentlichung für die Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2008.)

Was jetzt noch fehlt?

Erstens mal eine Klassifizierung von Kontakten – Ich bin eh schon so restriktiv, dass ich nur Leute als Kontakte akzeptiere, mit denen ich zumindest schon mal mehr als ein paar Worte persönlich gesprochen habe. Aber trotzdem gibt es in meinen Kontakten noch unterschiedliche Klassen. Wäre schön, wenn man das abbilden kann.

Und zweitens eine API, mit deren Hilfe ich die Daten auch in eigenen Portalen und Mashups verwenden kann. Xing mit den neuen Awareness-Daten wäre eine sehr interessante Quelle für meine Awareness-Mashups.

UPDATE: Das neue Awareness-Feature wird in der Blogosphäre ja ziemlich gemischt aufgenommen (bin ich mal wieder zu positiv/unkritisch?) – Interessant zu lesen ist der Beitrag von Cem Basman und die Kommentare dazu – u.a. auch ein Kommentar von Lars Hinrichs von Xing.

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Programmiersprachen

Ich lese gerade “Hackers & Painters” von Paul Graham – mehr dazu demnächst in einem ausführlicherem Buchkommentar – vorab aber schon mal ein paar Kommentare zu Grahams Aussagen zu Programmiersprachen.

Eine wichtige Aussage von Graham dazu ist, dass die heutigen Hochsprachen nicht alle gleich mächtig sind. (Da stimme ich auf jeden Fall mit ihm überein – die verschiedenen Hochsprachen sind für verschiedene Anforderungen verschieden gut geeignet.)

In diesem Zusammenhang (verschiedene Mächtigkeit von Hochsprachen) geht Graham auf die Evolution von Programmiersprachen ein – und stellt Java dabei als toten (aussterbenden) Pfad dar – quasi als “Neandertaler der Programmiersprachen” ;-) Ausserdem argumentiert er, dass es nicht nur verschieden gute Sprachen gibt, sondern tatsächlich eine beste/mächtigste, und zwar Lisp.

Eines seiner Argument ist, dass (gute) Programmiersprachen zwei Eigenschaften haben müssen: Abstraktheit und Mächtigkeit.

Bzgl. Abstraktheit: Es müssen die richtigen Abstraktionen für die Aufgabe sein. So sagt Graham, dass Prolog sehr mächtige Abstraktionen hat – aber nur zur Lösung von etwa 2% aller Probleme – für alle anderen Probleme müsse man diese Abstraktionen missbrauchen um Quasi-Pascal-Programme zu schreiben (S. 150f).

Mächtigkeit zeigt sich darin, dass eine Programmiersprache mit wenigen Konzepten möglichst viel leisten kann. Und dabei ist Effizienz nicht so wichtig – Rechner werden immer schneller und viel dieses Geschwindgkeitszuwachses kann dafür verwendet werden, es einfacher für Menschen zu machen, Computer zu programmieren. (“Wasting programmer time is the true inefficiency, not wasting machine time.”, S. 161)

Bei der Einschätzung, dass Lisp die derzeit mächtigste Programmiersprache ist, bezieht Graham sich unter anderem auf den Essay “How to Become a Hacker” von Eric Raymond. Dieser schreibt dort, dass “Would-be Hacker” folgende Programmiersprachen lernen/können sollten

  • Python und Java (leicht zu lernen)
  • C (um Unix zu hacken)
  • Perl (für Systemadministration und CGI-Skripten)
  • und schließlich Lisp

Dabei wird für Lisp nach Aussage Grahams immer das Argument zum Lernen von Latein angegeben: Man wird Lisp nicht nutzen können/wollen, aber man wird ein besserer Programmierer (in den anderen Sprachen), wenn man einmal Lisp verstanden hat.

Dies sieht Graham allerdings nicht so … Seiner Meinung nach ist Lisp schon heute eine Sprache, die einem Vorteile gegenüber anderen verschafft – und wird es in Zukunft immer mehr werden.

Auf Seite 183 bringt Graham noch einen anderen interessanten Vergleich von Programmiersprachen: Vor einigen Jahren war Java “cool” bei Hackern, dann kam Perl, dann Python, und neuerdings Ruby. “If you look at these languages in order (…) you notice an interesting pattern. (…) Each one is progressively more like Lisp.” Vor einiger Zeit hätte man Ruby sogar als Lisp-Dialekt verkaufen können – so Graham.

Eine interessante “Bestätigung” von Grahams Argumenten, dass Lisp die mächtigste Programmiersprache ist, sieht er darin, dass er mit Freunden die Software ihres Startups Viaweb komplett in Lisp geschrieben haben – und damit den Vorteil hatten, neue Funktionaliät sehr schnell zu realisieren. Graham schreibt in seinem Buch dazu, dass er in seiner Entrepreneur-Phase seine Wettbewerber immer durch Lektüre ihrer Stellenausschreibungen beobachtet und eingeschätzt hat:

  • “The safest kind were the ones that wanted Oracle experience. You never had to worry about those.”
  • “You were also safe if they said they wanted C++ or Java developers.”
  • “If they wanted Perl or Python programmers, that ould be a bit frightning – that’s starting t sound like a company where the technical side, at least, is run by real hackers.”
  • “If I had ever seen a job posting looking for Lisp hackers, I would have been really worried.”

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