Buchkommentar – Hackers & Painters


Vor einige Zeit bin ich mal auf “Hackers & Painters – Big Ideas from the Computing Age” von Paul Graham aufmerksam geworden – ich glaube es war wegen des Vergleichs von Computer-Hackern mit Malern – beides “Macher” :-) Als “Möchte-Gern-Hacker/Macher” musste ich mir das Buch natürlich sofort besorgen – und inzwischen ist auch auch nach oben auf meinem Still-to-Read-Stapel vorgerückt und gelesen worden … Hier ein paar Kommentare dazu.

In Kapitel 2 geht der Autor auf Charakteristika von “Hackern” ein – und darauf, dass “Hacking” als schöpferische Tätigkeit viel mit Malen und Schreiben zu tun hat. Hier ein paar Zitate:

  • “what hackers and painters have in ommon is that they’re both makers”
  • “computer science is a grab bag of tenuously related areas thrown together by an accident of history”
  • “Programs should be written for people to read, and only incidentally for machines to execute” (Structure and Interpretation of Computer Programs, Harold Abelson und Gerald Sussman, MIT Press, 1985)

Kapitel 4 ist den Vorteilen von “Web/Server-basierter Software” gegenüber “Client-basierter Software” gewidmet. Sowohl aus Sicht der Benutzer als auch aus Sicht der Firmen, die Software zur Verfügung stellen. Graham schildert am Beispiel seiner Firma Viaweb vor allem den Vorteil des direkten Kontaktes zu den Benutzern als auch der Möglichkeit schnell reagieren und in kurzen Abständen neue Versionen der Software veröffentlichen zu können. Das erinnert doch sehr an die Argumentation rund um Web 2.0 …

In Kapitel 6 geht Graham auf Vermögen/Reichtum (engl. “wealth”) ein. Er hat dazu einiges zu sagen – vor allem:

  • Vermögen wird nicht einfach verteilt, sondern geschaffen – wenn also jemand ein Stück Software schreibt, das die Bedürfnisse von Kunden befriedigt (d.h. für das eine Nachfrage existiert), dann wird damit Vermögen geschaffen

In Bezug auf Firmen und Vermögen/Reichtum sagt er deshalb auch: “What most businesses really do is make wealth. They do something people want.”

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch seine Ausführungen zur Bezahlung für geleistete Arbeit. Hier sei das Problem, dass in großen Unternehmen nicht festgestellt werden kann, was einzelne Mitarbeiter zum Wertzuwachs beitragen bzw. in wie weit sie für einen Wertzuwachs verantwortlich sind. Dies sei nur in Ausnahmefällen möglich (messbar) – bei Vertriebsmitarbeitern und beim Unternehmensvorstand – oder bei kleinen Unternehmen (Startups). Wenn eine Möglichkeit der “Messung” existiert, dann sieht Graham keine Probleme darin, dass die Gehälter um den Faktor 100 abweichen (vom Unternehmensdurchschnitt). Er führt dazu an, dass auch im alten Rom die Preise für Sklaven je nach Fähigkeiten um den Faktor 50 abgewichen sind (S. 111).

Kapitel 10 – 14 behandelt das Thema Programmiersprachen – mit dem Resumee, dass Java ein toter Pfad der Evolution von Programmiersprachen ist (ein “Neandertaler”), und dass Lisp die mächtigste Programmiersprache ist und sein wird (mit ihren Nachkommen wie z.B. Ruby). Siehe hierzu meine ausführlichen Ausführungen in einem früheren Post.

Kapitel 15 widmet sich schließlich noch dem Thema “Design vs. Research”. Graham zeigt das an dem Beispiel auf, dass er einen neuen Lisp-Dialekt “designed” – nicht aber “research” in Programmiersprachen betreibt. Der Unterschied ist seiner Meinung nach darin, dass man sich beim Design mehr auf den Benutzer konzentriert. Design beginnt mit der Frage, für wen man entwirft und was die Nutzer davon haben. Ein guter Architekt beginnt damit zu klären, was die Benutzer brauchen (nicht was sie wollen!).

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