Am Wochenende komme ich auch endlich mal wieder zum Zeitungslesen – und was springt mir ins Auge als ich die neue Zeit (31.10.2007) vor mir ausbreite: Direkt auf der Titelseite ein sehr gut recherchierter und geschriebener Artikel von Götz Hamann zum Thema “Meine Daten sind frei – Eine neue Generation findet nichts dabei, ihr Privatleben im Internet vermarkten zu lassen”.
Aufhänger ist natürlich mal wieder der Deal zwischen Microsoft und Facebook. Im weiteren Artikel entwickelt der Autor aber einige ganz interessante Überlegungen. So sieht er einen entscheidenden Wandel bei der Bereitschaft persönlich Daten preiszugeben. Mit der “Generation Volkszählung” hätte es heutige soziale Netzwerke nicht gegeben! Interessant in diesem Zusammenhang auch die Überlegung, dass zu dem veränderten Preisgabeverhalten früher oder später auch eine veränderte (gesteigerte) Toleranz gegenüber “Skurrilitäten, Fehltritten und Jugendsünden” im Internet kommen müsste. “Dass die Gesellschaft insgesamt noch liberaler wird.”
Denn: “Das Internet vergisst nichts!” – “Jede Mail, jedes Foto, jeder Beitrag in einer Diskussionsgruppe wird auf Dauer gespeichert”. Hamann schreibt dazu: “Neu sind nicht die Bedürfnisse. Neu ist, dass jedes Wort gespeichert wird und praktisch kein Nutzer ein Problem damit hat.”
Vielleicht ist das auch ein Ansatzpunkt für die Kritik an der Entwicklung (neben dem Hoffen auf mehr Liberalität in der Gesellschaft) – das Versehen von Daten mit einem “Haltbarkeitsdatum” – Gibt es sowas schon? Wäre ganz interessant.