Archiv für November, 2007
Bridging the Gap: Financial Impact of Web 2.0
Alexander Richter berichtet auf seinem Blog schon ausführlich über den gestrigen Event “Bridging the Gap – Financial Impact of Web 2.0″ an der TU München. So kann ich mir einen ausführlichen Gesamtbericht sparen und mich auf ein paar kleine Punkte konzentrieren, die mir aufgefallen sind.
Web 2.0 – Eine neue Dot.com Blase? Das war natürlich eine Frage an den CIO der Deutschen Bank, Klaus Martini. Interessant fand ich, dass er in seiner Antwort darauf vor allem darauf eingegangen ist, dass im Unterschied zur Blase 2000 heute die Unternehmen kaum börsennotiert sind (es kaum IPOs gäbe). Es würden bei Misserfolgen also nicht die gesamte Wirtschaft geschädigt, sondern NUR die Unternehmen, die in die Neulinge investiert haben. Irgendwie beruhigt mich das noch nicht so ganz …
Virtuelle Welten und Innovation (bei/durch IBM) … insgesamt nicht so berauschend – es fehlte mir etwas das Konkrete – so zwischen den Zeilen habe ich aber ein paar interessante Punkte rausgehört, die meiner Meinung nach im Rest etwas unter gingen:
- Florian Babel betonte, dass er die (rosige) Zukunft nicht in der Plattform Second Life selbst sehe, sondern in geschlossenen und offenen virtuellen Welten allgemein – der nächsten oder übernächsten Generation nach Second Life – Das ist doch mal eine vernünftige Stellungnahmen in dem ganzen Second Life Hype!
- Weiterhin versuchte er darauf einzugehen, wo die Innovationspotentiale von Web 2.0 und Virtuellen Welten liegen. Hierzu stellte er aus einer aktuellen IBM-Studie zu Innovation die drei Ebenen vor, auf denen Innovation erfolgen kann: 1) Produkte, Services, Märkte; 2) Betriebsabläufe; und 3) Geschäfts- und Unternehmensmodelle – Das Potential läge hauptsächlich bei der Ermöglichung neuer Geschäfts- und Unternehmensmodelle.
Die Beispiele und sonstigen Ausführungen waren aber etwas zu sehr durcheinandergewürfelt um mich so richtig zu überzeugen …
Zum Abschluss noch zum Thema Gründung: Alexander Richter hat schon über den inspirierenden Vortrag von Alexander Samwer berichtet. Noch besser fand ich persönlich aber das Duo Mark Möbius (UnternehmerTUM) und Felix Haas (amiando). Erstens mal war die Vorstellung sehr unterhaltsam :-) Und dabei hat Felix Haas auch noch einiges an praxisnahen Tipps losgelassen …
Apple Werbung

Die Werbung von Apple ist ja für ihren Einfallsreichtum bekannt …
Echt sehenswert ist so auch, was Apples Werbetreibende für die Windows Vista-Seite von CNET gebastelt haben – auch von der technischen Seite die Verknüpfung der verschiedenen Banner.
Update: Falls die Werbung dort mal nicht mehr zu sehen ist, hier ein Link zu einem Video davon auf YouTube.
iPhone – Erste Erfahrungen
Nachdem ich nun schon eine Woche mit meinem iPhone spielen konnte, wird es langsam Zeit für einen ersten Erfahrungsbericht.
Zuerst einmal zum ersten Eindruck:
- Eingesteckt, auf meinem MacBook iTunes gestartet und kurz später waren alle meine Kontakte und Termine drüben, ein paar zusätzliche Klicks und Teile meiner Photosammlung und Musiksammlung waren auch drüben – also einfach eine geniale Integration
- Beim Benutzungsinterface hat sich Apple mal wieder selbst übertroffen – wie Steve Jobs in seiner Keynote auf der Macworld San Francisco Anfang 2007 schon berichtet hatte: “you already got me with the scolling” – ja, alleine das Scrollen in den Listen oder in der Photosammlung ist einfach elegant – und dann das Vergrößern/Verkleinern mit Zwei-Finger-Gesten – funktioniert im Browser, im Photo-Viewer, im Map-Viewer, …
- Ach ja, die Karten (Google Maps) – hier merkt man auch die tolle Integration: Wenn man einen Kontakt anzeigt, dann kann man auf die Telefonnummern klicken um anzurufen, auf die URL klicken um sie im Browser anzuzeigen, auf die E-Mail-Adresse klicken um eine E-Mail zu schreiben und auf die Adresse klicken um einen entsprechenden Kartenausschnitt angezeigt zu bekommen … einfach gut
- Der Austausch von SMS (gesendete und empfangene SMS) wird ala Chat pro Person als Dialog visualisiert – super schön und übersichtlich
- Und Visual Voicemail ist ein Traum
Es ist also wirklich ein völlig neues Handy-Gefühl – und ersetzt voll den PDA. Und trotzdem bleiben ein paar Wünsche offen – die Apple hoffentlich bald nachbessern wird:
- Mein erster Eindruck war, dass die Schrift in den Listen zu groß ist – also zu wenig auf einer Seite angezeigt werden kann – aber nach kurzer Nutzung war mir klar, dass das so sein muss – die Bedienung funktioniert ja mit dem Finger anstelle eines Stiftes – und da braucht man eine etwas größere Kontaktfläche.
- VPN – funktioniert … aber der proprietäre Cisco-Standard wird nicht unterstützt – das macht es mir leider unmöglich E-Mail über meinen Uni-Account zu verschicken … naja, wofür gibt es Yahoo oder Google ;-)
- Überhaupt ist noch ein bisschen störend, dass standardmäßig keine zusätzliche Software installiert werden kann – aber da gibt es inzwischen ja schon Lösungen – muss ich demnächst mal ausprobieren
- Beim integrierten Adressbuch fehlt die Suche – momentan kann man nur alphabetisch blättern
- Die integrierte Notizenanwendung synchronisiert nicht auf den Mac – auch nicht bei 10.5
- Und schliesslich fehlt der GPS Chip (auf UMTS kann ich gut verzichten, aber GPS wäre schon nett)
Ach ja, telefonieren kann man natürlich auch damit … ;-)
Playstation 3 Duck Demo
Das Video ist zwar schon etwas älter – aber ich bin trotzdem erst heute darauf gestossen (worden). Kontext war ein Vortrag zu Virtuellen Welten/Second Life/v-Commerce – und das Video diente dazu zu demonstrieren, was mit heutiger Hardware (eben die PS3 von Sony) schon in Echtzeit berechnet/visualisiert werden kann. Und das ist echt beeindruckend …
Meine Einstellung gegenüber der Nützlichkeit von Virtuellen Welten / V-Commerce in der heutigen Ausprägung bleibt natürlich weiterhin kritisch ;-) … aber wer weiss, was die Zukunft bringt …
Social Networks auf der Titelseite
Verfasst von kochm unter Social Software am 4.11.2007
Am Wochenende komme ich auch endlich mal wieder zum Zeitungslesen – und was springt mir ins Auge als ich die neue Zeit (31.10.2007) vor mir ausbreite: Direkt auf der Titelseite ein sehr gut recherchierter und geschriebener Artikel von Götz Hamann zum Thema “Meine Daten sind frei – Eine neue Generation findet nichts dabei, ihr Privatleben im Internet vermarkten zu lassen”.
Aufhänger ist natürlich mal wieder der Deal zwischen Microsoft und Facebook. Im weiteren Artikel entwickelt der Autor aber einige ganz interessante Überlegungen. So sieht er einen entscheidenden Wandel bei der Bereitschaft persönlich Daten preiszugeben. Mit der “Generation Volkszählung” hätte es heutige soziale Netzwerke nicht gegeben! Interessant in diesem Zusammenhang auch die Überlegung, dass zu dem veränderten Preisgabeverhalten früher oder später auch eine veränderte (gesteigerte) Toleranz gegenüber “Skurrilitäten, Fehltritten und Jugendsünden” im Internet kommen müsste. “Dass die Gesellschaft insgesamt noch liberaler wird.”
Denn: “Das Internet vergisst nichts!” – “Jede Mail, jedes Foto, jeder Beitrag in einer Diskussionsgruppe wird auf Dauer gespeichert”. Hamann schreibt dazu: “Neu sind nicht die Bedürfnisse. Neu ist, dass jedes Wort gespeichert wird und praktisch kein Nutzer ein Problem damit hat.”
Vielleicht ist das auch ein Ansatzpunkt für die Kritik an der Entwicklung (neben dem Hoffen auf mehr Liberalität in der Gesellschaft) – das Versehen von Daten mit einem “Haltbarkeitsdatum” – Gibt es sowas schon? Wäre ganz interessant.
Design the time ist online
Verfasst von kochm unter Social Software am 3.11.2007
Anfang des Jahres gab es einige Zeit interessante Berichte über die Idee für einen neuen Web 2.0 Dienst namens “design the time”. Kern der Idee war es, Nutzern die Möglichkeit zu geben, Zeitpunkte und Zeiträume auf einem Zeitstrahl/Kalender mit eigenen Inhalten zu hinterlegen – und so auf für einem persönlich wichti Ereignisse hinzuweisen. Mit Hilfe der Daten aus Microsofts Encarta sollten dann noch die Meilensteine der Weltgeschichte dazu gebracht werden.
Nachdem es ziemlich lange ruhig war um das Projekt ist der Dienst nun als Beta online gegangen – unter dem Namen “Miomi” mit dem Untertitel “User generated history” – siehe http://www.miomi.com/.
Mein erster Eindruck: Die Website ist etwas überladen. Wenn ich nicht vorher gewusst hätte, was das ganze soll, dann hätte ich mich etwas schwer getan dahinter zu kommen. Aber vielleicht wird das noch … Ansonsten auf jeden Fall eine sehr nette Idee mit Potential.
Universitäten
Verfasst von kochm unter Universität am 3.11.2007
In der neuesten Ausgabe von “Forschung und Lehre” (11/2007, S.651) ist in der Kategorie “Fundsachen” ein Zitat abgedruckt, das ich hier wiedergeben will – weil es mir zu denken gegeben hat:
“In den USA diskutieren Kollegen beim Mittagessen über ihre Forschung, in Deutschland über das Programm der nächsten Senatssitzung.” (Der Amerikaner Dennis Snower; zitiert nach Handelblatt.com vom 15. Oktober 2007)
Hmmm. Ganz so extrem ist es natürlich nicht – ich habe tatsächlich schon mal beim Mittagessen mit Kollegen über Forschung und Projekte (inhaltlich) diskutiert ;-) – aber ein bisschen Wahrheit ist schon dran – ein immer wieder kehrendes Thema bei den “freien Gesprächen” sind Hochschulentwicklung, Hochschulpolitik, Wissenschaftspolitik und Forschungspolitik. Eigentlich schade, dass diese Dinge so wichtig geworden sind und inzwischen so viel Platz einnehmen. Ich hoffe nur darauf, dass das nur eine Erscheinung der Übergangsphase ist – des Übergangs von Diplom zu BA/MA, von nachgeordneten Universitäten zu eigenständig handelnden Universitäten, von Zeitbezug zu Leistungsbezug, von passiven Studierenden zu zielgerichteten Studierenden (der Begriffe “Kunde” gefällt mir in Bezug auf Studierende nicht so ganz – irgendwie ist die Beziehung Dozent-Studierender doch noch etwas anderes als eine Kundenbezehung und sollte es auch bleiben), … Ja, es passiert momentan einiges an deutschen Universitäten.
In diesem Kontext ein weiteres Zitat aus der neuesten Forschung und Lehre (11/2007, S.645):
“(…) Als heute nur noch externer Beobachter der deutschen Universitätsszene nehme ich einen sich beschleunigenden Transformationsprozess wahr. Einige Hochschulen verändern sich unterwartet schnell und massiv, das hätte ich noch vor kurzem für unmöglich gehalten. Ich bin sicher, dass diese Universitäten in wenigen Jahren zur Weltspitze aufschließen. Unsere Menschen haben die Potentiale, lediglich die Organisation war ineffizient. (…) Für mich gibt es keinen Zweifel, dass die früheren Strukturen und Entscheidungsprozesse sich radikal verändern werden. Ich würde diese Transformation mit ‘weg von der Mentalität des öffentlichen Dienstes’ hin ‘zur Kultur privater Dienstleistung’ beschreiben. (…)” (Hermann Simon)