Visual Tools for the Socio-Semantic Web


Beim Überfliegen verschiedener Blogs, die ich regelmäßig lesen, bin ich heute bei Moderne Unternehmenskommunikation auf einen Hinweis auf Moritz Stefaners Master-Arbeit gestossen. Die Arbeit “Visual Tools for the Socio-Semantic Web” des Design-Absolventen Moritz Stefaner, die inzwischen auch mit dem FHP-Preis für die beste Masterarbeit der Fachhochschule Potsdam ausgezeichnet worden ist, kann ich aus verschiedenen Gründen zum Lesen empfehlen (was jeder machen kann, da sie auf zuvor angegebener Seite als PDF verfügbar ist): Erstens liefert die Arbeit in Kapitel 2 “Analysis: The Emerging Socio-Semantic Web” eine sehr schöne Aufarbeitung der Themen rund um Web 2.0, Social Software etc. mit vielen neuen Einblicken – kurz, knapp, knackig, inspirierend. Und das ganze fast ohne Rückgriff auf die üblichen Buzzwords! Aber damit nicht genug. Zweitens liefert die Arbeit sehr schöne Beispiele/Experimente zur (dynamischen) Visualisierung von Inhalten im neuen Web – insbesondere von TagClouds, TagListen und Web Feeds.

Im Sinne meines eigenen Microcontent-Managements hier noch ein paar meiner Ansicht nach besonders gute Abschnitte/Gedanken aus der Arbeit:

Am Anfang von Kapitel 2 fasst Herr Stefaner sehr schön die Phänomene zusammen, die das “emerging socio-semantic web” kennzeichnen:

  • an acceleration of information diffusion
  • an increasing process of chunking information into small, reusable bits (micro-content)
  • a shift towards a larger population producing and sharing information
  • along with an increasing specialization of topics, interests and the according social niches
  • leading overall to a massive growth of space for action, expression and attention available to every single individual

Mit der “Design-Brille” stellt er weiterhin die Veränderung vom Web 1.0 zum Web 2.0 durch eine Ausweitung der Interaktionsmöglichkeiten im Web dar: Von den drei Basismodi nach Winograd unterstützte das Web 1.0 nur “locomotion (moving from place to place)”, während das Web 2.0 auch “conversation (communication with others)” und “manipulation (using/editing/creating)” unterstützt.

Bezüglich der wichtigsten Konzepte wie Tagging, Microcontent und Feeds betrachtet Herr Stefaner dann die aktuellen Ansätze zur Visualisierung – und findet einige Probleme bei den klassischen Ansätzen – u.a. die fehlende Dynamik oder zu schwache Berücksichtigung des Long Tail. Diese Probleme geht er dann in eigenen Vorschlägen/Experimenten an. Diese konzentrieren sich dabei zuerst auf neue Arten zur (dynamischen) Visualisierung von Tag-Mengen:

Dann geht es um Visualisierungen verschiedener Sammlungen von Microcontent und Metadaten, was schließlich in der Vorstellung des Designs von “Konduit” mündet, “a model for a Web Feed Hub application”.

Neben der Master-Arbeit gibt es zu den Arbeiten auch eine wissenschaftliche Veröffentlichung:

Moritz Stefaner, Boris Müller:
Elastic lists for facet browsers.
Proceedings of DEXA ‘07 18th International Conference on Database and Expert Systems Applications, 2007. FIND07, International Workshop on Dynamic Taxonomies and Faceted Search, Regensburg, Germany. pp. 217-221

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