Mensch und Computer 2007 – Tag 2


Der zweite Tag der Mensch und Computer Tagung begann nach einer (vom Veranstalter Tom Gross sehr souverän und unterhaltsam moderierten) Runde von Grussworten mit einem eingeladenen Vortrag von Adrian Cheok, dem Direktor des Mixed Reality Labs in Singapur. Der Vortrag wurde über Skype gegeben, was nach anfänglichen Problemen auch sehr gut klappte. Positiv dabei war, dass die Folien und die vielen darin eingebetteten Videos lokal vorlagen – nur Skype wäre wohl nichts gewesen – zumindest nicht für über eine Stunde Vortrag.

Inhaltlich fand ich den Vortrag sehr unterhaltsam. Es ging um die Integration von Personen in Virtuelle Realitäten und umgekehrt. Interessante Beispiele waren die prämierte Anwendung “Human Pacman” oder “Age Invaders”. Alles noch nicht umbedingt mit direktem Anwendungsnutzen – aber sicher wichtig um die Probleme der Integration von virtueller und realer Welt in Griff zu bekommen.

Interessant waren auch die Beispiele zu “Remote Hugging” und “Remote Touch”-Armbändern. Grundsätzlich nichts revolutionär Neues, aber eine gute Umsetzung von Awareness-Konzepten mit Konzepten des ubiquitären Computings.

Zum Rest der Tagung kann ich nur Ausschnitte berichten, denn es ging mit bis zu acht parallelen Aktivitäten weiter – und das zusätzlich zur ruhigen Minute, die man sich mal mit dem ein oder anderen Kollegen nehmen sollte, den man nur einmal im Jahr sieht.

Also hier also nur ein paar Eindrücke und kein umfassender Bericht …

“Szenariotechniken und agile Softwareentwicklung” von Matthias Finck und Hartmut Obendorf ehem. von der Universität Hamburg – Hier ging es darum, dass man agile Softwareentwicklung mit möglichst schneller Prototypentwicklung mit dem Blick für die Gesamtheit, die Usability Engineering liefern kann, verbinden sollte. Und die beiden Autoren stellen vor, wie man das mit Szenariotechniken machen kann. Interessant waren dabei auch ein paar Gespräche/Kommentare am Rande des Vortrags: Einerseits wurde bemerkt, dass Szenarien sehr ähnlich zu Patterns sind – also auch vieles aus der aktuellen Diskussion zur Nutzung von Patterns verwandt ist. Und zur Nutzung von Patterns wird in einem aktuellen Buch ein dreistufiger (iterativer) Prozess vorgeschlagen: Konzeptentwicklung (mit Pattern), Umsetzung/Programmierung (mit Pattern), Anpassung/Konfiguration (wieder mit Pattern).

“Touristik 2.0: Chancen und Risiken von User-Generated Content für den Online-Reisemarkt” von Nicole Oberg und Daniel Schmeisser von phaydon (in Zusammenarbeit mit Thomas Cook) – ein paar interessante Ergebnisse zur Motivation von Benutzern etwas zu Online-Reiseportalen beizutragen bzw. zur Funktionalität aktueller Portaler (und die Bewertung dieser Funktionalität durch die Benutzer).

“Präsentationssoftware: Nutzung und funktionale Anforderungen” von Meinald Thielsch und Natalie Förster von der Universität Münster – Eine sehr interessante Umfrage (n>1000) zur Nutzung von Präsentationssoftware. Interessant war z.B., dass Keynote-Benutzer die höchsten Zufriedensheitswerte hatten ;-) Auch interessant: Ein Wunsch der Nutzer waren “Referententools” – etwas, das sowohl bei Keynote als auch bei Powerpoint (auf dem Mac) schon sehr gut funktioniert. Super gut auch die Frage, was den Zuhörern bei computergestützten Präsentationen fehlt: 1) Bessere Referenten, 2) Kreativität in der Gestaltung, 3) Foliengestaltung, 4) mehr Interaktion, 5) bessere Tonqualität – also alles Dinge, bei denen bessere Werkzeuge nicht unbedingt helfen können.

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  1. #1 von Luise am 26.11.2007 - 14:08

    Danke dir fuer diese genauen Infos. Werde noch eine Weile in deinem Blog stoebern.

(wird nicht veröffentlicht)