“Neue Vahr Süd” von Sven Regener ist 2004 erschienen (inzwischen als Taschenbuch im Goldmann Verlag) – und wurde mir von mehreren Seiten empfohlen. Erst hiess es, dass man das Buch lesen sollte, wenn man Bremen kennt – und von anderer Seite hiess es dann, dass man das Buch lesen sollte, wenn man den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr abgeleistet hat oder sonst Bezug zur Bundeswehr hat. Nachdem ich sowohl Bezug zur Bundeswehr habe ;-) als auch mal ein Jahr in Bremen verbracht habe also eine doppelte Motivation.
Und ich muss sagen, dass ich nicht bereue, das Buch zur Hand genommen zu haben. Es ist einfach klasse. Regener berichtet von einem 20jährigen Mann – Lehmann – aus Bremen (eben aus dem Stadtteil Neue Vahr Süd), der seinen Grundwehrdienst antreten muss, weil er “versäumt hat zu verweigern”. Die Geschichte berichtet im Wechsel von Lehmanns Erlebnissen bei der Bundeswehr (mit viel Wiedererkennungspotential) und seinen Erlebnissen an den Wochenenden in Bremen (auch mit viel Wiederkennungspotential – Viertel, Ostertorsteinweg, …). Und in beiden Strängen passiert einiges – das ich jetzt nicht unbedingt nacherzählen will.
Neben dem Wachrütteln von Erinnerungen an Bremen und die Bundeswehr bietet das Buch auch gute Unterhaltung (vermutlich sogar für Leser, die weder Bundeswehr noch Bremen kennen) und nebenbei auch noch einen kleinen Einblick in die linke Szene in Bremen Anfang der Achziger. Die Zeit wird super schön anhand kleiner Geschichten beschrieben.
Btw: Zu Letzterem (ein Bild der 1980er) kann ich auch den Film “Am Tag als Bobby Ewing starb” empfehlen – auch ein Werk aus Bremen – und auch echt klasse!

#1 von Norman am 10.8.2007 - 13:52
Dann kann ich dir Herr Lehmann nur empfehlen. Der Film soll ja auch ok sein, leider nie gesehen, aber das Buch ist der Schenkelklopfer.
#2 von kochm am 15.8.2007 - 15:43
Ich habe das Buch “Herr Lehmann” jetzt auch gelesen. Nicht schlecht. Gleicher Stil wie “Neue Vahr Süd” – und eigentlich auch eine (früher geschriebene) Fortsetzung des ganzen – spielt auf jeden Fall neun Jahre nach dem neuen Buch. Aber insgesamt muss ich sagen, dass “Herr Lehmann” nicht an “Neue Vahr Süd” rankommt. Letzteres ist viel spannender und unterhaltsamer geschrieben. Und dieser Eindruck kommt glaube ich nicht nur daher, dass ich eben Bremen und die Bundeswehr sehr gut kenne – Berlin aber eher nicht.