Enterprise 2.0 – Kommentare zu Davenport vs. McAfee


Im Rahmen der gerade in Boston stattfindenen Enterprise 2.0 Konferenz ist mal wieder die Diskussion zwischen Tom Davenport und Andrew McAfee hochgekocht (sie haben sich in Boston ja sogar zusammen in den Ring gestellt). Das Social Computing Magazine veröffentlicht ein paar ausgewählte Zitate aus der Diskussion:

  • Davenport:

    • “I have yet to see capitalist organizations make more money as a result of E2.0, or any examples of corporate cultures being revolutionized.”
    • “Some of the emergent tools are interesting approaches, but they aren’t that fundamentally different that MS Sharepoint.”
    • “One of the interesting things about E2.0 is that stuff keep getting added – predictive markets, for example, aren’t really in SLATES and aren’t really emergent. The definition is stretching.”
  • McAfee:
    • “If I were at the top of a rocket, I would want to know that everyone in NASA who had an issue with the launch had been given an opportunity to raise and discuss their objections – this is exactly what they did not have in the challenger disaster. ”
    • “I can’t imagine any organization with deeper needs for Chinese walls, and siloed info.”
    • “IT is a leap of faith and you are spending hard cold dollars in the short term on a set of nebulous benefits in the longterm. But that doesn’t stop us from spending millions/billions of dollars on IT.”

Und? Ich muss sagen, dass sie beide recht haben. Natürlich werden Unternehmen nicht durch die Einführung von (Enterprise 2.0-)Software umgekrempelt und plötzlich viel produktiver. Aber das hat hoffentlich auch niemand gesagt? Und natürlich ist es schwer motivierbar, dass “Chines walls and siloed info” für ein Unternehmen vorteilhaft sein können. Gerade die aktuell laufende Diskussion zu Innovation widerspricht dem massiv. Natürlich ist es auch nicht immer optimal sich mit jedem zu vernetzen und 100% seiner Zeit in Kommunikation zu stecken. Der gesunde Mittelweg macht es – und meiner Meinung legen die (sinnvollen) Enterprise 2.0 Aktivitäten gerade hierauf Wert.

Zu Davenports Aussage, dass die aufkommenden Werkzeuge sich nicht fundamental von MS Sharepoint unterscheiden: Auch richtig. MS hat mit Sharepoint ja gerade versucht erste Schritte in die Richtung Community/Netzwerk-Untertützung zu unternehmen. Meiner Meinung gibt es aber doch Unterschiede: Während es mit Sharepoint möglich ist eine Enterprise 2.0 Site aufzusetzen, ist es mit anderen Werkzeugen nicht nur möglich, sondern leicht. Und das macht meiner Meinung nach den entscheidenen Unterschied! Den Web 2.0 Ideen folgend sollten Enterprise 2.0 Anwendungen sehr einfach zu bedienen sein (das ist Sharepoint nicht unbedingt) und auch sehr einfach anzupassen / zu ändern sein (… auch nicht).

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