Motivation und Crowding-Out


Jedem der sich mit Community-Unterstützung oder Social Software beschäftigt hat, ist wohl schon der Begriff der “intrinsischen Motivation” untergekommen – also der Motivation, die nicht durch monetäre oder ähnliche Anreize getragen ist, sondern rein vom Selbst-Interesse der Beteiligten (leicht vereinfacht ausgedrückt). In diesem Zusammenhang steht der Crowding-Out Effekt. Es geht dabei darum, dass bei verstärktem Einsatz von extrinisischen Anreizen wie z.B. Geld die ursprüngliche intrinsische Motivation verdrängt wird und letztendlich nur noch Geld zur Weiterarbeit motivieren kann.

Ich habe gerade einen tollen Artikel zu dem Thema gelesen: Frey, B. S. und M. Osterloh (2002): Motivation – A Dual-Edged Factor of Production. Successful Management by Motivation. B. S. Frey and M. Osterloh (Hrsg.). Berlin: Springer, S. 3-26.

U.a. geben Frey und Osterloh in dem Beitrag einige Beispiele für den Crowding-Out-Effekt an. Besonders fasizierend fand ich “An Old Jewish Fable” aus (Deci & Flaste 1996), in dem ein Händler, der von randalierenden Jugendlichen belästigt wird anfängt diese für die Belästigungen zu bezahlen und dann durch Erniedrigung der Bezahlung erreicht, dass die nun reine extrinsische Motivation abbricht. Oder das Beispiel eines Kindergartens bei dem durch Einführung von Geldstrafen für das zu späte Abholen von Kinden eine Erhöhung der verspäteten Abholungen erreicht wird anstelle des angestrebten Gegenteils.

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